
2023 war fast schon absurd. 32 Gigabyte DDR5 RAM kosteten zeitweise unter 90 Euro. Wer damals gekauft hat, hatte Glück oder gutes Timing. Anfang 2026 sieht die Lage anders aus.
Wer aktuell einen Rechner plant oder aufrüsten will, merkt es ziemlich schnell. Arbeitsspeicher ist nicht mehr das Nebenbei-Bauteil im Warenkorb. Es fällt wieder ins Gewicht. Und das hat Gründe, die weit über den klassischen „Markt schwankt halt“-Reflex hinausgehen. Speicher war 2023 im Überfluss vorhanden. Hersteller produzierten zu viel, die Nachfrage war schwach, Lager voll. Die Folge: Preise rutschten. Dann kam die Gegenbewegung.
Marktzyklen, Produktionsbremsen und warum die Preise wieder anziehen
Samsung, SK hynix und Micron drosselten ihre DRAM-Produktion deutlich. Laut Berichten von TrendForce stiegen die DRAM-Vertragspreise bereits im Verlauf des Jahres 2024 wieder an. 2025 setzte sich dieser Trend fort. Anfang 2026 liegen die Großhandelspreise klar über dem Tiefpunkt von 2023.
Ein konkretes Beispiel aus dem Retail-Bereich:
Ein 32-GB-DDR5-6000-Kit, das im Sommer 2023 für rund 85 bis 95 Euro erhältlich war, bewegt sich Anfang 2026 im deutschen Online-Handel wieder im Bereich von etwa 125 bis 150 Euro – je nach Takt und Latenz. Das ist kein Ausnahmefall. Es ist der neue Durchschnitt.
Parallel dazu ist die Beobachtung solcher Preisbewegungen längst kein Nerd-Hobby mehr. Hardwarepreise werden täglich verglichen, in Foren seziert, auf Tech-Portalen analysiert. Zwischen Grafikkartencharts und CPU-Benchmarks tauchen dort auch ganz andere digitale Themen auf – etwa eine Unterhaltung über Online-Games oder wenn ein neues Online Casino bei Ghacks oder auf einem anderen Informationsportal getestet wurde. Dort wird ebenfalls anhand von Kennzahlen, Regulierungsfragen und Marktstruktur eingeordnet und verglichen. Der Punkt ist nicht der Inhalt. Sondern das Muster. Digitale Märkte sind transparenter geworden. Preise werden nicht mehr nur hingenommen – sie werden genau verfolgt.
KI frisst Speicher, nur nicht den, den man sieht
Der eigentliche Unterschied zu früheren RAM-Zyklen liegt 2026 an einer anderen Stelle: im KI-Sektor. High-Bandwidth-Memory, kurz HBM, wird für KI-Beschleuniger massiv nachgefragt. Große Cloud-Anbieter investieren weiterhin Milliarden in Rechenzentren.
Laut IDC wuchsen die weltweiten Investitionen in KI-Infrastruktur 2025 zweistellig. Diese Systeme brauchen Speicher – viel Speicher.
HBM bringt Herstellern deutlich höhere Margen als klassischer Desktop-DRAM. Also wird priorisiert. Nicht, weil der PC-Markt egal wäre. Sondern weil sich Rechenzentren stärker rechnen.
Das führt nicht dazu, dass im Consumer-Bereich Regale leer sind. Aber es verschiebt Produktionskapazitäten. Und das reicht, um Preise auf einem höheren Niveau zu stabilisieren.
DDR5 ist inzwischen Standard im Neusystembau. DDR4 bleibt verfügbar, verliert aber an Bedeutung. Die Ära der extrem günstigen Module ist jedenfalls vorbei.
Der PC-Markt ist zurück, aber auf eine andere Weise
Nach zwei schwachen Jahren hat sich der weltweite PC-Markt 2025 leicht erholt. IDC bezifferte das Wachstum im Unternehmenssegment wieder positiv. KI-fähige Notebooks, Ersatzzyklen in Firmen und stabilisierte Lieferketten haben dazu beigetragen.
Das heißt allerdings nicht, dass plötzlich wieder Goldgräberstimmung herrscht. Das Kaufverhalten ist nüchterner geworden. Aufrüstungen erfolgen gezielter und überlegter, denn nicht jeder hat das nötige Kleingeld zur Hand, um einen High-End-Rechner zusammenzustellen.
32 Gigabyte RAM gelten im Gaming- und Content-Bereich inzwischen als solide Basis. 16 Gigabyte RAM sind kein Luxus mehr, sondern Minimum. Und wer mit Video-Editing oder KI-Tools arbeitet, landet schnell bei 64 Gigabyte RAM.
Mehr installierter Speicher bedeutet: konstante Nachfrage. Keine Spekulationsblase. Aber eben auch kein Preisverfall.
Infrastruktur, Abhängigkeiten und geopolitische Spannung
Ein Großteil der weltweiten DRAM-Produktion stammt weiterhin aus Südkorea und Taiwan. Das ist kein neues Thema, aber ein sensibles.
Geopolitische Spannungen in Ostasien, Exportkontrollen und strategische Industriepolitik wirken wie ein permanenter Risikofaktor. Es braucht keine Krise, um Märkte nervös zu machen. Schon Unsicherheit reicht.
Zwar investieren Europa und die USA über milliardenschwere Förderprogramme in eigene Halbleiterstandorte. Das Bundesministerium für Wirtschaft spricht von langfristigen Strukturprojekten. Aber neue Fertigungen entstehen nicht in Monaten, sondern in Jahren.
Das macht Speicher empfindlich. Nicht brüchig. Aber anfällig für Störungen.
Was die Zahlen wirklich aussagen
Ein Blick auf Daten hilft beim Einordnen. Laut Statistischem Bundesamt nutzten 2023 rund 87 Prozent der Bevölkerung ab 16 Jahren regelmäßig digitale Angebote – Streaming, Gaming, Cloud-Dienste. Das klingt banal. Bedeutet aber: Der digitale Bedarf wächst weiter.
Parallel dazu verschiebt sich die Infrastruktur im Hintergrund. Gartner berichtete für 2025 erneut von steigenden Serverauslieferungen im Rechenzentrumsbereich, getrieben unter anderem durch KI-Anwendungen und Cloud-Expansion.
IDC kommt zu ähnlichen Einschätzungen und sieht besonders im KI-Segment zweistellige Wachstumsraten bei Investitionen in entsprechende Systeme. Mehr Server bedeuten mehr Speicher. Und zwar nicht in kleinen Mengen.
Hinzu kommt: Auch Smartphones, Notebooks und Spielkonsolen werden leistungsfähiger. Anwendungen wachsen, Datenmengen ebenso. Selbst scheinbar harmlose Dinge wie hochauflösendes Streaming oder lokale KI-Funktionen auf Endgeräten benötigen mehr Arbeitsspeicher als noch vor wenigen Jahren.
Speicher ist damit kein isoliertes PC-Bauteil mehr, das nur Gamer oder Bastler interessiert. Er ist ein Baustein in einem verzweigten digitalen Gefüge.
Von der privaten Nutzung bis zur globalen Cloud-Infrastruktur. Und genau deshalb reagieren Preise heute sensibler auf Bewegungen außerhalb des klassischen PC-Markts.
Kein Drama, aber eine neue Realität
Von einer RAM-Krise zu sprechen, wäre überzogen. Die Versorgung ist stabil. Module sind verfügbar. Lieferzeiten normal.
Was sich geändert hat, ist das Preisgefühl. 2023 war Ausnahme. 2026 ist Normalisierung – auf höherem Niveau.
Arbeitsspeicher ist wieder ein relevanter Kostenfaktor beim Systembau. Kein Luxusartikel. Aber auch kein Restposten.
Vielleicht ist genau das der eigentliche Unterschied zu früher: RAM wird nicht mehr nur vom PC-Markt getrieben. Sondern von Cloud, KI, Rechenzentren, geopolitischen Strategien und globaler Industriepolitik.
Und deshalb fühlt sich selbst ein scheinbar simples 32-GB-Kit RAM plötzlich nach Weltwirtschaft an. So nüchtern ist 2026.

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