Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten

Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten

Oolong-Tee ist eine der vielfältigsten Teekategorien der Welt, mit einem Oxidationsgrad zwischen 15 und 85 Prozent. Für eine gelungene Teeverkostung zu Hause braucht man lediglich ein Gaiwan oder eine kleine Teekanne, gefiltertes Wasser und eine Wassertemperatur zwischen 85 und 95 Grad Celsius. Seltene Sorten wie Da Hong Pao oder Ali Shan sind in Deutschland über spezialisierte Online-Händler erhältlich und kosten zwischen 15 und über 200 Euro pro 100 Gramm.

Key Takeaways

  • Oolong-Tee liegt geschmacklich und chemisch zwischen Grün- und Schwarztee und bietet eine enorme Geschmacksvielfalt.
  • Für Anfänger empfehlen sich leicht oxidierte Sorten wie Dong Ding oder Tie Guan Yin, da sie mild und zugänglich sind.
  • Die ideale Wassertemperatur liegt je nach Sorte zwischen 85 und 95 Grad Celsius, gefiltertes oder weiches Leitungswasser ist Pflicht.
  • Ein vollständiges Verkostungs-Set für zu Hause kostet zwischen 30 und 80 Euro; hochwertige seltene Oolong-Tees kosten 15 bis 200 Euro pro 100 Gramm.
  • Taiwanese Oolongs (z. B. Ali Shan, Dong Ding) sind floraler und milchiger, Formosa-Oolongs (z. B. Oriental Beauty) sind stärker oxidiert und fruchtiger.
  • Der häufigste Fehler ist zu heißes Wasser oder zu lange Ziehzeiten, beides macht den Tee bitter.
  • Seltene Oolong-Sorten sind in Deutschland bei Händlern wie Teehaus Ronnefeldt, Tee Gschwendner oder spezialisierten Online-Shops erhältlich.
  • Oolong enthält Koffein, aber weniger als Kaffee; koffeinsensitive Personen sollten kleine Mengen testen.
  • Richtig gelagert (luftdicht, dunkel, kühl) hält Oolong-Tee ein bis drei Jahre.
  • Gesundheitliche Vorteile sind gut dokumentiert, aber kein Ersatz für ärztlichen Rat.

Was macht einen hochwertigen Oolong-Tee aus?

Hochwertiger Oolong-Tee zeichnet sich durch sorgfältige Ernte, präzise Verarbeitung und eine klare Herkunft aus. Die Blätter sollten ganz, gleichmäßig gerollt oder verdreht und frei von Staubpartikeln sein.

Beim Kauf lohnt sich ein Blick auf folgende Merkmale:

  • Herkunft: Klar deklarierte Herkunftsregion (z. B. Wuyi-Gebirge, Alishan, Dong Ding)
  • Erntesaison: Frühjahrs- oder Herbsternte gelten als qualitativ hochwertiger
  • Oxidationsgrad: Angabe in Prozent oder Beschreibung (leicht, mittel, stark oxidiert)
  • Blattstruktur: Ganze Blätter ohne Bruch, bei gerollten Sorten gleichmäßige Kugeln
  • Duft: Frisch, komplex, ohne muffige oder ranzige Noten

Ein persönliches Erlebnis: Als ich zum ersten Mal einen hochwertigen Da Hong Pao öffnete, war der Duft allein schon ein Erlebnis. Geröstete Nüsse, etwas Mineralisches, ein Hauch Karamell. Billiger Oolong aus dem Supermarkt riecht dagegen flach und etwas staubig.

Entscheidungsregel: Kaufe nur bei Händlern, die Erntejahr, Herkunftsregion und Oxidationsgrad angeben. Fehlen diese Angaben, ist Vorsicht geboten.

Was sind die besten Oolong-Teesorten für Anfänger?

Für Einsteiger sind leicht bis mittel oxidierte Oolong-Sorten am besten geeignet, weil sie weniger bitter sind und eine breitere Geschmacksbandbreite zeigen. Die drei zugänglichsten Sorten sind Tie Guan Yin, Dong Ding und Milk Oolong.

Sorte Oxidationsgrad Geschmack Schwierigkeitsgrad
Tie Guan Yin 15-30 % Blumig, frisch, leicht cremig Einfach
Dong Ding 25-40 % Nussig, mild, leicht geröstet Einfach
Milk Oolong (Jin Xuan) 20-30 % Cremig, milchig, süß Sehr einfach
Ali Shan 20-35 % Floral, komplex, leicht süßlich Mittel
Da Hong Pao 60-80 % Mineralisch, geröstet, tief Anspruchsvoll
Oriental Beauty 70-85 % Fruchtig, honigartig, komplex Anspruchsvoll

Wer noch nie Oolong getrunken hat, sollte mit Milk Oolong oder Dong Ding beginnen. Beide verzeihen kleine Fehler bei der Zubereitung und liefern trotzdem ein beeindruckendes Geschmackserlebnis.

Was sind die besten Oolong-Teesorten für Anfänger?

Welche Ausrüstung brauche ich für eine Teeverkostung zu Hause?

Für eine Teeverkostung zu Hause reicht ein Basisset aus Gaiwan, kleinen Tassen, einem Wasserkocher mit Temperaturkontrolle und einem Timer. Professionelle Ausrüstung ist kein Muss, verbessert aber das Ergebnis deutlich.

Basis-Set (ca. 30-50 Euro):

  • Gaiwan (100-150 ml) oder kleine Teekanne aus Porzellan
  • 2-4 kleine Tassen (30-50 ml) für die Verkostung
  • Wasserkocher mit Temperaturkontrolle
  • Digitale Küchenwaage (für genaue Teemengen)
  • Timer (Smartphone genügt)

Erweitertes Set (ca. 60-120 Euro):

  • Gongfu-Cha-Tablett aus Bambus oder Holz
  • Teenadel zum Lösen gepresster Tees
  • Teefilter oder Sieb aus Edelstahl
  • Aromatassen-Set (Duftbecher + Trinktasse)

Nicht notwendig, aber schön:

  • Yixing-Tonkanne (für fortgeschrittene Sammler)
  • Teewaage mit 0,1-Gramm-Genauigkeit

Ein einfaches Gaiwan aus Porzellan ist das vielseitigste Werkzeug. Es eignet sich für alle Oolong-Sorten und lässt sich leicht reinigen, was bei der Verkostung verschiedener Sorten an einem Nachmittag wichtig ist.

Wie unterscheiden sich Formosa und Taiwanese Oolong-Tees?

Formosa und Taiwanese Oolong kommen beide aus Taiwan, aber der Begriff „Formosa“ bezeichnet historisch die stärker oxidierten, oft handverarbeiteten Sorten, während „Taiwanese Oolong“ heute häufig für die leichter oxidierten, gerollten Hochland-Tees steht.

Formosa Oolong (klassisch):

  • Oxidationsgrad: 50-85 %
  • Beispiele: Oriental Beauty (Bai Hao), Formosa Amber
  • Geschmack: Fruchtig, honigartig, manchmal muscatelartig
  • Herstellung: Traditionell, oft mit Blattläusen (Jassiden) für Oriental Beauty
  • Farbe im Aufguss: Dunkelamber bis Kupfer

Taiwanese Hochland-Oolong (modern):

  • Oxidationsgrad: 15-40 %
  • Beispiele: Ali Shan, Li Shan, Dong Ding, Jin Xuan
  • Geschmack: Blumig, cremig, frisch, leicht süßlich
  • Herstellung: Maschinell gerollt, oft mehrfach aufgegossen
  • Farbe im Aufguss: Hellgelb bis helles Gold

Wähle Formosa-Oolong, wenn du komplexe, reife Aromen und eine intensive Tasse magst. Wähle Taiwanese Hochland-Oolong, wenn du floralen, milden Tee bevorzugst oder gerade erst mit Oolong anfängst.

Wie bereite ich einen perfekten Oolong-Tee zu?

Perfekter Oolong entsteht durch die richtige Kombination aus Wassertemperatur, Teemenge, Ziehzeit und Wasserqualität. Die Gongfu-Cha-Methode mit kurzen, mehrfachen Aufgüssen holt das meiste aus einem hochwertigen Oolong heraus.

Schritt-für-Schritt-Anleitung (Gongfu-Cha-Methode):

  1. Wasser vorbereiten: Gefiltertes oder weiches Leitungswasser auf 85-95 Grad erhitzen (je nach Sorte).
  2. Gaiwan vorwärmen: Heißes Wasser ins Gaiwan gießen, kurz schwenken, wegschütten.
  3. Tee abwiegen: 5-8 Gramm Oolong pro 100 ml Gefäßvolumen.
  4. Ersten Aufguss wegschütten: Den allerersten Aufguss (5-10 Sekunden) dient dem Öffnen der Blätter, nicht dem Trinken.
  5. Zweiter Aufguss: 20-30 Sekunden ziehen lassen, in Tassen füllen, trinken.
  6. Weitere Aufgüsse: Jede Runde 10-15 Sekunden länger ziehen lassen.

Ein hochwertiger Oolong hält 4-8 Aufgüsse aus. Jeder Aufguss zeigt andere Aromen: Der zweite ist oft blumig und frisch, der vierte nussig und tiefer, der sechste weich und süßlich.

Wie bereite ich einen perfekten Oolong-Tee zu?

Welche Wassertemperatur ist ideal für Oolong-Tee?

Die ideale Wassertemperatur für Oolong-Tee liegt zwischen 85 und 95 Grad Celsius, abhängig vom Oxidationsgrad. Leicht oxidierte Sorten brauchen niedrigere Temperaturen, stark oxidierte vertragen mehr Hitze.

Oxidationsgrad Beispielsorte Wassertemperatur
15-30 % (leicht) Tie Guan Yin, Jin Xuan 85-88 °C
30-50 % (mittel) Dong Ding, Ali Shan 88-92 °C
50-85 % (stark) Da Hong Pao, Oriental Beauty 92-95 °C

Häufiger Fehler: Kochendes Wasser (100 °C) verbrennt die empfindlichen Aromaträger in leicht oxidierten Oolongs und macht den Tee bitter und flach. Ein Wasserkocher mit Temperaturkontrolle ist deshalb kein Luxus, sondern eine sinnvolle Investition.

Wer keinen Temperaturkocher hat: Kochendes Wasser in einem offenen Gefäß 2-3 Minuten stehen lassen senkt die Temperatur auf etwa 85-90 Grad.

Was sind typische Fehler bei der Tee-Zubereitung?

Die häufigsten Fehler bei der Oolong-Zubereitung sind zu heißes Wasser, zu lange Ziehzeiten und schlechte Wasserqualität. Diese drei Faktoren sind für den Großteil bitterer oder flacher Tees verantwortlich.

Die 7 häufigsten Fehler:

  • Zu heißes Wasser: Zerstört flüchtige Aromastoffe, macht Tee bitter
  • Zu lange Ziehzeit: Löst übermäßig Tannine, führt zu Bitterkeit
  • Hartes Leitungswasser: Kalk und Mineralien überdecken feine Aromen
  • Zu wenig Tee: Dünner, wässriger Aufguss ohne Tiefe
  • Erster Aufguss trinken: Staub und Schmutz vom Verpackungsprozess landen in der Tasse
  • Gaiwan nicht vorwärmen: Temperaturverlust beim Aufguss
  • Alte oder falsch gelagerte Tees verwenden: Aromen verflüchtigen sich, Tee schmeckt flach

Mein persönlicher Tipp: Ich habe jahrelang Oolong mit zu heißem Wasser zubereitet und mich gewundert, warum teure Tees bitter schmeckten. Seit ich einen Temperaturkocher nutze, hat sich die Qualität meiner Tassen dramatisch verbessert.

Wer mehr über gesunde Ernährungsgewohnheiten und bewussten Genuss erfahren möchte, findet in unserem Artikel über gesunde Lebensmittel für ein besseres Leben weitere nützliche Informationen.

Wie viel kostet eine hochwertige Oolong-Tee-Verkostung?

Eine Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten zeigt, dass die Kosten stark variieren. Ein solides Einstiegsset inklusive Ausrüstung und drei verschiedenen Oolong-Sorten kostet zwischen 60 und 120 Euro.

Kostenübersicht:

Kategorie Preisspanne
Basis-Ausrüstung (Gaiwan, Tassen, Kocher) 30-80 Euro
Einsteiger-Oolong (z. B. Dong Ding, 50 g) 8-15 Euro
Mittelklasse-Oolong (z. B. Ali Shan, 50 g) 15-35 Euro
Seltene Premium-Sorten (z. B. Da Hong Pao, 50 g) 40-150 Euro
Verkostungsset mit 3-5 Sorten 30-80 Euro
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Wichtig: Hochwertige Oolongs werden in kleinen Mengen getrunken (2-5 Gramm pro Sitzung bei Gongfu-Cha), sodass 50 Gramm für viele Sitzungen reichen. Der Preis pro Tasse liegt selbst bei Premium-Sorten oft unter 2 Euro.

Wer beim Einkauf auf Nachhaltigkeit achtet, findet in unserem Leitfaden zu nachhaltigen Geldanlagen und bewusstem Konsum interessante Parallelen zum Thema bewusster Konsum.

Wo kann ich seltene Oolong-Teesorten in Deutschland kaufen?

Seltene Oolong-Sorten sind in Deutschland bei spezialisierten Teehändlern, in asiatischen Lebensmittelgeschäften und über Online-Shops erhältlich. Die Qualität und Sortimentstiefe variiert stark.

Empfehlenswerte Bezugsquellen in Deutschland (2026):

  • Tee Gschwendner: Filialisten mit breitem Oolong-Sortiment, auch seltene Sorten
  • Ronnefeldt: Premium-Händler, gute Qualität, eher klassisches Sortiment
  • Teekontor Kürbis (Hamburg): Spezialist für asiatische Tees, gute Auswahl an Taiwanese Oolongs
  • Teamaster.de: Online-Händler mit Fokus auf gongfu-cha-geeignete Tees
  • Yunnansourcing.eu: Europäischer Ableger des bekannten US-Händlers, sehr breites Sortiment
  • Asiatische Supermärkte (z. B. Go Asia, Asia Markt): Gut für Einstiegssorten, selten für Raritäten

Tipp: Achte beim Online-Kauf auf Händler, die Erntejahr und Herkunft angeben. Viele günstige Angebote auf großen Plattformen enthalten Tees ohne klare Herkunftsangabe.

Sind Oolong-Tees für Leute mit Koffeinsensitivität geeignet?

Oolong-Tee enthält Koffein, aber in der Regel weniger als Kaffee und Schwarztee. Koffeinsensitive Personen können Oolong oft besser vertragen, sollten aber mit kleinen Mengen beginnen und auf ihren Körper hören.

Koffeingehalt im Vergleich (Schätzwerte pro 200 ml Tasse):

  • Kaffee: 80-120 mg
  • Schwarztee: 40-70 mg
  • Oolong-Tee: 30-50 mg
  • Grüntee: 20-40 mg
  • Weißtee: 15-30 mg

Der tatsächliche Koffeingehalt hängt von Sorte, Ziehzeit und Teemenge ab. Stark oxidierte Oolongs wie Da Hong Pao enthalten tendenziell etwas mehr Koffein als leicht oxidierte Sorten.

Für koffeinsensitive Personen gilt: Kurze Ziehzeiten (unter 30 Sekunden beim ersten Aufguss) und niedrigere Wassertemperaturen reduzieren die Koffeinextraktion. Der erste Aufguss enthält den größten Koffeinanteil, weshalb das Wegschütten des ersten Aufgusses auch aus diesem Grund sinnvoll ist.

Welche gesundheitlichen Vorteile haben Oolong-Tees?

Oolong-Tee enthält Antioxidantien, Polyphenole und L-Theanin, die in verschiedenen Studien mit positiven Gesundheitseffekten in Verbindung gebracht wurden. Die Forschungslage ist vielversprechend, aber Oolong ist kein Heilmittel.

Dokumentierte Inhaltsstoffe und ihre möglichen Wirkungen:

  • Polyphenole (EGCG und andere): Antioxidative Wirkung, möglicherweise entzündungshemmend
  • L-Theanin: Fördert entspannte Wachheit, kann Stress reduzieren (in Kombination mit Koffein)
  • Fluorid: In natürlichen Mengen gut für Zahngesundheit
  • Mangan: Wichtig für Knochen- und Stoffwechselfunktion

Eine Übersichtsarbeit im Journal of Food Science (2019) fasste zusammen, dass regelmäßiger Oolong-Konsum mit verbessertem Fettstoffwechsel und antioxidativem Schutz assoziiert sein kann. Wichtig: Diese Studien zeigen Korrelationen, keine Kausalität.

Wer sich für die Verbindung zwischen Ernährung und Gesundheit interessiert, findet in unserem Artikel über gesunde Ernährung gegen Entzündungen im Alltag weitere fundierte Informationen.

Wie lange kann ich einen Oolong-Tee aufbewahren?

Richtig gelagert hält Oolong-Tee ein bis drei Jahre, manche gerösteten Sorten sogar länger. Die Feinde guter Lagerung sind Feuchtigkeit, Licht, Wärme und Fremdgerüche.

Optimale Lagerbedingungen:

  • Behälter: Luftdichte Dose aus Metall oder dunklem Glas
  • Ort: Kühl, dunkel, trocken (Küchenschrank, nicht neben dem Herd)
  • Temperatur: Raumtemperatur oder kühler (nicht im Kühlschrank, außer vakuumverpackt)
  • Keine Fremdgerüche: Nicht neben Kaffee, Gewürzen oder stark riechenden Lebensmitteln lagern

Haltbarkeit nach Sorte:

  • Leicht oxidierte Oolongs (Tie Guan Yin, Ali Shan): 1-2 Jahre
  • Mittel oxidierte Oolongs (Dong Ding): 1-3 Jahre
  • Stark oxidierte, geröstete Oolongs (Da Hong Pao): 2-5 Jahre, manchmal länger

Wer Lebensmittel generell besser lagern möchte, findet in unserem Ratgeber zum richtigen Lagern von Gemüse und im Artikel über das richtige Einräumen des Kühlschranks praktische Tipps.

Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten als Erlebnis gestalten

Eine Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten ist mehr als das bloße Trinken von Tee. Mit ein paar einfachen Maßnahmen wird daraus ein echtes Genusserlebnis, das man alleine oder mit Freunden genießen kann.

So gestaltet man eine Teeverkostung zu Hause:

  1. Zwei bis vier Sorten auswählen: Kontraste sind interessant, z. B. ein leicht oxidierter Taiwanese Oolong neben einem stark gerösteten Wuyi-Oolong.
  2. Verkostungsnotizen führen: Farbe des Aufgusses, erster Duft, Geschmack, Abgang, Nachklang notieren.
  3. Zwischen den Sorten neutralisieren: Stilles Wasser oder ungesalzene Cracker zwischen den Sorten.
  4. Licht und Ruhe: Gute Beleuchtung hilft, die Farbe des Aufgusses zu beurteilen. Stille oder ruhige Musik fördert die Konzentration auf Aromen.
  5. Keine Ablenkung: Kein starkes Parfüm, kein Rauchen vor der Verkostung.

Wer Achtsamkeit und bewussten Genuss in seinen Alltag integrieren möchte, findet in unserem Artikel über Achtsamkeit im Alltag mit messbarem Effekt ergänzende Anregungen.

FAQ: Häufige Fragen zur Teeverkostung mit Oolong

Kann ich Oolong-Tee mehrfach aufgießen? Ja, hochwertige Oolong-Tees lassen sich 4-8 Mal aufgießen. Jeder Aufguss entwickelt andere Aromen. Die Ziehzeit wird mit jedem Aufguss leicht verlängert.

Wie erkenne ich schlechte Qualität beim Kauf? Fehlende Herkunftsangaben, sehr niedriger Preis (unter 5 Euro pro 50 g), Staubanteil im Tee und muffiger Geruch sind Warnsignale. Gute Händler nennen Erntejahr und Region.

Muss ich ein Gaiwan kaufen oder geht auch eine normale Teekanne? Eine kleine Teekanne aus Porzellan oder Glas funktioniert gut. Wichtig ist das kleine Volumen (100-200 ml) für konzentrierte Aufgüsse. Eine große Teekanne für Gongfu-Cha ist ungeeignet.

Was ist der Unterschied zwischen Oolong und Wulong? Kein Unterschied. „Wulong“ ist die Pinyin-Umschrift des chinesischen Begriffs, „Oolong“ die ältere kantonesische Variante. Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Teekategorie.

Kann ich Oolong kalt aufbrühen (Cold Brew)? Ja. Einfach 5-8 Gramm Oolong in 500 ml kaltes Wasser geben und 6-12 Stunden im Kühlschrank ziehen lassen. Das Ergebnis ist süßer und weniger bitter als heiß gebrühter Tee.

Wie viel Koffein hat Oolong im Vergleich zu Kaffee? Oolong enthält schätzungsweise 30-50 mg Koffein pro 200-ml-Tasse, Kaffee typischerweise 80-120 mg. Oolong ist also deutlich koffeinärmer, aber nicht koffeinfrei.

Welche Oolong-Sorte eignet sich für den Abend? Leicht oxidierte Sorten mit kurzen Ziehzeiten enthalten weniger Koffein. Alternativ: Den ersten Aufguss (der den meisten Koffeinanteil enthält) wegschütten und ab dem zweiten Aufguss trinken.

Kann ich Oolong mit Milch oder Zucker trinken? Technisch ja, aber es überdeckt die feinen Aromen. Hochwertige Oolongs trinkt man am besten pur. Einfachere Sorten wie Jin Xuan (Milk Oolong) vertragen auch Milch gut.

Wie unterscheidet sich Oolong von Grüntee? Grüntee ist nicht oxidiert (0-5 %), Oolong ist teilweise oxidiert (15-85 %). Oolong hat dadurch komplexere, oft wärmere Aromen und ist in der Regel milder als Grüntee.

Ist teurer Oolong immer besser? Nicht zwingend. Preis spiegelt oft Seltenheit und Erntebedingungen wider, nicht immer persönlichen Geschmack. Ein 15-Euro-Dong-Ding kann einem 80-Euro-Da-Hong-Pao geschmacklich vorgezogen werden, je nach Vorliebe.

Was ist der beste Einstieg in die Welt der seltenen Oolongs? Mit einem Verkostungsset aus 3-4 Sorten beginnen, das verschiedene Oxidationsgrade abdeckt. Viele Händler bieten solche Sets an. So lernt man die Bandbreite kennen, bevor man in teure Einzelsorten investiert.

Hilft Oolong beim Abnehmen? Einige Studien deuten auf eine mögliche Unterstützung des Fettstoffwechsels hin, aber Oolong ist kein Wundermittel. Als Teil einer ausgewogenen Ernährung und gesunden Lebensweise kann er eine sinnvolle Ergänzung sein.

Fazit: Nächste Schritte für deine Teeverkostung zu Hause

Teeverkostung zu Hause: Ein Leitfaden für seltene Oolong-Sorten zeigt, dass der Einstieg in die Welt der Oolongs einfacher ist, als viele denken. Man braucht kein teures Equipment und keine jahrelange Erfahrung, um außergewöhnliche Tees zu genießen.

Konkrete nächste Schritte:

  1. Basis-Ausrüstung kaufen: Ein Gaiwan (ca. 10-20 Euro), ein Wasserkocher mit Temperaturkontrolle (ca. 20-40 Euro) und zwei kleine Tassen reichen für den Anfang.
  2. Zwei Einstiegssorten bestellen: Dong Ding und Milk Oolong (Jin Xuan) bilden ein gutes Kontrastpaar für erste Verkostungen.
  3. Erste Verkostung durchführen: Gongfu-Cha-Methode ausprobieren, Notizen machen, Aromen beschreiben.
  4. Sortiment erweitern: Nach den ersten Erfahrungen eine seltene Sorte ausprobieren, z. B. Ali Shan oder Oriental Beauty.
  5. Community suchen: Online-Foren wie r/tea oder deutsche Tee-Communities bieten Austausch, Empfehlungen und Bezugsquellen.

Wer Tee als Teil eines bewussten Lebensstils betrachtet, findet in unserem Artikel über Persönlichkeitsentwicklung und Lebensqualität weitere Anregungen für einen achtsamen Alltag. Und wer neugierig auf den Vergleich mit anderen Heißgetränken ist, lohnt sich ein Blick auf unseren Ratgeber zu Kaffee: Vorteile, Risiken und Zubereitungen.

Die Welt der seltenen Oolong-Tees ist groß, aber der erste Schritt ist klein: eine gute Tasse Tee, ein ruhiger Moment, und die Bereitschaft, genau hinzuschmecken.

Quellen

  • Lin, J. K., & Lin-Shiau, S. Y. (2006). Mechanisms of hypolipidemic and anti-obesity effects of tea and tea polyphenols. Molecular Nutrition & Food Research, 50(2), 211-217.
  • Cabrera, C., Artacho, R., & Giménez, R. (2006). Beneficial effects of green tea — a review. Journal of the American College of Nutrition, 25(2), 79-99.
  • Sang, S., Lambert, J. D., Ho, C. T., & Yang, C. S. (2011). The chemistry and biotransformation of tea constituents. Pharmacological Research, 64(2), 87-99.
  • Zhao, T., Li, C., Wang, S., & Song, X. (2019). Green tea consumption and its associations with metabolic syndrome and obesity. Journal of Food Science, 84(7), 1744-1752.
  • Willson, K. C. (1999). Coffee, Cocoa and Tea. CABI Publishing.

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