Ein Zero-Waste-Badezimmer bedeutet, Einwegverpackungen und synthetische Inhaltsstoffe schrittweise durch wiederverwendbare, natürliche Alternativen zu ersetzen. Für Menschen mit empfindlicher Haut ist eine langsame, gezielte Umstellung entscheidend, weil neue Inhaltsstoffe Reaktionen auslösen können. Wer die richtigen Produkte wählt und typische Fehler vermeidet, schont gleichzeitig Haut und Umwelt.
Key Takeaways
- Empfindliche Haut reagiert auf Duftstoffe, ätherische Öle und bestimmte Konservierungsstoffe in Zero-Waste-Produkten besonders stark.
- Eine schrittweise Umstellung, Produkt für Produkt, reduziert das Risiko von Hautreaktionen erheblich.
- Feste Shampoos, unparfümierte Seifen und Glasverpackungen sind gute Einstiegsprodukte für Allergiker.
- Die Umstellung dauert realistisch drei bis zwölf Monate, je nach Produktanzahl und Hautverträglichkeit.
- Zero-Waste-Produkte sind nicht automatisch hautfreundlicher als konventionelle, weil „natürlich“ nicht gleich „verträglich“ bedeutet.
- Inhaltsstoffe wie Lavendelöl, Zimtextrakt und Bienenwachs können bei sensibler Haut Probleme verursachen.
- Günstige Einstiegsprodukte (Natron, Kokosöl, feste Seife) kosten weniger als konventionelle Alternativen; spezialisierte Marken sind teurer.
- Zertifizierte Naturkosmetik (NATRUE, COSMOS) bietet mehr Sicherheit als rein optisch „grüne“ Produkte.
- Lokale Unverpackt-Läden, Apotheken und spezialisierte Online-Shops sind die zuverlässigsten Bezugsquellen.
- Wer unter aktiven Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Rosacea leidet, sollte vor der Umstellung einen Dermatologen konsultieren.
Was bedeutet Zero Waste im Badezimmer für Menschen mit sensibler Haut?
Zero Waste im Badezimmer bedeutet, Abfall durch Mehrwegverpackungen, feste Produkte und selbst hergestellte Pflegemittel auf ein Minimum zu reduzieren. Für Menschen mit sensibler Haut kommt eine zusätzliche Anforderung hinzu: Jedes neue Produkt muss nicht nur verpackungsfrei, sondern auch hautverträglich sein.
Sensible Haut reagiert schneller auf Veränderungen in der Pflegeroutine. Die Hautbarriere ist bei vielen Betroffenen leicht gestört, was bedeutet, dass neue Inhaltsstoffe, veränderte pH-Werte oder ungewohnte Texturen Rötungen, Juckreiz oder Trockenheit auslösen können. Das macht die Umstellung auf ein Zero-Waste-Badezimmer anspruchsvoller, aber keineswegs unmöglich.
Was „Zero Waste“ im Badezimmer konkret heißt:
- Feste Produkte (Shampoo-Bars, Seifen, Conditioner-Bars) statt Plastikflaschen
- Wiederverwendbare Behälter aus Glas oder Edelstahl
- Selbst hergestellte Pflegemittel aus wenigen, bekannten Zutaten
- Kompostierbare oder plastikfreie Verpackungen
- Verzicht auf Einweg-Wattepads, Rasierer und Wattestäbchen
Für empfindliche Haut gilt dabei ein Grundprinzip: Weniger Inhaltsstoffe bedeuten weniger potenzielle Auslöser. Das ist ein echter Vorteil vieler Zero-Waste-Produkte gegenüber konventionellen Kosmetika mit langen Inhaltsstofflistungen.

Welche plastikfreien Produkte sind am besten für empfindliche Hauttypen?
Die besten Einstiegsprodukte für empfindliche Haut sind unparfümierte feste Seifen, Shampoo-Bars ohne Duftstoffe und Feuchtigkeitspflege in Glasverpackungen. Diese Produkte sind weit verbreitet, erschwinglich und haben kurze Inhaltsstofflisten.
Empfohlene Produktkategorien im Überblick
| Produktkategorie | Zero-Waste-Alternative | Eignung für empfindliche Haut |
|---|---|---|
| Duschgel | Unparfümierte feste Seife | Gut, wenn pH-neutral |
| Shampoo | Shampoo-Bar ohne Duftstoffe | Gut nach Eingewöhnungsphase |
| Gesichtspflege | Sheabutter in Glasdose | Gut bei trockener Haut |
| Haarpflege | Conditioner-Bar mit Aloe Vera | Gut, auf Duftstoffe achten |
| Abschminken | Waschbare Baumwollpads | Sehr gut, hautschonend |
| Rasieren | Sicherheitsrasierer aus Metall | Gut, keine Einwegklingen |
| Zähne | Zahnputztabletten ohne Fluorid-Zusatz | Individuell prüfen |
Worauf beim Kauf zu achten ist:
- Kurze Inhaltsstoffliste (unter zehn Zutaten ist ein gutes Zeichen)
- Keine synthetischen Duftstoffe (INCI: „Parfum“ oder „Fragrance“)
- Zertifizierung durch NATRUE oder COSMOS Organic
- pH-Wert von Seifen beachten: Klassische Seifen haben einen pH von 9 bis 10, was für manche empfindliche Hauttypen zu alkalisch ist
Ein persönliches Beispiel: Ich habe mit einer einzigen Umstellung begonnen, nämlich mit wiederverwendbaren Baumwollpads zum Abschminken. Keine Inhaltsstoffveränderung, kein Risiko. Dieser erste Schritt hat mir gezeigt, dass Zero Waste im Badezimmer nicht bedeutet, alles auf einmal zu ändern.
Wie teuer ist eine Umstellung auf ein Zero-Waste-Badezimmer? Kostenvergleich
Die Umstellung auf ein Zero-Waste-Badezimmer kostet anfangs mehr, weil Mehrwegartikel wie Edelstahlrasierer oder Glasflaschen eine höhere Anfangsinvestition erfordern. Langfristig sind viele Zero-Waste-Produkte günstiger, weil sie länger halten oder in größeren Mengen nachgekauft werden können.
Ungefähre Kostenvergleiche (Schätzwerte, 2026):
- Einweg-Plastikrasierer (Jahresbedarf): ca. 15 bis 25 Euro vs. Sicherheitsrasierer (einmalig): 20 bis 50 Euro plus Klingen ca. 5 Euro pro Jahr
- Shampoo-Flasche (250 ml): ca. 3 bis 8 Euro vs. Shampoo-Bar (entspricht ca. 2 bis 3 Flaschen): 6 bis 12 Euro
- Wattepads Einweg (Jahresbedarf): ca. 10 bis 20 Euro vs. wiederverwendbare Pads (Set): 10 bis 20 Euro einmalig
Wann wird es teurer? Spezialisierte Zero-Waste-Kosmetik für empfindliche Haut, zum Beispiel von Marken mit NATRUE-Zertifizierung und ohne jegliche Duftstoffe, kann deutlich teurer sein als Drogeriemarkenprodukte. Wer ein begrenztes Budget hat, sollte mit den günstigsten Umstellungen beginnen: Baumwollpads, feste Seife, Glasflaschen zum Nachfüllen.
Wer sich für einen nachhaltigen Lebensstil interessiert, findet in unserem Artikel über gesunde Ernährung im Alltag weitere Ansätze, wie kleine Veränderungen langfristig Wirkung zeigen.
Welche Fehler mache ich beim Zero-Waste-Umstieg bei sensibler Haut?
Der häufigste Fehler ist, zu viele Produkte gleichzeitig zu wechseln. Wenn die Haut reagiert, lässt sich dann nicht mehr nachvollziehen, welches Produkt die Ursache war.
Die fünf häufigsten Fehler:
- Alles auf einmal umstellen: Wenn Shampoo, Seife, Gesichtspflege und Deodorant gleichzeitig gewechselt werden, ist eine Reaktion nicht mehr zuzuordnen.
- „Natürlich“ mit „verträglich“ gleichsetzen: Ätherische Öle, Lavendelextrakte und Bienenwachs sind natürlich, aber häufige Auslöser bei sensibler Haut.
- Patch-Test überspringen: Jedes neue Produkt sollte zuerst an einer kleinen Hautstelle (z.B. Innenseite des Handgelenks) für 24 bis 48 Stunden getestet werden.
- pH-Wert ignorieren: Feste Seifen mit hohem pH-Wert können die Hautbarriere stören, besonders im Gesicht.
- Selbst gemachte Rezepte ohne Kenntnis der Inhaltsstoffe: Kokosöl ist für viele Hauttypen komedogen; ätherische Öle sind ohne Verdünnung hautschädigend.
Entscheidungsregel: Wechsle maximal ein Produkt pro zwei bis vier Wochen. Notiere Reaktionen. Erst wenn die Haut sich an das neue Produkt gewöhnt hat, folgt der nächste Schritt.
Alternative Zero-Waste-Pflegeprodukte für Allergiker
Für Allergiker und Menschen mit Kontaktdermatitis gibt es spezialisierte Zero-Waste-Produkte, die auf häufige Auslöser verzichten. Die wichtigsten Alternativen sind duftstofffreie feste Seifen, Pflegeprodukte auf Haferbasis und mineralische Sonnenschutzmittel in Glasverpackungen.
Geeignete Alternativen nach Produktbereich:
- Reinigung: Feste Seifen mit Hafermehl oder Calendula, ohne Duftstoffe und ohne ätherische Öle
- Feuchtigkeitspflege: Reines Sheabutter (unraffiniert, in Glasdose) oder Jojobaöl in Glasflasche
- Haarpflege: Shampoo-Bars auf Basis von Kokos-Tensiden (SCI, SLSA) ohne Parfum
- Deodorant: Mineralstein-Deodorant oder Natron-freie Varianten (da Natron bei empfindlicher Haut Reizungen verursachen kann)
- Sonnenschutz: Mineralischer Sonnenschutz mit Zinkoxid in Glasverpackung oder Papiertuben
Wer Heilpflanzen in der Pflege einsetzen möchte, sollte sich vorab informieren, welche Pflanzenextrakte bei sensibler Haut geeignet sind. Unser Artikel über Heilpflanzen sicher nutzen im Alltag gibt dazu einen guten Überblick.
Zusätzlich lohnt sich ein Blick auf entzündungshemmende Ernährung, da Hautprobleme oft auch von innen beeinflusst werden. Mehr dazu im Artikel über gesunde Ernährung gegen Entzündungen im Alltag.
Für wen eignet sich ein Zero-Waste-Badezimmer wirklich?
Ein Zero-Waste-Badezimmer eignet sich für die meisten Menschen, die bereit sind, ihre Routine schrittweise anzupassen. Für empfindliche Haut ist es besonders geeignet, wenn die Umstellung langsam und mit Produkten mit kurzer Inhaltsstoffliste erfolgt.
Gut geeignet für:
- Menschen mit leicht empfindlicher oder zu Trockenheit neigender Haut
- Personen mit Umweltallergien, die synthetische Duftstoffe meiden wollen
- Alle, die ihre Pflegeprodukte vereinfachen und Inhaltsstoffe besser verstehen möchten
- Haushalte mit Kindern, die auf sanfte Produkte angewiesen sind
Weniger geeignet oder mit Vorsicht anzugehen für:
- Menschen mit aktiver Neurodermitis, Psoriasis oder Rosacea (ärztliche Rücksprache empfohlen)
- Personen mit bekannten Kontaktallergien auf Naturinhaltsstoffe wie Lanolin oder Bienenwachs
- Wer unter ärztlicher Behandlung mit speziellen Pflegeprodukten steht
Wann sollte man besser nicht auf Zero Waste umsteigen?
Eine Umstellung auf Zero-Waste-Pflegeprodukte sollte aufgeschoben werden, wenn die Haut sich gerade in einem akuten Schub befindet, zum Beispiel bei einem Neurodermitis-Schub oder einer aktiven allergischen Reaktion. In solchen Phasen ist Stabilität wichtiger als Veränderung.
Konkrete Situationen, in denen eine Pause sinnvoll ist:
- Akuter Hautausschlag oder ungeklärte Rötungen
- Laufende dermatologische Behandlung mit verschriebenen Produkten
- Schwangerschaft (einige ätherische Öle in Zero-Waste-Produkten sind nicht empfohlen)
- Kürzlich diagnostizierte Kontaktallergie, bei der die Auslöser noch nicht vollständig bekannt sind
In diesen Fällen gilt: Erst die Haut stabilisieren, dann umstellen. Eine Umstellung unter Stress oder in einer Ausnahmesituation erhöht das Risiko, Reaktionen falsch zuzuordnen.

Was kann bei sensibler Haut beim Zero-Waste-Umstieg schiefgehen?
Die häufigsten Probleme beim Umstieg sind eine gestörte Hautbarriere durch pH-Wert-Veränderungen, Reizreaktionen auf natürliche Duftstoffe und eine sogenannte „Umstellungsphase“ bei Shampoo-Bars, in der die Kopfhaut vorübergehend mehr Fett produziert.
Typische Probleme und ihre Ursachen:
- Trockene, gespannte Haut nach fester Seife: Klassische Kaltgerührte Seifen haben einen pH von 9 bis 10. Die Haut (pH 4,5 bis 5,5) muss sich anpassen. Abhilfe: pH-neutrale Syndets (synthetische Detergentien in fester Form) wählen.
- Juckreiz nach Shampoo-Bar: Kann auf Duftstoffe, Kokosöl-Derivate oder den Kalkgehalt des Leitungswassers zurückzuführen sein. Abhilfe: Haare mit verdünntem Apfelessig nachspülen oder enthärtetes Wasser verwenden.
- Ausschlag nach „natürlichem“ Deodorant: Natron ist ein häufiger Auslöser. Abhilfe: Natron-freie Varianten mit Magnesiumhydroxid oder Mineralstein.
- Verstopfte Poren nach Öl-Reinigung: Nicht jedes Öl eignet sich für jeden Hauttyp. Kokosöl ist komedogen; Jojobaöl oder Hanföl sind besser verträglich.
Wer beim Aufräumen des Badezimmers gleichzeitig Ordnung schaffen möchte, findet in unserem Artikel über die 3-Kisten-Methode zum effektiven Ausmisten praktische Hilfe.
Welche Inhaltsstoffe sollte ich bei Zero-Waste-Produkten meiden?
Bei empfindlicher Haut sollten vor allem synthetische und natürliche Duftstoffe, bestimmte ätherische Öle und stark alkalische Inhaltsstoffe gemieden werden. „Natürlich“ bedeutet nicht automatisch „verträglich“.
Inhaltsstoffe mit erhöhtem Reizpotenzial bei sensibler Haut:
| Inhaltsstoff | Warum problematisch | Alternative |
|---|---|---|
| Parfum / Fragrance | Häufigster Auslöser von Kontaktallergien | Duftstofffreie Produkte |
| Lavendelöl (Lavandula angustifolia) | Trotz gutem Ruf: häufiger Kontaktallergen | Weglassen |
| Zimtextrakt / Cinnamal | Stark sensibilisierend | Meiden |
| Natron (Natriumbicarbonat) | pH-Wert zu hoch für Haut | Magnesiumhydroxid |
| Bienenwachs (Cera alba) | Kann bei Lanolin-Allergie reagieren | Pflanzenwachs (Candelilla) |
| Kokosöl (Cocos nucifera) | Komedogen für viele Hauttypen | Jojobaöl, Hanföl |
| Teebaumöl (Melaleuca alternifolia) | Potenter Sensibilisator bei häufiger Anwendung | Weglassen oder stark verdünnen |
Praktische Regel: Wenn ein Produkt nach „Spa“ oder „Aromatherapie“ riecht, enthält es mit hoher Wahrscheinlichkeit Duftstoffe, die für empfindliche Haut problematisch sein können. Unparfümierte Produkte sind die sicherere Wahl.
Wie lange dauert der Umstellungsprozess für Zero Waste im Bad?
Eine realistische Umstellung auf ein vollständiges Zero-Waste-Badezimmer dauert bei empfindlicher Haut zwischen sechs und zwölf Monaten. Wer schneller vorgeht, riskiert, Reaktionen nicht mehr einzelnen Produkten zuordnen zu können.
Empfohlener Zeitplan:
- Monat 1 bis 2: Einwegprodukte ohne Inhaltsstoffkontakt ersetzen (Wattepads, Rasierer, Zahnbürste)
- Monat 3 bis 4: Körperpflege umstellen (Duschseife, Körperlotion)
- Monat 5 bis 6: Haarpflege umstellen (Shampoo, Conditioner)
- Monat 7 bis 9: Gesichtspflege und Deodorant umstellen
- Monat 10 bis 12: Feinabstimmung, Selbstgemachtes ausprobieren, Restbestände aufbrauchen
Wichtig: Bestehende Produkte nicht wegwerfen, sondern aufbrauchen. Das ist nachhaltiger und gibt der Haut Zeit, sich anzupassen.
Sind Zero-Waste-Produkte wirklich hautfreundlicher als herkömmliche?
Zero-Waste-Produkte sind nicht automatisch hautfreundlicher als konventionelle Kosmetika. Sie haben oft kürzere Inhaltsstofflisten, was ein Vorteil sein kann, enthalten aber häufig konzentriertere natürliche Wirkstoffe, die bei sensibler Haut Reaktionen auslösen können.
Was Zero-Waste-Produkte oft besser machen:
- Keine synthetischen Konservierungsstoffe wie Parabene oder MIT (Methylisothiazolinon)
- Keine synthetischen Farbstoffe
- Kürzere Inhaltsstofflisten, leichter zu überblicken
- Häufig biologisch abbaubar
Was nicht automatisch besser ist:
- Natürliche Konservierungsstoffe (z.B. Benzylalkohol) können ebenfalls Allergien auslösen
- Hohe Konzentration an ätherischen Ölen kann hautreizend sein
- Fehlende klinische Testung bei kleinen Herstellern
Für empfindliche Haut gilt: Ein gut formuliertes konventionelles Produkt mit wenigen Inhaltsstoffen kann verträglicher sein als ein schlecht formuliertes „natürliches“ Produkt. Die Verpackung sagt nichts über die Hautverträglichkeit aus.
Wer sich allgemein für einen gesünderen Alltag interessiert, findet in unserem Artikel über Achtsamkeit im Alltag mit messbarem Effekt ergänzende Ansätze für mehr Wohlbefinden.
Wo kaufe ich Zero-Waste-Produkte für empfindliche Haut?
Die zuverlässigsten Bezugsquellen für Zero-Waste-Produkte für empfindliche Haut sind Unverpackt-Läden, Apotheken mit Naturkosmetik-Sortiment und spezialisierte Online-Shops mit Filtermöglichkeit für duftstofffreie Produkte.
Bezugsquellen im Überblick:
- Unverpackt-Läden: Ermöglichen das Nachfüllen in eigene Behälter; Produktauswahl variiert stark nach Standort
- Apotheken: Bieten oft geprüfte Naturkosmetik und können bei Unverträglichkeiten beraten
- Spezialisierte Online-Shops (z.B. Purenature, Anarres, Lamazuna): Filtern nach „parfümfrei“ oder „für empfindliche Haut“ möglich
- Drogerien: DM und Rossmann haben 2026 ihr Zero-Waste-Sortiment ausgebaut; Qualität variiert
- Direktkauf bei kleinen Herstellern: Oft transparentere Inhaltsstofflisten, aber keine klinische Testung
Worauf beim Online-Kauf achten:
- Vollständige INCI-Liste auf der Produktseite
- Kundenbewertungen von Menschen mit ähnlichem Hauttyp lesen
- Rückgabemöglichkeit bei Unverträglichkeit prüfen
- Zertifizierungen (NATRUE, COSMOS, Ecocert) als Qualitätsindikator
Wer im Haushalt generell auf natürliche Mittel umsteigen möchte, findet in unserem Artikel über Hausmittel statt Chemiekeule mit Essig und Natron weitere Ideen, die auch im Badezimmer anwendbar sind.
FAQ: Zero-Waste-Badezimmer und empfindliche Haut
Kann ich feste Seife im Gesicht verwenden, wenn ich empfindliche Haut habe? Klassische feste Seifen haben einen pH-Wert von 9 bis 10 und können die Hautbarriere im Gesicht stören. Für das Gesicht sind pH-neutrale Syndets in fester Form besser geeignet. Alternativ: Reinigungsöl in Glasflasche.
Was ist der Unterschied zwischen NATRUE und COSMOS-Zertifizierung? Beide sind anerkannte Naturkosmetik-Siegel. NATRUE ist strenger bei der Verwendung synthetischer Inhaltsstoffe; COSMOS lässt bestimmte synthetische Konservierungsstoffe zu. Für empfindliche Haut ist NATRUE oft die sicherere Wahl.
Kann ich meine Pflegeprodukte selbst herstellen? Ja, aber mit Vorsicht. Selbstgemachte Produkte ohne Konservierungsstoffe können schnell verderben und Bakterien enthalten. Für empfindliche Haut empfehle ich, mit einfachen Einzel-Zutaten zu beginnen, zum Beispiel reinem Jojobaöl, bevor komplexere Rezepte ausprobiert werden.
Wie teste ich ein neues Zero-Waste-Produkt bei empfindlicher Haut? Trage das Produkt für 24 bis 48 Stunden auf die Innenseite des Handgelenks auf. Wenn keine Reaktion auftritt, teste es an einer größeren Körperstelle. Erst dann in die reguläre Routine integrieren.
Sind Shampoo-Bars für alle Haartypen geeignet? Nicht für alle. Bei sehr feinem oder coloriertem Haar können Shampoo-Bars die Haarstruktur belasten. Für empfindliche Kopfhaut gilt: Bars ohne Duftstoffe und mit milden Tensiden (SCI statt SLS) wählen.
Was mache ich, wenn meine Haut nach der Umstellung schlechter wird? Sofort zum letzten gut verträglichen Produkt zurückwechseln. Dann ein Produkt nach dem anderen wieder einführen, mit Abständen von zwei bis vier Wochen. Bei anhaltenden Problemen einen Dermatologen aufsuchen.
Gibt es Zero-Waste-Sonnenschutz für empfindliche Haut? Ja. Mineralischer Sonnenschutz mit Zinkoxid in Glasverpackungen oder Papiertuben ist für empfindliche Haut gut geeignet. Chemische Filter wie Oxybenzon können Reaktionen auslösen und sollten gemieden werden.
Wie lange hält ein Shampoo-Bar? Ein durchschnittlicher Shampoo-Bar (ca. 60 bis 80 g) hält bei täglicher Anwendung etwa 60 bis 80 Wäschen, was in etwa zwei bis drei Plastikflaschen entspricht. Wichtig: Zwischen den Anwendungen gut trocknen lassen, damit er nicht zu schnell weich wird.
Ist Zero-Waste-Pflege auch für Kinder mit empfindlicher Haut geeignet? Grundsätzlich ja, aber mit noch mehr Vorsicht bei Inhaltsstoffen. Für Kinder unter drei Jahren sollten keine ätherischen Öle verwendet werden. Unparfümierte feste Kinderseifen mit kurzer Inhaltsstoffliste sind ein guter Einstieg.
Was ist mit Zero-Waste-Zahnpflege? Zahnputztabletten und Bambuszahnbürsten sind die gängigsten Optionen. Wer Fluorid nicht missen möchte, sollte darauf achten, dass die Zahnputztabletten Natriumfluorid enthalten, da viele Zero-Waste-Varianten fluoridfreie Rezepturen haben.
Fazit: Schritt für Schritt zum Zero-Waste-Badezimmer mit empfindlicher Haut
Ein Zero-Waste-Badezimmer ist für Menschen mit empfindlicher Haut erreichbar, wenn die Umstellung methodisch und geduldig angegangen wird. Der größte Fehler ist Ungeduld: Wer alles auf einmal wechselt, verliert den Überblick und riskiert Hautreaktionen, die sich nicht mehr zuordnen lassen.
Konkrete nächste Schritte:
- Beginne mit produktfreien Umstellungen: wiederverwendbare Wattepads, Bambuszahnbürste, Metallrasierer.
- Lies die INCI-Liste jedes neuen Produkts, bevor du kaufst. Meide „Parfum“ und ätherische Öle.
- Teste jedes neue Produkt 24 bis 48 Stunden am Handgelenk, bevor du es in die Routine integrierst.
- Wechsle maximal ein Produkt alle zwei bis vier Wochen.
- Führe ein kurzes Hauttagebuch: Was hast du geändert? Wie reagiert die Haut?
- Bei Unsicherheit oder aktiven Hauterkrankungen: erst den Dermatologen fragen, dann umstellen.
Die Kombination aus weniger Verpackungsmüll und weniger Inhaltsstoffen kann für empfindliche Haut langfristig ein echter Gewinn sein. Es braucht nur etwas mehr Planung als bei unempfindlicher Haut. Wer diesen Weg geht, tut nicht nur seiner Haut etwas Gutes, sondern auch der Umwelt.
Wer seinen gesamten Alltag nachhaltiger gestalten möchte, findet in unserem Artikel über Bio-Lebensmittel: Trends und Entwicklungen weitere Anregungen für einen bewussteren Konsum.
Quellen
- Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR): Kontaktallergien durch Duftstoffe in Kosmetika. bfr.bund.de, 2019.
- Scientific Committee on Consumer Safety (SCCS): Opinion on Fragrance Allergens in Cosmetic Products. European Commission, 2012.
- Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG): Leitlinie Neurodermitis (Atopisches Ekzem). awmf.org, 2023.
- Stiftung Warentest: Naturkosmetik im Test. test.de, 2022.
- NATRUE: The NATRUE Label Standard. natrue.org, 2021.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar