Wem gehört FIFA? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört FIFA? Eigentümer und Konzernstruktur 1

Bei kaum einer anderen großen Marke im Sport liegt die Antwort so anders als erwartet: Die FIFA hat keinen Eigentümer im unternehmerischen Sinn, sondern ist rechtlich ein eingetragener Verein nach Schweizer Recht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die FIFA gehört niemandem im Sinne von Aktionären oder Gesellschaftern – sie ist kein Unternehmen, sondern ein Verein.
  • Rechtsgrundlage ist das Schweizerische Zivilgesetzbuch, konkret die Vereinsbestimmungen der Artikel 60 ff.
  • Die FIFA wurde am 21. Mai 1904 in Paris gegründet, ihr Sitz ist heute Zürich.
  • Kontrolliert wird der Weltverband von 211 nationalen Fußballverbänden, die im FIFA-Kongress vertreten sind.
  • Präsident ist seit 2016 Gianni Infantino, operativ geführt wird die FIFA von einem Generalsekretariat mit rund 310 Mitarbeitenden.

Ein Verein statt eines Unternehmens

Die FIFA wurde am 21. Mai 1904 in Paris von zunächst wenigen europäischen Fußballverbänden gegründet. Von Beginn an war sie als Vereinsstruktur angelegt, nicht als Wirtschaftsunternehmen. Ihren heutigen Sitz hat sie in Zürich, wo sie im Handelsregister als Verein im Sinne der Artikel 60 ff. des Schweizerischen Zivilgesetzbuches eingetragen ist.

Kontrolle durch den Kongress, nicht durch Kapitaleigner

Ein Punkt, der die FIFA von praktisch allen anderen Marken in diesem Themenfeld unterscheidet: Es gibt keine Aktionäre und keine Gesellschafter, deren Kapitalanteil über Einfluss entscheidet. Höchstes Organ ist der FIFA-Kongress, in dem jeder der 211 nationalen Mitgliedsverbände unabhängig von seiner Größe eine Stimme hat. Operative Entscheidungen trifft der FIFA-Rat mit 37 Mitgliedern, bestehend aus dem Präsidenten, acht Vizepräsidenten und 28 weiteren Ratsmitgliedern. Das Tagesgeschäft leitet ein Generalsekretariat mit rund 310 Mitarbeitenden unter der Aufsicht des seit 2016 amtierenden Präsidenten Gianni Infantino.

Governance-Struktur der FIFA

OrganFunktion
FIFA-KongressHöchstes Organ, ein Stimmrecht pro Mitgliedsverband (211)
FIFA-Rat37 Mitglieder, operative Grundsatzentscheidungen
Präsident (Gianni Infantino, seit 2016)Vertritt die FIFA nach außen
GeneralsekretariatOperatives Tagesgeschäft, rund 310 Mitarbeitende

Zeitlicher Ablauf im Detail

  1. 21. Mai 1904: Gründung der FIFA in Paris durch zunächst wenige europäische Fußballverbände.
  2. Im Lauf des 20. Jahrhunderts wächst die Mitgliederzahl auf die heutigen 211 nationalen Verbände.
  3. Verlegung des Hauptsitzes nach Zürich, wo die FIFA als Verein im Sinne des Schweizerischen Zivilgesetzbuches eingetragen ist.
  4. Höchstes Organ bleibt durchgehend der Kongress mit einer Stimme pro Mitgliedsverband, unabhängig von dessen Größe.
  5. 2016: Gianni Infantino wird zum FIFA-Präsidenten gewählt.

Was gehört noch zum selben Konzern?

Die FIFA selbst hält keine anderen Unternehmen im klassischen Sinn, sie ist aber Dachverband für sechs Kontinentalverbände – AFC, CAF, CONCACAF, CONMEBOL, OFC und UEFA – denen wiederum die 211 nationalen Fußballverbände angehören müssen. Über diese Verbandsstruktur organisiert die FIFA globale Turniere wie die Fußball-Weltmeisterschaft und finanziert sich vor allem über Vermarktungs- und Übertragungsrechte, die sie den Mitgliedsverbänden teilweise wieder zugutekommen lässt. Diese demokratische Grundstruktur mit einer Stimme pro Mitgliedsverband unterscheidet die FIFA grundlegend von den privatwirtschaftlich organisierten Fußballclubs und Ligen, über die in anderen Artikeln dieser Reihe berichtet wird.

Häufig gestellte Fragen

Gehört die FIFA einem einzelnen Eigentümer?

Nein. Die FIFA ist ein Verein nach Schweizer Recht ohne Aktionäre oder Gesellschafter.

Wer kontrolliert die FIFA?

Die 211 nationalen Mitgliedsverbände über den FIFA-Kongress als höchstes Organ.

Wo hat die FIFA ihren Sitz?

In Zürich, Schweiz.

Wann wurde die FIFA gegründet?

Am 21. Mai 1904 in Paris.

Wer ist aktuell FIFA-Präsident?

Gianni Infantino, seit 2016 im Amt.

Muss ein Nationalverband der FIFA beitreten, um international zu spielen?

Für die Teilnahme an FIFA-Wettbewerben wie der Weltmeisterschaft ist die Mitgliedschaft im jeweiligen Kontinentalverband und in der FIFA Voraussetzung.

Finanziert sich die FIFA aus Mitgliedsbeiträgen?

Der weit größere Teil der Einnahmen stammt aus Vermarktungs- und Übertragungsrechten rund um Turniere, nicht aus Beiträgen der Mitgliedsverbände.

Die FIFA ist damit ein Sonderfall in diesem Themenfeld: keine Firma, kein Eigentümer, sondern ein demokratisch verfasster Verband. Zum Vergleich mit Eigentümerstrukturen im Profifußball lohnen sich die Artikel zu Manchester City, Paris Saint Germain und RTL.

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