Kulinarischer Genuss: Welcher Wein passt zu welchen Speisen?

Kulinarischer Genuss: Welcher Wein passt zu welchen Speisen? 1

125 Liter Mineralwasser tranken die Deutschen 2024 pro Kopf. Also eine ganze Menge. Zwar gilt Wasser als besonders gesund, allerdings zeichnet es sich nicht unbedingt durch einen aufregenden Geschmack aus. Insbesondere zu einem guten Essen greifen Genießer daher seltener zu dem kühlen Nass aus der Leitung. 

Stattdessen empfiehlt sich ein vollmundiger Wein als kulinarische Begleitung zu herzhaften oder süßen Köstlichkeiten. Anders als Wasser ist der sprichwörtliche Traubensaft für seinen aromatischen Facettenreichtum bekannt. 

Einerseits ist das natürlich ein Fest für die Geschmacksknospen. Andererseits kann die große Auswahl die Suche nach dem richtigen Wein zum Essen erschweren.

Möchten Sie beim nächsten Dinner ohne große Mühe die perfekte Geschmackskombination auf den Tisch bringen? Dann lohnt sich der Blick auf die folgenden sieben Tipps.

1. Fett und Tannine passen wunderbar zusammen

Wer einen guten Wein zu einem guten Essen serviert, verschafft sich und seinen Gästen gleich einen doppelten Genuss. Allerdings nur, wenn der edle Tropfen auch zu den aufgetragenen Gerichten passt. 

Bei der Weinpaarung – auch Pairing genannt – kommt es darauf an, die richtige Kombination aus gustatorischen Eindrücken zusammenzustellen. Dafür ist es sinnvoll, sich ein paar klassische Matches zu merken.

So sind Fett und Tannine etwa ein echtes Traumpaar. Tannine sind die Gerbstoffe im Wein, die ihm seinen leicht bitteren Geschmack verleihen können. 

Auf der Zunge fühlen sie sich meist ein wenig rau an, da sie die Mundschleimhaut reizen. Vielleicht ist Ihnen dieser Effekt schon einmal beim Genuss eines Bordeaux-Weins aufgefallen.

Die „Schärfe“ der Tannine lässt sich jedoch abschwächen, wenn man den Wein mit Fleisch oder Käse mit einem hohen Fettanteil kombiniert. Besonders gut passen Weine mit einem hohen Tanningehalt vor allem zu gebratenem Schweinefleisch oder Wild. Auch die Kombination aus herbem Rotwein und Grillfleisch verzückt die Geschmacksnerven.

2. Salz und Frucht sind ein gutes Team

Genießer schätzen den Miraval Wein für seine fruchtbetonte Aromatik. Um sie noch intensiver zur Geltung zu bringen, empfiehlt es sich, den edlen Tropfen mit salzigen Speisen zu kombinieren. 

Sie heben die Fruchtaromen noch deutlicher hervor. Gleichzeitig schwächt der Wein den salzigen Geschmack des Essens leicht ab. Das gilt ebenso für Roséwein wie für weiße und rote Varianten.

Insbesondere zu Meeresfrüchten passt daher ein süßlich-fruchtiger Genuss, der Aromen von knackigen Birnen oder Stachelbeeren in sich trägt. Zu Suppen und Vorspeisen mit salziger Komponente empfiehlt sich ebenfalls ein Roséwein. Besonders einer, der geschmacklich an rote Früchte erinnert. 

3. Säure mag Säure

Sauer soll bekanntlich lustig machen. Daher lohnt es sich, einen säuerlichen Wein zu einer Mahlzeit mit einer ähnlichen Säuerlichkeit zu servieren. Denn die beiden Säuren ergänzen einander und können dadurch zu einer harmonischen Aromatik beitragen. Wichtig ist allerdings, dass keine der beiden die andere spürbar in den Hintergrund drängt.

Übrigens: Mit einer Mahlzeit mit säuerlicher Note sind natürlich nicht die sauren Apfelringe aus dem Supermarkt gemeint. Stattdessen geht es um herzhafte Fisch- und Fleischgerichte, zu denen auch gern ein Spritzer Zitrone serviert wird. 

Zu allen Speisen, die mit einem Schuss Zitronensaft umso besser schmecken, können Sie getrost einen spürbar säuerlichen Wein kredenzen. Etwa einen Weißburgunder oder einen Rivaner. 

Auch die Weißweine von der Loire geben einer Mahlzeit noch einen kleinen Säure-Kick, sollten das Essen in der Frische aber keinesfalls in den Schatten stellen.

4. Dunkelheit bevorzugt Intensität

Bei der Suche nach dem richtigen Wein zum Essen kann sich auch ein Blick auf die Farbe der Zutaten lohnen. Das mag ungewöhnlich klingen, doch je dunkler eine Mahlzeit aussieht, desto besser verträgt sich damit ein vollmundiger Wein. 

Ein Cabernet Sauvignon ist somit eine hervorragende Ergänzung zu Lamm- oder Rindfleisch. 

Wird Geflügel mit einer dunklen Soße serviert, können Sie dazu einen Barolo oder einen Tannat reichen. Bevorzugen Sie prägnante Weine mit fruchtiger Komponente, ist auch ein Nero d’Avolo aus Sizilien eine gute Wahl. Seine dichte Aromatik erinnert an schwarze Johannisbeere, Lakritz und einen Hauch Tabak.

Doch nicht nur Rotweine sind für ihre geschmackliche Intensität bekannt. Auch ein Weißwein kann zu herzhaften Speisen wie Wild mit Rotkraut oder Gans mit Steinpilzen besonders gut schmecken. 

Wichtig ist jedoch, auf eine ausgeprägte Aromatik zu achten. Möchten Sie einen weißen Wein zu dunklen Speisen auf den Tisch bringen, greifen Sie daher am besten zu Viognier, Gewürztraminer oder im Holzfass ausgebauten Chardonnay. 

5. Alkohol intensiviert Schärfe

Anders als die vorherigen Pairings sind Alkohol und Schärfe keine angenehmen Begleiter. Denn ein besonders hoher Alkoholgehalt im Wein kann ein gewürztes Gericht umso schärfer schmecken lassen. 

Das Ergebnis: Sowohl die Speise als auch der Rebensaft kommen auf den Geschmacksknospen nicht so recht zur Geltung.

Sinnvoller ist es, scharfe Speisen mit einem Wein zu kombinieren, der nur einen geringen Alkoholgehalt besitzt. Eine gute Wahl zu Leckerbissen aus der asiatischen Küche ist etwa ein Riesling Spätlese mit wenig Alkohol und einer feinen Restsüße.

Letztere schwächt die Schärfe des Essens ebenfalls noch einmal ab, sodass der gustatorische Eindruck im Gleichgewicht bleibt. 

6. Scharfes harmoniert gut mit Süßem

Zwar vertragen sich Alkohol und Schärfe nur bedingt. Jedoch schmeckt zu einem gut gewürzten Gericht in so gut wie jedem Fall ein süßer Wein. Schließlich sind Schärfe und Süße eine besonders angenehme Verbindung auf der Zunge.

Ein edelsüßer Weißwein aus dem Bordeaux dämpft etwa die scharfen Nuancen in einem würzigen Eintopf. 

Zu einem Curry oder einem Chili können Sie auch einen Eiswein aus Deutschland oder Österreich reichen. Der Süßwein aus gefrorenen Trauben glättet die Schärfespitzen, ohne jedoch den Geschmack des Essens zu verfälschen.

Insbesondere zu Fleischgerichten mit einer gewissen Schärfe sind Portweine eine gute Wahl. Wer lieber einen Traubensaft wählt, der süß ausgebaut wird, greift zu einem Riesling Edelsüß, einem Gelben Muskateller oder einem Scheurebe. 

7. Grill- und Röstnoten passen hervorragend zueinander

Insbesondere bei gegrilltem Fleisch oder Gemüse kann die Auswahl eines passenden Weins schwerfallen. Schließlich finden die meisten Grillfeste im Sommer statt – und in der warmen Jahreszeit sind schwere Weine seltene Gäste. Dabei sind sie zu Fleischgerichten meist die erste Wahl.

Damit ein Wein zu den gerösteten Noten des Grillguts passt, muss er jedoch nicht zwangsläufig besonders schwer und vollmundig sein. Wichtig ist nur, dass er selbst ein paar Röstaromen aufweist. 

Entscheiden Sie sich daher vorzugsweise für im Eichenfass ausgebaute Weine.

Rotweine, die für ihre Röstnoten bekannt sind, sind unter anderem Cabernet Sauvignon, Merlot oder Pinot Noir. Wer eine etwas exotischere Sorte bevorzugt, kann sich alternativ für einen Malbec aus Argentinien entscheiden. Der im Barrique gereifte Rebensaft zeichnet sich durch eine besonders dichte Aromatik aus, in der Nuancen von Rauch, Kaffee und Schokolade zu finden sind.

Sie mögen im Sommer lieber einen gekühlten Weißwein? Dann stellen Sie für eine Grillfeier am besten einen Chardonnay kalt. Der im Fass gereifte Klassiker besitzt sogenannte weiße Röstaromen, die geschmacklich etwas sanfter ausfallen als jene im Rotwein. 

Daher harmoniert ein Chardonnay besonders gut zu gegrilltem Gemüse, Grillkartoffeln oder sogar zu gegrilltem Obst.

Kulinarischer Genuss: Welcher Wein passt zu welchen Speisen? 2

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*