Wussten Sie, dass im Jahr 2018 das NRW-Zentralabitur eine Mathematikaufgabe mit dem Operator „erläutern“ enthielt? Das verdeutlicht, wie variabel die Bedeutung dieses Begriffs je nach Fach und Bundesland ist. Während in Bremen „erläutern“ als die Angabe und verständliche Darstellung von Gründen definiert wird, bedeutet es in Baden-Württemberg im Fach Geschichte die Veranschaulichung von Sachverhalten durch Beispiele oder Belege. Interessanterweise wird in Hessen und Nordrhein-Westfalen der Begriff gleichwertig mit „erklären“ verwendet.
Diese Unterschiede zeigen, dass der Unterschied zwischen „erläutern“ und „erklären“ oft als klein betrachtet wird. In unserem heutigen Artikel werden wir erläutern vs erklären untersuchen und den Unterschied erklären. Die Analyse beruht sowohl auf alltäglichen als auch auf fachspezifischen Anwendungen der Begriffe. Lassen Sie uns gemeinsam in die Tiefe der Begrifflichkeiten eintauchen und ihre Bedeutung verstehen.
Die Bedeutung von „erläutern“ und „erklären“
Die Begriffe „erläutern“ und „erklären“ werden häufig im Bildungs- und Kommunikationskontext verwendet, weisen jedoch wichtige Unterschiede und Gemeinsamkeiten auf. Die Definition von „erläutern“ umfasst das Beschreiben von Fakten im Zusammenhang und das Aufzeigen von Beziehungen zwischen diesen. Hingegen konzentriert sich die Definition von „erklären“ darauf, die Ursachen eines Phänomens zu verdeutlichen und ist meist ‚kurz und knackig‘ (kurz und präzise).
„Erläutern“ wird vor allem bei komplexen Themen bevorzugt, die eine ausführliche Erklärung erfordern, während „Erklären“ bei einfacheren Konzepten eingesetzt wird. In wissenschaftlichen Arbeiten wird die Methode des „erläutern“ oft verwendet, um Mechanismen zu beleuchten, das heißt, Sachverhalte detailliert und im Zusammenhang darzustellen.
Interessanterweise zeigt eine Analyse der Nutzungsmuster, dass „erläutern“ in der Regel etwa 20% mehr Details enthält als „erklären“. Gründe, warum „erläutern“ tiefergehend sein kann, sind der Fokus auf den Kontext und die Transparenz der Beziehungen zwischen verschiedenen Aspekten.
Wissenschaftler und Lehrkräfte nutzen die Differenzierung zwischen beiden Begriffen, um je nach Kontext entweder eine kurze und prägnante Erklärung zu liefern oder eine umfassendere Analyse vorzunehmen. Synonyme für „erläutern“ sind unter anderem „darlegen“ und „beleuchten“, die ebenfalls verwendet werden, um Wortwiederholungen zu vermeiden.
Eine bedeutende Erkenntnis ist, dass die Präferenz für erläutern oder erklären in verschiedenen Kontexten variieren kann. Beispielsweise wurde in einer Studie der Zusammenhang zwischen „Zufriedenheit“ und einer Vier-Tage-Woche in allen Fällen „erläutert“ oder „dargelegt“.
Auch in alltäglichen Gesprächen findet erläutern häufig Verwendung, vor allem dann, wenn tiefere Zusammenhänge und komplexere Sachverhalte vermittelt werden sollen. Die sorgfältige Wahl zwischen „erläutern“ und „erklären“ erhöht somit nicht nur die Klarheit der Kommunikation, sondern auch das Verständnis des Gegenübers deutlich.
Historische und kulturelle Aspekte der Begriffe
Die Herkunft und Entwicklung der Begriffe „erklären“ und „erläutern“ sind tief in der deutschen Sprachgeschichte verwurzelt. Diese Begriffe haben sich im Laufe der Zeit in ihrer Bedeutung und Anwendung stark verändert. In der frühen Neuzeit wurden sie häufig synonym verwendet, doch im Laufe des 19. Jahrhunderts begannen sich Nuancen herauszubilden.
Die Wortbedeutung „Kultur“ ist in der Gesellschaft und in den Geistes- sowie Sozialwissenschaften eines der am häufigsten verwendeten Begriffe. In den 1950er-Jahren zählten Kroeber und Kluckhohn bereits 175 verschiedene Definitionen von „Kultur“. Seitdem haben die Definitionen und die Verwendungen dieses Begriffs erheblich zugenommen.
Der normative Kulturbegriff, der sich traditionell auf Hochkultur konzentriert und Alltags- sowie Populärkulturen ausschließt, resultiert aus dem deutschen Idealismus des 19. Jahrhunderts. Im Gegensatz dazu anerkennt der nicht-normative, ganzheitliche Kulturbegriff die Gleichwertigkeit aller kulturellen Ausdrucksformen und ist derzeit vor allem in der Anthropologie und Ethnologie verbreitet.
2016 identifizierte man in der kulturwissenschaftlichen Literatur vier Haupttypen von Kulturbegriffen: normativ, totalitätsorientiert, differenztheoretisch und bedeutungs- und wissensorientiert. Der moderne Kulturbegriff umfasst sowohl materielle als auch soziale und mentale Dimensionen, reflektiert durch semiotische und konstruktivistische Ansätze.
Die Historische Semantik untersucht die Bedeutungsinhalte und -veränderungen der Begriffe über die Zeit. Historische Studien, wie sie von Reinhart Koselleck und anderen vorgestellt wurden, verdeutlichen, dass Begriffsbildungen und der Wandel im Wortgebrauch als Reaktionen auf spezifische historische Herausforderungen betrachtet werden sollten. Der Schwerpunkt liegt häufig auf dem Zeitraum von etwa 1700 bis zur Schwelle unserer Gegenwart. Diese Forschungsansätze haben aufgezeigt, wie Wortgebrauch, Konzepte und die sozialen Verhältnisse stark miteinander verknüpft sind.
Die Entwicklung von Kulturbegriffen ist zudem von interdisziplinären Ansätzen und der Einbeziehung neuer Medienkulturen beeinflusst. In den letzten 15 Jahren zeigt sich eine wachsende Präferenz für bedeutungs- und wissensorientierte Kulturbegriffe, was auf eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit hinweist.
Um das volle Verständnis der kleinen Unterschiede zwischen „erklären“ und „erläutern“ in der Gegenwart zu erfassen, ist ein Blick auf die Herkunft und Entwicklung dieser Begriffe unabdingbar.
Praktische Beispiele: Erläutern vs. Erklären
Im Kontext der Schule und Ausbildung ist es wichtig, den Unterschied zwischen „erläutern“ und „erklären“ zu verstehen. Ein Lehrer könnte beispielsweise in einem Biologieunterricht die Funktion des Herzens „erklären“. Dabei werden die grundlegenden Mechanismen und Abläufe einfach und verständlich dargestellt. Hingegen würde der gleiche Lehrer in einem fortgeschrittenen Kurs die Prozesse detaillierter „erläutern“, indem sie auf spezifische biochemische Abläufe und deren Auswirkungen eingeht.
In beruflichen Alltagsszenarien finden ähnliche Unterscheidungen statt. Innerhalb eines Unternehmens kann ein Manager den Mitarbeitern die neuen Firmenrichtlinien „erklären“, um das allgemeine Verständnis zu fördern. Sollte es jedoch zu komplexeren Fragen kommen, wie beispielsweise der Implementierung neuer Softwareprotokolle, könnte derselbe Manager die Prozesse ausführlicher „erläutern“, um sicherzustellen, dass jeder Mitarbeiter die genaue Funktionsweise und die Beweggründe dahinter versteht.
Ein weiteres Beispiel findet sich im Alltag von Schülern. Ein Lehrer könnte einem Schüler, der Schwierigkeiten mit einer Mathematikaufgabe hat, die Grundlagenformel „erklären“ und wie man diese anwendet. Falls der Schüler weiterhin Fragen hat, könnte der Lehrer den Lösungsweg „erläutern“, indem er jede Rechenschritt detailliert beschreibt und mögliche Fehlerquellen aufzeigt.
Bei der Besprechung von Handlungsszenarien in akademischen und beruflichen Kontexten wird deutlich, dass die Begriffe „erläutern“ und „erklären“ verschiedene Tiefen von Verständnis und Detailgrad ansprechen. Dies zeigt sich insbesondere in Ausbildungssituationen, wo detaillierte Erklärungen oft notwendig sind, um komplizierte Konzepte zu beleuchten.
In Alltagsszenarien stellt sich oft die Frage, welcher Begriff verwendet werden sollte. Während „erklären“ eine grundlegende Einführung bietet, geht „erläutern“ in die Tiefe und liefert detaillierte Hintergrundinformationen. Diese differenzierte Anwendung hilft, die Kommunikation klarer und präziser zu gestalten, sowohl im privaten als auch im beruflichen Bereich.
- Schafft Klarheit in schulischen Aufgaben.
- Fördert tiefere Einsichten in beruflichen Projekten.
- Unterstützt die genaue Kommunikation in Alltagsszenarien.
Warum kann der Unterschied manchmal klein sein?
Die Unterscheidung zwischen „erläutern“ und „erklären“ kann in manchen Fällen schwierig sein. Dies liegt daran, dass subjektive Wahrnehmung und der Kontext eine erhebliche Rolle spielen. Synonyme und alternative Begriffe wie erläutern Synonym oder kleine Unterschiede erklären verdeutlichen, dass viele diese Wörter im Alltag als nahezu austauschbar empfinden.
Ein weiterer Punkt ist die Bedeutung erläutern. Beide Begriffe zielen darauf ab, Informationen verständlich zu machen. Kleine Unterschiede im Einsatz dieser Begriffe können jedoch ausgeblendet werden, wenn der Fokus auf der Vermittlung der Kernaussage liegt. Beispielsweise berichten 82 Prozent der Schüler von positiven Erfahrungen mit der Online-Lernplattform sofatutor und haben ihre Noten verbessert. Hier mag es unerheblich sein, ob die Plattform ihre Informationen erläutert oder erklärt, solange die Schüler davon profitieren.
Interessant ist auch, dass viele alltägliche Prozesse, wie die Nutzung von Nachhilfe, in beiden Kontexten beschrieben werden können. Beispielsweise geben Eltern in Deutschland rund 87 Euro pro Monat für Nachhilfe aus. Ob ihre Kinder dabei die Stoffe „erläutert“ oder „erklärt“ bekommen, ist im Endeffekt oft weniger relevant als der Lernfortschritt.
Außerdem unterstützt der Studienkreis, einer der größten Nachhilfeanbieter Europas, jährlich etwa 125.000 Schüler. Auch hier spielt der genaue Begriff (erläutern vs. erklären) eine untergeordnete Rolle, solange die erwünschten Lernziele erreicht werden.
Zusätzlich bietet die Plattform 1180 Nomen-Verb-Verbindungen online und als E-Books an, mit insgesamt 2180 Beispielsätzen in 104 Lernblöcken und 312 Übungen. Dieser umfassende Ansatz, ob nun durch das Erläutern von Konzepten oder das Erklären von Regeln, zeigt, dass der Kontext und das Ziel des Lernprozesses entscheidend sind.
Die Regel für die Schreibweise von Zahladjektiven, wie „viel“, „wenig“, „eine“ und „andere“, besagt, dass diese kleingeschrieben werden, obwohl sie formale Merkmale einer Substantivierung aufweisen. Übrigens kann in literarischen Werken, wie den Romanen von Juan José Millás, eine Großschreibung verwendet werden, was zeigt, wie flexibel Sprache in Bezug auf Kontext und Interpretation sein kann. Somit zeigt sich, dass erläutern und erklären stark kontextabhängig sind und die wahrgenommenen Unterschiede oft marginal sein können.
Erläutern oder erklären – der Unterschied ist klein
In der historischen Betrachtung spielt die Klarheit und Deutlichkeit seit dem 12. Jahrhundert eine bedeutende Rolle. Der Begriff „klar“ verbreitete sich vom Niederrhein aus unter dem Einfluss des französischen Wortes „cler“ und wurde in höfischen Kreisen beliebt. In diesen historischen Kontexten können beide Begriffe „erläutern“ und „erklären“ verwendet werden, um den Unterschied verstehen zu können.
Die Herkunft von „erklären“ stammt aus dem Mittelhochdeutschen, wobei der Begriff „klar, hell, lauter, deutlich machen“ bedeutet. Hingegen bedeutete „verklären“, eine Sache „schöner, besser, leuchtender erscheinen zu lassen“. Diese Definitionen zeigen die feinen Unterschiede, die oft als klein betrachtet werden können.
„Klarheit“ wird als die Zusammensetzung von Durchsichtigkeit, Helligkeit, Reinheit, Deutlichkeit, Verständlichkeit und Scharfsinn verstanden. Dies sind die Eigenschaften, die beim Erläutern oder Erklären hervorgehoben werden. Wenn du den Unterschied verstehen möchtest, ist es hilfreich zu wissen, dass der Inhalt eines Textes zu erklären oft als essenziell beschrieben wird, um echtes Verständnis zu zeigen.
Es ist wichtig zu berücksichtigen, dass in der Anwendung die Begriffe oft interdisziplinär verwendet werden. In politischen und sozialen Kontexten umfasst der Prozess der Klärung die Beseitigung von Missverständnissen, wobei sowohl „erläutern“ als auch „erklären“ benutzt werden können. Dabei wird deutlich, dass erläutern oder erklären der Unterschied ist klein und je nach Kontext flexibel angewandt werden kann.
Fazit
Abschließend lässt sich sagen, dass die Begriffe „erläutern“ und „erklären“ in der deutschen Sprache zwar sehr nahe beieinander liegen, aber durchaus differenzierte Einsatzmöglichkeiten bieten. Wie wir im Verlauf des Artikels aufgezeigt haben, Bedeutung erläutern und genauer zu betrachten, in welchem Kontext welche Bezeichnung die geeignetere ist, kann maßgeblich zum besseren Verständnis beitragen.
Obwohl der Unterschied manchmal klein ist, hängt es von der jeweiligen Situation ab, welcher Begriff passender ist. Eine effektive Verwendung dieser Begriffe kann das Verständnis in verschiedenen Kommunikationsumgebungen wie akademischen Texten, Geschäftsberichten und alltäglichen Gesprächen deutlich verbessern. Es ist daher empfehlenswert, diese Unterschiede bewusst zu machen und jeweils den passendsten Begriff auszuwählen.
Besonders im akademischen Kontext, wo Präzision von Bedeutung ist, spielt die Unterscheidung zwischen erläutern vs erklären eine entscheidende Rolle. Die Verwendung der richtigen Begriffe trägt zur Klarheit und Verständlichkeit bei, was auch in den historischen und kulturellen Perspektiven auf diese Begriffe reflektiert wurde. Auch in der praktischen Anwendung, wie in den vorherigen Beispielen demonstriert, zeigt sich, dass ein bewusstes Verständnis dieser Unterscheidung nützlich ist.
Im große Ganze betrachtet, lässt sich festhalten, dass das Bewusstsein für die Differenzierung zwischen „erläutern“ und „erklären“ sowie das Verständnis ihrer Bedeutung viele Vorteile in verschiedenen Bereichen der Kommunikation mit sich bringt. Daher sollten diese Unterschiede nicht leichtfertig übergangen werden, sondern bewusst genutzt werden, um klare und präzise Botschaften zu übermitteln.

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