Wussten Sie, dass Alfred Horner Munro bereits 1923 in Kanada das erste Automatikgetriebe patentierte? Allerdings dauerte es bis 1940, bis General Motors mit dem Hydra-Matic-Getriebe das erste massenproduzierte vollautomatische Getriebe vorstellte. Das war der Beginn einer revolutionären Technologie im Automobilbau, die bis heute die Art und Weise, wie wir fahren, verändert.
Hauptpunkte
- 1923: Alfred Horner Munro patentiert das erste Automatikgetriebe.
- 1940: General Motors führt das Hydra-Matic-Getriebe ein.
- 1949: Eine Million Fahrzeuge mit Hydra-Matic-Getriebe werden verkauft.
- 1950: Chevrolet präsentiert das Powerglide-Getriebe.
- 1972: Mercedes-Benz bringt das erste Wandlerautomatikgetriebe in der S-Klasse auf den Markt.
- 2022: Marktanteil von Automatikgetrieben in Neuwagen in Deutschland liegt bei etwa 80%.
- 2023: 65% der deutschen Autofahrer bevorzugen Automatikfahrzeuge.
Die ersten Anfänge der Automatikgetriebe
Die Geschichte der Automatikgetriebe beginnt Anfang des 20. Jahrhunderts. Ein Meilenstein war das Schieberadgetriebe, welches bis in die 1930er Jahre weit verbreitet war. Diese Getriebeart war durch dessen stufenweise Gangschaltung gekennzeichnet. Der Rückwärtsgang funktionierte nach einem ähnlichen Prinzip wie heute, was jedoch dazu führte, dass dieser oft nur schwer einzulegen war.
Ein bedeutender Fortschritt erfolgte mit der Einführung der ersten vollautomatischen Getriebe durch Cadillac. Das Cadillac Hydra-Matic wurde 1940 auf den Markt gebracht und bot eine innovative Lösung, die Schaltvorgänge zu automatisieren und den Fahrkomfort zu erhöhen. Innerhalb weniger Jahre erreichten die Verkaufszahlen dieser Getriebe beeindruckende Höhen. Bis 1949 wurden eine Million Hydra-Matic-Getriebe ausgeliefert, und bis 1952 stieg die Zahl auf zwei Millionen Einheiten.
Während die USA bereits seit etwa 75 Jahren Automatikgetriebe feiern, begann in Europa die Einführung solcher Getriebe rund 25 Jahre nach den amerikanischen Herstellern. Firmen wie ZF und BorgWarner rüsteten Mittelklassemodelle mit Wandlerautomaten aus. Auch in Deutschland stieg die Beliebtheit von Automatikgetrieben stark an, wie die Statistik von Mercedes-Benz aus dem Jahr 1980 zeigt, bei der der Verkaufsanteil von Automatik- und Schaltgetrieben erstmals bei rund 50 Prozent lag.
Interessanterweise waren bis Ende der 1950er Jahre bei Pkw und bis in die 1980er Jahre bei Lkw unsynchronisierte Schaltmuffengetriebe verbreitet. Diese Getriebe erforderten eine hohe Fertigkeit der Fahrer, um die Drehzahldifferenz zwischen den Gängen manuell auszugleichen. Mit der Weiterentwicklung der Technik und der Einführung der Synchronisation bei modernen Getrieben wurde das Fahren erheblich erleichtert, indem der Gangwechsel schneller und reibungsloser vonstattengehen konnte.
Automatikgetriebe in den 1940er Jahren
Die 1940er Jahre markierten einen bedeutenden Schritt in der Entwicklung von Automatikgetrieben. Ein herausragendes Ereignis war die Einführung des Hydramatic-Getriebes von General Motors im Jahr 1939 für Oldsmobile, das 1940 auch in Cadillac-Fahrzeuge eingebaut wurde. Dieses Getriebe zeichnete sich durch seine Zuverlässigkeit und einfache Handhabung aus, was dazu führte, dass es schnell populär wurde und den Grundstein für die Massenverbreitung von Automatikgetrieben legte.
Zudem wurden in dieser Zeit stufenlose Getriebe entwickelt, die den heutigen CVT-Getrieben ähneln. Diese Innovationen ermöglichten eine nahtlose Anpassung der Gangübersetzungen und verbesserten so den Fahrkomfort und die Effizienz der Fahrzeuge.
Ein Vergleich der Entwicklungen zeigt die intensiven Fortschritte und die steigende Akzeptanz von Automatikgetrieben:
| Jahr | Ereignis | Bedeutung |
|---|---|---|
| 1939 | Einführung des Hydra-matic Getriebes | Erstes kommerziell erfolgreiches Automatikgetriebe |
| 1940 | Einbau des Hydra-matic in Cadillac | Verbreitung des Automatikgetriebes in Luxusfahrzeugen |
| 1940er Jahre | Entwicklung stufenloser Getriebe | Grundstein für moderne CVT-Getriebe |
Automatikgetriebe in Europa
Automatikgetriebe waren in Europa lange Zeit überwiegend in der Luxusklasse verbreitet. In den letzten Jahrzehnten ist jedoch das Interesse an Automatikfahrzeugen erheblich gestiegen. Heute liegt der Anteil der Fahrzeuge mit Automatikgetriebe bei Neuzulassungen in Deutschland bei rund 50 Prozent. Hersteller wie Ford und Toyota bieten seit Jahren zehnstufige Automatikgetriebe an, und moderne Modelle verfügen in der Regel über mindestens sechs bis sieben Gänge.

Im Vergleich dazu haben sich Automatikgetriebe in den USA und Japan fast vollständig durchgesetzt, mit einem Anteil von 95 Prozent bzw. über 90 Prozent. Auch in China ist der Anteil von Fahrzeugen mit Automatikgetriebe von 35 auf knapp 50 Prozent gestiegen. Hersteller verlangen für Automatikversionen oft einen Aufpreis von 1500 bis 2300 Euro.
Die vier Hauptbauformen von Automatikgetrieben, die heute große Verbreitung finden, sind die Wandlerautomatik, automatisierte Schaltgetriebe, Doppelkupplungsgetriebe und stufenlose Automatikgetriebe (CVT). Jede dieser Bauformen hat spezifische Vorteile: Wandlerautomatikgetriebe können beispielsweise Drehmomente von bis zu 1000 Newtonmeter verschleißfrei verarbeiten, während Doppelkupplungsgetriebe schnelle Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechungen ermöglichen.
Die Automobilindustrie in Europa hat auch verstärkt auf Effizienz gesetzt. Dies zeigt sich etwa bei der E-Klasse von Mercedes, wo der Verbrauch des E 200 um knapp einen Liter Benzin pro 100 Kilometer sank, als das G-Tronic-Automatikgetriebe von fünf auf sieben Schaltstufen erhöht wurde. Zudem sind Wandlerautomatikgetriebe in Europa häufiger anzutreffen, während in Japan stufenlose CVT-Getriebe weit verbreitet sind.
Insgesamt haben Automatikgetriebe in den letzten Jahren erheblich zur Effizienzsteigerung im Fahrzeugbetrieb beigetragen und setzen sich zunehmend auch in europäischen Märkten durch.
Seit wann gibt es Automatik-Autos?
Die Geschichte der Automatik-Autos beginnt mit innovativen Ideen und bahnbrechenden Entwicklungen. Bereits 1905 wurde das erste Auto mit einem Automatikgetriebe von der Firma STURTEVANT entwickelt. Einige Jahre später, 1923, meldete Alfred Horner Munro das Patent für die Getriebeautomatik an, was den Grundstein für die zukünftige Entwicklung legte.
In den 1930er Jahren gab es weitere Fortschritte. 1934 entwickelte Citroën ein Automatikgetriebe für das Modell Traction, jedoch wurde es nicht umgesetzt. Dennoch führte Oldsmobile 1939 eine revolutionäre Wende ein, indem sie ein Automatikgetriebe in die Serienproduktion einführten. Im Jahr darauf folgte die Einführung des Hydramatic-Getriebes durch General Motors, das erste vollautomatische Getriebe in Großserienproduktion. Cadillacs Erfolg war immens, als 1941 95% ihrer Käufer sich für die Hydra-Matic entschieden.
Die Entwicklung setzte sich in den 1950er Jahren fort, als Borgward 1951 die erste deutsche Vollautomatik für den Hansa 1500 und 2400 vorstellte. Mercedes-Benz folgte 1955 mit automatischen Getrieben im Typ 300c. Die 1960er Jahre brachten weitere Meilensteine, darunter das Renault 16 TA von 1965, das als erster Serienwagen elektronische Steuerungstechnik für Automatikgetriebe verwendete.
Auch in den folgenden Jahrzehnten setzten Unternehmen Maßstäbe: Von den Dreigang-Automatikgetrieben von ZF ab 1965 bis hin zu Fünf-, Sechs- und Siebengang-Getrieben in den 1990er und frühen 2000er Jahren. Die Einführung des ersten Achtgang-Automaten von ZF im Jahr 2009 und des Neungang-Automaten im Jahr 2013 zeugt von dem kontinuierlichen Fortschritt in der Automatiktechnik.
Ein Blick auf die heutigen Zahlen zeigt den Erfolg der Automatikgetriebe: Während vor 20 Jahren nur 19,6% der Neuzulassungen in Deutschland mit Automatikgetrieben ausgestattet waren, ist heute fast jeder zweite Neuwagen in Deutschland ein Automatik-Auto. In den USA sind sogar 96% der Fahrzeuge mit einem Automatikgetriebe ausgestattet, wie eine Studie von CarMax belegt.
Aktuelle Entwicklungen und Innovationen
In den letzten Jahren hat die Automobilindustrie bemerkenswerte Fortschritte im Bereich der Automatikgetriebe gemacht. Heute ist etwa jeder fünfte Neuwagen in Deutschland mit einem Automatikgetriebe ausgestattet. Das ist ein deutlicher Unterschied zu Ländern wie den USA und Japan, wo der Automatikanteil konstant rund 90 % beträgt. Diese Entwicklung zeigt die zunehmende Akzeptanz und Beliebtheit von Automatikautos auch hierzulande.
Ein Vergleichstest von Auto Bild ergab ein Ergebnis von 6 : 4 zugunsten der Automatik in Bezug auf Verbrauch und Fahrdynamik. Dies unterstreicht die Effizienz und den Komfort moderner Automatikgetriebe. Besonders im Premiumsegment sind Automatikgetriebe mittlerweile Standard. Renommierte Hersteller wie BMW-Alpina, Bentley, Bugatti, Cadillac, Ferrari, Lexus, Lamborghini und Rolls Royce bieten keine Modelle mehr mit manuellem Schaltgetriebe an. Leistungsstarke Motoren in diesem Segment erreichen Drehmomente von 600 Nm bis 1.250 Nm, was die Anforderungen an die Getriebetechnik enorm steigen lässt.
Auch Zulieferer wie ZF tragen zur Innovation bei. Das Unternehmen bietet ein Achtgang-Automatikgetriebe für Fahrzeuge mit längs eingebauten Motoren und ein Neun-Gang-Automatikgetriebe für Fahrzeuge mit Frontantrieb und Quermotor an. Diese Entwicklungen zeigen, wie vielfältig und anpassungsfähig moderne Getriebetechnologien geworden sind. Porsche hat ebenfalls mit dem neuen Carrera-GTS Maßstäbe gesetzt. Mit dem optionalen sieben-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (PDK) beschleunigt das Fahrzeug in nur 4,0 Sekunden von 0 auf 100 km/h und erreicht eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 306 km/h. Die effizientesten Modelle verbrauchen dabei nur 8,7 Liter auf 100 Kilometer.
Zudem steigt die Nachfrage nach Automatikgetrieben stetig an. Ein 100-prozentiger Anstieg der Nachfrage im Vergleich zum Vorjahr wurde von Gebrauchtwagenportalen wie mobile.de und ichwillmeinautoloswerden.de berichtet. Fast ein Drittel der neuen Autos wird mittlerweile mit Automatikgetriebe geliefert. ZF allein hat in diesem Jahr 2,6 Millionen Automatikgetriebe produziert, was die zunehmende Bedeutung dieser Technologie unterstreicht.
