Hinweis für alle, die von einem alten Wiki-Link kommen: Das deutschsprachige Lexicanum-Wiki liegt nicht mehr auf dieser Domain. Sie finden es heute unter wh40k-de.lexicanum.com für Warhammer 40.000 und unter whfb-de.lexicanum.com für Warhammer Fantasy und Age of Sigmar. Die alten Adressen wh40k.lexicanum.de und whfb.lexicanum.de werden nicht mehr betrieben. Auf dieser Seite finden Sie stattdessen eine allgemeinverständliche Einführung in das Tabletop-Hobby.

Was Tabletop überhaupt ist

Tabletop, genauer gesagt das Tabletop-Wargaming, ist ein Gesellschaftsspiel mit Miniaturen. Zwei oder mehr Personen stellen jeweils eine Armee aus kleinen Figuren auf einen Tisch und lassen sie nach festen Regeln gegeneinander antreten. Anders als bei einem Brettspiel gibt es kein vorgedrucktes Spielfeld mit Feldern. Gespielt wird auf einer freien Fläche, meist etwa 120 mal 90 Zentimeter groß, die mit Geländestücken bestückt wird: Ruinen, Wälder, Hügel, Mauern. Bewegungen werden nicht abgezählt, sondern mit einem Maßband oder Messstab abgemessen.

Eine Partie läuft in Runden ab. Wer am Zug ist, bewegt seine Einheiten, lässt sie schießen, kämpft im Nahkampf und nutzt Sonderfähigkeiten. Ob ein Angriff trifft und ob er Wirkung zeigt, entscheiden Würfel, in der Regel sechsseitige. Das Regelwerk legt fest, welche Werte eine Einheit hat, wie weit sie sich bewegt und wie zäh sie ist. Über allem steht eine Missionsvorgabe: Selten geht es darum, den Gegner vollständig auszuschalten. Meistens werden Punkte für das Halten bestimmter Zonen oder das Erfüllen von Aufgaben vergeben. Eine Partie mittlerer Größe dauert je nach System und Übung zwei bis drei Stunden.

Damit die Kräfteverhältnisse fair sind, hat jede Einheit einen Punktwert. Beide Seiten einigen sich vorab auf eine Punktgrenze und stellen ihre Armee innerhalb dieses Budgets zusammen. Diese Listenbauphase ist für viele Spielerinnen und Spieler bereits ein eigener Teil des Hobbys.

Warhammer 40.000 im Überblick

Warhammer 40.000 ist das bekannteste Tabletop-System der Welt und spielt in einer düsteren Science-Fiction-Zukunft. Die Menschheit hat sich über die Galaxie ausgebreitet und wird von einem gewaltigen, autoritären Imperium regiert, das technologisch stagniert, religiös geprägt ist und permanent im Krieg steht. Der Grundton ist bewusst überzeichnet: Es gibt keine strahlenden Helden, nur Fraktionen mit unterschiedlichen Graden an Rücksichtslosigkeit. Dieser Hintergrund ist über Jahrzehnte gewachsen und füllt inzwischen Hunderte von Romanen.

Die großen Fraktionen

  • Das Imperium der Menschheit: die zahlenmäßig größte Macht, getragen von einfachen Soldaten der planetaren Armeen, den Kriegerorden der Space Marines als genetisch veränderte Elitekrieger, den Techpriestern und diversen weiteren Organisationen.
  • Das Chaos: abtrünnige Menschen und Space Marines, die sich übernatürlichen Mächten zugewandt haben. Spielerisch oft ein Spiegelbild der imperialen Armeen, mit anderen Schwerpunkten.
  • Die Xenos-Völker: alle nichtmenschlichen Fraktionen. Dazu gehören die kriegslustigen und bewusst humorvoll angelegten Orks, die technologisch überlegenen, aber schwindenden Eldar in mehreren Ausprägungen, die uralten Maschinenwesen der Necrons, die schwarmartig vorrückenden Tyraniden sowie die vergleichsweise jungen, hochtechnisierten T’au.

Jede Fraktion spielt sich merklich anders. Orks leben von Masse und Nahkampf, T’au von Feuerkraft auf Distanz, Necrons davon, dass zerstörte Einheiten wieder aufstehen. Welche Armee zu Ihnen passt, entscheidet sich für viele zuerst über die Optik der Miniaturen und erst danach über die Regeln.

Aktueller Editionsstand

Warhammer 40.000 wird in Editionen weiterentwickelt. Im Juni 2026 ist die elfte Edition erschienen, eingeführt über eine große Zwei-Spieler-Box mit dem Titel Armageddon, in der Space Marines auf Orks treffen. Ältere Miniaturen bleiben dabei üblicherweise verwendbar, die Regeln und die Armeelisten werden jedoch neu gefasst. Wer heute einsteigt, sollte sich an den aktuellen Regelunterlagen orientieren und nicht an älteren Büchern aus dem Gebrauchtmarkt.

Age of Sigmar und die frühere Alte Welt

Neben der Science-Fiction-Reihe gibt es die Fantasy-Linie. Bis 2015 spielte diese in der sogenannten Alten Welt, einem an das europäische Spätmittelalter angelehnten Kontinent mit Menschenreichen, Zwergen, Elfen, Orks und Untoten. 2015 beendete der Hersteller diese Spielwelt mit einer Erzählung, in der sie zerstört wurde, und ersetzte sie durch Warhammer Age of Sigmar. Dieses System spielt in einem Gefüge aus mehreren magischen Reichen statt auf einem Kontinent und ist deutlich mythologischer angelegt. Die Regeln sind schlanker und schneller als beim Vorgänger. Age of Sigmar befindet sich seit 2024 in seiner vierten Edition.

Der Bruch von 2015 war unter Fans umstritten. Der Hersteller hat darauf reagiert und die alte Spielwelt später als eigenständige Reihe zurückgebracht: Warhammer: The Old World ist ein Regelsystem für große Blöcke aus Infanterie, das bewusst an das klassische Fantasy-Spiel anknüpft und in einem früheren Zeitabschnitt der Alten Welt angesiedelt ist. 2026 ist dafür ein überarbeitetes Grundset für zwei Personen erschienen. Beide Fantasy-Linien werden parallel gepflegt und sprechen unterschiedliche Vorlieben an: Age of Sigmar eher heldenhafte Einzelmodelle und schnelle Partien, The Old World eher formierte Regimenter und klassische Schlachtordnungen.

Die bekannten Völker finden sich in beiden Linien wieder, teils unter neuen Namen: Menschenreiche, Zwerge, Hochelfen und Dunkelelfen, Waldbewohner, Grünhäute, Untotenheere, Chaosanhänger und Echsenvölker.

Einstieg für Neulinge

Für die erste Partie brauchen Sie weniger, als der Umfang des Hobbys vermuten lässt: eine kleine Menge Miniaturen, das Grundregelwerk, eine Handvoll Würfel, ein Maßband und eine Tischfläche. Geländestücke lassen sich anfangs improvisieren, viele Vereine und Läden stellen sie ohnehin.

Der übliche Weg ist eine Einsteigerbox. Kleine Sets mit wenigen Modellen und einer verkürzten Regelfassung liegen im niedrigen bis mittleren zweistelligen Eurobereich und eignen sich zum Ausprobieren. Größere Zwei-Spieler-Boxen enthalten zwei komplette Kleinarmeen, das Regelbuch und Zubehör und kosten je nach Umfang etwa 100 bis 250 Euro. Rechnen Sie für eine turnierfähige Armee mittlerer Größe über einen längeren Zeitraum mit einem dreistelligen Betrag, verteilt auf viele Monate. Wichtig ist die Reihenfolge: erst spielen, dann entscheiden, ob und wie viel Sie ausbauen. Der Gebrauchtmarkt und Angebote von Fachhändlern senken die Kosten spürbar.

Wo gespielt wird, ist regional verschieden. Fachgeschäfte für Brett- und Tabletopspiele haben häufig Spieltische und feste Termine, an denen Interessierte ohne Voranmeldung vorbeikommen können. Daneben gibt es in vielen Städten Vereine und lose Spielrunden, oft mit Anfängerabenden. Ein Blick in lokale Terminkalender oder eine kurze Nachfrage im nächsten Fachgeschäft ist meist der schnellste Weg zur ersten Partie. Erfahrene Spielerinnen und Spieler erklären in aller Regel gern.

Miniaturen bemalen

Die Miniaturen kommen ungebaut und ungrundiert. Sie werden zusammengeklebt, grundiert und bemalt. Für viele ist genau das der eigentliche Reiz: Man arbeitet mit den Händen, sieht schnelle Fortschritte und gestaltet ein Ergebnis, das komplett einem selbst gehört.

Die Grundausstattung ist überschaubar: ein Seitenschneider zum Lösen der Teile vom Gussrahmen, ein Bastelmesser oder eine Feile zum Entgraten, Plastikkleber, eine Grundierung aus der Sprühdose oder zum Pinseln, drei bis vier Pinsel in unterschiedlichen Stärken, eine kleine Farbauswahl, ein Wasserglas und eine Palette. Damit kommen Sie unter 50 Euro aus.

Die ersten Schritte sind immer gleich: grundieren, Grundfarben flächig auftragen, mit einer dünnflüssigen dunklen Farbe die Vertiefungen betonen, anschließend Kanten und erhabene Stellen mit einem helleren Ton absetzen. Allein diese vier Schritte lassen eine Figur auf dem Spieltisch fertig aussehen. Beginnen Sie an einer Miniatur, die Ihnen nicht wichtig ist, und akzeptieren Sie, dass die ersten Modelle nicht perfekt werden. Der Unterschied zwischen Ihrer ersten und Ihrer zwanzigsten Figur wird deutlich sichtbar sein.

Deutschsprachige Anlaufstellen

Für Hintergrundwissen ist das Lexicanum die zentrale deutschsprachige Adresse, ein von Freiwilligen gepflegtes Wiki mit Artikeln zu Völkern, Personen, Planeten und Ereignissen. Es liegt unter wh40k-de.lexicanum.com für Warhammer 40.000 und unter whfb-de.lexicanum.com für Warhammer Fantasy und Age of Sigmar.

Für Neuigkeiten, Rezensionen und Vorschauen zu Miniaturen und Regelwerken ist Brückenkopf-Online das größte deutschsprachige Nachrichtenportal des Hobbys und erscheint mehrmals täglich. Zum Austausch mit anderen eignen sich Foren: GW-Fanworld ist mit über drei Millionen Beiträgen die größte deutschsprachige Community rund um die Spiele von Games Workshop, TabletopWelt deckt systemübergreifend das gesamte Hobby einschließlich Bemalung, Gelände und 3D-Druck ab, und das Warhammer-Board hat einen Schwerpunkt auf den Fantasy-Systemen. In allen dreien finden sich Bereiche für Einsteigerfragen, Armeeprojekte und die Suche nach Mitspielern in der eigenen Region. Weitere allgemeine Themen und Nachschlagbares finden Sie in unserer Rubrik Wissenswert.

Zum Schluss

Tabletop verbindet drei Dinge, die sonst selten zusammenkommen: ein taktisches Spiel, eine handwerkliche Tätigkeit und eine Erzählwelt, in die man so tief eintauchen kann, wie man möchte. Man muss nicht alles davon mitmachen. Manche bemalen ausschließlich und spielen nie, andere spielen wöchentlich und lesen keine Romane. Wenn Sie hineinschnuppern möchten, ist der pragmatischste Einstieg eine kleine Box, ein Nachmittag mit Pinsel und Kleber und eine erste Partie mit jemandem, der die Regeln bereits kennt.

Warhammer, Warhammer 40.000, Age of Sigmar und The Old World sind Marken der Games Workshop Group. Diese Seite ist ein unabhängiges redaktionelles Angebot und steht in keiner Verbindung zum Hersteller.