Ja, es ist möglich in Deutschland einen Gebrauchtwagen zu leasen. Dieser Marktbereich steigt in Deutschland sogar jährlich. Bei diesen Gebrauchtwagen handelt es sich in der Regel um junge Gebrauchtwagen, Leasingrückläufer oder Jahreswagen. Der Vorteil des Gebrauchtwagenleasing ist die monatliche niedrigere Rate. Verglichen mit einem Neuwagen sogar deutlich niedriger. Ein weiterer Vorteil ist die sofortige Verfügbarkeit des Fahrzeugs. Viele Fahrzeuge besitzen sogar noch eine Restlaufzeit der Neuwagengarantie des Herstellers.
Sie nutzen damit ein fast neues Fahrzeug, besitzen es aber nicht. Vor dem Abschluss des Leasingvertrages ist es empfehlenswert, die Rückgabebedingungen genau zu überprüfen. Das gilt auch für die Überprüfung des Fahrzeugs. Selbst junge Gebrauchtwagen können schon einen Unfallschaden davongetragen haben. Auf der Plattform von CarVertical können Sie die Fahrzeughistorie nachsehen. Sie erfahren hier, ob die Wartungen rechtzeitig durchgeführt wurden und ob es schon zu Unfallschäden gekommen ist.
Kurze Antwort
Die wichtigsten Fragen zum Gebrauchtwagen Leasing werden hier kurz beantwortet. Im folgenden Beitrag erfahren Sie ausführlichere Details.
- Ja, ein gebrauchtes Auto leasen ist in Deutschland möglich.
- Angeboten werden Gebrauchtwagen zum Leasen von Herstellern und Händlern.
- Angeboten werden junge Gebrauchte, Jahreswagen und Leasingrückläufer.
- Die Fahrzeughistorie und andere wichtige Faktoren am Auto.
- Gebrauchtwagenleasing eignet sich für Menschen, die ein Fahrzeug günstig nutzen, aber nicht besitzen möchten.
Weitere Informationen und Wissenswertes zum Gebrauchtwagen Leasing erfahren Sie hier im Beitrag.
Was ist Gebrauchtwagenleasing in Deutschland?
Das gebrauchte Auto leasen in Deutschland ist eine Art der Fahrzeugüberlassung gegen eine monatliche Gebühr. Dabei wird kein Neuwagen genutzt, sondern ein gebrauchtes Fahrzeug. Verglichen werden kann diese Art der Fahrzeugnutzung mit einem Mietvertrag. Sie bezahlen für einen vorher festgelegten Zeitraum monatlich einen festgelegten Beitrag.
Während dieses Zeitraums können Sie ein Fahrzeug nutzen, das Eigentum des Leasinggebers ist. Bei den zur Verfügung gestellten Fahrzeugtypen handelt es sich um Jahreswagen, “junge” Gebrauchte und Leasing-Rückläufer. Diese Fahrzeuge sind in der Regel gut gepflegt und technisch in Ordnung. Die Kosten für das Gebrauchtwagen privat leasen sind jedoch niedriger als bei einem Neuwagen.
Der Grund dafür ist, dass der höchste Wertverlust bereits stattgefunden hat. Die Leasingverträge laufen in der Regel über einen Zeitraum zwischen 12 und 48 Monaten. Die Kilometerleistung und die Laufzeit können flexibel vereinbart werden. Am Ende der Laufzeit wird das Fahrzeug einfach zurückgegeben. Der Eigentümer des Fahrzeugs ist über den gesamten Zeitraum die Leasinggesellschaft. Sie bleiben nur der Nutzer.
So funktioniert es (Schritt für Schritt):
Rechtlich gesehen handelt es sich beim Gebrauchtwagenleasing um den gleichen Vorgang wie beim Neuwagenleasing. Der große Vorteil hier ist, dass das Fahrzeug sofort zur Verfügung steht. Der Ablauf hier Schritt für Schritt:
- Fahrzeug und den Vertrag wählen
Aufgrund dessen, dass es sich um ein gebrauchtes Fahrzeug handelt, können die Farbe und die Ausstattung nicht gewählt werden. Man kann nur ein Fahrzeug, das bereits beim Händler steht, auswählen. Nachdem man sich für ein Fahrzeug entschieden hat, wird der Leasingvertrag gewählt. Die Leasinglaufzeit (zwischen 12 und 48 Monaten) und die jährliche Kilometerleistung werden festgelegt.
- Bonität/Voraussetzungen
Sobald das Angebot erstellt wurde, wird die Bonität vom Leasinggeber überprüft. Als Privatperson wird von Ihnen der Personalausweis, eine positive Schufa-Auskunft und die letzten drei Nachweise für den monatlichen Bezug benötigt. Erst nach der positiven Überprüfung kommt es zum Vertragsabschluss.
- Versicherung und Fahrzeugübergabe
Nachdem der Vertrag zugesagt wurde, erfolgt die Unterschrift auf dem Leasingvertrag. Gleichzeitig muss eine Versicherung abgeschlossen werden. Bei einem Gebrauchtwagenleasing ist eine Vollkasko-Versicherung in der Regel Pflicht. Wurden alle Formalitäten abgeschlossen, wird das Fahrzeug vom Leasinggeber übergeben.
Bei der Übernahme des Gebrauchtwagens wird das Übergabeprotokoll erstellt. In diesem wird der Zustand des Fahrzeugs bei der Übergabe festgehalten. Gebrauchsspuren, eventuelle Kratzer oder Dellen werden notiert. Diese Vorgehensweise ist zu Ihren Gunsten. Bei der Rückgabe des Fahrzeugs können diese Schäden nicht verrechnet werden. In den meisten Fällen ist die erste Leasingrate bei der Fahrzeugübergabe fällig.
- Nutzung und Rückgabe am Ende der Leasinglaufzeit
Ist die Leasinglaufzeit abgelaufen, wird das Fahrzeug an den Leasinggeber zurückgegeben. Bei der Rücknahme wird der Gebrauchtwagen von einem Gutachter überprüft und bewertet. Mehrkilometer oder Schäden, die über ein normales Maß hinausgehen, müssen bezahlt werden. Normale Gebrauchsspuren durch die Nutzung werden nicht berechnet.
Vier einfache Schritte und das Gebrauchtwagen leasen privat ist durchgeführt. So einfach kommt man zu einem relativ neuen Fahrzeug. Zusätzlich muss man sich um einen Verkauf keine Gedanken machen.

Leasing vs. Kauf
Eine Entscheidung zwischen dem Leasing oder Kaufen eines Gebrauchtwagen hängt von dem zur Verfügung stehenden Budget und der gewünschten Flexibilität ab. Mit dem folgenden Vergleich ist die Entscheidungsfindung Leasing oder Kauf einfacher.
| Leasing | Kauf (Barzahlung/Finanzierung) | |
| Eigentümer | Der Leasinggeber | Man ist selbst Eigentümer (nach Ablauf der Finanzierung) |
| Nutzung | Kilometerbegrenzung | Unbegrenzte Kilometer |
| Kosten | Monatliche planbare Raten | Hohe Kaufkosten oder Kreditraten |
| Wartung | Regelmäßige Wartung ist oft durch Full Service Pakete möglich. | Die Wartungskosten werden vollständig selbst übernommen. |
| Ablauf bzw. Ende | Rückgabe des Fahrzeugs oder Übernahme | Weiternutzung nach Beendigung der Rückzahlung der Finanzierung oder nach Belieben Verkauf. |
In diesem Vergleich werden nur die wichtigsten Faktoren einander gegenübergestellt. Mit diesen Informationen können Sie sicherlich einfacher eine Entscheidung für sich treffen.
Falls Sie sich für das Gebrauchtwagen Leasing entscheiden eine kurze Checkliste: Darauf sollten Sie achten:
- Leasingvertrag – Kilometer vs. Restwert Leasing: Das Kilometerleasing sollte bevorzugt werden, um kein finanzielles Risiko durch den Restwert einzugehen.
- Rückgabebedingungen: Ein Schadensprotokoll vor dem Leasing-Abschluss erstellen, um später hohe Kosten zu vermeiden.
- GAP-Deckung: Überprüfung der Versicherung, ob bei einem Totalschaden der Differenzbetrag zum Leasingwert gedeckt ist.
- Sonderzahlungen: Raten-Vergleich ohne und mit Anzahlung für eine bessere Kostenkontrolle.
Mit diesen Punkten werden die wichtigsten Faktoren für den Gebrauchtwagen privat leasen abgedeckt. Damit gehen Sie kein finanzielles Risiko ein.
Vor- und Nachteile des Gebrauchtwagenleasings
Ein gebrauchtes Auto leasen hat einige Vor- und Nachteile. Diese sollten vor dem Leasing unbedingt gut überlegt werden. Die Vorteile und Nachteile im Überblick:
| Vorteile | Nachteile |
| Schnelle Verfügbarkeit, weil sich der Gebrauchtwagen bereits beim Händler befindet. | Die Auswahlmöglichkeiten sind eingeschränkt. Man muss sich für ein zur Verfügung stehendes Fahrzeug entscheiden. |
| Niedrige Raten, da der größte Wertverlust bereits stattgefunden hat. | Höheres Risiko für Reparaturen im Gegensatz zu einem neuen Fahrzeug. Es kann bereits Verschleiß bestehen. |
| Garantie sehr häufig noch vorhanden durch eine Restlaufzeit oder Gebrauchtwagengarantie. | Zustandsprüfung bei Rückgabe. Die Rückgabe kann teuer werden. Bei einigen Verträgen ist die vorzeitige Rückgabe des Fahrzeugs mit hohen Kosten verbunden. |
Zusätzlich ist noch die Vertragsstarre des Leasingvertrages zu berücksichtigen. Den Leasingvertrag vorzeitig zu beenden, kann Kosten entstehen lassen.
Wichtige Vertragsarten: Kilometerleasing vs. Restwertleasing
Für das Gebrauchtwagen Leasing stehen zwei grundlegende Vertragsvarianten zur Wahl. Diese beiden Varianten unterscheiden sich nur in einem Punkt. Wer schlussendlich das finanzielle Risiko für das geleaste Fahrzeug übernimmt.
Das Kilometerleasing – eine planbare Variante
Beim Kilometerleasing handelt es sich um die am häufigsten gewählte Variante. Sie ist besonders gut für Privatpersonen geeignet. Bei dieser Variante wird eine fixe Laufleistung festgelegt. Zum Beispiel 10.000 km pro Jahr. Am Ende der Leasinglaufzeit wird die Abrechnung basierend auf den gefahrenen Kilometern berechnet. Das bedeutet, dass man weniger oder mehr als die vereinbarten Kilometer gefahren ist.
Das Restwertrisiko wird bei dieser Variante vom Leasinggeber getragen. Sinkt zum Beispiel der Marktwert des Fahrzeugs, betrifft das den Leasingnehmer nicht. Daraus entsteht der Vorteil für den Leasingnehmer, dass Transparenz und eine hohe Kalkulationssicherheit vorhanden sind. Der einzige Nachteil dieser Variante ist eine oft teure Nachzahlung, wenn die vereinbarten Kilometer überschritten werden.
Das Restwertleasing – eine spekulative Variante
Die zweite Variante ist das Restwertleasing. Diese Variante eignet sich in der Regel nicht für Privatpersonen. Aus diesem Grund wird sie auch nicht empfohlen. Für Aufklärungszwecke wird sie hier kurz erklärt.
Beim Restwertleasing wird das Fahrzeug vor dem Beginn des Leasingvertrages geschätzt. Gleichzeitig wird berechnet, welchen Wert das Fahrzeug am Ende der Leasinglaufzeit haben wird. Aufgrund dieser Schätzung wird danach die Leasingrate berechnet. Bei der Rückgabe des Fahrzeugs wird der vertraglich festgelegte Restwert mit dem tatsächlichen Marktwert verglichen.
Durch diese Vorgehensweise bleibt das Restwertrisiko beim Leasingnehmer. Ist das Fahrzeug am Ende des Leasingvertrages weniger wert als zu Beginn geschätzt, muss die Differenz nachgezahlt werden. Diese Variante wird deshalb für Privatpersonen nicht empfohlen, weil der Restwert sehr schwer einzuschätzen ist. Aus diesem Grund können unvorhersehbare hohe Kosten am Ende des Leasingvertrags entstehen.
Hinweis: Bei beiden Varianten wird bei der Rückgabe des Fahrzeugs eine Überprüfung durchgeführt. Dafür wird ein Rückgabeprotokoll angefertigt. Aus diesem Grund sollten die Verschleißdefinition und die Selbstbeteiligungsgebühr von vornherein geklärt werden.
Papierkram und Registrierung
Sobald der Leasingvertrag für das Gebrauchtwagen Leasing abgeschlossen ist, muss das Fahrzeug angemeldet werden. Die Besonderheit bei der Anmeldung ist, dass die Zulassungsbescheinigung Teil II bei der Bank liegt. Die Bank sendet dieses Dokument in der Regel direkt an die Zulassungsstelle.
Für die Anmeldung werden folgende Dokumente benötigt:
- Eine elektronische Versicherungsbestätigung als Nachweis der Vollkasko-Versicherung.
- Für den Einzug der Kfz-Steuer ein SEPA-Mandat.
- Wird das Fahrzeug nicht selbst angemeldet, gibt es eine Vollmacht und Erlaubnis des Leasinggebers.
- Den Nachweis (HU/AU-Bericht) für die gültige Hauptuntersuchung
Hinweis: Je nach Anbieter übernimmt möglicherweise der Händler/das Leasingunternehmen die Registrierung. Wenn der Leasingnehmer dies tun muss (oder die Dokumente verstehen muss), hier einige Tipps: Was braucht man zum Auto ummelden.
Checkliste vor Vertragsabschluss
Bevor der Leasingvertrag unterschrieben wird, sollten einige Punkte unbedingt abgeklärt werden. Damit werden eventuell auftretende Fragen oder Probleme frühzeitig vermieden.
Die Checkliste vor Vertragsabschluss enthält:
- Überprüfung des Fahrzeugzustand inklusive Kratzer, Abnutzung, Bremsen und Reifen.
- Den Prüfstatus bzw. die Servicehistorie bestätigen lassen.
- Die Rückgabebedingungen prüfen – Schadenkatalog einsehen.
- Die gesamten Kosten (Rate + Versicherung + Gebühren + Mehrkilometer) vergleichen.
- Über die Bedingungen einer vorzeitigen Beendigung des Leasingvertrags informieren.
Nutzen Sie die Checkliste, um auf Nummer sicher zu gehen. So wird das Gebrauchtwagenleasing für Sie sicherlich angenehmer.
Fazit
Einen Gebrauchtwagen privat leasen ist in Deutschland möglich. Es eignet sich besonders für Fahrer, die eine kurze bis mittlere Laufzeit und planbare Kosten wünschen. Vor dem Gebrauchtwagenleasing sind jedoch unbedingt die Leasingvoraussetzungen genau zu überprüfen.
Dabei sollten auch die Rückgabebedingungen genau geprüft werden. Der Fahrzeugzustand ist genau zu überprüfen und ein Protokoll erstellt werden. Bei einem Kilometerleasing ist darauf zu achten, dass die Kilometerzahl realistisch gewählt wird. Dadurch werden zusätzliche Kosten bei der Rückgabe vermieden. Anschließend ist die Zulassung des Leasingfahrzeuges zu klären. Sind alle Punkte überprüft und abgeklärt, steht der Unterschrift des Leasingvertrages nichts mehr im Wege.

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