Schüßler-Salze sind 12 homöopathisch aufbereitete Mineralsalze, die laut der Lehre des deutschen Arztes Wilhelm Heinrich Schüßler Mangelzustände im Körper ausgleichen sollen. Welche Schüßler-Salze für was geeignet sind, hängt von den Beschwerden ab: Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) gilt zum Beispiel als klassisches Mittel bei Krämpfen, Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) bei Erkältungen im Frühstadium und Nr. 11 (Silicea) bei Hautproblemen. Wichtig: Schüßler-Salze ersetzen keine ärztliche Behandlung.
Key Takeaways
- Schüßler-Salze umfassen 12 Grundmittel (Funktionsmittel), die nach dem Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler benannt sind und als niedrig potenzierte Mineralsalze in Apotheken erhältlich sind.
- Welche Schüßler-Salze für was eingesetzt werden, richtet sich nach dem Beschwerdebild: Kopfschmerzen, Erkältung, Schlafprobleme, Hautunreinheiten und Verdauungsbeschwerden haben jeweils zugeordnete Nummern.
- Nr. 7 Magnesium phosphoricum ist das bekannteste Einzelmittel und wird bei Krämpfen, Nervenschmerzen und Verspannungen eingesetzt.
- Schüßler-Salze sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt; klinische Studien fehlen weitgehend.
- Kombinationen mehrerer Salze sind möglich und in der Praxis üblich, sollten aber gezielt und nicht wahllos erfolgen.
- Für Kinder gelten dieselben Mittel, jedoch in niedrigerer Dosierung und nach Rücksprache mit einem Arzt oder Heilpraktiker.
- Nebenwirkungen sind selten, aber Laktoseintoleranz und bestimmte Erkrankungen können Einschränkungen bedeuten.
- Schüßler-Salze sind in jeder Apotheke sowie in vielen Online-Apotheken erhältlich, meist als Tabletten in D6-Potenz.

Was sind Schüßler-Salze und wie wirken sie?
Schüßler-Salze sind niedrig potenzierte Mineralsalzpräparate, die der Arzt Wilhelm Heinrich Schüßler (1821-1898) entwickelte. Seine These: Krankheiten entstehen durch einen Mangel an bestimmten Mineralsalzen in den Körperzellen. Die Mittel sollen diesen Mangel regulieren, nicht ersetzen.
Die Aufbereitung erfolgt nach homöopathischen Prinzipien, meist in der Potenz D6 (sechsfache Dezimalpotenz). Schüßler selbst grenzte sein System von der klassischen Homöopathie ab und nannte es „Biochemie. In der Praxis werden die Tabletten unter der Zunge aufgelöst, damit die Schleimhäute die Mineralstoffe direkt aufnehmen können.
Wichtig zu verstehen: Der Wirkmechanismus ist nicht konventionell-pharmakologisch erklärbar. Die tatsächliche Mineralstoffmenge in einer D6-Tablette ist sehr gering. Die Wirkung wird eher als „Informationsübertragung“ oder Regulation beschrieben, was wissenschaftlich umstritten ist.
Schüßler-Salze Liste: Alle 12 Funktionsmittel im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt alle 12 Grundmittel mit ihren Hauptanwendungsgebieten auf einen Blick.
| Nr. | Name | Hauptanwendung |
|---|---|---|
| 1 | Calcium fluoratum | Bindegewebe, Gelenke, Zähne, Venen |
| 2 | Calcium phosphoricum | Knochen, Wachstum, Zähne, Erschöpfung |
| 3 | Ferrum phosphoricum | Entzündungen, Erkältungsbeginn, Fieber |
| 4 | Kalium chloratum | Schleimhäute, zweites Erkältungsstadium |
| 5 | Kalium phosphoricum | Nerven, Erschöpfung, Schlafprobleme |
| 6 | Kalium sulfuricum | Haut, Schleimhäute, drittes Erkältungsstadium |
| 7 | Magnesium phosphoricum | Krämpfe, Schmerzen, Verspannungen |
| 8 | Natrium chloratum | Wasserhaushalt, Schleimhäute, Stimmung |
| 9 | Natrium phosphoricum | Säure-Basen-Haushalt, Verdauung, Sodbrennen |
| 10 | Natrium sulfuricum | Leber, Galle, Entgiftung, Wassereinlagerungen |
| 11 | Silicea | Haut, Haare, Nägel, Bindegewebe |
| 12 | Calcium sulfuricum | Eiterungen, Wundheilung, Haut |
Welche Schüßler-Salze bei Kopfschmerzen, Erkältung und Schlafproblemen?
Drei der häufigsten Anwendungsfragen lassen sich klar beantworten:
Kopfschmerzen: Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei spannungsbedingten Kopfschmerzen und Krämpfen, Nr. 5 (Kalium phosphoricum) bei Kopfschmerzen durch Erschöpfung oder Stress. Die sogenannte „Heiße Sieben“ ist hier besonders bekannt: Nr. 7 in heißem Wasser aufgelöst, langsam getrunken.
Erkältung: Die Erkältung wird in drei Stadien aufgeteilt:
- Stadium 1 (Beginn, Fieber, Entzündung): Nr. 3 Ferrum phosphoricum
- Stadium 2 (weißlicher Schleim, Schwellung): Nr. 4 Kalium chloratum
- Stadium 3 (gelblicher Schleim, Ausklingen): Nr. 6 Kalium sulfuricum
Schlafprobleme: Nr. 5 (Kalium phosphoricum) gilt als das klassische Mittel bei nervöser Erschöpfung und Einschlafproblemen. Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) ergänzt bei Unruhe und nächtlichen Krämpfen. Wer abends grübelt und innerlich angespannt ist, greift häufig zur Kombination aus Nr. 5 und Nr. 7.
Schüßler-Salze für Haut und Unreinheiten: Welche Nummer hilft bei Pickeln?
Bei Hautunreinheiten, Pickeln und Akne werden vor allem drei Mittel empfohlen: Nr. 11 (Silicea), Nr. 12 (Calcium sulfuricum) und Nr. 9 (Natrium phosphoricum).
- Nr. 11 Silicea stärkt das Bindegewebe und fördert die Hautelastizität. Es wird bei unreiner Haut, schwachen Nägeln und stumpfem Haar eingesetzt.
- Nr. 12 Calcium sulfuricum gilt als Mittel bei Eiterungen, eitrigen Pickeln und schlecht heilenden Wunden.
- Nr. 9 Natrium phosphoricum wird bei fettig-glänzender Haut und Akne eingesetzt, die mit Säureüberschuss in Verbindung gebracht wird.
Viele Anwender kombinieren Nr. 11 und Nr. 12 über mehrere Wochen. Ergebnisse zeigen sich, wenn überhaupt, erst nach vier bis acht Wochen regelmäßiger Einnahme.
Magnesium phosphoricum (Nr. 7): Dosierung und Anwendung
Nr. 7 Magnesium phosphoricum ist das meistverwendete Schüßler-Salz. Es wird bei Muskelkrämpfen, Menstruationsschmerzen, Nervenschmerzen und Verspannungen eingesetzt.
Standarddosierung für Erwachsene: 3 bis 6 Tabletten täglich, unter der Zunge zergehen lassen. Bei akuten Krämpfen kann die „Heiße Sieben“ angewendet werden: 10 Tabletten in 200 ml heißem Wasser auflösen und schluckweise trinken. Die Wärme soll die Aufnahme beschleunigen.
Wähle Nr. 7, wenn:
- Krämpfe durch Kälte oder Stress ausgelöst werden
- Schmerzen durch Wärme besser werden
- Menstruationskrämpfe im Vordergrund stehen
Nicht Nr. 7, wenn: Die Beschwerden eher mit Erschöpfung und Antriebslosigkeit zusammenhängen (dann eher Nr. 5).
Unterschied zwischen Schüßler-Salzen, Biochemie und Homöopathie
Schüßler-Salze werden oft mit klassischer Homöopathie gleichgesetzt, sind aber nicht identisch. Schüßler selbst nannte sein System „Biochemie“ und lehnte viele homöopathische Grundsätze ab.
| Merkmal | Schüßler-Salze | Klassische Homöopathie |
|---|---|---|
| Potenz | Meist D6 (niedrig) | D12, C30 und höher |
| Prinzip | Mineralstoff-Regulation | Ähnlichkeitsprinzip |
| Mittelauswahl | Nach Symptom/Mineral | Nach Konstitution |
| Anzahl Mittel | 12 Grundmittel | Tausende Mittel |
Der wesentliche Unterschied: Bei Schüßler-Salzen steht der fehlende Mineralstoff im Vordergrund, nicht das homöopathische Ähnlichkeitsprinzip („Similia similibus curentur“).
Sind Schüßler-Salze wissenschaftlich belegt?
Nein, Schüßler-Salze sind wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Es fehlen qualitativ hochwertige, randomisierte klinische Studien, die eine Wirksamkeit über den Placeboeffekt hinaus nachweisen.
Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) registriert Schüßler-Salze als homöopathische Arzneimittel, was bedeutet: Sie müssen keine Wirksamkeit nachweisen, nur Unbedenklichkeit. Wer Schüßler-Salze anwendet, tut dies auf Basis von Erfahrungswissen und persönlicher Überzeugung, nicht auf Basis klinischer Evidenz.
Nebenwirkungen und Kontraindikationen
Schüßler-Salze gelten allgemein als gut verträglich. Mögliche Einschränkungen:
- Laktoseintoleranz: Die meisten Tabletten enthalten Laktose als Trägerstoff. Betroffene sollten auf laktosefreie Alternativen oder Globuli ausweichen.
- Phenylketonurie: Einige Präparate enthalten Aspartam; Packungsbeilage prüfen.
- Schwangerschaft und Stillzeit: Grundsätzlich als unbedenklich eingestuft, aber ärztliche Rücksprache empfohlen.
- Ersatz für Schulmedizin: Schüßler-Salze sollten ernsthafte Erkrankungen nie ersetzen. Bei anhaltenden oder starken Beschwerden immer einen Arzt aufsuchen.
Schüßler-Salze kombinieren: Was ist erlaubt?
Mehrere Schüßler-Salze gleichzeitig einzunehmen ist möglich und in der Praxis üblich. Es gibt keine bekannten Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Mitteln.
Praktische Regeln:
- Nicht mehr als drei bis vier Mittel gleichzeitig, um den Überblick zu behalten.
- Tabletten einzeln nacheinander nehmen, nicht zusammen in den Mund.
- Fertigkombinationen (z. B. „Schüßler-Salze Erkältungsset“) sind im Handel erhältlich und für Einsteiger praktisch.
Ein häufig verwendetes Duo: Nr. 3 + Nr. 4 bei Erkältung im zweiten Stadium. Ein weiteres: Nr. 1 + Nr. 11 für Bindegewebe und Haut.
Schüßler-Salze für Kinder: Sicher und richtig dosieren
Schüßler-Salze werden häufig auch bei Kindern eingesetzt, zum Beispiel Nr. 2 (Calcium phosphoricum) zur Unterstützung des Knochenwachstums oder Nr. 3 (Ferrum phosphoricum) bei Erkältungsbeginn.
Dosierungshinweis (Erfahrungswerte, kein medizinischer Standard):
- Kleinkinder (1-3 Jahre): 1 Tablette pro Einnahme
- Kinder (4-12 Jahre): 1-2 Tabletten pro Einnahme
- Erwachsene: 2-3 Tabletten pro Einnahme
Tabletten können in etwas Wasser aufgelöst werden. Vor der Anwendung bei Kindern unter zwei Jahren oder bei chronischen Erkrankungen immer einen Kinderarzt oder Heilpraktiker hinzuziehen.
Schüßler-Salze kaufen: Apotheke oder Online?
Schüßler-Salze sind rezeptfrei in jeder deutschen Apotheke erhältlich. Bekannte Hersteller sind unter anderem DHU (Deutsche Homöopathie-Union) und Pflüger.
Kaufoptionen:
- Apotheke vor Ort: Beratung inklusive, sofortige Verfügbarkeit.
- Online-Apotheke: Oft günstiger, größeres Sortiment, auch Kombipakete erhältlich.
- Drogerie: Einige Drogerien führen die gängigsten Nummern (Nr. 3, Nr. 7, Nr. 11).
Ein 80-Tabletten-Fläschchen kostet in der Apotheke je nach Hersteller zwischen 4 und 8 Euro (Stand 2026, Schätzung auf Basis üblicher Apothekenpreise). Die Kosten werden von gesetzlichen Krankenkassen in der Regel nicht übernommen.

Welche Schüßler-Salze für was: Häufige Fragen (FAQ)
Welches Schüßler-Salz bei Stress und Erschöpfung? Nr. 5 (Kalium phosphoricum) ist das klassische Mittel bei nervöser Erschöpfung, Konzentrationsschwäche und Stress. Es wird auch „das Nervenmittel“ genannt.
Welches Schüßler-Salz bei Gelenkschmerzen? Nr. 1 (Calcium fluoratum) und Nr. 2 (Calcium phosphoricum) werden bei Gelenkbeschwerden, Arthrose und Knochenschmerzen empfohlen. Nr. 7 ergänzt bei schmerzhaften Verspannungen.
Kann ich Schüßler-Salze dauerhaft nehmen? Ja, eine Daueranwendung gilt als unbedenklich. Bei chronischen Beschwerden wird eine Kur von vier bis zwölf Wochen empfohlen, danach eine Pause oder Wechsel des Mittels.
Wie lange dauert es, bis Schüßler-Salze wirken? Bei akuten Beschwerden (z. B. Krämpfe) kann die Wirkung laut Anwendern innerhalb von Minuten eintreten. Bei chronischen Problemen (z. B. Hautbild, Bindegewebe) sind vier bis acht Wochen realistisch.
Welches Schüßler-Salz bei Rückenschmerzen? Nr. 7 (Magnesium phosphoricum) bei krampfartigen Rückenschmerzen, Nr. 11 (Silicea) bei Bandscheibenproblemen und Nr. 1 (Calcium fluoratum) bei Wirbelsäulenbeschwerden.
Welches Schüßler-Salz bei Verdauungsproblemen? Nr. 9 (Natrium phosphoricum) bei Sodbrennen und saurem Aufstoßen, Nr. 10 (Natrium sulfuricum) bei Blähungen und Verdauungsträgheit.
Sind Schüßler-Salze dasselbe wie Globuli? Nein. Globuli sind Kügelchen aus Zucker, die mit homöopathischen Mitteln imprägniert sind. Schüßler-Salze sind Tabletten aus Milchzucker mit dem jeweiligen Mineralsalz. Beide sind homöopathisch aufbereitet, aber unterschiedliche Darreichungsformen.
Welches Schüßler-Salz bei Haarausfall? Nr. 11 (Silicea) und Nr. 5 (Kalium phosphoricum) werden bei stressbedingtem oder strukturbedingtem Haarausfall empfohlen. Nr. 2 (Calcium phosphoricum) ergänzt bei allgemeiner Schwäche.
Fazit: Welche Schüßler-Salze für was einsetzen
Schüßler-Salze bieten für viele Menschen eine niedrigschwellige Möglichkeit zur Selbstbehandlung bei alltäglichen Beschwerden. Welche Schüßler-Salze für was geeignet sind, lässt sich anhand klarer Symptomzuordnungen bestimmen, wie dieser Ratgeber zeigt.
Meine Empfehlungen für den Einstieg:
- Beginne mit einem einzigen Mittel, das zu deinen Hauptbeschwerden passt (z. B. Nr. 7 bei Krämpfen, Nr. 3 bei Erkältungsbeginn).
- Nimm die Tabletten konsequent über mindestens vier Wochen ein, bevor du das Ergebnis bewertest.
- Kombiniere erst dann weitere Mittel, wenn du das erste gut verträgst und verstehst.
- Suche bei anhaltenden, starken oder unklaren Beschwerden immer einen Arzt auf. Schüßler-Salze sind eine ergänzende Methode, kein Ersatz für medizinische Diagnose und Behandlung.
- Kaufe in einer Apotheke oder seriösen Online-Apotheke, um Qualität und korrekte Potenz sicherzustellen.
Wer Schüßler-Salze mit realistischen Erwartungen und als Teil eines gesunden Lebensstils einsetzt, kann persönlich gute Erfahrungen machen, auch wenn die wissenschaftliche Evidenz fehlt.
Quellen
- Schüßler, W. H. (1873). Abgekürzte Therapie. Oldenburg: Schulze.
- Stiftung Warentest (2012). Homöopathie und Schüßler-Salze: Was steckt dahinter? Berlin: Stiftung Warentest.
- Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Homöopathische Arzneimittel: Zulassung und Registrierung. Bonn: BfArM. Abgerufen 2026 von https://www.bfarm.de
- Wiesenauer, M. & Kerckhoff, A. (2009). Schüßler-Salze: Das große Buch. Stuttgart: Gräfe und Unzer.

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