Schnittlauch einfrieren: in Röllchen, trocken, rieselfähig

Schnittlauch einfrieren – Titelbild

Schnittlauch ist das Kraut, das im Topf auf der Fensterbank immer als Erstes eingeht und im Beet plötzlich in rauen Mengen dasteht. Einfrieren ist hier die klar bessere Konservierung als Trocknen – getrockneter Schnittlauch schmeckt nach nichts. In Röllchen geschnitten und trocken eingefroren bleibt er rieselfähig und ist löffelweise dosierbar.

Das Wichtigste in Kürze

  • In Röllchen schneiden und trocken im Beutel oder Schraubglas einfrieren.
  • Sehr gründlich trocknen – sonst gibt es einen grünen Eisblock statt loser Röllchen.
  • Haltbarkeit: 6 bis 12 Monate.
  • Nicht auftauen: gefroren über die fertige Speise streuen.
  • Nicht als Deko: aufgetaute Röllchen fallen zusammen und glänzen dunkel.

Warum Trocknen beim Schnittlauch nicht funktioniert

Der Geschmack des Schnittlauchs kommt von schwefelhaltigen Verbindungen – denselben, die auch Zwiebeln und Knoblauch ihr Aroma geben. Diese Verbindungen sind ausgesprochen flüchtig und verschwinden beim Trocknen fast vollständig. Was übrig bleibt, sind grüne Flocken ohne Geschmack.

Kälte konserviert die Verbindungen dagegen zuverlässig. Gefrorener Schnittlauch riecht beim Öffnen des Beutels deutlich nach Schnittlauch – ein Test, den getrockneter nie besteht.

Schnittlauch einfrieren – Schritt für Schritt

  1. Ernten oder kaufen: Schneide den Schnittlauch etwa zwei Zentimeter über dem Boden ab, dann treibt er wieder aus.
  2. Waschen: kurz in kaltem Wasser schwenken.
  3. Sehr gründlich trocknen: in der Salatschleuder oder ausgebreitet auf einem Küchentuch, notfalls eine Stunde liegen lassen. Dieser Schritt entscheidet über das Ergebnis.
  4. In Röllchen schneiden: mit einem scharfen Messer, etwa drei bis fünf Millimeter breit. Ein stumpfes Messer quetscht die Halme und lässt Saft austreten.
  5. Verpacken: in einen Gefrierbeutel oder ein Schraubglas füllen, flach drücken, Luft heraus.
  6. Nach einer Stunde durchschütteln: so bleiben die Röllchen einzeln.

Die Alternative: Kräuterwürfel

Wer Schnittlauch vor allem für warme Gerichte braucht, kann ihn auch in der Eiswürfelform einfrieren: Röllchen in die Fächer geben, mit Wasser oder etwas Öl auffüllen und einfrieren. Ein Würfel entspricht etwa einem Esslöffel.

Der Vorteil: Die Kräuter sind vollständig von Luft abgeschlossen und halten dadurch etwas besser. Der Nachteil: Man bekommt immer eine ganze Portion samt Flüssigkeit, was für Quark oder Rührei nicht passt. Für Suppen und Saucen ist es dagegen ideal.

Gefrorenen Schnittlauch verwenden

VerwendungVorgehen
Kräuterquark, Dipsgefroren unterrühren, taut in Sekunden auf
Rührei und Omelettgefroren am Ende zugeben
Suppen und Saucengefroren einstreuen, nicht mehr kochen
Kartoffeln, Gemüseüber die heiße Speise streuen
Als Garnitur auf dem Tellernicht geeignet

Die Faustregel: Wo der Schnittlauch mitgerührt oder überstreut wird, ersetzt gefrorener den frischen vollwertig. Wo er als grüner Farbtupfer auf dem angerichteten Teller liegen soll, braucht es frischen.

Häufig gestellte Fragen

Wie lange hält eingefrorener Schnittlauch?

Sechs bis zwölf Monate. Nach etwa einem Jahr lässt das Aroma spürbar nach.

Muss ich Schnittlauch blanchieren?

Nein. Er verträgt das Einfrieren roh gut und würde durch Blanchieren nur Wasser ziehen.

Warum ist mein Schnittlauch zu einem Block gefroren?

Er war noch feucht. Trockne ihn beim nächsten Mal gründlicher und schüttle den Beutel nach der ersten Stunde im Gefrierfach einmal kräftig durch.

Kann ich Schnittlauchblüten einfrieren?

Die Blüten verlieren beim Einfrieren Form und Farbe. Interessanter ist es, sie in Essig einzulegen – das ergibt einen aromatischen, rosa gefärbten Kräuteressig.

Funktioniert das auch mit anderen Kräutern?

Ja, mit Petersilie, Dill, Kerbel und Koriander ganz genauso. Weiche, ölreiche Kräuter wie Basilikum gelingen dagegen besser in Öl püriert.

Weitere Kräuter: Petersilie einfrieren, Dill einfrieren und Basilikum einfrieren.

Eine Gesamtübersicht mit allen Blanchierzeiten und Haltbarkeiten findest du unter Gemüse einfrieren und blanchieren.

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