
Pro7, offiziell ProSieben, ist einer der reichweitenstärksten deutschen Privatsender und Teil der börsennotierten ProSiebenSat.1 Media SE. Nach Jahren des Ringens um die Kontrolle des Senders steht mittlerweile fest, wer das Sagen hat.
Die Antwort: Mehrheitsaktionär von ProSiebenSat.1 ist seit dem 4. September 2025 der italienische Medienkonzern MediaForEurope (MFE), der der Familie Berlusconi gehört. MFE hält seither rund 75,61 Prozent der Anteile.
Das Wichtigste in Kürze
- MediaForEurope (MFE) hält seit 4. September 2025 rund 75,61 Prozent an ProSiebenSat.1 und ist damit Mehrheitsaktionär.
- MFE gehört der italienischen Unternehmerfamilie Berlusconi, gegründet auf Basis des früheren Mediaset-Konzerns.
- Der zweitgrößte Aktionär, die tschechische Gruppe PPF, brachte seine 15,68 Prozent in das Übernahmeangebot von MFE ein und ermöglichte damit die Mehrheitsübernahme.
- Erste Anteile erwarb MFE bereits 2019, den Ausbau zur Mehrheit erlaubte die Medienregulierungsbehörde KEK schrittweise ab 2023.
- Pro7 ist eine von mehreren Sendermarken der ProSiebenSat.1 Media SE, zu der auch Sat.1 und Kabel Eins gehören.
Vom Einstieg 2019 zur vollzogenen Übernahme
MediaForEurope, vormals Mediaset, stieg im Mai 2019 mit rund 9,6 Prozent für etwa 330 Millionen Euro bei ProSiebenSat.1 ein. In den Folgejahren baute der italienische Konzern seine Position schrittweise aus: Im März 2022 kündigte MFE an, mehr als 25 Prozent zu halten, im Dezember desselben Jahres meldete das Unternehmen den Erwerb faktischer alleiniger Kontrolle zur behördlichen Prüfung an. Die deutsche Medienregulierungsbehörde KEK äußerte im September 2023 keine Bedenken gegen eine weitere Erhöhung. Den entscheidenden Schritt zur Mehrheit ermöglichte schließlich der zweitgrößte Aktionär PPF, der seine Anteile von 15,68 Prozent im Sommer 2025 in das Übernahmeangebot von MFE einbrachte.
Aktionärsstruktur der ProSiebenSat.1 Media SE
| Anteilseigner | Anteil | Stand |
|---|---|---|
| MediaForEurope (Familie Berlusconi) | ca. 75,61 % | 4. September 2025 |
| PPF-Gruppe (Tschechien) | eingebracht ins Übernahmeangebot | Sommer 2025 |
| Streubesitz | Rest | Institutionelle und private Anleger |
Ein Punkt, der in vielen älteren Artikeln noch fehlt: Bis Anfang 2025 hielt MFE noch keine Mehrheit, sondern galt trotz mehrjährigem Anteilsaufbau lediglich als größter Einzelaktionär ohne Kontrollmehrheit. Erst der Einstieg von PPFs Anteilen in das Übernahmeangebot im Spätsommer 2025 machte MFE endgültig zum Mehrheitseigner – ein Machtwechsel, der Gewerkschaften und Journalistenverbände wegen der medienpolitischen Bedeutung des Senders zuvor jahrelang beschäftigt hatte.
Was gehört noch zum selben Konzern?
Neben Pro7 gehören zur ProSiebenSat.1 Media SE unter anderem die Sender Sat.1, Kabel Eins und sixx sowie die Streamingplattform Joyn. Muttergesellschaft MFE kontrolliert zudem den italienischen Sendermarkt über die früheren Mediaset-Kanäle. Einen weiteren deutschen Medienkonzern mit anderer Eigentümerstruktur stellt der Beitrag Wem gehört RTL? vor.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Pro7 jetzt Berlusconi?
Indirekt ja: Die italienische Familie Berlusconi kontrolliert MediaForEurope, das seit September 2025 rund 75,61 Prozent an der ProSiebenSat.1 Media SE hält, zu der auch der Sender Pro7 gehört.
Ist ProSiebenSat.1 noch börsennotiert?
Ja, die Aktie notiert weiterhin im regulierten Markt an der Börse, auch wenn MFE inzwischen die deutliche Mehrheit der Anteile hält und den Streubesitz entsprechend verringert hat.
Was ist MediaForEurope?
MediaForEurope (MFE) ist der ehemalige Mediaset-Konzern der italienischen Familie Berlusconi und einer der größten privaten Fernsehkonzerne Europas mit Sendern in mehreren Ländern.
Welche Rolle spielte PPF bei der Übernahme?
Die tschechische PPF-Gruppe war mit 15,68 Prozent zweitgrößter Aktionär und brachte ihre Anteile im Sommer 2025 in das Übernahmeangebot von MFE ein, was diesem erst zur Mehrheitskontrolle verhalf.
Seit wann ist MFE bei ProSiebenSat.1 investiert?
MFE stieg erstmals im Mai 2019 mit rund 9,6 Prozent ein und baute die Beteiligung über sechs Jahre bis zur Mehrheitsübernahme im September 2025 kontinuierlich und schrittweise aus.
Pro7 zeigt, wie ein europäischer Medienkonzern über Jahre hinweg schrittweise die Kontrolle über einen Konkurrenten aus einem anderen Land übernehmen kann. Einen Vergleich mit einem Konzern aus einer ganz anderen Branche liefert der Beitrag Wem gehört Media Markt?.

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