
Bei kaum einer deutschen Automarke ist die Eigentümerstruktur so verschachtelt wie bei Porsche. Zwischen Volkswagen-Konzern, einer eigenen Holding und den Gründerfamilien lohnt sich ein genauer Blick.
Die Antwort direkt vorweg: Die Porsche AG, also der Sportwagenhersteller, gehört zu 100 Prozent der Volkswagen AG. Die Stimmenmehrheit bei Volkswagen wiederum liegt seit 2009 bei der Porsche Automobil Holding SE (Porsche SE), die von den Familien Porsche und Piëch kontrolliert wird.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Porsche AG ist seit dem 1. August 2012 eine hundertprozentige Tochtergesellschaft der Volkswagen AG.
- Die Familien Porsche und Piëch halten ihre Anteile nicht direkt, sondern über die Porsche SE, die seit 2009 VW-Mehrheitsgesellschafterin ist.
- Am 29. September 2022 ging die Porsche AG teilweise an die Börse und platzierte bis zu 12,5 Prozent Vorzugsaktien.
- Die Porsche SE erwarb dabei 25 Prozent plus eine Stammaktie – die stimmberechtigten Anteile bleiben also mehrheitlich bei den Familien.
- Seit dem 19. Dezember 2022 notiert die Porsche-Aktie im DAX.
Hintergrund: Zwei Unternehmen, ein Name
Verwirrend, aber wichtig: Es gibt zwei Unternehmen mit dem Namen Porsche. Die Porsche SE (vormals Dr. Ing. h.c. F. Porsche AG) ist eine Holding, die vor allem als VW-Großaktionärin fungiert. Die Porsche AG ist der eigentliche Sportwagenhersteller aus Stuttgart-Zuffenhausen. Nach einer komplizierten Übernahmeschlacht Ende der 2000er-Jahre – Porsche wollte VW kaufen, geriet dabei aber selbst in finanzielle Schieflage – kehrte sich das Verhältnis um: Seit 2012 gehört die Porsche AG vollständig zu Volkswagen.
Der Teilbörsengang 2022 änderte daran wenig: Volkswagen blieb mit 75 Prozent plus einer Aktie Mehrheitseigentümerin der Stammaktien, die Porsche SE übernahm den Rest der Stimmrechtsanteile. Frei handelbar sind nur Vorzugsaktien ohne Stimmrecht, von denen bis zu 12,5 Prozent des Grundkapitals an der Börse platziert wurden. Der Emissionserlös lag bei 9,39 Milliarden Euro brutto.
Für Anlegerinnen und Anleger ist die Unterscheidung zwischen den beiden Porsche-Gesellschaften wichtig: Wer eine „Porsche-Aktie“ kauft, erwirbt je nach Wertpapier entweder einen Anteil an der Porsche SE (der VW-Holding der Familien) oder an der Porsche AG (dem Sportwagenhersteller) – zwei völlig unterschiedliche Papiere mit unterschiedlichem Geschäftsmodell. Die Porsche SE selbst ist seit 2007 ebenfalls börsennotiert, ihre Vorzugsaktien sind im DAX gelistet. Für den operativen Sportwagenbau bedeutet die Konzernzugehörigkeit vor allem den Zugriff auf die Entwicklungs- und Einkaufsmacht des VW-Konzerns, während Porsche als Marke intern weiterhin sehr eigenständig geführt wird.
Eigentümerstruktur im Überblick
| Ebene | Eigentümer | Anteil |
|---|---|---|
| Porsche AG (Sportwagen) | Volkswagen AG | 100 % der Stammaktien |
| Porsche AG Stimmrechte | Porsche SE | 25 % + 1 Stammaktie seit 2022 |
| Porsche AG Vorzugsaktien | Streubesitz/Börse | bis zu 12,5 % (seit Sept. 2022) |
| Volkswagen AG | Porsche SE | Mehrheitsgesellschafterin seit 2009 |
| Porsche SE | Familien Porsche/Piëch | Kontrollierende Anteilseigner |
Was gehört noch zum selben Konzern?
Über die Volkswagen AG gehört Porsche zu einem der größten Automobilkonzerne der Welt. Zum VW-Konzern zählen unter anderem die Marken Audi, Bentley, Bugatti (bis zur Ausgliederung als Joint Venture mit Rimac), Lamborghini, SEAT/Cupra, Škoda und die Kernmarke Volkswagen selbst. Porsche und Audi gelten dabei als die beiden ertragsstärksten Säulen des Konzerns.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Porsche zu Volkswagen oder umgekehrt?
Die Porsche AG (Sportwagenhersteller) gehört zu 100 Prozent der Volkswagen AG. Gleichzeitig kontrolliert die Porsche SE der Familien Porsche/Piëch über ihre VW-Mehrheit indirekt auch den Gesamtkonzern – die Beziehung ist also wechselseitig verflochten.
Ist die Porsche-Aktie frei kaufbar?
Ja, seit dem Börsengang am 29. September 2022 sind Vorzugsaktien der Porsche AG frei handelbar, allerdings ohne Stimmrecht. Die stimmberechtigten Stammaktien bleiben bei VW und der Porsche SE.
Wie viel Prozent hält die Familie Porsche/Piëch?
Direkt an der Porsche AG halten die Familien keine Anteile. Über die Porsche SE kontrollieren sie jedoch die Stimmenmehrheit bei Volkswagen und 25 Prozent plus eine Stammaktie an der Porsche AG.
Seit wann ist Porsche im DAX?
Die Porsche-Vorzugsaktie wurde am 19. Dezember 2022 in den deutschen Leitindex DAX aufgenommen.
War Porsche früher ein eigenständiges Unternehmen?
Ja, bis 2009 war Porsche unabhängig und versuchte sogar, Volkswagen zu übernehmen. Durch die Finanzkrise geriet Porsche dabei in Schieflage, wodurch sich die Übernahme letztlich umkehrte.
Mehr zu verwandten Konzernstrukturen im VW-Reich lesen Sie bei Audi, Bentley und Bugatti.

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