
Opel ist eine der bekanntesten deutschen Automarken – doch dem Rüsselsheimer Hersteller gehört seit über 90 Jahren kein deutsches Unternehmen mehr. Wer heute die Fäden bei Opel in der Hand hält, hat sich in den letzten Jahren mehrfach geändert.
Die Antwort direkt vorweg: Opel gehört seit 2021 zu Stellantis, einem der größten Automobilkonzerne der Welt. Stellantis entstand aus der Fusion der französischen Groupe PSA (Peugeot, Citroën) mit dem italienisch-amerikanischen Fiat-Chrysler-Konzern FCA.
Das Wichtigste in Kürze
- Opel gehört seit 2021 zu Stellantis, dem Konzern hinter Peugeot, Citroën, Fiat und Jeep.
- Zuvor gehörte Opel von 1929 bis 2017 zum US-Konzern General Motors, der 1931 die vollständige Kontrolle übernahm.
- 2017 verkaufte GM Opel für rund 1,3 Milliarden Euro an die Groupe PSA.
- Im Zuge des PSA-Verkaufs wurde Opel 2017 in eine GmbH umgewandelt und ist seither keine Aktiengesellschaft mehr.
- Opel bleibt innerhalb von Stellantis eine eigenständige Marke mit Sitz in Rüsselsheim.
Hintergrund: Von Rüsselsheim über Detroit zurück nach Europa
Opel wurde 1862 als Nähmaschinenfabrik gegründet und baute ab 1899 Automobile. 1929 stieg General Motors mit 80 Prozent bei Opel ein, bis 1931 übernahmen die Amerikaner das Unternehmen vollständig für umgerechnet rund 657 Millionen Euro nach heutiger Kaufkraft. Fast neun Jahrzehnte lang blieb Opel damit ein deutsches Werk in US-amerikanischer Hand – mit wechselndem Erfolg und mehreren Sanierungsrunden.
Am 1. August 2017 übernahm die französische Groupe PSA (heute Teil von Stellantis) Opel von General Motors, nachdem die EU-Kommission die Übernahme am 5. Juli 2017 ohne Auflagen genehmigt hatte. Im Frühjahr 2017 wurde Opel dafür in eine GmbH umgewandelt. 2021 fusionierte PSA mit Fiat Chrysler Automobiles zu Stellantis, das seither als Dach über 14 Automarken steht.
Für Rüsselsheim und die deutschen Werke bedeutete jeder Eigentümerwechsel auch einen Kurswechsel in der Modellstrategie: Unter GM setzte Opel jahrzehntelang auf enge technische Verwandtschaft mit anderen GM-Marken wie Chevrolet, unter PSA und später Stellantis rückte die Marke näher an die Plattformen von Peugeot und Citroën. Für Kundinnen und Kunden blieb davon meist wenig sichtbar, weil Design und Markenauftritt eigenständig blieben. Wirtschaftlich profitiert Opel heute vor allem von gemeinsam genutzten Plattformen und Antriebssträngen innerhalb von Stellantis, was Entwicklungskosten senkt, aber auch bedeutet, dass viele Opel-Modelle technisch enge Geschwister bei Peugeot oder Citroën haben.
Eigentümerstruktur im Überblick
| Zeitraum | Eigentümer | Ereignis |
|---|---|---|
| 1929–1931 | General Motors | Schrittweise Komplettübernahme |
| 1931–2017 | General Motors | Vollständiges GM-Tochterunternehmen |
| 2017–2021 | Groupe PSA | Kauf für rund 1,3 Mrd. Euro |
| seit 2021 | Stellantis | Fusion von PSA und FCA |
Was gehört noch zum selben Konzern?
Stellantis ist mit 14 Marken einer der größten Automobilkonzerne weltweit. Neben Opel gehören unter anderem Peugeot, Citroën, Fiat, Jeep, Chrysler, Alfa Romeo, Maserati, DS Automobiles und die britische Marke Vauxhall (das britische Pendant zu Opel) zum Konzern. Anders als beim Volkswagen-Konzern gibt es bei Stellantis keine Luxusmarken wie Bentley oder Bugatti – Stellantis positioniert sich breiter im Volumen- und Mittelklassesegment.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Opel noch zu General Motors?
Nein. General Motors verkaufte Opel 2017 vollständig an die Groupe PSA. Seit der PSA-Fusion mit FCA 2021 gehört Opel zu Stellantis.
Ist Opel noch ein deutsches Unternehmen?
Der Hauptsitz von Opel ist weiterhin Rüsselsheim, die Produktion findet auch in Deutschland statt. Konzernmutter ist jedoch der niederländisch-registrierte Konzern Stellantis mit Verwaltungssitz in Amsterdam.
Wie viel hat PSA für Opel bezahlt?
Die Groupe PSA übernahm Opel 2017 für rund 1,3 Milliarden Euro von General Motors.
Welche Rechtsform hat Opel heute?
Seit der Übernahme durch PSA im Frühjahr 2017 ist die Adam Opel AG eine GmbH und keine Aktiengesellschaft mehr.
Gehört Vauxhall zu Opel?
Vauxhall ist die britische Schwestermarke von Opel innerhalb von Stellantis. Beide Marken teilen sich seit Jahrzehnten weitgehend die gleichen Fahrzeugmodelle.
Wer sich für die Eigentümerstrukturen anderer Automarken interessiert, findet weitere Hintergründe zu Citroën, Bugatti und Bentley in den entsprechenden Artikeln.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar