Wem gehört die Deutsche Post? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört die Deutsche Post? Eigentümer und Konzernstruktur 1

Die Deutsche Post, heute Teil der Deutsche Post DHL Group, ging aus der einstigen Bundesbehörde hervor und wurde ab 1995 privatisiert. Die kurze Antwort: Der überwiegende Teil befindet sich heute im freien Streubesitz, der deutsche Staat hält über die KfW aber weiterhin einen zweistelligen Anteil.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der deutsche Staat hält indirekt noch rund 16,8 Prozent über die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), Stand 30. Juni 2024.
  • Rund 80,4 Prozent der Aktien befinden sich im freien Streubesitz bei privaten und institutionellen Investoren.
  • Der Staatsanteil sank kontinuierlich von über 50 Prozent direkt nach dem Börsengang 2000 auf den heutigen Wert.
  • Im Februar 2024 verkaufte die KfW 50 Millionen Aktien, deren Erlös laut offiziellen Angaben zur Sanierung der bundeseigenen Deutsche Bahn AG verwendet wurde.
  • Bei der Privatisierung 1999/2000 übernahm die KfW zunächst 50 Prozent der Anteile vom Bund, bevor ein Großteil davon an der Börse platziert wurde.

Von der Bundesbehörde zum Streubesitz-Konzern

Bis in die 1990er-Jahre war die Deutsche Post eine Bundesbehörde. Im Zuge der Postreform wurde sie 1995 zunächst in eine Aktiengesellschaft umgewandelt, an der der Bund und die KfW die Anteile hielten.

Der Börsengang im November 2000 markierte den Beginn der schrittweisen Privatisierung: Bund und KfW platzierten damals rund 29 Prozent des Kapitals am Kapitalmarkt. Seither wurden die staatlichen Anteile immer weiter reduziert, zuletzt durch den KfW-Verkauf im Februar 2024.

Unmittelbar nach dem Börsengang 2000 hielten Bund und KfW zusammen noch deutlich über 50 Prozent der Anteile. Der schrittweise Rückzug des Staates aus der operativen Beteiligung folgt damit einem ähnlichen Muster wie bei anderen einstigen Bundesbehörden, die im Zuge der Postreform privatisiert wurden, etwa der Deutschen Telekom.

Die Umbenennung in Deutsche Post DHL Group vollzog der Konzern, um die internationale Ausrichtung des Geschäfts sichtbar zu machen, nachdem das Paket- und Expressgeschäft unter der Marke DHL über die Jahre zum wichtigsten Umsatztreiber geworden war und die klassische Briefsparte in ihrer Bedeutung für den Gesamtkonzern relativ zurückging.

Aktionärsstruktur der Deutsche Post DHL Group

AnteilseignerAnteilStand
Freier Streubesitz80,39 %30.06.2024
Bundesrepublik Deutschland (über KfW)16,84 %30.06.2024

Was gehört noch zum selben Konzern?

Unter dem Dach der Deutsche Post DHL Group laufen neben der Briefsparte auch die international bekannte Logistikmarke DHL, die den Großteil des Konzernumsatzes erwirtschaftet. Die Umbenennung des Gesamtkonzerns in Deutsche Post DHL Group spiegelt diese internationale Ausrichtung wider.

Der verbleibende Staatsanteil über die KfW dient auch dazu, den Universaldienst bei Brief- und Paketzustellung in Deutschland politisch absichern zu können, auch wenn der Bund im operativen Tagesgeschäft keine Sonderrechte gegenüber anderen Aktionären hat. Über künftige weitere Anteilsverkäufe der KfW entscheidet letztlich die Bundesregierung im Rahmen ihrer Haushaltsplanung, wie schon der Verkauf im Februar 2024 zugunsten der Deutschen Bahn gezeigt hat. Eine vollständige Trennung des Bundes von seiner letzten verbliebenen Beteiligung ist damit grundsätzlich denkbar, aber bislang nicht terminiert.

Häufig gestellte Fragen

Ist die Deutsche Post noch ein Staatsunternehmen?

Nicht mehr mehrheitlich. Der Staat hält über die KfW nur noch rund 16,8 Prozent, der Rest liegt im freien Streubesitz.

Warum hat die KfW 2024 Aktien verkauft?

Der Verkauf von 50 Millionen Aktien im Februar 2024 diente laut offiziellen Angaben der Sanierung der bundeseigenen Deutsche Bahn AG.

Seit wann ist die Deutsche Post börsennotiert?

Seit dem Börsengang im November 2000.

Gehört DHL zur Deutschen Post?

Ja, DHL ist die international geführte Logistikmarke des Konzerns Deutsche Post DHL Group.

Wie hoch war der Staatsanteil direkt nach dem Börsengang?

Unmittelbar nach dem Börsengang 2000 lag der staatliche Anteil bei über 50 Prozent und wurde seither schrittweise reduziert.

Die Deutsche Post zeigt einen typischen deutschen Privatisierungsverlauf: vom Staatsbetrieb zum überwiegend privat gehaltenen, aber weiter staatlich mitbeteiligten Konzern. Einen ähnlichen Verlauf beschreibt Wem gehört Lufthansa?, während Wem gehört Airbus? ein europäisches Beispiel mit mehreren staatlichen Ankeraktionären liefert.

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