Feind im Garten – die Blattlaus

BlattlÀuse bekÀmpfen
BlattlÀuse bekÀmpfen

Weltweit gibt es rund 3.000 Arten von BlattlĂ€usen (Aphidoidea), von denen etwa 850 in Mitteleuropa beheimatet sind. Etliche davon gelten bei Nutz- und Zierpflanzen als SchĂ€dlinge. Sie haben ausgebildete Mundwerkzeuge mit einem RĂŒssel, mithilfe dem sie die LeitbĂŒndel der befallenen Pflanzen anstechen und den Saft absaugen. Dieser kohlenhydratreiche Saft wird als Honigtau wieder ausgeschieden. Dies lockt andere Tiere an, die sich von diesem ernĂ€hren. Er bildet aber auch die NĂ€hrgrundlage fĂŒr Rußtau- und SchwĂ€rzepilze. Die SaugtĂ€tigkeit der BlattlĂ€use kann im gartenbaulichen und landwirtschaftlichen Nutzbereich zu erheblichen SchĂ€den fĂŒhren. Dies kann von QualitĂ€tsverlust ĂŒber Ernteeinbußen bis zum kompletten Ausfall der Ernte fĂŒhren.

Zusammenfassung

  • 🐛 Weltweit gibt es rund 3.000 Blattlausarten, 850 in Mitteleuropa.
  • đŸŒ± Blattlaeuse saugen den Saft aus befallenen Pflanzen.
  • ⏰ Die Bekaempfung sollte moeglichst frueh beginnen.
  • 🐞 Marienkaefer und Florfliegenlarven sind natuerliche Feinde.
  • 🌿 Mischkulturen mit Bohnenkraut und Lavendel helfen vorbeugend.

Wann soll mit der BekÀmpfung begonnen werden?


GrundsĂ€tzlich gilt: je frĂŒher, desto besser. BlattlĂ€use sind bereits im FrĂŒhjahr aktiv, da die Eier bereits im Winter abgelegt werden. Die aktive Zeit reicht bis in die Herbstmonate. Je leichter die Pflanze befallen ist, umso einfacher ist es auch, den SchĂ€dling zu bekĂ€mpfen und mögliche Einbußen zu vermeiden.

NatĂŒrliche Feinde

Die wohl bekanntesten natĂŒrlichen Feinde der Blattlaus sind der MarienkĂ€fer, deren Larven und die Florfliegenlarve (auch Blattlauslöwen). Diese sind so populĂ€r, dass sie sogar eigens gezĂŒchtet werden. Im Fachhandel gibt es sie als Larven oder Eier zum Kauf.
Weitere natĂŒrliche Feinde sind die Schwebfliegenlarven, die Schlupfwespenlarven, die LaufkĂ€fer, die Raubwanzen, die Raupenfliegen, Spinnen, Vögel und WeichkĂ€fer. Ohrenkneifer oder auch OhrwĂŒrmer können auch in der NĂ€he von befallenen Pflanzen leicht angesiedelt werden. In einem umgedrehten und leeren Blumentopf einfach etwas Holzwolle geben und in der NĂ€he der befallenen Kulturen aufstellen.

Mischkulturen

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Monokulturen sind in der Regel anfĂ€lliger fĂŒr SchĂ€dlingsbefall. Gut in Schach zu halten sind die BlattlĂ€use zum Beispiel mit Bohnenkraut und Lavendel. Zwischen die bedrohten Kulturen gesetzt haben sie auch eine prĂ€ventive Wirkung. Der zusĂ€tzliche Vorteil daran: Bohnenkraut findet in der KĂŒche seine Verwendung, Lavendel auch in der KĂŒche und als natĂŒrliches Heilmittel bei einigen Beschwerden wie MigrĂ€ne und Schlaflosigkeit.

Knoblauch und Co

Knoblauch findet nicht nur in der KĂŒche und in der Medizin seine Anwendung. Als Mischkultur gesetzt hilft er ebenfalls gegen andere SchĂ€dlinge. Im Kampf gegen die Blattlaus ist er als reife Knolle auch wirksam. Ist der Befall noch nicht fortgeschritten, nimmt man eine geschĂ€lte Zehe und steckt sie bis zur HĂ€lfte in die Erde. Knapp neben dem Stiel der Pflanze können sich die Öle gut entfalten. Bei stĂ€rkerem Befall hilft ein Knoblauchsud. Herstellung: Je nach GrĂ¶ĂŸe nimmt man zwei bis drei Knoblauchzehen und hackt sie klein. In eine SchĂŒssel geben und mit 1 Liter kochend heißem Wasser ĂŒbergießen. AusgekĂŒhlt kann man den Sud in eine SprĂŒhflasche geben und die befallene Pflanze von allen Seiten einsprĂŒhen. Es empfiehlt sich, den Sud beim UmfĂŒllen durch ein feines Sieb zu lassen, damit die KnoblauchstĂŒcke die SprĂŒhflasche nicht verstopfen.

Bei Zwiebeln kann man genauso wie beim Knoblauch vorgehen. Dazu verwendet man 40 Gramm auf 5 Liter Wasser. BesprĂŒht wird hier regelmĂ€ĂŸig im 10-Tage-Rhytmus. Reicht die Dosis zur BekĂ€mpfung nicht aus, erhöht man einfach schrittweise die Menge, die man auskocht. Mag auch der Geschmack ziemlich verloren gegangen sein, in der KĂŒche lĂ€sst sich der abgesiebte Rest immer noch verwenden.
Bei Brennesseln nimmt man etwa ein Kilogramm auf 10 Liter Wasser. Ein bis zwei Wochen gĂ€ren lassen, dann im VerhĂ€ltnis 1:10 mit Wasser mischen und auf die Pflanzen von allen Seiten sprĂŒhen. WĂ€hrend des GĂ€rprozesses sollte der Ansatz tĂ€glich einmal umgerĂŒhrt werden. Im VerhĂ€ltnis 1:50 kann derselbe Sud als leichter PflanzendĂŒnger verwendet werden. Der ĂŒberbleibende Rest findet am Komposthaufen seine Verwendung und kann im Folgejahr als DĂŒnger wieder verarbeitet werden.

Bei Oregano oder Wermut nimmt man 100 Gramm frische oder 10 Gramm getrocknete BlĂ€tter und gießt sie mit einem Liter kochend heißem Wasser auf. Der Oreganosud kann nach 20 Minuten im VerhĂ€ltnis 3:1 mit Wasser verwendet werden. Wermut bleibt 24 Stunden im Wasser und wird dann unverdĂŒnnt verwendet.

Milch und Co

Die Blattlaus
Die Blattlaus

In den meisten Haushalten ist Milch vorhanden. Mit Wasser im VerhĂ€ltnis 1:2 gemischt können die befallenen Pflanzen von allen Seiten damit besprĂŒht werden.

Zwei Beutel Schwarztee bleiben auch nicht ohne Wirkung. Einen Liter Wasser aufkochen und die Teebeutel zirka 15 Minuten ziehen lassen. Dann kann das Ganze unverdĂŒnnt verwendet werden.

Schmierseife macht nicht nur die HĂ€nde sauber. Als 2%ige Lösung wird sie auch zur BekĂ€mpfung von BlattlĂ€usen verwendet. Alternativ kann auch SpĂŒlmittel (5 Milliliter auf 0,5 Liter Wasser) mit einem Spritzer Spiritus oder reinem Alkohol (5 bis 15 Milliliter auf 0,5 Liter Wasser) verwendet werden.

Essig lÀsst sich ebenfalls zur BekÀmpfung der BlattlÀuse einsetzten. Hier ist es völlig ausreichend, ein Billigprodukt zu nehmen. Im VerhÀltnis 1:10 mit Wasser ist diese BekÀmpfungsmethode erfolgreich. Vor allem bei Tomaten, Salatpflanzen und Rosen wird diese Lösung eingesetzt. Bei den Tomaten sollte allerdings darauf geachtet werden, dass die BlÀtter nicht durch die Behandlung verbrennen.

Sind die befallenen BlĂ€tter robust, reicht schon ein scharfer Wasserstrahl und das Entfernen mit den Fingern. Da BlattlĂ€use nur ĂŒber kurze Strecken beweglich sind ist de Gefahr minimal, dass diese wieder zurĂŒck auf die Pflanze klettern.

Das ĂŒberbleibende Wasser vom Kartoffeln kochen kann ebenfalls zur BekĂ€mpfung der BlattlĂ€use verwendet werden. AusgekĂŒhlt kann es 1:1 auf die Pflanzen gesprĂŒht werden. Diese Methode kann etwa bei Jungpflanzen im GewĂ€chshaus verwendet werden.

Totholzhecken

Sie sind der natĂŒrliche Lebensraum von Feinden der Blattlaus. Alternativ dazu gibt es im Handel sogenannte Insektenhotels zu kaufen, die man aber auch mit etwas Aufwand selbst machen kann.

Beim Verwenden von FlĂŒssigkeiten sollte darauf geachtet werden, dass die BlĂ€tter schnell wieder trocknen. Ansonsten besteht Gefahr, dass sich BraunfĂ€ule, Mehltau, Pilze oder Pflanzenrost ansiedeln. Dies wĂŒrde dann wieder den nĂ€chsten Schaden verursachen. Wer sich bei der Dosierung nicht sicher ist, sollte mit einer leichten Mischung beginnen. Je nach Bedarf kann dann immer noch das MischverhĂ€ltnis stĂ€rker ausfallen. Da diese Varianten der SchĂ€dlingsbekĂ€mpfung ohne Pestizide auskommen ist auch etwas Geduld gefragt. Die BesprĂŒhung erfolgt meist ĂŒber einen lĂ€ngeren Zeitraum. Diverse Möglichkeiten der Kombination erhöhen einen langfristigen Schutz. Wenn alles nicht mehr hilft, bleibt oft nur mehr der Einsatz von Chemie ĂŒber. Was in Betrieben, deren Existenz vom Verkauf abhĂ€ngt, noch nachvollziehbar ist. Im eigenen Garten ist man mit einer Schere meist besser bedient, um dem SchĂ€dling den Gar auszumachen.

HĂ€ufig gestellte Fragen

Wie viele Blattlausarten gibt es?

Weltweit gibt es rund 3000 Arten von BlattlÀusen, von denen etwa 850 in Mitteleuropa beheimatet sind. Etliche davon gelten als SchÀdlinge.

Wann sollte man mit der BekÀmpfung von BlattlÀusen beginnen?

GrundsĂ€tzlich gilt: je frĂŒher, desto besser. BlattlĂ€use sind bereits im FrĂŒhjahr aktiv, da die Eier schon im Winter abgelegt werden.

Welche natĂŒrlichen Feinde hat die Blattlaus?

Zu den bekanntesten natĂŒrlichen Feinden zĂ€hlen der MarienkĂ€fer und seine Larven sowie die Florfliegenlarve. Weitere Feinde sind unter anderem Schwebfliegenlarven, Schlupfwespenlarven und Vögel.

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