
Der Londoner Traditionsverein Arsenal FC ist längst kein reiner Mitgliederclub mehr. Die direkte Antwort: Arsenal gehört mehrheitlich dem US-amerikanischen Sportinvestor Stan Kroenke, der über seine Holding Kroenke Sports & Entertainment (KSE) heute mehr als 90 Prozent der Clubanteile hält.
Das Wichtigste in Kürze
- Antwort: Stan Kroenke kontrolliert über Kroenke Sports & Entertainment seit August 2018 mehr als 90 Prozent von Arsenal Holdings plc.
- Kroenke stieg 2007 mit rund 12 Prozent ein und baute seine Beteiligung über gut ein Jahrzehnt schrittweise aus.
- Die Mehrheitskontrolle erreichte er 2011 mit rund 63 Prozent der Anteile.
- Den russischen Geschäftsmann Alischer Usmanow, der über Red & White Holdings zweitgrößter Aktionär war, kaufte Kroenke 2018 für rund 550 Millionen Pfund vollständig aus.
- Arsenal ist als nicht börsennotierte Aktiengesellschaft (Arsenal Holdings plc) organisiert, deren wenige Aktien kaum öffentlich gehandelt werden.
Vom Mitgliederclub zum US-Sportkonzern
Arsenal wurde 1886 gegründet und blieb bis in die 2000er-Jahre stark von traditionellen englischen Aktionärsfamilien wie den Hill-Woods und Bracewell-Smiths geprägt. Ab 2007 begann der US-Investor Stan Kroenke, systematisch Anteile aufzukaufen, zunächst gegen den Widerstand von Vorstandsmitgliedern wie David Dein.
Parallel baute auch der russische Geschäftsmann Alischer Usmanow über seine Holding Red & White eine bedeutende Gegenposition auf. Der Machtkampf endete erst 2018, als Kroenke Usmanows kompletten Anteil für rund 550 Millionen Pfund übernahm und damit zum praktisch alleinigen Eigentümer des Clubs wurde.
Kritik von Fans an der US-Eigentümerstruktur
Der schrittweise Übernahmeprozess stieß bei Teilen der Arsenal-Fanszene auf deutliche Kritik, weil traditionelle englische Vereinsstrukturen zunehmend durch US-amerikanisches Sportfranchise-Denken ersetzt wurden. Proteste richteten sich vor allem gegen befürchtete Ticketpreiserhöhungen und eine stärker renditeorientierte Vereinsführung.
Kroenke selbst hält sich öffentlich zurück und tritt selten in der Vereinsöffentlichkeit auf, während das operative Tagesgeschäft von einem eigenständigen Arsenal-Management geführt wird, das ihm gegenüber berichtspflichtig ist.
Eigentümerstruktur von Arsenal FC
| Zeitpunkt | Kroenke-Anteil |
|---|---|
| 2007 (Einstieg) | rund 12 % |
| November 2009 | rund 30 % |
| April 2011 (Mehrheit) | rund 63 % |
| Januar 2018 | rund 67 % |
| August 2018 (nach Usmanow-Kauf) | über 90 % |
Was gehört noch zu Kroenke Sports & Entertainment?
Stan Kroenke besitzt über seine Holding KSE neben Arsenal auch mehrere US-Sportfranchises, darunter die Los Angeles Rams (American Football, NFL), die Denver Nuggets (Basketball, NBA) und die Colorado Avalanche (Eishockey, NHL). Arsenal ist damit Teil eines breiteren, US-zentrierten Sportimperiums.
Eine direkte sportliche oder wirtschaftliche Verflechtung zwischen Arsenal und den US-Teams besteht nicht – die Vereine werden jeweils eigenständig geführt, teilen sich aber denselben Eigentümer.
Für Arsenal bedeutet die Einbindung in ein US-Sportportfolio vor allem professionelle Vermarktungsstrukturen und internationale Marketingerfahrung, wie sie aus dem nordamerikanischen Profisport bekannt sind, angewendet auf einen traditionsreichen europäischen Fußballclub.
Die Umsatzerlöse aus internationalen Vermarktungsrechten, Merchandising und Stadionauslastung im vereinseigenen Emirates Stadium fließen dabei vollständig in den Fußballclub selbst und nicht in andere Teile von Kroenkes Sportportfolio.
Häufig gestellte Fragen
Ist Arsenal ein Mitgliederverein?
Nein, anders als etwa deutsche Bundesligavereine ist Arsenal als Aktiengesellschaft (Arsenal Holdings plc) organisiert, deren Anteile mehrheitlich einem einzelnen Investor gehören.
Wie viel Prozent von Arsenal besitzt Stan Kroenke?
Mehr als 90 Prozent der Vereinsanteile, seit er im August 2018 den verbliebenen großen Minderheitsaktionär Alischer Usmanow vollständig ausgekauft hat.
Gehört Arsenal damit ausschließlich Kroenke?
Praktisch ja. Ein kleiner Restanteil verteilt sich auf wenige weitere Alt-Aktionäre, die aber keinen relevanten Einfluss mehr haben.
Besitzt Kroenke auch andere Fußballclubs?
Nein, im europäischen Fußball bleibt Arsenal sein einziger Verein, sein übriges umfangreiches Sportportfolio liegt ausschließlich in US-amerikanischen Profiligen.
Kann man Arsenal-Aktien kaufen?
Arsenal-Aktien werden kaum öffentlich gehandelt und sind nicht an einer regulären Börse notiert, sodass ein Kauf für gewöhnliche Privatanleger praktisch nicht möglich ist.
Ähnlich wie bei Arsenal hat auch beim Londoner Stadtrivalen Chelsea ein grundlegender Eigentümerwechsel die gesamte Vereinsstruktur verändert. Wer sich für internationale Investoren aus dem US-Sportgeschäft interessiert, findet in beiden Fällen deutliche Parallelen zur Kapitalstruktur nordamerikanischer Profiligen.

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