
Wem gehört dm? Die Drogeriekette ist seit 2010 kein klassisches Familienunternehmen mehr: Gründer Götz Werner brachte seine Unternehmensanteile damals in die gemeinnützige dm-Werner-Stiftung ein. Geführt wird dm weiterhin von der Familie – seit September 2019 von Sohn Christoph Werner –, das wirtschaftliche Eigentum liegt aber bei der Stiftung.
Das Wichtigste in Kürze
- dm gehört seit 2010 der gemeinnützigen dm-Werner-Stiftung, in die Gründer Götz Werner seine Unternehmensanteile eingebracht hat.
- Die Stiftung fördert unter anderem Wissenschaft, Bildung, Entwicklungshilfe und Gesundheitswesen, mit Bezug zur Anthroposophie.
- Die operative Führung liegt weiter bei der Familie: Christoph Werner, Sohn des Gründers, leitet die Geschäftsführung seit September 2019.
- dm ist nicht börsennotiert und veröffentlicht nur ausgewählte Geschäftszahlen.
- Konzernweit über 4.100 Filialen und rund 90.000 Mitarbeitende (2023/24), in Deutschland allein 2.108 Filialen mit rund 51.000 Beschäftigten (2022/23).
Vom Familienunternehmen zur Stiftung
Götz Werner gründete dm-drogerie markt 1973 und baute das Unternehmen zu Deutschlands größter Drogeriemarktkette aus. Im August 2010 kündigte er an, seine Unternehmensanteile in die neu gegründete gemeinnützige dm-Werner-Stiftung eingebracht zu haben. Die Stiftung verfolgt Zwecke wie die Förderung wissenschaftlicher Initiativen im Umfeld der Anthroposophie sowie allgemein Bildung, Entwicklungshilfe und Gesundheitswesen. Damit ist dm im eigentlichen Sinn kein Familienunternehmen mehr: Das wirtschaftliche Eigentum liegt bei einer gemeinnützigen Stiftung, nicht mehr direkt bei der Familie Werner. Die operative Führung blieb dennoch in der Familie – Sohn Christoph Werner kam 2011 in die erweiterte Geschäftsleitung, wurde 2017 stellvertretender und 2019 alleiniger Vorsitzender der Geschäftsführung. Götz Werner selbst starb 2022. Gesellschaftsrechtlich ist dm als GmbH & Co. KG organisiert; neben Werner war seit 1974 auch Günther Lehmann als Kommanditist beteiligt.
Größe und Geschäftszahlen
dm zählt zu den drei größten Drogeriekonzernen weltweit. Konzernweit betrieb das Unternehmen im Geschäftsjahr 2023/24 mehr als 4.100 Filialen mit rund 90.000 Beschäftigten in über 20 Ländern, darunter neben Deutschland auch Österreich, Italien, Tschechien, Ungarn, Kroatien, Slowenien, die Slowakei, Rumänien, Bulgarien, Serbien, Bosnien-Herzegowina, Nordmazedonien, Kosovo und Spanien. In Deutschland allein kam dm im Geschäftsjahr 2022/23 auf einen Umsatz von 11,38 Milliarden Euro, 2.108 Filialen und rund 51.000 Mitarbeitende. Damit ist dm in Deutschland deutlich größer als die Wettbewerber Rossmann und Müller. Weil dm nicht börsennotiert ist, unterliegt das Unternehmen keiner Pflicht zur Quartalsberichterstattung wie etwa Zalando – veröffentlichte Zahlen stammen meist aus freiwilligen Pressemitteilungen und Geschäftsberichten, nicht aus verpflichtenden Ad-hoc-Meldungen.
Bemerkenswert an der dm-Geschichte ist auch, dass Götz Werner das Unternehmen von Beginn an mit einem ungewöhnlichen Führungsprinzip aufbaute: Statt klassischer Weisungshierarchien setzte er auf dialogische Führung und weitgehende Entscheidungsfreiheit einzelner Filialleitungen. Diese Unternehmenskultur blieb auch nach der Übertragung der Anteile in die Stiftung im Kern erhalten und wird von Christoph Werner fortgeführt. Die Stiftungslösung unterscheidet dm damit von den meisten anderen großen deutschen Handelsunternehmen, die entweder klassisch familiengeführt, genossenschaftlich organisiert oder börsennotiert sind.
Eigentümerstruktur im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Eigentümer | dm-Werner-Stiftung (seit 2010) |
| Rechtsform | dm-drogerie markt GmbH + Co. KG |
| Geschäftsführung | Christoph Werner (seit September 2019) |
| Filialen konzernweit | über 4.100 (2023/24) |
| Umsatz Deutschland | 11,38 Mrd. Euro (2022/23) |
Einordnung: dm im Vergleich zu anderen Familienunternehmen
Die Übertragung von Unternehmensanteilen in eine Stiftung ist im deutschen Mittelstand ein verbreitetes Modell, um Vermögen dauerhaft zu bündeln und eine Zersplitterung durch Erbschaften zu vermeiden – ähnlich handhabt es etwa der Discounter Norma mit der Familie Roth. Anders als bei Aldi, wo mehrere Familienstiftungen um Kontrolle konkurrieren, ist die dm-Werner-Stiftung explizit gemeinnützig ausgerichtet und nicht in erster Linie auf die Versorgung von Familienmitgliedern angelegt. Konzernmäßige Verflechtungen mit anderen Handelsketten gibt es bei dm nicht, das Unternehmen konzentriert sich auf das Drogeriegeschäft.
Diese Struktur hat einen praktischen Nebeneffekt für Kundinnen und Kunden: Weil kein Aktionär auf kurzfristige Quartalsgewinne drängt, kann sich die Geschäftsführung stärker an langfristigen Zielen orientieren, etwa beim Ausbau des Bio-Sortiments oder bei Investitionen in stationäre Filialen zu einer Zeit, in der viele Wettbewerber vor allem online expandieren. Kritiker wenden allerdings ein, dass die fehlende Börsennotierung auch weniger externe Kontrolle und Transparenz bedeutet, da dm anders als Zalando keine gesetzlich vorgeschriebenen Zwischenberichte veröffentlichen muss.
Häufig gestellte Fragen
Gehört dm noch der Familie Werner?
Nicht mehr direkt. Die Unternehmensanteile liegen seit 2010 bei der gemeinnützigen dm-Werner-Stiftung. Die operative Führung liegt aber weiterhin bei der Familie, aktuell bei Christoph Werner.
Ist dm börsennotiert?
Nein, dm ist nicht börsennotiert und veröffentlicht daher keine gesetzlich vorgeschriebenen Quartalsberichte.
Wer leitet dm heute?
Christoph Werner, Sohn des Firmengründers Götz Werner, ist seit September 2019 Vorsitzender der Geschäftsführung.
Was macht die dm-Werner-Stiftung?
Die gemeinnützige Stiftung fördert unter anderem wissenschaftliche Initiativen im Bereich Anthroposophie sowie Bildung, Entwicklungshilfe und Gesundheitswesen.
Wie groß ist dm im Vergleich zu Rossmann?
dm ist mit 2.108 Filialen und 11,38 Milliarden Euro Umsatz in Deutschland (2022/23) der größere der beiden Drogeriekonzerne.
Wie andere Handelsunternehmen ihre Eigentümerstruktur über Stiftungen regeln, zeigen die Artikel zu Rossmann und Audi.

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