
Die Postbank gehört der Deutschen Bank AG. Sie existiert seit 2020 nicht mehr als eigenständige Aktiengesellschaft, sondern als Zweigniederlassung und Markenname innerhalb der Deutschen Bank für deren Privatkundengeschäft.
Das Wichtigste in Kürze
- Heutiger Eigentümer: die Deutsche Bank AG, Postbank ist keine separate Rechtsperson mehr.
- Übernahmebeginn 2008/2009: Die Deutsche Bank startete den schrittweisen Einstieg, im November 2010 folgte die Mehrheitsübernahme.
- Rechtliche Verschmelzung 25. Mai 2018: Die Deutsche Postbank AG wurde auf die DB Privat- und Firmenkundenbank AG verschmolzen.
- Endgültige Fusion 15. Mai 2020: Diese Gesellschaft ging vollständig in der Deutschen Bank AG auf.
- IT-Integration abgeschlossen 2023: Die technische Zusammenführung der Systeme wurde im Juli 2023 fertiggestellt.
Vom Postunternehmen zur Bankmarke im Konzern
Die Postbank ging ursprünglich aus dem Postgirodienst der Deutschen Bundespost hervor und wurde 1990 in eine eigenständige Bank umgewandelt, später an der Börse notiert. Die Deutsche Bank kündigte 2008 eine Übernahme an und erwarb im November 2010 die Anteilsmehrheit, nachdem sie zuvor bereits Minderheitsanteile aufgebaut hatte.
Die rechtliche Integration erfolgte in zwei Schritten: Am 25. Mai 2018 wurde die Deutsche Postbank AG auf die DB Privat- und Firmenkundenbank AG verschmolzen. Am 15. Mai 2020 ging auch diese Gesellschaft vollständig in der Deutschen Bank AG auf – seither ist Postbank nur noch ein Markenname, keine eigene Rechtsperson mehr.
Warum die IT-Integration Jahre dauerte
Auch nach der rechtlichen Fusion 2020 liefen die IT-Systeme von Postbank und Deutscher Bank noch getrennt weiter. Die technische Zusammenführung der Kundendaten und -konten erwies sich als deutlich aufwendiger als geplant und führte zeitweise zu Störungen und Beschwerden von Postbank-Kundinnen und -Kunden.
Erst im Juli 2023 vermeldete die Deutsche Bank den Abschluss der IT-Migration. Seither laufen sämtliche Postbank-Konten technisch auf denselben Systemen wie die übrigen Privatkundenkonten der Deutschen Bank, auch wenn Marke, Filialschild und viele Kundenverträge weiterhin auf ‚Postbank‘ lauten.
Die wichtigsten Stationen der Postbank-Integration
| Datum | Ereignis |
|---|---|
| 2008 | Deutsche Bank kündigt Übernahmeabsicht an |
| November 2010 | Deutsche Bank erwirbt die Anteilsmehrheit |
| 25. Mai 2018 | Rechtliche Verschmelzung mit der DB Privat- und Firmenkundenbank AG |
| 15. Mai 2020 | Vollständiges Aufgehen in der Deutschen Bank AG |
| Juli 2023 | Technische IT-Integration der Kundensysteme abgeschlossen |
Was gehört noch zur Deutschen Bank?
Die Deutsche Bank AG ist selbst eine börsennotierte Aktiengesellschaft im breiten Streubesitz, ohne einen einzelnen Mehrheitsaktionär. Neben der Marke Postbank für das Privatkundengeschäft in der Fläche betreibt der Konzern das Geschäftsfeld Deutsche Bank Privatkunden für gehobene Kundschaft sowie internationale Investmentbanking-Sparten.
Ein Detail, das häufig für Verwirrung sorgt: Obwohl die Postbank seit 2020 keine eigene Aktiengesellschaft mehr ist, blieb die Marke im Alltagsgeschäft – mit eigenen Filialen, eigener App und eigenem Namen – bis heute bestehen. Kundinnen und Kunden schließen ihre Verträge inzwischen aber formal mit der Deutschen Bank AG ab, nicht mit einer separaten Postbank-Gesellschaft.
Häufig gestellte Fragen
Ist die Postbank noch eine eigene Aktiengesellschaft?
Nein, seit dem 15. Mai 2020 ist sie vollständig in der Deutschen Bank AG aufgegangen und existiert nur noch als Marke und Zweigniederlassung.
Seit wann gehört die Postbank zur Deutschen Bank?
Der Einstieg begann 2008, die Anteilsmehrheit übernahm die Deutsche Bank im November 2010; die vollständige rechtliche Fusion folgte 2018/2020.
Warum dauerte die Fusion so lange?
Die Integration erfolgte schrittweise über rechtliche Verschmelzung (2018/2020) und eine separate technische IT-Zusammenführung, die erst im Juli 2023 abgeschlossen wurde.
Bleiben Postbank-Filialen erhalten?
Die Marke und viele Filialen bestehen weiter, wobei die Deutsche Bank die Zahl der Standorte in den vergangenen Jahren reduziert hat.
Gehört die Deutsche Bank selbst einem Mehrheitseigentümer?
Nein, die Deutsche Bank AG befindet sich im breiten Streubesitz institutioneller und privater Anleger ohne einen dominierenden Einzelaktionär, ähnlich wie viele andere große europäische Geschäftsbanken.
Weitere Hintergründe zu Eigentümerstrukturen im deutschen Finanzsektor liefern die Artikel zu die Commerzbank, SAP und den Spiegel.

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