Wem gehört die Sächsische Zeitung? Eigentümer erklärt

Wem gehört die Sächsische Zeitung? Eigentümer erklärt 1

Die Sächsische Zeitung ist die auflagenstärkste Tageszeitung in Sachsen und prägt die regionale Berichterstattung rund um Dresden. Wem gehört die Sächsische Zeitung, seit der Bertelsmann-Konzern seine letzte Zeitungsbeteiligung verkauft hat?

Die Sächsische Zeitung gehört seit 2024 der Mediengruppe Madsack. Zuvor gehörte das Blatt zu 60 Prozent der Bertelsmann-Sparte Bertelsmann Investments und zu 40 Prozent der Deutschen Druck- und Verlagsgesellschaft mbH (DDVG), einer SPD-nahen Medienholding. Am 9. Januar 2024 kündigte Bertelsmann den Verkauf seines Anteils an die Mediengruppe Madsack an, im April 2024 gab das Bundeskartellamt die vollständige Übernahme durch Madsack unter der Auflage frei, bestimmte Printmedien wieder abzugeben.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Sächsische Zeitung gehört seit 2024 zur Mediengruppe Madsack, vollzogen nach Kartellfreigabe im April 2024.
  • Zuvor hielt Bertelsmann Investments 60 Prozent der DDV Mediengruppe, die restlichen 40 Prozent lagen bei der DDVG.
  • Bertelsmann verkaufte damit seine letzte deutsche Regionalzeitungsbeteiligung, angekündigt am 9. Januar 2024.
  • Größte Gesellschafterin von Madsack ist die DDVG, eine SPD-nahe Medienholding, mit rund 23,1 Prozent.
  • Das Bundeskartellamt knüpfte die Freigabe an Auflagen, darunter die Abgabe bestimmter Printtitel.

Hintergrund: Von der DDV Mediengruppe zu Madsack

Die Sächsische Zeitung gehörte über Jahrzehnte zur Dresdner Druck- und Verlagsgesellschaft, aus der später die DDV Mediengruppe hervorging, an der Bertelsmann über seine Investmentsparte beteiligt war. Im Januar 2024 kündigte die Hannoveraner Mediengruppe Madsack an, sämtliche Anteile an der DDV Mediengruppe zu übernehmen und damit ihre Position auf dem ostdeutschen Zeitungsmarkt auszubauen, wo Madsack bereits die Leipziger Volkszeitung verlegt. Das Bundeskartellamt gab die Übernahme am 9. April 2024 frei, verband die Freigabe jedoch mit der Auflage, bestimmte Printmedien aus dem Portfolio zur Sicherung der Meinungsvielfalt wieder abzugeben.

Eigentümerstruktur im Überblick

EbeneGesellschaftBeteiligung
Verlag der Sächsischen ZeitungDDV Mediengruppebis 2024: 60 % Bertelsmann Investments, 40 % DDVG
Verlag der Sächsischen ZeitungDDV Mediengruppeseit 2024 vollständig bei Madsack
KonzernmutterMediengruppe MadsackÜbernahme angekündigt Januar 2024, freigegeben April 2024
Größte Madsack-GesellschafterinDDVG (SPD-nahe Medienholding)ca. 23,1 %

Was gehört noch zum selben Konzern?

Zur Mediengruppe Madsack gehört über das Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ein Verbund von mehr als 60 Tageszeitungen mit gemeinsamer Zentralredaktion, darunter die Hannoversche Allgemeine Zeitung und die Leipziger Volkszeitung. Größte Einzelgesellschafterin von Madsack ist mit rund 23,1 Prozent die DDVG, eine der SPD nahestehende Medienholding, die sich am Kapital, jedoch nicht an der publizistischen Ausrichtung der Titel beteiligt. Der frühere Miteigentümer Bertelsmann ist über die RND-Struktur nicht mehr an der Sächsischen Zeitung beteiligt, bleibt mit RTL, Penguin Random House und weiteren Sparten aber selbst ein bedeutender Medienkonzern.

Häufig gestellte Fragen

Gehört die Sächsische Zeitung noch zu Bertelsmann?

Nein. Bertelsmann verkaufte seine Beteiligung an der DDV Mediengruppe 2024 vollständig an die Mediengruppe Madsack und ist seither nicht mehr an der Sächsischen Zeitung beteiligt.

Ist die SPD Eigentümerin der Sächsischen Zeitung?

Nicht direkt. Die SPD-nahe Medienholding DDVG ist mit rund 23,1 Prozent größte Einzelgesellschafterin der Muttergesellschaft Madsack, hält aber keine Mehrheit und nimmt laut Unternehmensdarstellung keinen Einfluss auf die Redaktion.

Welche Auflagen machte das Bundeskartellamt?

Das Bundeskartellamt knüpfte seine Freigabe vom 9. April 2024 an die Bedingung, dass Madsack bestimmte Printmedien aus dem übernommenen Portfolio wieder abgibt, um die Medienvielfalt in der Region zu erhalten.

Was ist das Redaktionsnetzwerk Deutschland?

Das RND ist eine Zentralredaktion von Madsack, die überregionale Inhalte für mehr als 60 Tageszeitungen des Konzerns produziert, während lokale Redaktionen wie die der Sächsischen Zeitung eigenständig bleiben.

Erscheint die Sächsische Zeitung weiterhin in Dresden?

Ja, der redaktionelle Sitz und der regionale Fokus auf Dresden und Sachsen blieben laut Unternehmensangaben auch nach der Übernahme durch Madsack unverändert bestehen.

Wie sich die Konzernstruktur des früheren Eigentümers seither entwickelt hat, zeigt der Artikel zu Bertelsmann, das inzwischen unter anderem Sky übernommen hat. Ein weiteres Beispiel für Konzentrationsprozesse im deutschen Wirtschaftsleben liefert der Artikel zum Hamburger Hafen.

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