Wem gehört Signal? Stiftung statt Aktionäre

Wem gehört Signal? Stiftung statt Aktionäre 1

Signal gilt als einer der datenschutzfreundlichsten Messenger überhaupt. Wer nach dem Eigentümer sucht, findet keine Aktionäre und keinen Konzern, sondern eine gemeinnützige Stiftung. Signal gehört der gemeinnützigen Signal Foundation, die die Signal Messenger LLC als Tochtergesellschaft trägt. Es gibt keine Anteilseigner im klassischen Sinn, weil Gewinnerzielung nicht das Ziel der Organisation ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Antwort: Signal gehört der gemeinnützigen Signal Foundation, es gibt keine klassischen Aktionäre.
  • Gründung: Die Stiftung wurde am 10. Januar 2018 von Moxie Marlinspike und Brian Acton gegründet.
  • Finanzierung: Brian Acton, Mitgründer von WhatsApp, gab ein zinsloses Darlehen von rund 105 Millionen US-Dollar.
  • Führung: Brian Acton ist Vorstandsvorsitzender der Stiftung und Chef von Signal Messenger, Meredith Whittaker ist Präsidentin.
  • Kein Gewinnzweck: Als 501(c)(3)-Organisation nach US-Recht darf die Stiftung keine Gewinne an Eigentümer ausschütten.

Von der Grindr-App zur Stiftung mit WhatsApp-Geld

Der Kryptograph Moxie Marlinspike entwickelte die Grundlagen von Signal bereits vor 2018 im Rahmen der Open Whisper Systems. Nachdem Brian Acton, Mitgründer von WhatsApp, das Unternehmen nach der Übernahme durch Facebook verlassen hatte, gründete er 2018 gemeinsam mit Marlinspike die Signal Foundation.

Acton finanzierte den Aufbau zunächst mit einem zinslosen Darlehen von rund 50 Millionen US-Dollar, das bis Ende 2018 auf etwa 105 Millionen US-Dollar anwuchs und erst 2068 zur Rückzahlung fällig wird. Zusätzlich erhielt die Stiftung Mittel von Förderern wie der Knight Foundation und der Shuttleworth Foundation. Seit September 2022 ist die Sicherheitsforscherin Meredith Whittaker Präsidentin von Signal.

Das offene Signal-Protokoll, das Signal für die Verschlüsselung der eigenen App entwickelt hat, wird auch von anderen großen Messenger-Diensten lizenziert, darunter WhatsApp. Dadurch hat die kleine Stiftung einen technischen Einfluss, der weit über die eigene Nutzerzahl hinausreicht. Journalistinnen, Aktivisten und Sicherheitsbehörden gelten seit Jahren als Kernzielgruppe der besonders auf Metadaten-Sparsamkeit ausgelegten App.

Struktur von Signal im Überblick

EbeneRechtsformRolle
Signal Foundationgemeinnützige Organisation (501(c)(3), USA)Muttergesellschaft, kein Gewinnzweck, keine Aktionäre
Signal Messenger LLCTochtergesellschaft der Foundationentwickelt und betreibt die App
Brian ActonVorstandsvorsitzender Foundation, CEO Signal MessengerHauptfinanzier über zinsloses Darlehen
Meredith WhittakerPräsidentinoperative und strategische Führung

Was gehört noch zu Signal?

Signal betreibt neben der Messenger-App auch das offene Signal-Protokoll, das von anderen Diensten für Verschlüsselung lizenziert wird, unter anderem in Teilen von WhatsApp. Wie sich Signals Non-Profit-Modell von gewinnorientierten Messengern unterscheidet, zeigen die Artikel zu Telegram und zu Meta, dem Mutterkonzern von WhatsApp. Finanziert wird die Weiterentwicklung neben dem Acton-Darlehen auch über freiwillige Spenden der Nutzerschaft, für die Signal in der App wiederholt aktiv wirbt, da die Foundation bewusst auf Werbeeinnahmen oder den Verkauf von Nutzerdaten verzichtet.

Häufig gestellte Fragen

Verdient jemand Geld mit Signal?

Nein im klassischen Sinn. Die Signal Foundation ist gemeinnützig und finanziert sich über Spenden und das ursprüngliche Darlehen von Brian Acton, nicht über Gewinnausschüttungen.

Wer kontrolliert Signal?

Der Vorstand der Signal Foundation, aktuell mit Brian Acton als Vorsitzendem, sowie die operative Führung um Präsidentin Meredith Whittaker.

Ist Signal Teil von Meta oder WhatsApp?

Nein. Signal ist organisatorisch vollständig unabhängig von Meta, auch wenn das Signal-Protokoll technisch auch in WhatsApp eingesetzt wird.

Woher kommt das Geld für Signal?

Ursprünglich aus einem zinslosen Darlehen von Brian Acton über rund 105 Millionen US-Dollar, ergänzt durch Spenden und Förderorganisationen.

Kann Signal verkauft werden?

Als gemeinnützige Stiftung ist Signal nicht auf einen Verkauf an Investoren ausgelegt; ein Eigentümerwechsel im klassischen Sinn ist strukturell nicht vorgesehen.

Signal zeigt, dass ein großer Messenger auch ohne Aktionäre funktionieren kann. Wie ein anderer, kommerziell finanzierter Messenger organisiert ist, zeigt Wem gehört Telegram, einen Blick auf den Mutterkonzern von WhatsApp liefert Wem gehört Meta, und wie eine Stiftung einen KI-Konzern kontrolliert, erklärt Wem gehört OpenAI.

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