Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung

Letzte Aktualisierung: 2. September 2026

Ein einzelner dunkler Fleck hinter dem Kleiderschrank reicht aus, um binnen Wochen zu einer Fläche von mehreren Quadratmetern heranzuwachsen. Genau deshalb zählt Schimmel in Innenräumen zu den häufigsten Streitpunkten zwischen Mietern und Vermietern und zu den ernstzunehmendsten Wohngesundheitsthemen überhaupt. Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung drehen sich immer um drei Dinge: die Feuchtequelle finden, befallene Stellen fachgerecht behandeln und dauerhaft trockene Raumluft sicherstellen.[1] Wer diese drei Schritte konsequent umsetzt, verhindert die meisten Schimmelprobleme, bevor sie entstehen.

Quick Answer

Schimmel entsteht fast immer durch überschüssige Feuchtigkeit in Kombination mit organischem Nährboden wie Tapete, Holz oder Staub. Die wirksamsten Sofortmaßnahmen sind 2 bis 3 mal täglich fünf Minuten Stoßlüften, eine Raumtemperatur von mindestens 16 bis 20 Grad und eine relative Luftfeuchtigkeit zwischen 50 und 60 Prozent.[3][10] Kleine Flecken unter etwa 0,5 Quadratmetern lassen sich meist selbst mit Alkohol oder Brennspiritus entfernen, größere Befälle gehören in die Hände von Fachfirmen.[2]

Wichtigste Erkenntnisse

Wichtigste Erkenntnisse
  • Ursache zuerst beheben: Schimmel dauerhaft entfernen funktioniert nur, wenn die Feuchtequelle gefunden und beseitigt wird.[1]
  • Stoßlüften statt Dauerlüften: 2 bis 3 mal täglich rund 5 Minuten mit weit geöffneten Fenstern ist effektiver als ein dauerhaft gekipptes Fenster.[3][4]
  • Zielwerte kennen: 50 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit gelten als ideal, über 65 bis 70 Prozent dauerhaft wird kritisch.[3][10]
  • Mindesttemperatur einhalten: Wohn- und Schlafräume sollten nicht unter 16 Grad auskühlen, empfohlen werden 20 bis 22 Grad bei rund 50 Prozent Luftfeuchte.[8]
  • Kleine Flecken selbst behandeln: Bis etwa 0,5 Quadratmeter reichen Hausmittel wie Alkohol, größere Flächen erfordern Fachleute.[2]
  • Gesundheitsrisiken ernst nehmen: Schimmel kann Allergien, Atemwegsbeschwerden und Asthma verschlimmern, besonders bei Kindern und älteren Menschen.[6]
  • Mietrecht beachten: Bei baulich bedingtem Schimmel liegt die Verantwortung häufig beim Vermieter, bei Fehlverhalten beim Lüften auch beim Mieter.
  • Möbel richtig platzieren: Abstand zu Außenwänden verbessert die Luftzirkulation und verhindert Kondensation.[2]
  • Sommer und Keller im Blick behalten: Keller im Sommer nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden lüften.[7]

Was ist Schimmel und warum entsteht er in Wohnungen

Schimmel ist ein mikroskopisch kleiner Pilz, der sich über Sporen in der Luft verbreitet und auf feuchten, organischen Oberflächen wie Tapete, Holz oder Staub ansiedelt. Er entsteht in Wohnungen fast immer dann, wenn drei Bedingungen zusammenkommen: Feuchtigkeit, ausreichende Wärme und ein Nährboden mit Zellulose oder organischen Stoffen.[6]

![Nahaufnahme eines Schimmelflecks an kalter Wandecke](Placeholder Image)

In der Praxis unterscheiden Fachleute zwischen zwei Hauptursachen:

  • Bauliche Feuchtigkeit: undichte Dächer, Risse im Mauerwerk, defekte Abdichtungen oder Wärmebrücken, an denen warme Innenluft auf kalte Wandflächen trifft und kondensiert.
  • Nutzerverhalten: zu wenig oder falsches Lüften, zu niedrige Raumtemperaturen, Wäschetrocknen in der Wohnung oder Möbel, die direkt an kalten Außenwänden stehen.

Beide Ursachen lassen sich oft nicht klar trennen, denn ein Gebäude mit schlechter Dämmung verzeiht Lüftungsfehler deutlich weniger als ein modern sanierter Neubau. Wer wiederholt Schimmel an derselben Stelle findet, sollte deshalb nicht nur das eigene Lüftungsverhalten prüfen, sondern auch die Bausubstanz kontrollieren lassen.[1][5]

Beispiel: Eine Nordwand im Erdgeschoss eines Altbaus kühlt im Winter stärker aus als eine Südwand im Neubau. Selbst bei identischem Lüftungsverhalten bildet sich an der Nordwand deutlich schneller Kondenswasser und damit Schimmelgefahr.

Wie erkennt man Schimmel an Wänden und Decken

Schimmel zeigt sich meist zuerst als kleiner, dunkler oder grünlich-schwarzer Fleck, oft begleitet von einem modrig-erdigen Geruch, bevor er optisch sichtbar wird. Typische Warnzeichen sind Farbveränderungen an Wandecken, abblätternde Tapete, muffiger Geruch in Schränken und beschlagene Fenster am Morgen.

Die häufigsten Erkennungsmerkmale im Überblick:

  1. Optische Flecken: schwarze, grüne oder graue Punkte, meist zuerst in Ecken, hinter Möbeln oder an Fensterbänken.
  2. Geruch: ein modriger, erdiger Geruch auch ohne sichtbaren Fleck kann auf verdeckten Schimmel hinter Tapeten oder in Wandnischen hinweisen.
  3. Feuchte Stellen: klamme, kühle Wandbereiche oder abgelöste Tapetenkanten deuten auf Feuchtigkeit im Untergrund hin.
  4. Kondenswasser: regelmäßig beschlagene Fensterscheiben am Morgen sind ein Frühwarnzeichen für zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum.

Entscheidungsregel: Ist der Fleck kleiner als eine Handfläche und liegt er auf einer glatten, gut zugänglichen Fläche, reicht meist eine einfache hausmittelbasierte Reinigung. Ist die Fläche größer, tief in porösem Material oder wiederkehrend, braucht es eine fachliche Ursachenanalyse.

Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung: Hausmittel vs. professionelle Mittel

Für kleine, oberflächliche Schimmelflecken auf glatten Materialien reichen alkoholbasierte Hausmittel wie Brennspiritus völlig aus, sofern gründlich gelüftet und der Lappen danach entsorgt wird.[2][10] Bei größeren, tieferliegenden oder wiederkehrenden Befällen sind spezialisierte Schimmelentferner oder eine Fachfirma die sicherere Wahl.

KriteriumHausmittel (Alkohol, Brennspiritus)Professionelle Sanierung
Geeignet fürKleine Flecken bis ca. 0,5 m² auf glatten OberflächenGroße Flächen, poröse Materialien, wiederkehrender Befall
KostenGering, wenige EuroDeutlich höher, abhängig von Ursache und Fläche
UrsachenklärungNicht enthalten, muss separat erfolgenMeist inklusive Bauteilanalyse
SchutzmaßnahmenHandschuhe, Maske, gute Lüftung empfohlenProfessionelle Schutzausrüstung und Abschottung

Häufiger Fehler: Viele versuchen, größere Schimmelflächen mit Chlorreinigern oberflächlich zu übertünchen, ohne die Feuchtequelle zu klären. Der Fleck verschwindet kurzfristig, kommt aber innerhalb von Wochen zurück, weil die eigentliche Ursache unbehandelt bleibt.[1]

Schimmel in der Wohnung: Welche Gesundheitsrisiken drohen

Schimmelsporen in der Innenraumluft können allergische Reaktionen auslösen, Atemwegsbeschwerden verursachen und bestehende Erkrankungen wie Asthma verschlimmern.[6] Besonders gefährdet sind Kinder, ältere Menschen und Personen mit Vorerkrankungen der Atemwege.

Typische Beschwerden bei Schimmelbelastung:

  • Reizungen der Augen, Nase und Atemwege
  • Verstärkte Allergiesymptome, auch ohne bekannte Schimmelallergie
  • Häufigere Infekte der oberen Atemwege
  • Verschlechterung von Asthma oder chronischer Bronchitis

Wichtig: Nicht jede Person reagiert gleich stark auf Schimmelsporen. Wer jedoch bereits Atemwegserkrankungen hat oder mit kleinen Kindern zusammenlebt, sollte Schimmel nie „beobachten“, sondern sofort handeln und im Zweifel fachlichen Rat einholen.[6] Die Beseitigung sollte grundsätzlich zeitnah erfolgen, unabhängig von der Flächengröße, da sich Sporenbelastung in der Raumluft schnell ausbreiten kann.

Wie viel kostet Schimmelbekämpfung durch Fachleute

Die Kosten für eine professionelle Schimmelsanierung hängen stark von der Ursache, der befallenen Fläche und dem betroffenen Bauteil ab, weshalb sich keine pauschale Zahl seriös nennen lässt. Verbraucherzentralen empfehlen deshalb grundsätzlich, bei Flächen über etwa 0,5 Quadratmetern einen Kostenvoranschlag von einer spezialisierten Firma einzuholen, statt selbst zu schätzen.[2]

Folgende Faktoren beeinflussen den Preis maßgeblich:

  • Ursachenanalyse: eine Bauteildiagnose mit Feuchtemessung ist oft der erste kostenpflichtige Schritt.
  • Fläche und Tiefe des Befalls: oberflächlicher Befall ist günstiger zu behandeln als Schimmel, der bereits in die Bausubstanz eingedrungen ist.
  • Bauliche Maßnahmen: wenn eine Wärmebrücke oder ein Feuchteschaden am Mauerwerk die Ursache ist, kommen zusätzliche Sanierungskosten hinzu.

Entscheidungsregel: Bei einem kleinen, einmaligen Fleck ohne wiederkehrendes Muster lohnt sich zunächst die Selbstbehandlung. Taucht der Schimmel jedoch mehrfach an derselben Stelle auf oder betrifft er mehr als eine kleine Fläche, ist eine fachliche Begutachtung wirtschaftlich sinnvoller als wiederholte Eigenversuche.

Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung im Bad und Schlafzimmer

Bad und Schlafzimmer zählen zu den schimmelanfälligsten Räumen, weil hier besonders viel Feuchtigkeit entsteht beziehungsweise über Nacht kondensiert. Im Bad hilft konsequentes Lüften direkt nach dem Duschen, im Schlafzimmer die richtige Kombination aus Lüften vor dem Schlafen und ausreichendem Möbelabstand zu Außenwänden.[2][10]

![Vier-Felder-Grafik mit Tipps für Bad und Schlafzimmer gegen Schimmel](Placeholder Image)

Tipps für das Badezimmer:

  • Nach Duschen und Baden sofort das Fenster weit öffnen, bis der Spiegel nicht mehr beschlägt.
  • Feuchte Handtücher und Duschvorhänge nicht im Bad trocknen lassen.
  • Fugen und Silikon regelmäßig auf Risse und dunkle Verfärbungen kontrollieren.

Tipps für das Schlafzimmer:

  • Vor dem Schlafengehen und direkt nach dem Aufstehen jeweils fünf Minuten stoßlüften.[3]
  • Bett und Schrank mit einigen Zentimetern Abstand zur Außenwand aufstellen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Raumtemperatur nachts nicht unter 16 Grad fallen lassen, da kalte Luft weniger Feuchtigkeit aufnimmt.[8]

Häufiger Fehler: Ein Fenster über Nacht nur zu kippen, gilt in Fachkreisen als wenig wirksam gegen Schimmel, weil der Luftaustausch zu langsam erfolgt und die Wandflächen um das Fenster stark auskühlen.[4]

Ist Schimmel in der Mietwohnung Verantwortung des Vermieters

Die Verantwortung für Schimmel in Mietwohnungen hängt von der Ursache ab: Liegt eine bauliche Mangelursache vor, etwa eine Wärmebrücke oder ein undichtes Dach, liegt die Verantwortung typischerweise beim Vermieter. Liegt die Ursache im Nutzerverhalten, etwa dauerhaft fehlendes Lüften, kann die Verantwortung beim Mieter liegen.

Ist Schimmel in der Mietwohnung Verantwortung des Vermieters

In der Praxis empfiehlt es sich für Mieter:

  • Schimmel schriftlich und mit Fotos dokumentieren und dem Vermieter zeitnah melden.
  • Eine Mietminderung erst nach fachlicher Klärung der Ursache in Betracht ziehen.
  • Bei Unsicherheit über die Ursache eine unabhängige Beratungsstelle einzuschalten, bevor eigenständig größere Flächen behandelt werden.

Edge Case: Wenn sowohl bauliche Mängel als auch unzureichendes Lüften zusammenkommen, wie es in der Praxis häufig vorkommt, teilen Gerichte die Verantwortung mitunter zwischen beiden Parteien auf. Eine klare Dokumentation des eigenen Lüftungsverhaltens kann in solchen Fällen entscheidend sein.

Schimmel trotz Lüften und Heizen: Was tun

Wenn trotz regelmäßigem Lüften und Heizen weiterhin Schimmel entsteht, liegt meist eine bauliche Ursache vor, die durch reines Nutzerverhalten nicht behoben werden kann. In diesem Fall helfen weder häufigeres Lüften noch höhere Heiztemperaturen dauerhaft.

Mögliche bauliche Ursachen, die geprüft werden sollten:

  • Wärmebrücken an Fensterlaibungen, Rollladenkästen oder Gebäudeecken
  • Aufsteigende Feuchtigkeit aus dem Fundament oder Keller
  • Undichte Dächer, Rohrleitungen oder Fassaden
  • Nachträglich eingebaute, undurchlässige Anstriche oder Tapeten, die Feuchtigkeit im Mauerwerk einschließen

Konkretes Beispiel: Eine Familie lüftet dreimal täglich fünf Minuten und heizt jeden Raum auf 20 Grad, trotzdem bildet sich immer wieder Schimmel an derselben Fensterlaibung. In diesem Fall lohnt sich eine Thermografie-Untersuchung, um eine mögliche Wärmebrücke sichtbar zu machen, statt das Lüftungsverhalten weiter zu intensivieren.

Entscheidungsregel: Wenn Schimmel trotz nachweislich korrektem Lüften und Heizen über mehrere Wochen wiederkehrt, sollte eine bauliche Ursachenanalyse durch Fachleute erfolgen, statt weitere Eigenmaßnahmen zu versuchen.[1]

Luftfeuchtigkeit senken gegen Schimmel: Wie geht das

Die relative Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen sollte dauerhaft zwischen 50 und 60 Prozent liegen, an kalten Außenwänden gelten Werte über 80 Prozent als kritisch.[3][10] Ein Thermo-Hygrometer im Raum macht diese Werte sichtbar und erlaubt gezieltes Gegensteuern.

Praktische Schritte zur Senkung der Luftfeuchtigkeit:

  1. Thermo-Hygrometer in Problemräumen platzieren und Werte regelmäßig ablesen.[2][10]
  2. Nach feuchtigkeitsintensiven Tätigkeiten wie Kochen, Duschen oder Wäschetrocknen sofort und intensiv stoßlüften.[2]
  3. Wäsche möglichst nicht in schlecht belüfteten Wohnräumen trocknen.
  4. Bei anhaltend hohen Werten trotz Lüftens einen elektrischen Luftentfeuchter in besonders betroffenen Räumen einsetzen.[10]
  5. Raumtemperatur konstant halten, da schwankende Temperaturen Kondensation begünstigen.[8]

Quick Tip: Wer nach dem Duschen kein Fenster öffnen kann, etwa in innenliegenden Bädern, sollte auf eine funktionierende mechanische Lüftung oder einen Abluftventilator setzen, um die Feuchtigkeit aktiv nach außen zu befördern.

Schimmel hinter Möbeln und Tapeten bekämpfen

Schimmel hinter Möbeln und Tapeten entsteht vor allem dort, wo Luft nicht zirkulieren kann und sich Feuchtigkeit an kalten Wandflächen staut. Regelmäßige Sichtkontrollen hinter Schränken und Betten sowie ausreichender Wandabstand sind die wirksamsten Gegenmaßnahmen.[2]

Empfohlenes Vorgehen bei Verdacht auf verdeckten Schimmel:

  • Möbel mindestens 5 bis 10 Zentimeter von Außenwänden abrücken, um Luftzirkulation zu ermöglichen.
  • Bei modrigem Geruch ohne sichtbaren Fleck die Tapete an unauffälliger Stelle vorsichtig anheben und die Wand darunter prüfen.
  • Befallene Tapetenbahnen bei kleinem Befall abziehen, den Untergrund trocknen und mit einem geeigneten Mittel behandeln.
  • Bei großflächigem Befall unter der Tapete grundsätzlich Fachleute hinzuziehen, da sich Sporen beim Entfernen leicht in der Raumluft verteilen können.

Häufiger Fehler: Eine neue Tapete direkt über einem alten Schimmelfleck anzubringen, verdeckt das Problem nur optisch. Die Feuchtigkeit und der Pilz bleiben darunter aktiv und breiten sich häufig unbemerkt weiter aus.

Welche Schimmelarten sind am gefährlichsten

Nicht jede Schimmelart ist gleich riskant, doch für Bewohner ist weniger die genaue Artbestimmung entscheidend als die schnelle Beseitigung jeder Art von Innenraumschimmel. Gesundheitsbehörden empfehlen, unabhängig von der Farbe oder Art des Schimmels, jeden sichtbaren Befall zeitnah zu behandeln, da eine sichere Bestimmung der Art meist nur durch ein Labor möglich ist.[6]

Als besonders relevant gelten in der Praxis:

  • Schwarzer Schimmel an Wänden und Fugen, oft mit auffälligem Geruch verbunden und häufig ein Hinweis auf länger bestehende Feuchtigkeit.
  • Schimmel in Klimaanlagen und Lüftungsschächten, der Sporen aktiv im ganzen Raum verteilen kann.
  • Schimmel in Lebensmitteln und auf Lebensmittelresten, der zusätzlich zur Innenraumluft auch über den Verzehr ein Risiko darstellen kann.

Wichtig: Für Laien ist eine visuelle Unterscheidung zwischen „harmlosem“ und „gefährlichem“ Schimmel praktisch nicht zuverlässig möglich. Die sicherste Strategie ist daher, jeden Befall so zu behandeln, als könnte er ein Gesundheitsrisiko darstellen, und entsprechend zügig zu handeln.[6]

Schimmel vorbeugen: Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung im Alltag

Die wirksamste Schimmelprävention im Alltag besteht aus einer Kombination von regelmäßigem Stoßlüften, konstanter Mindesttemperatur und dem bewussten Umgang mit Feuchtigkeitsquellen wie Kochen, Duschen und Wäschetrocknen. Kleine Routinen verhindern dabei die meisten Probleme, bevor sie überhaupt sichtbar werden.

Häufige Fehler, die Schimmel begünstigen:

  • Fenster dauerhaft ankippen statt regelmäßig stoßzulüften.[4]
  • Räume im Winter stark auskühlen lassen, um Heizkosten zu sparen, ohne die Feuchtigkeitsfolgen zu bedenken.[8]
  • Wäsche in der Wohnung trocknen, ohne zusätzlich zu lüften oder zu entfeuchten.
  • Möbel direkt an kalte Außenwände stellen und dadurch die Luftzirkulation blockieren.
  • Im Sommer Keller tagsüber lüften, wenn warme, feuchte Außenluft in den kühlen Keller einströmt und dort kondensiert.[7]
  • Kleine Feuchteschäden, etwa nach einem Wasserrohrbruch, nicht sofort und gründlich trocknen.

Kurz-Checkliste für den Alltag:

  1. Zweimal bis dreimal täglich stoßlüften, besonders in Küche, Bad und Schlafzimmer.[3]
  2. Raumtemperatur nicht unter 16 Grad fallen lassen.[8]
  3. Luftfeuchtigkeit mit Hygrometer im Blick behalten, Zielbereich 50 bis 60 Prozent.[10]
  4. Möbelabstand zu Außenwänden einhalten.
  5. Feuchteschäden sofort trocknen, nicht abwarten.

Wer diese Punkte zur Routine macht, deckt bereits den Großteil der besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung ab und reduziert das Risiko erheblich, ohne aufwendige bauliche Maßnahmen.

Häufig gestellte Fragen

Wie schnell muss Schimmel entfernt werden?
Schimmel sollte grundsätzlich so schnell wie möglich entfernt werden, da sich Sporen in der Raumluft ausbreiten und gesundheitliche Beschwerden auslösen können.[6] Ein Abwarten verschlimmert in der Regel sowohl den Befall als auch die gesundheitlichen Risiken.

Reicht Lüften allein, um Schimmel zu verhindern?
Lüften allein reicht nur, wenn keine baulichen Mängel wie Wärmebrücken oder undichte Bauteile vorliegen. Bei baulichen Ursachen bleibt Schimmel trotz vorbildlichem Lüftungsverhalten ein wiederkehrendes Problem.[1]

Wie oft sollte man am Tag lüften, um Schimmel zu vermeiden?
Empfohlen werden 2 bis 3 mal täglich rund 5 Minuten Stoßlüften pro Raum mit weit geöffneten Fenstern, in der Heizperiode angepasst an die Außentemperatur.[3][4]

Welche Luftfeuchtigkeit ist normal in der Wohnung?
Als ideal gelten 50 bis 60 Prozent relative Luftfeuchtigkeit, dauerhafte Werte über 65 bis 70 Prozent gelten als kritisch für Schimmelbildung.[3][10]

Kann man Schimmel einfach überstreichen oder übertapezieren?
Nein. Überstreichen oder Übertapezieren verdeckt den Befall nur optisch, die Feuchtigkeit und der Pilz bleiben aktiv und breiten sich meist unbemerkt weiter aus.

Wann sollte man bei Schimmel unbedingt einen Fachbetrieb rufen?
Bei Flächen über etwa 0,5 Quadratmetern, bei wiederkehrendem Befall trotz korrektem Lüften oder bei Verdacht auf verdeckten Schimmel hinter Wänden sollte grundsätzlich ein Fachbetrieb eingeschaltet werden.[2]

Ist Schimmel im Keller im Sommer normal?
Schimmel im Keller kann im Sommer entstehen, wenn tagsüber warme, feuchte Außenluft eindringt und an den kühlen Kellerwänden kondensiert. Deshalb wird empfohlen, Keller im Sommer nur in den kühlen Morgen- oder Abendstunden zu lüften.[7]

Welche Rolle spielt die Raumtemperatur bei Schimmelbildung?
Zu niedrige Raumtemperaturen fördern Kondensation an Wandflächen und damit Schimmelbildung. Empfohlen werden mindestens 16 Grad in allen Wohn- und Schlafräumen, ideal sind 20 bis 22 Grad bei rund 50 Prozent Luftfeuchte.[8]

Fazit

Die besten Tipps gegen Schimmel in der Wohnung lassen sich auf drei klare Prinzipien zurückführen: die Feuchtequelle konsequent finden und beheben, befallene Stellen je nach Größe selbst behandeln oder von Fachleuten sanieren lassen, und die Raumluft dauerhaft im Zielbereich von 50 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit bei mindestens 16 Grad halten.[1][3][8] Kleine Routinen wie regelmäßiges Stoßlüften, ausreichender Möbelabstand zu Außenwänden und sofortiges Trocknen nach Feuchteschäden verhindern die meisten Probleme, bevor sie überhaupt entstehen.

Als nächsten Schritt lohnt es sich, ein Thermo-Hygrometer in den kritischsten Räumen zu platzieren, das eigene Lüftungsverhalten für zwei Wochen zu protokollieren und bei wiederkehrendem oder großflächigem Befall frühzeitig eine fachliche Ursachenanalyse einzuholen, statt Symptome nur oberflächlich zu behandeln.

Quellen

[1] Was Tun Bei Schimmel In Meiner Wohnung – https://www.umweltbundesamt.de/service/uba-fragen/was-tun-bei-schimmel-in-meiner-wohnung
[2] Schimmel An Der Wand Entfernen Das Koennen Sie Tun 6794 – https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/umwelt-haushalt/wohnen/schimmel-an-der-wand-entfernen-das-koennen-sie-tun-6794
[3] Richtiges Lueften Beugt Schimmel Vor – https://www.umweltbundesamt.de/themen/richtiges-lueften-beugt-schimmel-vor
[4] Wie Luefte Ich Richtig Tipps Tricks Zur – https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel/wie-luefte-ich-richtig-tipps-tricks-zur
[5] Ratgeber Schimmel Im Haus – https://www.eanok.de/images/beratung-und-information/infothek/umwelt-und-gesundheit/Ratgeber_Schimmel_im_Haus.pdf
[6] Schimmel – https://www.umweltbundesamt.de/themen/gesundheit/umwelteinfluesse-auf-den-menschen/schimmel
[7] Tueren Fenster Auf Gegen Schimmel – https://www.umweltbundesamt.de/themen/tueren-fenster-auf-gegen-schimmel
[8] Schimmelpilzleitfaden Umweltbundesamt 2017 – https://www.nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/PDF_weitere_leitfaeden/schimmelpilzleitfaden-umweltbundesamt-2017.pdf
[9] Schimmelpilzleitfaden Umweltbundesamt 2013 – https://www.nachhaltigesbauen.de/fileadmin/pdf/PDF_weitere_leitfaeden/schimmelpilzleitfaden-umweltbundesamt-2013.pdf
[10] Schimmel Beseitigen – https://www.adac.de/rund-ums-haus/wohnen/haushalt/schimmel-beseitigen/

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