Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster

Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster

Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster sind konsequentes Stoßlüften mehrmals täglich, eine Raumtemperatur von mindestens 18 bis 20 Grad und ausreichender Abstand zwischen Möbeln und Fensterrahmen. Beschlagene Scheiben entstehen fast immer durch Kondenswasser, wenn warme, feuchte Luft auf kalte Glasflächen trifft. Wer zusätzlich einen Luftentfeuchter einsetzt und die Fensterdichtungen regelmäßig prüft, verhindert das Problem dauerhaft, nicht nur kurzfristig.

Ein einziger vier Millimeter breiter Spalt Zugluft am Fensterrahmen kann reichen, damit sich innerhalb von Minuten ein feiner Wasserfilm bildet, sobald die Heizung im Winter läuft. Genau das ist mir vor Jahren in meiner ersten Wohnung passiert: Jeden Morgen tropfte Wasser vom Fensterbrett, die Vorhänge waren feucht, und ich dachte zunächst an ein undichtes Fenster. Es war schlicht zu wenig Luftaustausch bei zu hoher Luftfeuchtigkeit. Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster setzen genau an diesem Punkt an: bei Feuchtigkeit, Temperatur und Luftzirkulation, nicht bei teuren Reparaturen.

Key Takeaways

  • Kondenswasser auf Fensterscheiben entsteht, wenn feuchte Raumluft auf kalte Glasoberflächen trifft, nicht durch ein defektes Fenster.
  • Beschlagene Scheiben von innen sind bei kaltem Wetter normal, beschlagene Scheiben von außen deuten meist auf sehr gute Isolierung hin.
  • Drei- bis viermal täglich Stoßlüften für 5 bis 10 Minuten senkt die Luftfeuchtigkeit spürbar und beugt Kondensation vor.
  • Salz, Rasierschaum und Kartoffelscheiben zählen zu den wirksamsten Hausmitteln gegen beschlagene Fenster.
  • Zeitungspapier eignet sich gut zum Nachwischen von Kondenswasser, ersetzt aber kein regelmäßiges Lüften.
  • Im Auto wirkt ein kurzer, kräftiger Kaltluftstoß meist schneller gegen beschlagene Scheiben als warme Heizungsluft.
  • Dauerhaft beschlagene Fenster trotz Lüften können auf Schimmelrisiko oder eine undichte Gebäudehülle hinweisen und sollten geprüft werden.
  • Neue, sehr gut isolierte Fenster beschlagen paradoxerweise häufiger von innen, weil kaum noch Wärme durch das Glas entweicht.

Was sind die häufigsten Ursachen für beschlagene Fenster?

Die häufigste Ursache für beschlagene Fenster ist ein Temperaturunterschied zwischen warmer, feuchter Raumluft und der deutlich kälteren Glasoberfläche. Trifft diese Luft auf das kalte Glas, kühlt sie schlagartig ab und kann die enthaltene Feuchtigkeit nicht mehr halten. Das Ergebnis sind feine Wassertröpfchen auf der Scheibe.

Dahinter steckt ein einfaches physikalisches Prinzip: warme Luft kann mehr Wasserdampf aufnehmen als kalte Luft. Sinkt die Temperatur der Luftschicht direkt am Fenster unter den sogenannten Taupunkt, wird der überschüssige Wasserdampf sichtbar und schlägt sich als Kondenswasser nieder.

Was sind die häufigsten Ursachen für beschlagene Fenster?

Typische Auslöser im Alltag sind:

  • Kochen und Duschen: Beide Tätigkeiten setzen in kurzer Zeit große Mengen Wasserdampf frei.
  • Wäsche trocknen in der Wohnung: Ein durchschnittlicher Wäscheposten gibt mehrere Liter Wasser an die Raumluft ab.
  • Zimmerpflanzen: Viele Pflanzen erhöhen durch Verdunstung die Luftfeuchtigkeit merklich.
  • Atmung und Schweiß beim Schlafen: Mehrere Personen in einem Raum steigern die Feuchtigkeit über Nacht deutlich.
  • Zu wenig oder falsches Lüften: Wird die feuchte Luft nicht regelmäßig ausgetauscht, staut sie sich an kalten Flächen.

Ein häufiger Denkfehler: Viele Menschen glauben, das Fenster selbst sei defekt, wenn sich Feuchtigkeit bildet. In den allermeisten Fällen liegt die Ursache jedoch im Raumklima, nicht im Bauteil.

Wie entstehen Wassertropfen auf Fensterscheiben genau?

Wassertropfen auf Fensterscheiben entstehen durch Kondensation, also den Übergang von Wasserdampf in flüssiges Wasser, sobald die Luft an der Glasoberfläche ihren Taupunkt unterschreitet. Je größer der Unterschied zwischen Raumtemperatur und Außentemperatur, desto schneller und stärker beschlägt das Glas.

Man kann sich das wie bei einem kalten Getränkeglas im Sommer vorstellen: Die warme Umgebungsluft trifft auf die kühle Glasoberfläche, und sofort bildet sich ein feiner Wasserfilm. Am Fenster passiert im Winter dasselbe, nur in umgekehrter Richtung, da die Kälte von außen kommt.

Wichtig für die Praxis: Je schlechter ein Fenster isoliert ist, desto kälter bleibt die innere Glasoberfläche, und desto eher bildet sich Kondenswasser. Bei modernen Fenstern mit guter Wärmedämmung verschiebt sich das Problem oft, worauf ich später im Abschnitt zu neuen Fenstern noch eingehe.

Beschlagene Fenster innen oder außen: Was ist normal?

Beschlagene Fenster von innen sind bei kaltem Wetter normal und meist harmlos, solange sie nach dem Lüften wieder abtrocknen. Beschlagene Fenster von außen kommen seltener vor und deuten in der Regel auf eine sehr gute Wärmedämmung des Glases hin, ähnlich wie Tau auf einer Autoscheibe am frühen Morgen.

Der Unterschied lässt sich so einordnen:

MerkmalBeschlag innenBeschlag außen
Häufigste UrsacheFeuchte Raumluft trifft auf kaltes GlasKühle Außenluft trifft auf sehr gut isoliertes, kaltes Glas bei feuchter Nachtluft
Wann typischWinter, morgens, nach Duschen/KochenKlare, kalte Nächte, besonders bei neuen Fenstern
BedeutungRaumklima meist zu feucht oder zu wenig gelüftetMeist ein Zeichen guter Isolierung, kein Fehler
HandlungsbedarfLüften, Heizen, Feuchtigkeitsquellen reduzierenIn der Regel kein Handlungsbedarf

Faustregel: Beschlag innen betrifft das Raumklima, Beschlag außen betrifft meist nur die Optik am frühen Morgen und verschwindet, sobald die Sonne die Scheibe erwärmt.

Kondenswasser oder undichte Fenster: Der Unterschied

Kondenswasser bildet sich als flächiger, feiner Wasserfilm direkt auf der Glasoberfläche und verschwindet nach dem Lüften und Erwärmen des Raums wieder vollständig. Undichte Fenster zeigen dagegen andere Anzeichen: Wasser sammelt sich am Rahmen, es zieht spürbar kalte Luft durch Ritzen, oder es bilden sich Feuchtigkeitsflecken an der Wand neben dem Fenster, die auch bei gutem Lüften nicht verschwinden.

So lassen sich beide Fälle unterscheiden:

  • Kondenswasser: tritt gleichmäßig auf der gesamten Scheibe auf, verschwindet nach Lüften und Heizen, kein Luftzug spürbar.
  • Undichtes Fenster: Feuchtigkeit sammelt sich punktuell am Rahmen oder in der Ecke, oft begleitet von Zugluft, manchmal mit muffigem Geruch.
  • Wichtiger Test: Halten Sie eine Kerze oder ein Feuerzeug nahe an den Fensterrand. Flackert die Flamme deutlich, obwohl das Fenster geschlossen ist, spricht das für eine undichte Dichtung.

Wer nach dem Lüften weiterhin Feuchtigkeit im Rahmenbereich bemerkt oder Zugluft fühlt, sollte die Dichtungen prüfen lassen. Das ist kein reines Kondenswasserproblem mehr, sondern ein baulicher Mangel, der langfristig zu Schimmel führen kann.

Hausmittel gegen beschlagene Fenster, die wirklich funktionieren

Wirksame Hausmittel gegen beschlagene Fenster sind vor allem Salz, Rasierschaum, Kartoffelscheiben und ein Gemisch aus Essig und Wasser, weil sie eine dünne, wasserabweisende Schicht auf dem Glas hinterlassen. Diese Mittel verhindern nicht die Ursache der Feuchtigkeit, verzögern aber das erneute Beschlagen deutlich.

So setzt man die bekanntesten Hausmittel richtig ein:

  1. Rasierschaum: Dünn auf die trockene, saubere Scheibe auftragen, kurz einwirken lassen, dann mit einem trockenen Tuch komplett auspolieren. Der enthaltene Film wirkt ähnlich wie ein Anti-Fog-Spray aus dem Handel.
  2. Salzlösung: Ein Beutel mit grobem Salz oder eine gesättigte Salzlösung auf dem Fensterbrett bindet Feuchtigkeit aus der Raumluft in unmittelbarer Nähe zur Scheibe.
  3. Kartoffelscheibe: Die geschnittene Seite über die trockene Scheibe reiben, kurz antrocknen lassen, dann polieren. Die enthaltene Stärke wirkt leicht wasserabweisend.
  4. Essig-Wasser-Gemisch: Im Verhältnis eins zu drei mischen, auf ein weiches Tuch geben und die Scheibe damit abwischen. Zusätzlich reinigt das Gemisch Fett- und Staubrückstände, die Kondensation begünstigen können.

Ein Hinweis aus der Praxis: Diese Hausmittel wirken am besten auf einer wirklich sauberen, fettfreien Scheibe. Wird die Scheibe vorher nicht entfettet, hält der Effekt oft nur wenige Stunden.

Kann man beschlagene Fenster mit Zeitung reinigen?

Ja, Zeitungspapier eignet sich sehr gut, um Kondenswasser von Fensterscheiben zu entfernen, weil die Druckerfarbe und die saugfähige Papierstruktur Feuchtigkeit ohne Schlieren aufnehmen. Das Papier wird zerknüllt und in kreisenden Bewegungen über das feuchte Glas geführt, ähnlich wie ein klassisches Fensterleder.

Wichtig dabei:

  • Nur unbedrucktes oder schwarz-weiß bedrucktes Papier verwenden, da farbige Druckfarbe manchmal abfärbt.
  • Zeitung ersetzt kein Anti-Fog-Mittel, sie beseitigt lediglich die aktuelle Feuchtigkeit, verhindert aber nicht das erneute Beschlagen.
  • Für empfindliche, beschichtete Gläser (etwa bei modernen Wärmeschutzverglasungen) empfiehlt sich vorab ein Test an einer unauffälligen Stelle.

Wer regelmäßig mit Zeitungspapier nachwischt, aber nicht zusätzlich lüftet, bekämpft nur das Symptom. Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster kombinieren solche Sofortmaßnahmen immer mit einer dauerhaften Verbesserung des Raumklimas.

Beschlagene Fenster nachts im Schlafzimmer: was tun?

Gegen beschlagene Fenster nachts im Schlafzimmer hilft vor allem, vor dem Schlafengehen fünf bis zehn Minuten kräftig zu lüften und die Schlafzimmertür tagsüber offen zu lassen, damit sich Feuchtigkeit nicht in einem einzigen Raum konzentriert. Nachts atmen zwei Personen gemeinsam erhebliche Mengen Feuchtigkeit aus, die sich in einem kühlen, geschlossenen Schlafzimmer schnell an der kältesten Fläche, meist dem Fenster, niederschlägt.

Konkrete Schritte für ruhige Nächte ohne beschlagene Scheiben:

  • Vor dem Zubettgehen einmal kräftig stoßlüften, auch im Winter.
  • Die Schlafzimmertemperatur nicht zu stark absenken, idealerweise nicht unter 16 bis 17 Grad, da sehr kalte Luft schneller den Taupunkt erreicht.
  • Bettdecken und feuchte Wäsche nicht im Schlafzimmer trocknen lassen.
  • Direkt nach dem Aufstehen erneut kurz lüften, bevor die Fenster wieder geschlossen werden.

Wer morgens regelmäßig eine nasse Fensterbank vorfindet, sollte zusätzlich prüfen, ob Vorhänge oder Rollos das Fenster komplett abschließen. Ein geschlossener Vorhang direkt am kalten Glas verhindert den Luftaustausch und begünstigt Kondensation zusätzlich.

Beschlagene Fenster im Auto schnell entfernen

Beschlagene Autoscheiben lassen sich am schnellsten mit kalter, trockener Luft aus der Klimaanlage entfernen, kombiniert mit der Umluft-Funktion ausgeschaltet, damit frische, trockenere Außenluft ins Fahrzeug strömt. Innerhalb von ein bis zwei Minuten klart die Scheibe dadurch meist deutlich sichtbar auf.

Praktisches Vorgehen im Auto:

  1. Klimaanlage einschalten, auch im Winter, da sie der Luft aktiv Feuchtigkeit entzieht.
  2. Umluftfunktion deaktivieren, damit trockenere Außenluft angesaugt wird statt der bereits feuchten Innenluft.
  3. Gebläse zunächst auf mittlere Stufe Richtung Frontscheibe und Seitenfenster richten.
  4. Bei Bedarf ein Fenster kurz einen Spalt öffnen, um überschüssige Feuchtigkeit schneller entweichen zu lassen.

Raclette oder Föhn gegen beschlagene Fenster: was ist besser?

Ein Föhn wirkt schneller und gezielter gegen beschlagene Fenster als ein Raclettegrill, weil er einen konzentrierten, warmen Luftstrom direkt auf die Scheibe richten kann, ohne die Feuchtigkeit im Raum zusätzlich zu erhöhen. Ein Raclettegrill dagegen wird in diesem Zusammenhang eher scherzhaft genannt, da er selbst durch Kochdampf zusätzliche Feuchtigkeit erzeugt und das Problem eher verstärkt als löst.

Zur Einordnung:

  • Föhn: schnelle, punktuelle Trocknung, gut für einzelne beschlagene Stellen an Fenstern oder Spiegeln, keine zusätzliche Feuchtigkeit.
  • Raclette oder andere Kochgeräte am Tisch: erzeugen selbst Wasserdampf und tragen eher zum Beschlagen bei, sind also keine echte Lösung, sondern höchstens ein humorvoller Vergleich in Alltagsgesprächen.

Wer schnell eine einzelne Scheibe klären möchte, greift also besser zum Föhn auf niedriger bis mittlerer Wärmestufe und hält ihn im Abstand von etwa 20 bis 30 Zentimetern zur Scheibe.

Wie oft und wie viel sollte man lüften, um beschlagene Fenster zu vermeiden?

Um beschlagene Fenster zu vermeiden, sollte man drei- bis viermal täglich für jeweils 5 bis 10 Minuten stoßlüften, im Winter eher kürzer und dafür etwas häufiger. Dauerlüften über gekippte Fenster über mehrere Stunden ist dagegen wenig wirksam und kühlt zusätzlich die Wände aus, was Kondensation an Wänden statt am Glas fördern kann.

Empfohlene Lüftungsintervalle nach Jahreszeit:

JahreszeitEmpfohlene Dauer pro LüftungHäufigkeit
Winter5 Minuten3 bis 4 Mal täglich
Frühling/Herbst10 bis 15 Minuten3 Mal täglich
Sommer15 bis 30 Minuten2 bis 3 Mal täglich

Ein häufiger Fehler ist zu viel Lüften im Winter: Wird das Fenster zu lange gekippt geöffnet, kühlen Wände und Fensterrahmen stark aus. Sobald das Fenster wieder geschlossen wird, trifft die warme Raumluft auf diese nun sehr kalten Flächen, und der Beschlag kann sich sogar verstärken. Kurzes, kräftiges Stoßlüften mit weit geöffnetem Fenster ist deshalb effektiver als langes Kippen.

Nach dem Duschen oder Kochen gilt zusätzlich: sofort und gezielt lüften, idealerweise mit Querlüftung durch zwei gegenüberliegende Fenster, damit die feuchte Luft schnell abzieht, statt sich im Raum zu verteilen.

Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster: dauerhaft verhindern

Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster kombinieren regelmäßiges Stoßlüften, eine gleichmäßige Raumtemperatur von mindestens 18 Grad und ausreichend Abstand zwischen Möbeln und Fensterflächen, damit Luft frei zirkulieren kann. Wer diese drei Faktoren im Griff hat, reduziert Kondenswasser dauerhaft, nicht nur für einen Tag.

Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster: dauerhaft verhindern

Checkliste für dauerhaft klare Fenster:

  • Richtig lüften: Stoßlüften statt Dauerkippen, mehrmals täglich, siehe Tabelle oben.
  • Gleichmäßig heizen: Kalte Räume nicht komplett auskühlen lassen, da kalte Wände und Glasflächen Kondensation begünstigen.
  • Möbel abrücken: Mindestens 10 bis 15 Zentimeter Abstand zwischen Schrank, Sofa oder Vorhang und dem Fensterrahmen lassen, damit Luft zirkulieren kann.
  • Feuchtigkeitsquellen reduzieren: Wäsche möglichst draußen oder im Bad mit offenem Fenster trocknen, Topfdeckel beim Kochen nutzen.
  • Luftentfeuchter einsetzen: Besonders in Schlafzimmern, Bädern oder Kellerräumen mit dauerhaft hoher Luftfeuchtigkeit sinnvoll.
  • Dichtungen prüfen: Einmal jährlich, idealerweise vor dem Winter, Fensterdichtungen auf Risse oder Verhärtungen kontrollieren.
  • Hygrometer verwenden: Ein einfaches Feuchtemessgerät zeigt an, ob die Luftfeuchtigkeit im Raum über 60 Prozent liegt, was auf Dauer problematisch ist.

Mein persönlicher Tipp aus jahrelanger Erfahrung mit Altbauwohnungen: Ein kleines, günstiges Hygrometer auf dem Fensterbrett hat mir mehr gebracht als jedes teure Anti-Fog-Spray. Sobald die Anzeige über 60 Prozent Luftfeuchtigkeit kletterte, wusste ich, dass es Zeit zum Lüften war, noch bevor sich überhaupt Kondenswasser zeigte.

Sind beschlagene Fenster ein Zeichen von Schimmel?

Beschlagene Fenster sind an sich kein Zeichen von Schimmel, können aber ein Warnsignal für ein Schimmelrisiko sein, wenn die Feuchtigkeit über längere Zeit nicht abtrocknet oder sich zusätzlich an Wänden, Fugen oder Rahmen ausbreitet. Schimmel entsteht, wenn Feuchtigkeit dauerhaft auf einer Oberfläche steht und diese nicht regelmäßig abtrocknen kann.

Worauf man achten sollte:

  • Nur Kondenswasser: Die Scheibe beschlägt morgens, trocknet aber nach dem Lüften vollständig ab, keine dunklen Flecken sichtbar.
  • Erhöhtes Risiko: Feuchtigkeit bleibt über Stunden stehen, Fensterrahmen aus Holz fühlt sich dauerhaft feucht an, erste dunkle Punkte an Silikonfugen oder Rahmenecken erscheinen.
  • Handlungsbedarf: Bei sichtbaren dunklen oder schwarzen Flecken an Rahmen, Fugen oder der angrenzenden Wand sollte umgehend gehandelt und bei größeren Flächen fachkundiger Rat eingeholt werden.

Besonders gefährdet sind Nordfenster, Eckräume und schlecht belüftete Bereiche hinter großen Möbelstücken. Wer in diesen Zonen wiederholt Kondenswasser feststellt, sollte die Lüftungsroutine gezielt anpassen, statt nur die Symptome wegzuwischen.

Neue Fenster beschlagen trotzdem: was kann man tun?

Auch neue, gut isolierte Fenster können von innen beschlagen, weil moderne Mehrfachverglasung die Wärme so effektiv im Raum hält, dass die äußere Glasfläche kälter bleibt als früher üblich. Das ist technisch normal und kein Herstellungsfehler, sondern eine direkte Folge besserer Wärmedämmung.

Was in diesem Fall hilft:

  • Lüftungsgewohnheiten anpassen: Alte, undichte Fenster haben früher automatisch für Luftaustausch gesorgt. Neue, dichte Fenster übernehmen diese Funktion nicht mehr, weshalb aktives Lüften wichtiger wird als vorher.
  • Raumluftfeuchtigkeit im Blick behalten, besonders in den ersten Monaten nach einem Fenstertausch, da frisch verputzte oder tapezierte Wände zusätzliche Baufeuchte abgeben.
  • Bei dauerhaftem, starkem Beschlag trotz regelmäßigem Lüften die Einstellung der Fensterfalzlüftung oder eventuell vorhandene Lüftungsschlitze prüfen lassen.

Ein Fenstertausch löst also nicht automatisch jedes Kondenswasserproblem. Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster bleiben auch nach einer Modernisierung dieselben: lüften, heizen, Feuchtigkeit im Blick behalten.

Häufig gestellte Fragen

Warum beschlagen meine Fenster nur im Winter?
Fenster beschlagen im Winter häufiger, weil der Temperaturunterschied zwischen warmer Innenluft und kalter Außenluft am größten ist. Dieser Unterschied lässt die Glasoberfläche schneller unter den Taupunkt sinken.

Hilft es, das Fenster einfach dauerhaft leicht geöffnet zu lassen?
Nein, dauerhaftes Kippen kühlt Wände und Rahmen stark aus und ist weniger wirksam als kurzes, kräftiges Stoßlüften mehrmals täglich.

Kann ein Luftentfeuchter beschlagene Fenster komplett verhindern?
Ein Luftentfeuchter kann die Luftfeuchtigkeit deutlich senken und Kondenswasser stark reduzieren, ersetzt aber regelmäßiges Lüften nicht vollständig.

Ist es normal, dass nur ein einzelnes Fenster im Haus beschlägt?
Ja, das ist normal, wenn dieses Fenster kälter ist, etwa durch Nordausrichtung, einen Kaltluftzug oder weil ein Möbelstück direkt davor steht und die Luftzirkulation blockiert.

Wie schnell verschwindet Kondenswasser von selbst?
Bei ausreichendem Lüften und Heizen trocknet Kondenswasser meist innerhalb von 15 bis 30 Minuten von selbst ab.

Sollte man beschlagene Fenster morgens sofort abwischen?
Ja, gerade bei Holzrahmen empfiehlt sich das Abwischen, um zu verhindern, dass Feuchtigkeit ins Material einzieht und langfristig Schäden oder Schimmel verursacht.

Wirkt Anti-Fog-Spray aus dem Handel besser als Hausmittel?
Anti-Fog-Sprays halten oft etwas länger als Hausmittel wie Rasierschaum, arbeiten aber nach demselben Prinzip einer wasserabweisenden Schicht auf dem Glas.

Können Rollläden oder dicke Vorhänge das Beschlagen verstärken?
Ja, geschlossene Rollläden oder dichte Vorhänge direkt am Glas verhindern den Luftaustausch an der kältesten Fläche und können Kondenswasser sogar begünstigen.

Fazit

Beschlagene Fenster sind in den allermeisten Fällen kein Baumangel, sondern das sichtbare Ergebnis eines simplen physikalischen Vorgangs: feuchte Luft trifft auf kaltes Glas. Die besten Tricks gegen beschlagene Fenster setzen deshalb nicht bei teuren Reparaturen an, sondern bei alltäglichen Gewohnheiten, regelmäßigem Stoßlüften, konstantem Heizen und ausreichend Abstand zwischen Möbeln und Fensterrahmen.

Wer sofort handeln möchte, sollte mit drei einfachen Schritten starten: erstens die Lüftungsroutine auf drei- bis viermal täglich umstellen, zweitens ein günstiges Hygrometer aufstellen, um die Luftfeuchtigkeit im Blick zu behalten, und drittens bei anhaltender Feuchtigkeit gezielt prüfen, ob es sich noch um normales Kondenswasser oder bereits um ein Zeichen für undichte Fenster oder beginnenden Schimmel handelt. Mit diesen Gewohnheiten bleibt der Durchblick klar, ganz ohne teure Geräte oder aufwendige Renovierung.

Quellen

  • Verbraucherzentrale (2023): Ratgeber zum richtigen Lüften und Heizen in Wohnräumen
  • Umweltbundesamt (2022): Hinweise zu Raumluftfeuchtigkeit und Schimmelvermeidung
  • TÜV-Verband (2023): Informationen zu Fensterdichtungen und Wärmedämmung bei modernen Fenstern

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*