Wann ist ein Mann ein Mann?

Eine alte Schreibmaschine mit einem Blatt Papier, auf dem 'GENDER ROLES' geschrieben steht.

Ein Mann, groß wie ein Baum und stark wie eine Eiche. KrĂ€ftige Oberarme durch intensive körperliche Arbeit, natĂŒrlicher Schweißgeruch und eine gewisse Körperbehaarung – skizziert sich dieses Bild beim Wort „Mann“ im Kopf?

Zusammenfassung

  • đŸ€” Der Artikel hinterfragt klassische Vorstellungen von MĂ€nnlichkeit.
  • 🐘 Ein pinker Elefant symbolisiert die heutige MĂ€nnlichkeitskrise.
  • âšœ Sportidole zeigen MĂ€nnlichkeit jenseits reiner körperlicher Kraft.
  • 🔄 Klassische Geschlechterrollen verschieben sich laut Studien zunehmend.
  • đŸ“ș Alte Werbespots spiegeln ĂŒberholte Rollenbilder der Vergangenheit.

Glaubt man Umfragen, sehnen sich viele Frauen tatsĂ€chlich nach diesen starken „mĂ€nnlichen“ Attributen. Ist diese Rollendenkweise lĂ€ngst ĂŒberholt? Cristiano Ronaldo und andere Sportidole machen mit Understatement klar: Ja, ist es, denn MĂ€nnlichkeit ist mehr als Kraft, sondern beginnt schon im Kopf.

MĂ€nnlichkeit im Krisenmodus: Der pinke Elefant steht mitten im Raum

Er ist nicht zu ĂŒbersehen: der Elefant in Pink. Statt furchteinflĂ¶ĂŸend und kraftvoll, wirkt er irgendwie niedlich und zutraulich. Genau so könnte das Narrativ der heutigen MĂ€nnlichkeit aussehen. Um Fragen des Goethe Institutes und anderer Einrichtungen zeigen, dass sich die klassischen Rollen in der Gesellschaft immer weiter verschieben.

Der Blick auf Werbespots aus den sechziger und siebziger Jahren zeigt eindrucksvoll, wer das starke Geschlecht ist. Ein bekannter Kaffeeröster prĂ€sentierte die fleißigen Hausfrauen im perfekt gestylten Look, die nur darauf warteten, ihren starken Mann nach dem anstrengenden Arbeitstag mit einer Tasse Kaffee gewöhnen zu können.

Damals. Ja, da waren MĂ€nner noch die echten Kerle, die Arbeiter, die ErnĂ€hrer der Familie. Sie wussten immer, was zu tun ist. Auf die FamilienoberhĂ€upter konnte man sich eben verlassen, in jeder noch so schlimmen Krisensituation. Wer hat seinen Vater oder Großvater schon jemals im Alltag weinen sehen? FĂŒr die Beantwortung der Frage muss die gedankliche Reise womöglich viele Monate, Jahre oder sogar Jahrzehnte zurĂŒckgehen.

Ein Symbol der MĂ€nnlichkeit wird weicher: König Fußball macht aus harten Jungs sanfte Kerle

Lese-Empfehlung: Passend dazu: „Ruhig, Brauner“-Meme

Und heute? Heute hat sich daran schon einiges geĂ€ndert. MĂ€nner weinen sogar in der Öffentlichkeit und scheuen sich ihre TrĂ€nen nicht. Das beste Beispiel sind die FußballplĂ€tze dieser Welt. So vergoss der brasilianische Fußballgott Neymar ungehemmt immer wieder bittere TrĂ€nen vor einem Millionen-Publikum und schĂ€mt sich dafĂŒr nicht. Nach dem WM-Aus 2022 ließ er seinen Emotionen freien Lauf und die ganze Welt schaute zu.

Beim Wunder von Bern gab es statt TrĂ€nen vor allem Freudentaumel und großes (mĂ€nnliches) Geschrei der erfolgreichen deutschen Mannschaft. Am 4. Juli schafften es Helmut Rahn, Fritz Walter und andere Fußball-Legenden, im Finale das erste Fußballturnier nach Ende des Zweiten Weltkrieges zu gewinnen. Freudentaumel ja, TrĂ€nen sah man damals zumindest bei den Fußballern und mĂ€nnlichen AnhĂ€ngern kaum.

Heute wollte König Fußball deutlich emotionaler ĂŒber den Platz, bei Fans und Spielern gleichermaßen. Auch die Mitglieder der Nationalmannschaft machen heute keinen hier mehr aus ihren TrĂ€nen und stehen damit sinnbildlich fĂŒr eine neue Form der SensibilitĂ€t gepaart mit MaskulinitĂ€t.

FußballgrĂ¶ĂŸen wie Ronaldo und Co. tragen immer hĂ€ufiger mindestens eine Goldkette fĂŒr Herren kaufen und avancieren sogar zu Styling-Vorbildern. Sie haben eigene Schuh- und Bekleidungs-Kollektionen, entwickeln eigene DĂŒfte oder sind Vorbilder fĂŒr gesunde ErnĂ€hrung und einen ausgewogenen Lebensstil. Ja, das Narrativ des HolzfĂ€ller-Mannes ohne TrĂ€nen und mit hartnĂ€ckigem Schweißgeruch ist lĂ€ngst ĂŒberholt.

Reden ist Silber, Schweigen ist noch immer Gold: MĂ€nner von heute tun sich schwer beim Sprechen ĂŒber Emotionen

Was ich Frauen von MĂ€nnern wĂŒnschen: reden. Geht es nach dem weiblichen Geschlecht, sollen MĂ€nner nicht nur die starke Schulter zum Anlehnen bieten, sondern auch in Sachen Kommunikation mit ihnen auf Augenhöhe sein. Doch Wunsch und RealitĂ€t gehen trotz verĂ€ndertem MĂ€nnlichkeitsverstĂ€ndnis noch immer weit auseinander. Umfragen auf Dating-Plattformen zeigen, dass viele MĂ€nner selbst gar keine Intention haben und sich schwertun, ĂŒber ihre Beziehungsprobleme zu sprechen.

Wer nicht ausspricht, was ihn bedrĂŒckt, erfĂ€hrt hĂ€ufig gar keine bzw. die falsche UnterstĂŒtzung. Auch ein großer rosaroter Elefant, der nach wie vor unweigerlich im mĂ€nnlichen Kosmos steht und sich partout nicht von der Stelle bewegen lĂ€sst.

Bild von Markus Winkler auf Pixabay

HĂ€ufig gestellte Fragen

Worum geht es in dem Artikel ĂŒber MĂ€nnlichkeit?

Der Artikel hinterfragt klassische Rollenbilder und argumentiert, dass MĂ€nnlichkeit mehr als Kraft ist und schon im Kopf beginnt. Er verweist dabei auf Sportidole wie Cristiano Ronaldo.

Verschieben sich die klassischen Geschlechterrollen?

Laut Umfragen des Goethe Institutes und anderer Einrichtungen verschieben sich die klassischen Rollen in der Gesellschaft immer weiter. Werbespots aus den sechziger und siebziger Jahren zeigen Ă€ltere Rollenbilder eindrĂŒcklich.

Wie wurden Frauen in Àlteren Werbespots dargestellt?

Der Artikel beschreibt, dass ein bekannter Kaffeeröster fleißige Hausfrauen im perfekt gestylten Look prĂ€sentierte, die auf ihren Mann warteten. Das verdeutlicht die damaligen Rollenvorstellungen.

Wann ist ein Mann ein Mann? 1
Über Lexicanum Redaktion 6082 Artikel
Die Redaktion von Lexicanum. Wir recherchieren und erklĂ€ren Wissen, Bedeutungen und Alltagsfragen verstĂ€ndlich – von Gesundheit und Garten ĂŒber Online-Dienste bis zu Wissenswertem und praktischen Ratgebern.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar

Kommentar hinterlassen

E-Mail Adresse wird nicht veröffentlicht.


*