
Wem gehört Rewe? Die kurze Antwort ist ungewöhnlich: niemandem im klassischen Sinn. Rewe ist eine Genossenschaft selbstständiger Einzelhändler, keine Aktiengesellschaft und kein Familienunternehmen. Die Kaufleute vor Ort besitzen ihre Märkte selbst und sind gleichzeitig Mitglieder der Genossenschaft, die die gemeinsame Zentrale trägt.
Das Wichtigste in Kürze
- Rewe ist eine Genossenschaft: Trägerin ist die REWE-Zentralfinanz eG, operativ handelt die REWE-Zentral AG.
- Viele Rewe-Märkte werden von selbstständigen Kaufleuten geführt, die als Genossenschaftsmitglieder Anteile an der Zentrale halten – nicht umgekehrt.
- Die Wurzeln reichen bis 1927 zurück, als sich Kölner Einzelhändler zu einer Einkaufsgenossenschaft zusammenschlossen.
- Konzernumsatz 2024: 96 Milliarden Euro, ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
- Zur Rewe Group gehören neben Rewe auch Penny, toom, Billa und die Touristiksparte mit Dertour, ITS und Jahn Reisen.
Wie eine Genossenschaft funktioniert
Anders als bei Aldi oder Zalando gibt es bei Rewe keinen einzelnen Eigentümer oder Aktionär, dem man das Unternehmen zuordnen könnte. Die Struktur basiert auf dem genossenschaftlichen Prinzip: Selbstständige Kaufleute betreiben ihre Rewe-Märkte auf eigenes unternehmerisches Risiko, sind zugleich aber Mitglieder der REWE-Zentralfinanz eG und darüber an der gemeinsamen Zentrale beteiligt. Diese Zentrale übernimmt Einkauf, Logistik, Marketing und zentrale Dienstleistungen für alle angeschlossenen Kaufleute. Das Modell entstand 1927, als sich Kölner Einzelhändler zur „Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften“ zusammenschlossen – daraus leitet sich bis heute der Name Rewe ab. 1940 zählte der Verbund bereits 8.000 Mitglieder, bis 1960 wuchs die Zahl der angeschlossenen Unternehmen auf über 100. Nicht alle heutigen Rewe-Filialen werden von unabhängigen Kaufleuten geführt: Ein Teil läuft auch als Regiebetrieb direkt unter Verantwortung der Zentrale, insbesondere in Großstädten und bei größeren Verbrauchermärkten.
Die Rewe Group als Wirtschaftsmacht
Trotz der genossenschaftlichen Grundstruktur zählt die Rewe Group zu den größten Handelskonzernen Europas. Im Geschäftsjahr 2024 erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 96 Milliarden Euro, ein Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, bei einem EBITA von rund 2 Milliarden Euro und einem Jahresüberschuss von etwa 1 Milliarde Euro. Das Eigenkapital wuchs im selben Jahr um 10,2 Prozent auf rund 11 Milliarden Euro. Damit ist die Rewe Group nach Edeka der zweitgrößte Lebensmittelhändler in Deutschland. Für die kommenden Jahre plant der Konzern Investitionen von 16 Milliarden Euro bis 2028, unter anderem in die Modernisierung von Filialen und die Digitalisierung der Logistik. Allein im Jahr 2024 stellte die Rewe Group rund 46.000 neue Mitarbeitende ein, darunter 5.000 Auszubildende.
Für Verbraucher ist die genossenschaftliche Struktur oft nicht sichtbar, weil Rewe-Märkte äußerlich einheitlich auftreten, unabhängig davon, ob ein selbstständiger Kaufmann oder die Zentrale direkt dahintersteht. Der wirtschaftliche Unterschied liegt vor allem im Innenverhältnis: Der Kaufmann trägt das unternehmerische Risiko seines Marktes, profitiert im Gegenzug aber von den Konditionen, der Logistik und dem Marketing der gemeinsamen Zentrale. Dieses Prinzip der „Einheit in Vielfalt“ unterscheidet Rewe grundlegend von zentral gesteuerten Filialkonzernen wie Lidl oder Aldi.
Struktur im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Rechtsform | Genossenschaft (REWE-Zentralfinanz eG) |
| Eigentümer der Märkte | Überwiegend selbstständige Kaufleute |
| Gegründet | 1927, Köln |
| Umsatz Gesamtkonzern | 96 Mrd. Euro (2024) |
| Größte Vertriebslinien | Rewe, Penny, toom, Billa |
Einordnung: Welche Marken gehören zur Rewe Group?
- Penny – Lebensmitteldiscounter, seit 1989 hundertprozentige Tochter
- toom Baumarkt – Bau- und Gartenmärkte in Deutschland
- Billa – Supermarktkette in Österreich und Osteuropa
- nahkauf – kleinere Nahversorger-Formate
- Dertour, ITS, Jahn Reisen – Touristiksparte der Rewe Group
Diese Vielfalt an Marken unter einem genossenschaftlichen Dach ist ungewöhnlich für ein Unternehmen dieser Größe: Während reine Aktienkonzerne meist zentral über eine Konzernspitze gesteuert werden, bleibt bei der Rewe Group die operative Eigenständigkeit der einzelnen Vertriebslinien und der angeschlossenen Kaufleute ein zentrales Strukturmerkmal.
Häufig gestellte Fragen
Ist Rewe ein Familienunternehmen?
Nein. Rewe ist eine Genossenschaft selbstständiger Kaufleute, kein Familienunternehmen und keine Aktiengesellschaft mit klassischen Anteilseignern.
Gehören alle Rewe-Märkte demselben Besitzer?
Nein. Viele Märkte werden von unabhängigen Einzelhändlern auf eigenes Risiko betrieben, ein Teil läuft aber auch als Regiebetrieb direkt unter der Zentrale.
Ist Rewe an der Börse notiert?
Nein, die Rewe Group ist genossenschaftlich organisiert und nicht börsennotiert.
Gehört Penny zu Rewe?
Ja, Penny ist seit 1989 eine hundertprozentige Tochter der Rewe Group, wird aber operativ als eigenständige Vertriebslinie geführt.
Wie groß ist die Rewe Group im Vergleich zu Edeka?
Mit 96 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2024, einem Plus von 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr, ist die Rewe Group der zweitgrößte deutsche Lebensmittelhändler nach Edeka.
Wie die genossenschaftliche Struktur von Rewe sich von der Edeka-Organisation unterscheidet, zeigt der Artikel zu Edeka. Einordnungen zu weiteren Handelsketten liefern die Artikel zu Kaufland und Lidl.

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