Zu wem gehört REWE, zu wem gehört Edeka? Zwei Konzerne im Vergleich

Zu wem gehört REWE, zu wem gehört Edeka? Zwei Konzerne im Vergleich 1

REWE und Edeka werden im Alltag oft in einem Atemzug genannt, weil beide Lebensmittelmärkte ähnlich auftreten und genossenschaftlich organisiert sind. Das führt zu der häufigen Frage, ob hinter beiden Ketten am Ende derselbe Konzern steckt.

Die Antwort direkt vorweg: Nein. REWE und Edeka gehören nicht zusammen, sondern sind zwei unabhängige, miteinander konkurrierende genossenschaftliche Handelsgruppen. Zu wem gehört REWE? Zur Rewe Group, kontrolliert von selbstständigen Einzelhändlern über die Rewe-Zentralfinanz eG. Zu wem gehört Edeka? Zum Edeka-Verbund aus sieben Regionalgesellschaften und rund 3.600 selbstständigen Kaufleuten.

Das Wichtigste in Kürze

  • REWE und Edeka sind unabhängige Unternehmen ohne gemeinsamen Eigentümer.
  • Beide sind genossenschaftlich organisiert: Eigentümer sind jeweils selbstständige Einzelhändler, nicht externe Investoren.
  • Die Rewe Group besteht aus der Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft und der Rewe-Zentralfinanz eG, die von Kaufleuten als Mitgliedern kontrolliert wird.
  • Edeka organisiert sich über sieben Regionalgesellschaften, an denen die Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG jeweils zur Hälfte beteiligt ist, die andere Hälfte gehört den Regionalgenossenschaften.
  • 2015/2016 standen sich beide Konzerne bei der Übernahme der insolventen Kaiser’s-Tengelmann-Kette als Konkurrenten gegenüber, ehe die Filialen zwischen ihnen aufgeteilt wurden.

Hintergrund: Zwei getrennte Genossenschaftswege

Beide Konzerne haben ihre Wurzeln im genossenschaftlichen Einzelhandel des frühen 20. Jahrhunderts. Die REWE-Vorläuferstruktur entstand 1927 als Revisionsverband der Westkauf-Genossenschaften in Köln, Edeka geht auf einen 1898 in Leipzig gegründeten Einkaufsverband von 21 Kaufleuten zurück. Beide Systeme funktionieren bis heute nach einem ähnlichen Grundprinzip: selbstständige Kaufleute schließen sich zu Einkaufs- und Marketing-Gemeinschaften zusammen, statt als Filialangestellte für einen Großkonzern zu arbeiten.

Trotz dieser strukturellen Ähnlichkeit sind REWE und Edeka rechtlich und wirtschaftlich vollständig getrennte, konkurrierende Unternehmen. Das zeigte sich deutlich 2015 und 2016, als die insolvente Handelskette Kaiser’s Tengelmann verkauft werden sollte: Beide Konzerne bemühten sich intensiv um die Übernahme, ehe die Filialen am Ende zwischen Edeka und REWE aufgeteilt wurden – ein klarer Beleg dafür, dass es sich um unabhängige Wettbewerber und nicht um verbundene Unternehmen handelt.

Diese doppelte genossenschaftliche Struktur unterscheidet REWE und Edeka grundlegend von börsennotierten Handelskonzernen oder von Ketten in ausländischem Investorenbesitz: Letztlich entscheiden bei beiden Unternehmen die vor Ort tätigen Kaufleute selbst über zentrale Weichenstellungen, etwa Einkaufskonditionen oder Expansionsstrategien, statt externe Aktionäre. Für Verbraucherinnen und Verbraucher bleibt davon im Laden meist wenig sichtbar, da beide Konzerne mit vergleichbaren Ladenkonzepten, Eigenmarken und Filialformaten auftreten.

Eigentümerstruktur im Vergleich

MerkmalREWE GroupEdeka
OrganisationsformGenossenschaftlich (Rewe-Zentralfinanz eG)Genossenschaftlich (7 Regionalgesellschaften)
EigentümerSelbstständige REWE-KaufleuteCa. 3.600 selbstständige Edeka-Kaufleute
Zentrale RechtsformRewe-Zentral-AG / Rewe-Zentralfinanz eGEdeka Zentrale Stiftung & Co. KG
Umsatz (letzter verfügbarer Wert)über 90 Mrd. Euro (2022)ca. 70 Mrd. Euro (2023)

Was gehört noch zum selben Konzern?

Zur Rewe Group gehören neben dem Supermarkt REWE auch die Discounter-Kette Penny, die Baumarktkette toom sowie die DER Touristik Group. Zum Edeka-Verbund zählen unter anderem die Marken Netto Marken-Discount (Edeka-Netto) sowie zahlreiche regionale Vertriebslinien. Diese Tochterunternehmen liegen jeweils klar innerhalb des einen oder des anderen Konzerns – eine Überschneidung zwischen REWE- und Edeka-Strukturen gibt es nicht.

Häufig gestellte Fragen

Gehören REWE und Edeka zum selben Konzern?

Nein, beide sind unabhängige, konkurrierende Unternehmen mit jeweils eigener genossenschaftlicher Eigentümerstruktur.

Wem gehört REWE konkret?

REWE gehört über die duale Struktur aus Rewe-Zentral-Aktiengesellschaft und Rewe-Zentralfinanz eG den selbstständigen REWE-Kaufleuten, die als Genossenschaftsmitglieder die Kontrolle ausüben.

Wem gehört Edeka konkret?

Edeka gehört rund 3.600 selbstständigen Einzelhändlern, organisiert über sieben Regionalgesellschaften, an denen die Edeka Zentrale Stiftung & Co. KG jeweils zur Hälfte beteiligt ist.

Warum wirken REWE und Edeka so ähnlich strukturiert?

Beide entstanden aus genossenschaftlichen Einkaufsverbänden selbstständiger Kaufleute im frühen 20. Jahrhundert und funktionieren bis heute nach einem vergleichbaren Prinzip, ohne organisatorisch verbunden zu sein.

Was war der Streit um Kaiser’s Tengelmann?

2015/2016 bewarben sich REWE und Edeka konkurrierend um die insolvente Kette Kaiser’s Tengelmann; am Ende wurden die Filialen zwischen beiden Konzernen aufgeteilt.

Die vollständigen Konzernprofile finden sich in den Artikeln Wem gehört REWE? und Wem gehört Edeka? Einen Vergleich zu einem weiteren genossenschaftlich geprägten Discounter bietet Aldi.

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