Wem gehört Real Madrid? Eigentümer und Vereinsstruktur

Wem gehört Real Madrid? Eigentümer und Vereinsstruktur 1

Real Madrid gehört keinem einzelnen Investor oder Konzern, sondern ist ein eingetragener Verein im Besitz seiner eigenen Mitglieder, der sogenannten Socios. Rund 95.600 stimmberechtigte Mitglieder wählen den Präsidenten und die Vereinsführung, aktuell amtiert seit 2009 erneut Florentino Pérez.

Das Wichtigste in Kürze

  • Real Madrid gehört keinem Investor, sondern ist ein mitgliedergeführter Verein mit rund 95.600 Socios.
  • Es gibt keine externen Aktionäre oder Anteilseigner, anders als bei den meisten großen europäischen Clubs.
  • Präsident ist seit 2009 erneut Florentino Pérez, der den Club bereits von 2000 bis 2006 leitete.
  • Neben den stimmberechtigten Mitgliedern gibt es weltweit über 15 Millionen registrierte Fans mit einer Fankarte ohne Stimmrecht.
  • Ähnliche Vereinsmodelle verfolgen in Spanien auch der FC Barcelona, Athletic Bilbao und CA Osasuna.

Hintergrund: Das spanische Vereinsmodell

Real Madrid wurde 1902 gegründet und ist seither als eingetragener Verein (Club deportivo) organisiert, nicht als Kapitalgesellschaft. Diese Struktur ist in Spanien historisch verbreitet: Ein Gesetz aus den 1990er-Jahren zwang die meisten spanischen Profivereine zur Umwandlung in Aktiengesellschaften, machte aber für Vereine mit dauerhaft positivem Finanzergebnis eine Ausnahme, die Real Madrid, Barcelona, Athletic Bilbao und Osasuna bis heute erfüllen.

Die Mitglieder wählen den Präsidenten in der Regel für vier Jahre; Kandidaten müssen zudem finanzielle Sicherheiten hinterlegen, um für die Vereinsschulden haften zu können. Florentino Pérez, ein Bauunternehmer, führte den Club bereits von 2000 bis 2006 und wurde 2009 erneut gewählt. Er stieß in den vergangenen Jahren wiederholt Debatten über eine mögliche Modernisierung der Vereinsstruktur an, etwa über neue Beteiligungsmodelle für Investoren bei einzelnen Geschäftsbereichen, ohne dass sich am Grundprinzip der Mitgliederkontrolle bislang etwas geändert hätte.

Diese Struktur unterscheidet Real Madrid deutlich von den meisten europäischen Spitzenclubs, bei denen inzwischen Staatsfonds, US-Investoren oder milliardenschwere Einzelpersonen die Kontrolle übernommen haben. Befürworter sehen darin einen Schutz vor kurzfristigen Investoreninteressen, Kritiker verweisen auf begrenztere Möglichkeiten zur schnellen Kapitalbeschaffung im Vergleich zu staatlich finanzierten Konkurrenten.

Eigentümerstruktur im Überblick

EbeneStrukturKontrolle
RechtsformEingetragener Verein (Club deportivo)Keine Aktiengesellschaft
EigentümerRund 95.600 stimmberechtigte Mitglieder (Socios)Wählen Präsidium und Präsidenten
PräsidentFlorentino Pérez (seit 2009, zuvor 2000–2006)Operative und strategische Führung
Externe AktionäreKeineNicht vorhanden

Was gehört noch zum selben Konzern?

Da Real Madrid ein Verein und kein Konzern im klassischen Sinn ist, gibt es keine Mutter- oder Schwestergesellschaften. Zum Verein gehören neben der Profi-Fußballmannschaft der Männer auch die Frauenmannschaft, eine Basketballabteilung, die Jugendakademie La Fábrica sowie das vereinseigene Stadion Santiago Bernabéu, das in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert wurde. Kommerzielle Aktivitäten wie Merchandising, Stadionvermarktung und Medienrechte laufen über eigene Vereinsstrukturen, nicht über externe Investoren.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Aktien von Real Madrid kaufen?

Nein. Real Madrid ist nicht börsennotiert und hat keine handelbaren Anteile, da der Verein den Mitgliedern gehört.

Gibt es bei Real Madrid einen Mehrheitsaktionär wie bei Manchester City?

Nein, ein solches Modell mit einem einzelnen dominanten Investor existiert bei Real Madrid nicht. Die Kontrolle liegt bei der Mitgliederversammlung.

Wie wird man Mitglied bei Real Madrid?

Interessierte können sich um eine Mitgliedschaft bewerben; die Zahl der Socios ist durch die Vereinsstatuten begrenzt, um die Struktur überschaubar zu halten.

Plant Real Madrid, sich in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln?

Präsident Pérez hat wiederholt über neue Strukturen für einzelne Geschäftsbereiche diskutiert, eine grundsätzliche Umwandlung des Gesamtvereins steht aber nicht zur Entscheidung.

Ist der FC Barcelona ähnlich organisiert?

Ja, Barcelona folgt demselben Mitgliedermodell wie Real Madrid, ebenso die kleineren spanischen Vereine Athletic Bilbao und CA Osasuna.

Wie finanziert sich Real Madrid ohne externe Investoren?

Über Mitgliedsbeiträge, Fernsehgelder, Transfererlöse, Sponsoring sowie Einnahmen aus dem Stadionbetrieb und der Vermarktung des Santiago Bernabéu, die nach dem Umbau deutlich gestiegen sind.

Wie sich das Eigentümermodell im Fußball unterscheidet, zeigen auch die Artikel zu Arsenal London und Inter Miami.

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