Zu wem gehört Picnic? Eigentümer und Struktur

Zu wem gehört Picnic? Eigentümer und Struktur 1

Picnic beliefert seit einigen Jahren auch deutsche Haushalte mit Lebensmitteln per kostenloser Lieferung über die eigene App, ganz ohne stationäre Filiale. Wer hinter dem auffälligen orangefarbenen Elektro-Lieferwagen steckt, ist vielen Kunden nicht bekannt.

Die Antwort: Picnic ist ein niederländisches Unternehmen mit Hauptsitz in Amsterdam. Am deutschen Geschäft ist der genossenschaftliche Handelspartner Edeka Rhein-Ruhr mit 35 Prozent beteiligt, den Rest hält die niederländische Picnic-Gruppe um ihre vier Gründer.

Das Wichtigste in Kürze

  • Picnic ist ein niederländisches Unternehmen mit Sitz in Amsterdam, gegründet 2015.
  • Edeka Rhein-Ruhr hält 35 Prozent an der deutschen Picnic-Gesellschaft.
  • Gegründet wurde Picnic von Joris Beckers, Frederik Nieuwenhuys, Michiel Muller und Bas Verheijen in Amersfoort.
  • In Deutschland ist Picnic seit 2018 aktiv, zunächst in Nordrhein-Westfalen, später auch in Hamburg und weiteren Regionen.
  • Der Konzernumsatz stieg von 470 Millionen Euro (2020) auf 918,3 Millionen Euro (2022).

Vom Amersfoorter Start-up zum Online-Supermarkt in drei Ländern

Picnic wurde 2015 in Amersfoort von Joris Beckers, Frederik Nieuwenhuys, Michiel Muller und Bas Verheijen gegründet, mit dem Versprechen kostenloser Lieferung ohne Mindestbestellwert über eine reine App-Bestellung ohne klassische Website oder Filiale. 2018 expandierte Picnic nach Nordrhein-Westfalen, 2021 zusätzlich nach Frankreich und 2023 auch nach Hamburg und weitere deutsche Städte. Die Mitarbeiterzahl wuchs von rund 500 im Jahr 2020 auf etwa 2.000 im April 2021, während der Umsatz im selben Zeitraum deutlich zulegte.

Kern des Geschäftsmodells ist von Anfang an ein hoher Digitalisierungsgrad: Bestellungen laufen ausschließlich über die App, die Lieferung erfolgt mit elektrisch angetriebenen, auffällig gestalteten Kleinfahrzeugen in festen Zeitfenstern statt auf Zuruf. Diese Kombination aus Vorbestellung, Routenoptimierung und elektrischer Flotte soll die Zustellkosten pro Bestellung niedriger halten als bei klassischen Lieferdiensten großer Supermarktketten, die parallel zum stationären Geschäft liefern.

Gesellschafterstruktur von Picnic

EbeneGesellschaft/PartnerAnteil
KonzernspitzePicnic-Gruppe (Niederlande)Von Gründern und Investoren gehalten
Deutschland-GesellschaftEdeka Rhein-Ruhr35 %
Deutschland-GesellschaftPicnic-Gruppe65 %

Ein Punkt, den viele Kurzdarstellungen weglassen: Anders als in Deutschland tritt Picnic in den Niederlanden und in Frankreich vollständig eigenständig ohne lokalen Handelspartner auf. Die Beteiligung von Edeka Rhein-Ruhr ist eine deutschlandspezifische Besonderheit, die dem Online-Supermarkt Zugang zu bestehender Logistik- und Einkaufsinfrastruktur der genossenschaftlichen Handelsgruppe verschafft, während Picnic selbst die Markenführung, die App-Technologie und das Bestellsystem zentral aus den Niederlanden steuert.

Was gehört noch zum selben Konzern?

Picnic betreibt sein Geschäft ausschließlich unter der eigenen Marke, ohne bekannte Tochterfirmen. Der deutsche Partner Edeka Rhein-Ruhr ist Teil des größeren genossenschaftlichen Edeka-Verbunds, dessen bundesweite Struktur der Beitrag Wem gehört Edeka? erklärt.

Häufig gestellte Fragen

Gehört Picnic zu Edeka?

Nicht vollständig. Edeka Rhein-Ruhr hält 35 Prozent an der deutschen Picnic-Gesellschaft, die Mehrheit von 65 Prozent bleibt bei der niederländischen Picnic-Gruppe.

Ist Picnic börsennotiert?

Nein, Picnic ist nach den vorliegenden Informationen ein privates Unternehmen ohne Börsennotierung und veröffentlicht daher nur eingeschränkt detaillierte Finanzkennzahlen.

In welchen Ländern ist Picnic aktiv?

Picnic beliefert Kunden in den Niederlanden, Deutschland und Frankreich; in Deutschland vor allem in Nordrhein-Westfalen sowie seit 2023 auch in Hamburg und Umgebung, mit weiteren regionalen Ausbaustufen in den Folgejahren.

Seit wann liefert Picnic in Deutschland?

Picnic startete sein Deutschlandgeschäft 2018 in Nordrhein-Westfalen und baute das Liefergebiet seither schrittweise über weitere Bundesländer und Großstädte aus.

Wie hoch war der Umsatz von Picnic zuletzt?

Für das Jahr 2022 wies der Konzern einen Umsatz von 918,3 Millionen Euro aus, nach 470 Millionen Euro im Jahr 2020 – eine fast zweifache Steigerung innerhalb von zwei Jahren, getragen vor allem durch das Wachstum in Deutschland und den Markteintritt in Frankreich.

Picnic zeigt, wie ein niederländisches Start-up über eine lokale Minderheitsbeteiligung Zugang zum deutschen Markt findet, ohne die Kontrolle über das eigene Geschäftsmodell abzugeben. Weitere Beispiele aus dem deutschen Lebensmitteleinzelhandel liefern die Beiträge Wem gehört Rewe? und Wem gehört Lidl?.

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