Wem gehört Siemens? Aktionäre im Überblick

Wem gehört Siemens? Aktionäre im Überblick 1

Siemens ist einer der ältesten und größten Technologiekonzerne Deutschlands und trägt bis heute den Namen seines Gründers. Ob die Gründerfamilie den Konzern noch kontrolliert, ist vielen nicht klar.

Die Antwort: Die Siemens AG befindet sich zu weit über 90 Prozent in breitem Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist mit rund 6 Prozent die Gründerfamilie Siemens, den Rest halten institutionelle Anleger (rund 65 %) und Privataktionäre (rund 21 %), Stand November 2021, der letzten im Detail veröffentlichten Aufstellung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die Gründerfamilie Siemens hält rund 6 Prozent und ist damit größter Einzelaktionär, aber weit von einer Mehrheit entfernt (Stand November 2021).
  • Institutionelle Anleger halten rund 65 Prozent der Aktien, verteilt auf zahlreiche Fondsgesellschaften weltweit.
  • Privataktionäre kommen auf rund 21 Prozent, weitere 8 Prozent sind nicht eindeutig zuordenbar.
  • Siemens wurde 1847 von Werner von Siemens und Johann Georg Halske gegründet und zählt zu den traditionsreichsten deutschen Industriekonzernen.
  • Die Aktie ist im DAX gelistet und zählt regelmäßig zu den größten deutschen Börsenwerten.

Von der Telegraphenwerkstatt zum Weltkonzern

Werner von Siemens und der Feinmechaniker Johann Georg Halske gründeten 1847 in Berlin die „Telegraphen-Bauanstalt von Siemens & Halske“, zunächst zur Herstellung von Zeigertelegrafen. Über die folgenden 175 Jahre entwickelte sich daraus einer der größten Industriekonzerne Europas mit Schwerpunkten in Automatisierung, Digitalisierung, Bahntechnik und Gesundheitswesen. In den vergangenen Jahren spaltete Siemens mehrere Sparten als eigenständige Börsenunternehmen ab: 2018 brachte der Konzern die Medizintechniksparte als Siemens Healthineers an die Börse, im September 2020 folgte die Abspaltung der Energietechniksparte als eigenständiges Unternehmen Siemens Energy. An beiden Gesellschaften hielt die Siemens AG zunächst weiterhin Minderheitsanteile, reduzierte diese Beteiligungen in den Folgejahren aber schrittweise weiter, um sich stärker auf das Kerngeschäft aus Automatisierung, Digitalisierung und Infrastruktur zu konzentrieren.

Aktionärsstruktur der Siemens AG

AnlegergruppeAnteilBemerkung
Gründerfamilie Siemensca. 6 %Größter Einzelaktionär
Institutionelle Anlegerca. 65 %Fonds und Vermögensverwalter weltweit
Privataktionäreca. 21 %Direktanleger
Sonstige/nicht zuordenbarca. 8 %Nicht meldepflichtige Kleinbestände

Ein Punkt, der oft untergeht: Obwohl die Familie Siemens seit 175 Jahren namensgebend ist, hält sie nur noch einen einstelligen Prozentanteil am operativen Konzern. Die eigentliche unternehmerische Kontrolle liegt heute bei einem breit gestreuten Kreis institutioneller Investoren, nicht mehr bei der Gründerfamilie selbst.

Was gehört noch zum selben Konzern?

Zum engeren Siemens-Konzern zählen die Sparten Digital Industries, Smart Infrastructure und Mobility. Eigenständig an der Börse notiert, aber mit Siemens-Beteiligung, sind zudem Siemens Energy und Siemens Healthineers. Einen weiteren DAX-Konzern ohne dominanten Einzelaktionär beleuchtet der Beitrag Wem gehört Rheinmetall?.

Häufig gestellte Fragen

Gehört Siemens noch der Familie Siemens?

Nur zu einem kleinen Teil: Die Gründerfamilie hielt zuletzt rund 6 Prozent und ist damit größter Einzelaktionär, aber weit von einer unternehmerischen Mehrheit entfernt.

Sind Siemens Energy und Siemens Healthineers Teil der Siemens AG?

Beide sind eigenständig börsennotierte Unternehmen; die Siemens AG hält an ihnen jeweils eine bedeutende Minderheitsbeteiligung, aber keine vollständige Kontrolle mehr.

Wann wurde Siemens gegründet?

Das Unternehmen wurde 1847 in Berlin von Werner von Siemens und dem Feinmechaniker Johann Georg Halske gegründet und zählt damit zu den ältesten noch existierenden deutschen Industrieunternehmen.

Ist Siemens im DAX gelistet?

Ja, die Siemens-Aktie gehört seit dessen Einführung 1988 durchgehend zu den größten Werten im deutschen Leitindex DAX.

Hält der deutsche Staat Anteile an Siemens?

Nach den vorliegenden Angaben hält der Bund keine meldepflichtige direkte Beteiligung an der Siemens AG. Anders sieht es bei einzelnen Tochterunternehmen aus solchen Bereichen wie Energie oder Bahntechnik aus, wo der Staat als Kunde und Regulierer eine wichtige Rolle spielt, ohne dabei jedoch Aktionär zu sein.

Siemens zeigt, wie ein traditionsreicher Familienkonzern über Generationen zu einem breit gestreuten Publikumsunternehmen werden kann, ohne den Gründernamen zu verlieren. Einen weiteren deutschen Industriekonzern mit besonderer Eigentümerstruktur beleuchtet der Beitrag Wem gehört VW?.

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