Wem gehört Adidas? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört Adidas? Eigentümer und Konzernstruktur 1

Anders als viele andere Sportmarken ist Adidas seit drei Jahrzehnten kein Familienunternehmen mehr. Die direkte Antwort: Adidas gehört niemandem allein – rund 92 Prozent der Aktien befinden sich im freien Streubesitz, kein einzelner Investor hält eine kontrollierende Mehrheit.

Das Wichtigste in Kürze

  • Antwort: Adidas ist eine börsennotierte Aktiengesellschaft im breiten Streubesitz, größte Einzelanteile liegen jeweils bei rund 3 bis 3,5 Prozent.
  • Die Gründerfamilie Dassler ist seit 1990 nicht mehr am Unternehmen beteiligt.
  • Größte bekannte Einzelaktionäre sind die belgische Holding Groupe Bruxelles Lambert und die ägyptische Unternehmerfamilie Sawiris.
  • Adidas ist Gründungsmitglied des deutschen Leitindex DAX (seit 1998).
  • Der Streubesitzanteil von rund 92 Prozent zeigt eine sehr breite Verteilung auf institutionelle und private Anleger weltweit.

Vom Familienbetrieb zur DAX-Aktie

Adi Dassler gründete das Unternehmen 1949 im fränkischen Herzogenaurach als Familienbetrieb. 1990 verkaufte die Dassler-Familie rund 80 Prozent ihrer Anteile an den französischen Unternehmer Bernard Tapie, der das Unternehmen finanziell sanierte. 1995 folgte der Börsengang an der Frankfurter Wertpapierbörse, 1998 die Aufnahme in den DAX.

Seither hat sich der Aktienbesitz immer weiter verteilt: Wechselnde institutionelle Investoren halten heute jeweils nur kleine Anteile im niedrigen einstelligen Prozentbereich, ohne dass sich ein dauerhafter Mehrheitseigner herausgebildet hätte.

Warum Sportmarken selten in Familienhand bleiben

Adidas steht damit exemplarisch für einen Trend in der Sportartikelbranche: Anders als etwa Modemarken mit ausgeprägtem Luxusanspruch sind große Sportartikelhersteller kapitalintensiv, weil sie hohe Summen in Forschung, globale Lieferketten und Sportsponsoring investieren müssen. Das begünstigt breite Börsenfinanzierung gegenüber dauerhaftem Familienbesitz.

Auch der US-Konkurrent Nike ist börsennotiert, allerdings mit einer Sonderaktienstruktur, die der Gründerfamilie Knight bis heute erhöhte Stimmrechte sichert. Bei Adidas existiert eine vergleichbare Sonderkonstruktion nicht mehr, seit die Dassler-Familie 1990 ausstieg.

Größte bekannte Aktionäre von Adidas

AktionärAnteil (ca.)
Groupe Bruxelles Lambert (GBL)3,5 %
Nassef Sawiris (Unternehmerfamilie, Ägypten)3,3 %
Amundi Asset Management3,3 %
Artisan Partners3,0 %
Streubesitz gesamtrund 92 %

Was gehört noch zu Adidas?

Adidas konzentriert sich heute vollständig auf die Kernmarke selbst sowie die Tochtermarke Adidas Originals und diverse Lizenzkooperationen etwa mit Designern und Sportverbänden. Frühere Zusatzmarken wie Reebok (2005 übernommen) wurden 2022 wieder verkauft, um sich auf das Kerngeschäft zu fokussieren.

Anders als etwa Nike besitzt Adidas kein breites Portfolio weiterer Sport- oder Lifestylemarken – das Unternehmen ist heute schlanker aufgestellt als in den 2000er- und 2010er-Jahren.

Ergänzt wird das Kerngeschäft durch langfristige Ausrüsterverträge mit Fußballverbänden, Vereinen und einzelnen Sportlerinnen und Sportlern, die zwar keine Unternehmensbeteiligungen darstellen, aber wesentlicher Bestandteil der Markenstrategie und Umsatzbasis von Adidas sind.

Auch international bleibt Adidas trotz der breiten Aktionärsstruktur ein deutsches Unternehmen mit Hauptsitz in Herzogenaurach, wo bereits die Gründerfamilie Dassler ihre ersten Produktionsstätten betrieb und wo bis heute die Konzernzentrale ansässig ist.

Häufig gestellte Fragen

Gehört Adidas noch der Familie Dassler?

Nein. Die Dassler-Familie verkaufte ihre Anteile bereits 1990, seither ist Adidas ein börsennotiertes Unternehmen ohne Familieneigentümer.

Wer ist der größte Aktionär von Adidas?

Mit knapp über 3,5 Prozent ist derzeit die belgische Investmentholding Groupe Bruxelles Lambert der größte bekannte Einzelaktionär, dicht gefolgt von der Unternehmerfamilie Sawiris.

Ist Adidas Teil eines größeren Konzerns?

Nein, Adidas AG ist ein eigenständiges, unabhängiges Unternehmen mit Sitz in Herzogenaurach.

Gehört Reebok noch zu Adidas?

Nein, Adidas verkaufte die einstige Zusatzmarke Reebok im Jahr 2022 vollständig an die US-Investmentgesellschaft Authentic Brands Group.

Seit wann ist Adidas im DAX?

Seit 1998, nachdem das Unternehmen bereits 1995 an der Frankfurter Wertpapierbörse an die Börse gegangen war.

Auch bei anderen bekannten Konsummarken zeigt sich, dass breiter Streubesitz keine Ausnahme ist: Zalando, über das ebenfalls viele Adidas-Produkte vertrieben werden, ist genauso breit gestreut an der Börse notiert. Wer sich für Luxusmarken mit einem gegenteiligen Modell interessiert, findet bei Hermès ein anschauliches Beispiel für ausgeprägten Familienbesitz trotz Börsennotierung.

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