
Wem gehört Zalando? Anders als bei den meisten Marken in diesem Ratgeber gibt es keinen einzelnen Mehrheitseigentümer: Zalando ist seit 2014 börsennotiert, rund 87 Prozent der Aktien befinden sich im freien Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen mit gut 10 Prozent, gefolgt von mehreren institutionellen Fondsgesellschaften.
Das Wichtigste in Kürze
- Zalando ist seit Oktober 2014 an der Frankfurter Börse notiert, es gibt keinen Mehrheitsaktionär.
- Größter Einzelaktionär ist Anders Holch Povlsen, dänischer Milliardär und Eigentümer der Modekette Bestseller, mit rund 10,7 Prozent der Anteile.
- Der Streubesitz liegt bei rund 87 Prozent, verteilt auf zahlreiche institutionelle Investoren wie Norges Bank, DWS, Amundi und Vanguard.
- Frühe Investoren wie Kinnevik und Rocket Internet sind längst ausgestiegen, sie zählen heute nicht mehr zu den Großaktionären.
- Anteile ändern sich laufend: Angaben zur Aktionärsstruktur sind stets Momentaufnahmen und keine dauerhaft feste Größe.
Von der Rocket-Internet-Gründung zum Streubesitz
Zalando wurde 2008 in Berlin von David Schneider, Robert Gentz und Rubin Ritter gegründet, mit Unterstützung des Start-up-Inkubators Rocket Internet der Brüder Samwer sowie des schwedischen Investors Kinnevik. Im Oktober 2014 ging das Unternehmen an die Frankfurter Börse und wurde später Mitglied des deutschen Auswahlindex MDAX. Seit dem Börsengang haben sich die frühen Großinvestoren schrittweise zurückgezogen: Sowohl Rocket Internet als auch Kinnevik hielten über Jahre hinweg bedeutende Anteile, sind aber inzwischen als Aktionäre aus der Aktionärsliste verschwunden. An ihre Stelle sind institutionelle Fondsgesellschaften und einzelne vermögende Investoren getreten.
Wer heute die größten Anteile hält
Größter Einzelaktionär ist mittlerweile der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen, der über die Modegruppe Bestseller ein Vermögen aufgebaut hat und seit Jahren immer wieder Zalando-Aktien zukauft. Bereits 2019 überschritt er die meldepflichtige Schwelle von 10 Prozent, war damals aber „nur“ größter Einzelaktionär, während die schwedische Investmentfirma Kinnevik in Summe noch mehr Anteile hielt. Laut aktuellen Marktdaten hält Povlsen mittlerweile rund 10,7 Prozent der Anteile. Es folgen überwiegend institutionelle Investoren: die britische Fondsgesellschaft MFS International mit rund 7,1 Prozent, die norwegische Staatsbank Norges Bank Investment Management mit rund 3,3 Prozent, die Fondstochter der Deutschen Bank DWS mit rund 3,1 Prozent sowie weitere Fonds wie AKO Capital, Amundi, Vanguard und Boston Partners mit jeweils rund 2,7 bis 3 Prozent. Insgesamt liegt der Streubesitz bei rund 87 Prozent, sodass keine einzelne Partei eine kontrollierende Mehrheit hält. Weil sich solche Beteiligungen durch tägliche Käufe und Verkäufe an der Börse verändern, sind alle Prozentangaben stets nur eine Momentaufnahme und keine dauerhaft feste Größe.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher hat die breite Streuung praktische Folgen: Anders als bei familiengeführten Unternehmen gibt es bei Zalando keinen einzelnen Eigentümer, der strategische Grundsatzentscheidungen im Alleingang treffen könnte. Entscheidungen erfordern Mehrheiten im Aufsichtsrat und auf der Hauptversammlung, an der alle Aktionäre nach ihrem Stimmrechtsanteil teilnehmen. Das macht Zalando strukturell anfälliger für aktivistische Investoren, aber auch unabhängiger von den Interessen einer einzelnen Familie oder eines einzelnen Staatsfonds.
Aktionärsstruktur im Überblick
| Aktionär | Anteil (ca.) | Typ |
|---|---|---|
| Anders Holch Povlsen | 10,7 % | Einzelinvestor (Bestseller) |
| MFS International (UK) | 7,1 % | Institutioneller Investor |
| Norges Bank Investment Management | 3,3 % | Staatsfonds Norwegen |
| DWS Investment | 3,1 % | Institutioneller Investor |
| Streubesitz gesamt | ca. 87 % | Diverse |
Einordnung: Wie unterscheidet sich Zalando von Wettbewerbern?
Anders als familiengeführte oder genossenschaftlich organisierte Handelsunternehmen wie Norma oder Rewe ist Zalando ein klassisches Beispiel für ein breit gestreutes, börsennotiertes Unternehmen ohne Ankeraktionär mit klarer Kontrollmehrheit. Konzernstrukturen im engeren Sinn – also Tochterunternehmen unter einer gemeinsamen Konzernmutter wie bei Ceconomy mit Media Markt und Saturn – gibt es bei Zalando nicht in vergleichbarem Umfang; das Unternehmen konzentriert sich auf die eigene E-Commerce-Plattform und einzelne Zukäufe im Modebereich. Wettbewerber wie About You oder Bonprix gehören dagegen zu eigenen Konzernstrukturen und stehen in keinerlei gesellschaftsrechtlicher Verbindung zu Zalando, auch wenn sie im selben Marktsegment aktiv sind.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Zalando noch zu Rocket Internet?
Nein. Rocket Internet zählte zu den frühen Investoren, ist aber inzwischen nicht mehr unter den Großaktionären von Zalando gelistet.
Wer ist der größte Aktionär von Zalando?
Der dänische Milliardär Anders Holch Povlsen, Eigentümer der Modegruppe Bestseller, mit rund 10,7 Prozent der Anteile.
Ist Zalando ein deutsches Unternehmen?
Zalando wurde 2008 in Berlin gegründet und hat dort weiterhin seinen operativen Schwerpunkt, ist aber als Societas Europaea (SE) verfasst und gehört mehrheitlich internationalen Investoren.
Seit wann ist Zalando börsennotiert?
Seit Oktober 2014, als das Unternehmen an der Frankfurter Wertpapierbörse debütierte.
Kann sich die Aktionärsstruktur von Zalando schnell ändern?
Ja. Da rund 87 Prozent der Aktien im freien Streubesitz sind, können sich die Anteile einzelner Investoren durch Käufe und Verkäufe an der Börse laufend verschieben.
Wie andere Online-Modehändler organisiert sind, zeigen die Artikel zu About You und Bonprix.

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