
Die Ford Motor Company ist seit über einem Jahrhundert eng mit dem Namen ihres Gründers verbunden. Auch nach dem Börsengang hat die Familie sich über eine besondere Aktienkonstruktion Einfluss gesichert. Ford ist ein börsennotiertes Unternehmen, an dem die Ford-Familie aber weiterhin maßgeblich beteiligt ist. Über einen Stimmrechtstrust, der fast alle Class-B-Aktien hält, kontrolliert die Familie rund 40 Prozent der Stimmrechte.
Das Wichtigste in Kürze
- Antwort: Ford ist börsennotiert, die Ford-Familie kontrolliert über Class-B-Aktien rund 40 % der Stimmrechte.
- Stimmrechtstrust: Der Familientrust hält rund 99,9 % aller Class-B-Aktien.
- Vier Treuhänder: Der Trust wird von vier Treuhändern nach Mehrheitsprinzip verwaltet.
- Kapitalanteil kleiner als Stimmanteil: Die Familie besitzt wirtschaftlich deutlich weniger als 40 % des Gesamtkapitals.
- Aktueller Chef: William Clay Ford Jr. (Bill Ford), Urenkel des Firmengründers, ist Executive Chairman.
Vom Ein-Mann-Betrieb zur Stimmrechts-Dynastie
Henry Ford gründete das Unternehmen 1903. Beim Börsengang 1956 richtete die Familie eine Doppelstruktur aus normalen Stammaktien und stimmrechtsstarken Class-B-Aktien ein, um trotz externer Investoren die Kontrolle zu behalten.
Die Class-B-Aktien machen zusammen 40 Prozent der Gesamtstimmrechte aus, unabhängig davon, wie viele Stammaktien im freien Handel sind. Rund 99,9 Prozent dieser Class-B-Aktien liegen in einem Familientrust, der von vier Treuhändern verwaltet wird. Dadurch bleibt die Ford-Familie bis heute die einflussreichste Gruppe im Unternehmen, auch wenn ihr wirtschaftlicher Kapitalanteil deutlich geringer ausfällt als ihr Stimmanteil.
Zuletzt investierte Ford Milliardenbeträge in die Elektromobilität über die separat ausgewiesene Sparte Ford Model e, die allerdings ebenso wie viele Wettbewerber hohe Anlaufverluste verzeichnete. Parallel bleibt der Pick-up F-150 das wirtschaftliche Rückgrat des Konzerns und einer der meistverkauften Fahrzeugtypen in den USA überhaupt, was die Bedeutung des nordamerikanischen Kerngeschäfts für die Ford-Familie und alle übrigen Aktionäre unterstreicht.
Stimmrechtsstruktur von Ford im Überblick
| Aktienklasse | Stimmrecht | Haupthalter |
|---|---|---|
| Class-B-Aktien | 40 % aller Stimmrechte | Ford-Familientrust (rund 99,9 % der Class-B-Aktien) |
| Stammaktien (Common Stock) | 60 % aller Stimmrechte | institutionelle und private Anleger, frei handelbar |
Was gehört noch zu Ford?
Zu Ford gehören neben der Kernmarke unter anderem Lincoln als Premiummarke sowie die auf Elektromobilität und Software fokussierte Sparte Ford Model e. Wie ein anderer Großkonzern ganz ohne Familienkontrolle organisiert ist, zeigt der Artikel zur Deutschen Bank. International ist Ford neben Nordamerika auch in Europa, Südamerika und Teilen Asiens aktiv, wenn auch mit deutlich geringerem Marktanteil als im Heimatmarkt USA. Über die konzerneigene Finanzierungssparte Ford Credit unterstützt das Unternehmen zudem Kundinnen und Kunden sowie Händlerbetriebe bei der Finanzierung von Fahrzeugkäufen und -leasing, was einen relevanten Teil des Konzernergebnisses beisteuert.
Häufig gestellte Fragen
Ist Ford noch ein Familienunternehmen?
Im engeren Sinn nicht, da Ford börsennotiert ist. Die Ford-Familie sichert sich ihren Einfluss aber über einen Stimmrechtstrust mit rund 40 Prozent der Stimmrechte.
Wie funktionieren die Class-B-Aktien bei Ford?
Sie sind nicht frei handelbar wie Stammaktien, garantieren ihren Haltern aber zusammen 40 Prozent aller Stimmrechte, unabhängig vom sonstigen Aktienhandel.
Wer leitet Ford aktuell?
Bill Ford, Urenkel des Firmengründers Henry Ford, ist Executive Chairman; für das operative Geschäft ist ein separater CEO verantwortlich.
Kann die Ford-Familie überstimmt werden?
Bei den meisten Beschlüssen ist das wegen der 40-prozentigen Stimmrechtsmehrheit über den Familientrust nur schwer möglich.
Ist Ford größer als der Familienanteil vermuten lässt?
Ja, der wirtschaftliche Kapitalanteil der Familie ist deutlich kleiner als ihr Stimmrechtsanteil von 40 Prozent.
Auch international bleibt der nordamerikanische Heimatmarkt für Umsatz und Ergebnis mit Abstand am bedeutsamsten für den Konzern und damit auch für die Ford-Familie als größten Stimmrechtsblock.
Ford zeigt, wie eine Gründerfamilie auch nach Jahrzehnten an der Börse die Kontrolle behalten kann. Eine ähnliche Konstruktion mit stimmrechtsstarken Aktien nutzt auch Wem gehört Meta, während Wem gehört die Deutsche Bank einen Konzern ganz ohne Familienkontrolle zeigt.

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