
Nahkauf-Märkte prägen in vielen kleineren Orten die Nahversorgung. Wer beim gelben Logo automatisch an Edeka denkt, liegt daneben – die Vertriebslinie gehört zu einem anderen großen Handelskonzern. Nahkauf gehört zur REWE Group. Die einzelnen Märkte werden dabei überwiegend von selbstständigen Kaufleuten betrieben, die als eigenständige Unternehmerinnen und Unternehmer unter der Nahkauf-Marke auftreten.
Das Wichtigste in Kürze
- Antwort: Nahkauf gehört zur REWE Group, nicht zu Edeka.
- Betriebsmodell: Selbstständige Kaufleute führen die einzelnen Märkte in eigener unternehmerischer Verantwortung.
- Marktgröße: Verkaufsflächen liegen typischerweise zwischen 300 und 800 Quadratmetern.
- Standortzahl: Rund 450 Nahkauf-Standorte verteilt auf sechs Vertriebsregionen in Deutschland (Stand: Unternehmensangaben).
- Ziel der Marke: lokale Nahversorgung auch in kleineren Orten und Stadtteilen sicherstellen.
Eine Nahversorger-Marke innerhalb der REWE Group
Die REWE Group ist als genossenschaftlich geprägter Handelskonzern vor allem für ihre REWE-Supermärkte und die Discountkette Penny bekannt. Mit Nahkauf betreibt der Konzern zusätzlich eine kleinteiligere Vertriebslinie, die gezielt auf Standorte mit begrenzter Verkaufsfläche ausgerichtet ist, etwa in kleineren Gemeinden oder dicht bebauten Stadtteilen.
Anders als bei klassischen Filialbetrieben setzt REWE bei Nahkauf auf das Modell selbstständiger Kaufleute: Interessierte können sich nach einem mehrstufigen Bewerbungsverfahren, das ein persönliches Gespräch und eine Einarbeitung durch einen Unternehmensberater umfasst, als eigene Marktbetreiberin oder eigener Marktbetreiber selbstständig machen.
Strategisch spielt die Nahkauf-Linie für die REWE Group eine wichtige Rolle bei der Versorgung von Orten, die für große Supermärkte zu klein sind, aber ohne eigenes Geschäft von einer sogenannten Lebensmittelwüste bedroht wären. Für angehende Kaufleute bietet das Modell einen im Vergleich zu großflächigen REWE-Märkten niedrigeren Kapitaleinstieg bei gleichzeitigem Rückhalt durch Einkauf, Logistik und Marketing des Konzerns.
Nahkauf im Überblick
| Merkmal | Angabe |
|---|---|
| Konzernmutter | REWE Group |
| Betriebsform | selbstständige Kaufleute (kein klassisches Franchise) |
| Typische Verkaufsfläche | 300 bis 800 Quadratmeter |
| Standortzahl | rund 450 Märkte, sechs Vertriebsregionen |
Was gehört noch zur REWE Group?
Neben Nahkauf gehören zur REWE Group unter anderem die REWE-Supermärkte, die Discountkette Penny sowie die Reisesparte um REWE Reisen. Wie ein anderer großer Lebensmittelkonzern mit genossenschaftlicher Struktur organisiert ist, zeigt sich beim Vergleich mit Edeka, dessen Regionalgesellschaften ebenfalls stark auf selbstständige Händler setzen. Ähnliche kleinteilige Nahversorger-Formate betreiben auch andere große Handelsgruppen, etwa Edeka mit eigenen Nachbarschaftskonzepten. Solche Formate sollen unabhängig vom jeweiligen Konzern verhindern, dass in kleineren Orten mangels wirtschaftlich tragfähiger Supermarktgröße überhaupt kein Lebensmittelgeschäft mehr existiert.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Nahkauf zu Edeka?
Nein. Nahkauf gehört zur REWE Group, nicht zur Edeka-Gruppe. Beide Konzerne haben eigene, unabhängige Vertriebslinien für kleinere Marktformate.
Sind Nahkauf-Märkte Franchise-Betriebe?
Nahkauf arbeitet mit einem Modell selbstständiger Kaufleute statt einem klassischen Franchise-Vertrag, auch wenn beide Modelle ähnlich funktionieren.
Wie viele Nahkauf-Märkte gibt es?
Laut Unternehmensangaben rund 450 Standorte, verteilt auf sechs Vertriebsregionen in Deutschland.
Kann man einen Nahkauf-Markt selbst eröffnen?
Ja, über ein Bewerbungsverfahren mit schriftlicher Bewerbung, persönlichem Gespräch und individueller Einarbeitung durch einen Unternehmensberater der REWE Group.
Unterscheidet sich Nahkauf von REWE-Supermärkten?
Ja, Nahkauf-Märkte sind meist deutlich kleiner und stärker auf die Grundversorgung in kleineren Orten ausgerichtet als klassische REWE-Filialen.
Für Verbraucherinnen und Verbraucher ist der Unterschied zwischen Nahkauf und klassischen REWE-Märkten im Alltag oft kaum spürbar, da beide auf ein ähnliches Kernsortiment an Lebensmitteln des täglichen Bedarfs setzen. Der wesentliche Unterschied liegt vor allem in Verkaufsflächengröße, Standortwahl und dem stärker lokal geprägten Auftreten der einzelnen selbstständigen Kaufleute, die im Gegensatz zu angestellten Filialleitungen unternehmerisch für ihren jeweiligen Markt verantwortlich sind.
Nahkauf zeigt, dass nicht jede kleinere Supermarktkette automatisch zu Edeka gehört. Wie die Konzernstruktur bei Edeka selbst aussieht, lässt sich im bestehenden Artikel Zu wem gehört Edeka nachlesen, einen Vergleich mit einem weiteren Handelskonzern bietet Zu wem gehört Rewe, und wie es beim Cash-and-Carry-Großhändler Metro aussieht, zeigt Wem gehört Metro.

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