Wem gehört Kik? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört Kik? Eigentümer und Konzernstruktur 1

Kik zählt mit tausenden Filialen zu den größten Textildiscountern Europas. Gegründet wurde die Kette einst als Gemeinschaftsprojekt – heute steht ein einziger Konzern dahinter.

Die Antwort direkt vorweg: Kik gehört vollständig der Unternehmensgruppe Tengelmann. Seit Dezember 2020 hält Tengelmann auch die restlichen Anteile, die zuvor Mitgründer Stefan Heinig gehörten.

Das Wichtigste in Kürze

  • Kik gehört der Unternehmensgruppe Tengelmann und ist seit Ende 2020 vollständig in deren Besitz.
  • Gegründet wurde Kik 1994 von Stefan Heinig gemeinsam mit Tengelmann, die erste Filiale eröffnete in Düsseldorf-Gerresheim.
  • Im Dezember 2020 tauschte Tengelmann die restlichen Kik-Anteile Heinigs gegen dessen Anteile am Discounter TEDi.
  • Zuvor hielt die H.H. Unternehmensgruppe von Stefan Heinig 15,2 Prozent an Kik.
  • Kik betreibt heute rund 4.000 Filialen in 13 europäischen Ländern, davon über 2.600 in Deutschland.

Hintergrund: Vom Gemeinschaftsprojekt zur Tengelmann-Tochter

Kik – die Abkürzung steht für „Kunde ist König“ – wurde 1994 von Stefan Heinig zusammen mit der Handelsgruppe Tengelmann gegründet. Die Kette wuchs rasant: Bereits 1996 gab es 228 Filialen in Deutschland, 2010 wurde die 3.000. Filiale eröffnet. 2012 übergab Heinig den operativen Vorsitz an Heinz Speet, 2016 folgte Patrick Zahn als neuer Vorstandschef.

Lange hielt die H.H. Unternehmensgruppe von Stefan Heinig einen Minderheitsanteil von 15,2 Prozent an Kik, während Tengelmann die Mehrheit besaß. Im Dezember 2020 vereinbarten beide Seiten einen Anteilstausch: Tengelmann übernahm die verbliebenen Kik-Anteile Heinigs im Gegenzug für dessen Anteile am Ein-Euro-Discounter TEDi. Seither gehört Kik vollständig zur Unternehmensgruppe Tengelmann.

Der Anteilstausch zwischen Kik und TEDi Ende 2020 zeigt, wie eng verzahnt der deutsche Discount-Einzelhandel wirtschaftlich sein kann, ohne dass die beteiligten Marken am Regal etwas voneinander erkennen lassen: Für Kundinnen und Kunden bleiben Kik und TEDi zwei völlig eigenständig auftretende Ketten mit unterschiedlichem Sortiment, während im Hintergrund lediglich Kapitalanteile zwischen zwei Unternehmerparteien neu verteilt wurden. Innerhalb der Unternehmensgruppe Tengelmann steht Kik heute für das Segment Textildiscount, während andere Sparten der Gruppe im Bau- und Non-Food-Handel aktiv sind – eine für deutsche Familienhandelskonzerne typische Struktur aus mehreren, weitgehend eigenständig geführten Vertriebslinien unter einem gemeinsamen Eigentümer.

Eigentümerstruktur im Überblick

ZeitraumAnteil TengelmannAnteil Heinig / H.H. Unternehmensgruppe
1994–2020ca. 84,8 %15,2 %
seit Dezember 2020100 %0 % (Tausch gegen TEDi-Anteile)

Was gehört noch zum selben Konzern?

Die Unternehmensgruppe Tengelmann ist eine der großen deutschen Handelsgruppen. Neben Kik gehören unter anderem die Baumarktkette OBI und Beteiligungen im Lebensmittel- und Non-Food-Handel zum Firmengeflecht. Der frühere Mitgründer Stefan Heinig hält im Gegenzug für seinen Kik-Verzicht heute Anteile am Ein-Euro-Discounter TEDi.

Für die rund 29.000 Beschäftigten und die Filialstruktur änderte der Anteilstausch 2020 operativ wenig: Kik bleibt am Markt weiterhin als eigenständiger Textildiscounter mit eigenem Management sichtbar, während sich im Hintergrund lediglich verschoben hat, wer wirtschaftlich am Erfolg des Unternehmens beteiligt ist. Solche internen Anteilsverschiebungen zwischen Familienunternehmern sind in der deutschen Handelslandschaft nicht unüblich und werden oft erst durch Handelsregistereinträge öffentlich bekannt.

Häufig gestellte Fragen

Wer hat Kik gegründet?

Kik wurde 1994 von Stefan Heinig gemeinsam mit der Handelsgruppe Tengelmann gegründet.

Gehört Kik noch Stefan Heinig?

Nein. Seit Dezember 2020 hält die Unternehmensgruppe Tengelmann 100 Prozent der Anteile, nachdem Heinigs Anteile gegen TEDi-Anteile getauscht wurden.

Wie viele Kik-Filialen gibt es?

Kik betreibt aktuell rund 4.000 Filialen in 13 europäischen Ländern, davon mehr als 2.600 in Deutschland.

Was bedeutet der Name Kik?

Kik steht für „Kunde ist König“ und beschreibt das ursprüngliche Discounter-Versprechen der Kette.

Wie hoch war der Umsatz von Kik zuletzt?

Im Geschäftsjahr 2017/2018 erzielte Kik einen Umsatz von 2,05 Milliarden Euro bei damals fast 28.800 Beschäftigten. Aktuellere, quellenbelegte Gesamtkonzernzahlen für die Unternehmensgruppe Tengelmann werden öffentlich nicht in vergleichbarer Detailtiefe ausgewiesen.

Einen Vergleich zu anderen Filialisten im Nonfood-Einzelhandel bieten die Artikel zu dm und Rossmann.

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