Wem gehört die New York Times? Die Sulzberger-Familie

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Die New York Times ist eine der einflussreichsten Zeitungen der Welt und börsennotiert. Trotzdem liegt die Kontrolle seit über hundert Jahren bei derselben Familie. Die New York Times Company ist börsennotiert, wird aber faktisch von der Sulzberger-Familie kontrolliert. Über den sogenannten Ochs-Sulzberger-Trust und stimmrechtsstarke Class-B-Aktien hält die Familie rund 95 Prozent der Stimmrechte, obwohl ihr wirtschaftlicher Kapitalanteil nur bei etwa 1 Prozent liegt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Antwort: Die Sulzberger-Familie kontrolliert über Class-B-Aktien rund 95 % der Stimmrechte.
  • Aktienstruktur: Class-A-Aktien wählen 4 von 12 Vorstandsmitgliedern, Class-B-Aktien wählen 8 von 12.
  • Aktueller Verleger: A. G. Sulzberger ist Verleger und Chairman, hält selbst rund 1,4 % der Class-A- und 94,6 % der Class-B-Aktien seiner Linie.
  • Historische Wurzel: Die Familienkontrolle geht auf den 1896 gegründeten Ochs-Sulzberger-Trust zurück.
  • Institutionelle Kapitalgeber: Vanguard (rund 10,5 %) und BlackRock (rund 8,5 %) halten wirtschaftliche Anteile, aber ohne vergleichbaren Stimmrechtseinfluss.

Seit 1896 in Familienhand

Adolph Ochs erwarb die damals wirtschaftlich angeschlagene New York Times 1896 und legte damit den Grundstein für die bis heute andauernde Familienkontrolle. Um diese auch nach einem Börsengang zu sichern, richtete die Familie eine doppelte Aktienstruktur ein, bei der Class-B-Aktien überproportional viele Sitze im Board bestimmen.

Verwaltet wird der Familienbesitz über den Ochs-Sulzberger-Trust, der die Class-B-Aktien über Generationen hinweg bündelt. Heute ist A. G. Sulzberger, Nachkomme des Firmengründers, Verleger und Chairman des Unternehmens. Institutionelle Investoren wie Vanguard oder BlackRock halten zwar bedeutende wirtschaftliche Anteile, können wegen der Aktienstruktur aber die redaktionelle und strategische Ausrichtung nicht bestimmen.

Über das journalistische Kerngeschäft hinaus hat die New York Times Company ihr Digitalangebot gezielt um Spiele erweitert: 2022 übernahm sie für einen siebenstelligen Betrag das populäre Worträtsel Wordle und bündelt seither Nachrichten, Kochrezepte über NYT Cooking und Spiele in einem gemeinsamen Abonnement. Die Zahl der zahlenden digitalen Abonnentinnen und Abonnenten lag zuletzt nach eigenen Angaben deutlich über zehn Millionen.

Aktienstruktur der New York Times Company

AktienklasseStimmrechtHaupthalter
Class-B-Aktienwählen 8 von 12 VorstandsmitgliedernSulzberger-Familie über den Ochs-Sulzberger-Trust
Class-A-Aktienwählen 4 von 12 Vorstandsmitgliederninstitutionelle und private Anleger (u. a. Vanguard, BlackRock)

Was gehört noch zur New York Times Company?

Neben der Kernmarke New York Times gehören unter anderem die Kochplattform NYT Cooking und der Spielebereich mit Wordle zum Unternehmen. Wie ein deutsches Verlagshaus mit ganz ähnlicher Familienkontrolle organisiert ist, zeigt der Artikel zur Bild Zeitung. Das Abonnementmodell, das redaktionelle Inhalte, Kochrezepte und Spiele bündelt, gilt in der Verlagsbranche international als eines der erfolgreichsten Beispiele dafür, wie sich digitale Zahlungsbereitschaft über den reinen Nachrichteninhalt hinaus ausweiten lässt.

Häufig gestellte Fragen

Ist die New York Times börsennotiert?

Ja, die New York Times Company ist an der Börse notiert, die Sulzberger-Familie sichert sich ihre Kontrolle aber über stimmrechtsstarke Class-B-Aktien.

Wie viel Prozent hält die Sulzberger-Familie wirtschaftlich?

Nur rund 1 Prozent des gesamten Kapitals, kontrolliert über den Ochs-Sulzberger-Trust aber rund 95 Prozent der Stimmrechte.

Wer ist aktuell Verleger der New York Times?

A. G. Sulzberger, ein Nachkomme des Firmengründers Adolph Ochs, ist Verleger und Chairman.

Können BlackRock oder Vanguard die Times übernehmen?

Praktisch nicht, solange die Sulzberger-Familie ihre Class-B-Aktien über den Trust hält, da diese Aktien die Mehrheit der Vorstandssitze bestimmen.

Seit wann ist die Times in Familienbesitz?

Seit 1896, als Adolph Ochs die Zeitung erwarb und damit die bis heute bestehende Familienkontrolle begründete.

Bei der New York Times sichert eine über hundert Jahre alte Trust-Konstruktion die Familienkontrolle trotz Börsennotierung. Eine ähnliche Konstellation zeigt Wem gehört Bild, während Wem gehört Disney einen Medienkonzern ganz ohne Familienkontrolle beschreibt.

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