Als zunehmend populĂ€rer Begriff findet das Mezzanine – Kapital (oder auch Mezzanine – Finanzierung) immer mehr Einzug in die Finanzierungslandschaft fĂŒr Unternehmungen im deutschsprachigen Raum. Zwar klingt der Begriff innovativ und neuartig und wird gerne auch Mal als Allheilmittel angepriesen, um sĂ€mtliche Interessenkonflikte zwischen Kapitalgebern und Kapitalnehmern aufzulösen, allerdings lohnt sich doch ein nĂ€herer Blick darauf, was diese Finanzierungsform ĂŒberhaupt beinhaltet und zu leisten vermag.
Zusammenfassung
- đ¶ Mezzanine-Kapital ergĂ€nzt Fremd- und Eigenfinanzierung.
- đ Der Begriff wird im deutschsprachigen Raum immer populĂ€rer.
- đą Es dient der Finanzierung von Unternehmensprojekten.
- âïž Es liegt zwischen Kredit und Eigenkapital.
- đ Ein nĂ€herer Blick auf die Form lohnt sich.
Was ist unter Mezzanine – Finanzierung zu verstehen?
Wie angesprochen dient Mezzanine – Kapital also der Finanzierung von Projekten, welche herkömmlicherweise entweder fremdfinanziert werden (durch Kredite) oder durch Eigenkapital der Anteilseigner.
Charakteristisch fĂŒr die Fremdfinanzierung sind fest vorgegebene Konditionen hinsichtlich der Frage, wann wie viel Geld zurĂŒckgezahlt werden muss (Laufzeit und Zinssatz). Nicht selten werden diese Kredite auch besichert, man denke etwa an Hypotheken und BĂŒrgschaften, um den GlĂ€ubiger fĂŒr den Fall der Insolvenz abzusichern, der ansonsten nur auf seine Insolvenzquote zu verweisen wĂ€re.
Typisch fĂŒr die Eigenfinanzierung ist hingegen, dass das Kapital auf unbestimmte Zeit zur VerfĂŒgung steht, die Kapitalgeber das Verlustrisiko ihres Einsatzes tragen und im Insolvenzfall erst nach den FremdkapitalglĂ€ubigern bedient werden. Als GegenstĂŒck dazu ist jedoch die Gewinnmöglichkeit nicht von vornherein festgelegt, denn der EigentĂŒmer hat das Anrecht auf jeglichen Bilanzgewinn, welcher sich am Ende des Wirtschaftsjahres ergibt, sei es eine Eigenkapitalrendite von – 10 % oder 150 %.
Wenn nun die oben genannten Formen als zwei Extreme auf dem Finanzierungsspektrum betrachtet werden, so sind Mezzanine – Finanzierungsformen jene, die die Charakteristika der beiden Formen vermischen und damit flexiblere Lösungsmöglichkeiten fĂŒr den individuellen Finanzierungsbedarf bieten.
Im Gegensatz zu klassischen Krediten bieten nicht nur die Structured-Finance-Abteilungen von GroĂbanken diese Instrumente an, sondern auch bankenunabhĂ€ngige Kapitalgeber (Venture Capital). Anwendung finden sie vor allem bei FirmengrĂŒndungen und Ăbernahmen, wie zum Beispiel Management Buy-Outs. Das gĂŒnstigste Angebot fĂŒr den eigenen Bedarf sollte einerseits nach dem Konditionen-Vergleich erfolgen, andererseits auch danach beurteilt werden, wie passend das Angebot auf die eigenen Anforderungen abgestimmt ist.
Unterscheidungen und Merkmale der Mezzanine – Finanzierung
Aus dieser Perspektive ist es also naheliegend, dass es nicht die eine Mezzanine – Finanzierung gibt, sondern je nachdem wie man sie ausgestaltet, entweder dem Eigenkapital oder dem Fremdkapital nĂ€her ist (man spricht hierbei von „equity mezzanine capital“ – EMC oder „debt mezzanine capital“ – DMC).
Typische Merkmale, welche sich hĂ€ufig in Mezzanine – Finanzierungsformen wiederfinden, sind eine fehlende Besicherung der gewĂ€hrten Finanzierung. Des Weiteren sind besonders DMC-Finanzierungsformen oft mit einer Nachrangigkeitsklausel ausgestattet, was bedeutet, dass diese GlĂ€ubiger im Insolvenzfall erst nach den „normalen“ GlĂ€ubigern aus dem Insolvenzmasse befriedigt werden. Diese beiden GrĂŒnde sind vor allem rechtlich bedingt, da die gewerbliche Kreditvergabe konzessionierten Banken vorbehalten ist und derartige VertrĂ€ge ansonsten nicht zulĂ€ssig wĂ€ren.
Ein weiteres hĂ€ufiges Merkmal, ist eine zumindest teilweise Partizipation an zukĂŒnftigen Gewinnen der Unternehmung, etwa in Form eines Aufschlages auf die Basisverzinsung. Dieses Merkmal stellt somit eine Eigenkapitalkomponente dar.
Beispiele:
Nimmt man nun die oben genannten typischen Merkmale zusammen, so ergĂ€be sich daraus zum Beispiel die weit verbreitete Form des partiarischen Nachrangdarlehens. Es vereint in sich die Komponenten eines Kredits („Darlehen“), jedoch mit RangrĂŒcktrittserklĂ€rung vor den „normalen“ GlĂ€ubigern („Nachrang-„) und eine teilweise Gewinnbeteiligung („partiarisch“).
Eine weitere Form, welche auch bereits Einzug in das Gesetz erhalten hat, ist die stille Gesellschaft, welche dem EMC wesentlich nĂ€hersteht. DarĂŒber hinaus haben sich inzwischen auch Genussrechte (oder auch Genussscheine), Wandel- und Optionsanleihen oder fĂŒr GmbHs sogar Wandeldarlehen etabliert. Letztere ermöglichen es, einen Kredit zu einem wĂ€hlbaren Zeitpunkt in eine Unternehmensbeteiligung umwandeln zu können.
Vor- und Nachteile
Auf der Hand liegt nun, dass Mezzanine – Kapital zwar eine flexible Finanzplanung ermöglicht, allerdings gerade diese FlexibilitĂ€t auch Unsicherheit mit sich bringt. Schnell kann es passieren, dass zwischen den Parteien Unklarheiten auftreten oder die informiertere Partei die andere ĂŒbervorteilt, weshalb bei diesem regelmĂ€Ăig komplexen Vertragswerk immer ein Rechtsexperte beizuziehen ist. Augenmerk sollte auch darauf gelegt werden, wie die jeweiligen Ausgestaltungsformen steuerlich und bilanziell zu behandeln sind, denn wĂ€hrend Fremdkapitalzinsen in der Regel als Betriebsaufwendungen abgezogen werden können, ist eine Verlustverrechnung im Zusammenhang mit Eigenkapital kaum bis gar nicht möglich.
Fazit
Zusammenfassend lĂ€sst sich sagen, dass die Entscheidung der Finanzierungsform immer am Bedarf orientiert sein sollte. Eine Mezzanine – Finanzierung bietet sich damit speziell fĂŒr GrĂŒnder an, welche in einem so frĂŒhen Unternehmensstadium sind, dass eine Bankfinanzierung aufgrund des Risikos noch nicht möglich sein wird. Durch die externe Aufnahme von Eigenkapital werden aber auch Mitbestimmungsrechte abgegeben, was oft genauso unerwĂŒnscht ist. Da Mezzanine – Finanzierung dem Kapitalgeber regelmĂ€Ăig kein Mitbestimmungsrecht einrĂ€umt, stellt sie also in vielen FĂ€llen eine hervorragende Möglichkeit dar, einen Kompromiss zwischen Sicherheit fĂŒr den Kapitalgeber und LiquiditĂ€t fĂŒr den Kapitalnehmer zu etablieren und somit einen unternehmerischen Mehrwert zu schaffen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Was ist Mezzanine-Kapital?
Mezzanine-Kapital dient der Finanzierung von Projekten, die herkömmlich entweder durch Kredite fremdfinanziert oder durch Eigenkapital der Anteilseigner finanziert werden. Es vermischt die Charakteristika beider Formen und bietet so flexiblere Lösungen.
Was kennzeichnet die klassische Fremdfinanzierung?
Charakteristisch fĂŒr die Fremdfinanzierung sind fest vorgegebene Konditionen dazu, wann wie viel Geld zurĂŒckgezahlt werden muss, also Laufzeit und Zinssatz. HĂ€ufig werden diese Kredite zusĂ€tzlich besichert, etwa durch Hypotheken und BĂŒrgschaften.
Wo wird Mezzanine-Finanzierung vor allem eingesetzt?
Anwendung findet sie vor allem bei FirmengrĂŒndungen und Ăbernahmen, wie zum Beispiel Management Buy-Outs. Angeboten wird sie nicht nur von GroĂbanken, sondern auch von bankenunabhĂ€ngigen Kapitalgebern wie Venture Capital.

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