Wem gehört Apple? Eigentümer und Aktionärsstruktur

Wem gehört Apple? Eigentümer und Aktionärsstruktur 1

Apple ist mit einer Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich eines der wertvollsten Unternehmen der Welt. Bei einem Konzern dieser Größe stellt sich zwangsläufig die Frage: Wem gehört Apple eigentlich, und sitzt am Ende doch ein einzelner Großinvestor am Hebel?

Apple gehört niemandem allein. Der Konzern befindet sich seit seinem Börsengang 1980 im Streubesitz, das heißt, die Aktien verteilen sich auf Millionen Privatanleger und institutionelle Investoren weltweit. Die größten Einzelpositionen halten mit Vanguard, BlackRock und State Street drei große Fondsgesellschaften, die überwiegend passive Indexfonds verwalten und damit im Auftrag ihrer eigenen Millionen Kunden investieren, nicht auf eigene Rechnung.

Das Wichtigste in Kürze

  • Apple gehört niemandem allein, der Konzern befindet sich im breiten Streubesitz an der Börse.
  • Vanguard ist mit rund 9,3 Prozent größter Einzelaktionär, gefolgt von BlackRock mit knapp 5 Prozent.
  • Auch Berkshire Hathaway von Warren Buffett ist beteiligt, mit rund 2 Prozent der Anteile.
  • Die vier größten passiven Fondsgesellschaften halten zusammen über 20 Prozent, verwalten das Geld aber für ihre eigenen Anleger.
  • Mitgründer Steve Jobs ist 2011 verstorben, seine Witwe Laurene Powell Jobs hält keine bekannte nennenswerte Apple-Beteiligung mehr.

Hintergrund: Vom Garagenprojekt zum Streubesitzkonzern

Steve Jobs, Steve Wozniak und Ronald Wayne gründeten Apple 1976 in Kalifornien. Wayne verkaufte seinen Anteil bereits nach wenigen Tagen, Jobs und Wozniak bauten das Unternehmen zum Börsenkandidaten aus. Mit dem Börsengang 1980 verteilte sich das Eigentum erstmals breit auf externe Anleger. Nach Jobs‘ zwischenzeitlichem Rauswurf 1985 und seiner Rückkehr 1997 professionalisierte sich die Aktionärsstruktur weiter, heute dominieren institutionelle Vermögensverwalter, die das Kapital ihrer Kunden in Indexfonds bündeln und dadurch automatisch zu Apple-Großaktionären werden, ohne unternehmerisch aktiv Einfluss zu nehmen.

Eigentümerstruktur im Überblick

AnteilseignerAnteilTyp
The Vanguard Groupca. 9,3 %Passiver Indexfonds-Anbieter
BlackRockca. 5 %Passiver Indexfonds-Anbieter
State Streetca. 4 %Passiver Indexfonds-Anbieter
Berkshire Hathawayca. 2 %Investmentholding (Warren Buffett)
Streubesitz übrige AnlegerRestPrivat- und institutionelle Anleger weltweit

Was gehört noch zum selben Konzern?

Da Apple ein eigenständiger Streubesitzkonzern ohne Mutterkonzern ist, lautet die passendere Frage: Welche Marken und Dienste gehören zu Apple? Neben iPhone, iPad, Mac und Apple Watch zählen dazu die Dienste-Sparte mit App Store, Apple Music, Apple TV+, iCloud und Apple Pay sowie die Kopfhörermarke Beats, die Apple 2014 für rund drei Milliarden US-Dollar übernommen hat. Auch der Sprachassistent Siri und der Prozessorentwickler hinter den hauseigenen M- und A-Chips gehören zum Konzern, ebenso kleinere Zukäufe im Bereich Gesundheits- und Kartendaten.

Häufig gestellte Fragen

Gehört Apple Warren Buffett?

Nein. Buffetts Investmentholding Berkshire Hathaway hält mit rund 2 Prozent nur einen kleinen Teil der Apple-Aktien, ist damit aber einer der prominentesten Einzelaktionäre.

Gehört Apple Vanguard oder BlackRock?

Nein. Vanguard und BlackRock sind Vermögensverwalter, die das Geld ihrer eigenen Kunden in Indexfonds anlegen. Sie halten Apple-Aktien treuhänderisch, nicht als unternehmerische Eigentümer mit Führungsanspruch.

Wie viele Apple-Aktien besitzt Tim Cook?

CEO Tim Cook hält als Teil seiner Vergütung eigene Apple-Aktien und verkauft regelmäßig einen Teil davon, etwa um Steuerzahlungen für zugeteilte Aktienpakete zu begleichen. Sein Anteil am Gesamtkapital liegt im Promillebereich und wird jährlich in Pflichtmitteilungen an die US-Börsenaufsicht SEC veröffentlicht, ähnlich wie bei anderen Vorstandsmitgliedern.

Ist Apple ein Familienunternehmen?

Nein. Anders als bei Unternehmen wie BMW gibt es bei Apple keine Gründerfamilie mit maßgeblicher Kapitalmehrheit mehr, die Steuerung erfolgt über Vorstand und Aufsichtsrat im Auftrag der Streubesitzaktionäre.

Kann ein einzelner Investor Apple übernehmen?

Praktisch ausgeschlossen. Bei einer Marktkapitalisierung im dreistelligen Milliardenbereich wäre eine Mehrheitsübernahme durch einen einzelnen Käufer finanziell kaum darstellbar und würde zudem umfangreiche Kartellprüfungen in den USA, der EU und weiteren Märkten auslösen, in denen Apple präsent ist.

Anders als bei familiengeführten Konzernen wie BMW oder bei stiftungsgeführten Unternehmen wie Bertelsmann bestimmt bei Apple der freie Kapitalmarkt die Eigentümerstruktur. Auch beim chinesischen Konkurrenten TikTok zeigt sich, wie unterschiedlich Eigentumsverhältnisse in der Techbranche organisiert sein können.

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