
Das Berliner Kaufhaus des Westens (KaDeWe) gehört seit Mitte 2024 vollständig der thailändischen Central Group. Der Konzern übernahm sowohl den Geschäftsbetrieb als auch die Immobilie, nachdem die vormalige Mehrheitseignerin, die österreichische Signa Holding, 2023 insolvent geworden war.
Das Wichtigste in Kürze
- Heutiger Eigentümer: die Central Group, ein Handelskonzern der thailändischen Unternehmerfamilie Chirathivat.
- Signa-Insolvenz 2023: Die Signa Holding, vormals Mehrheitseignerin der KaDeWe Group, meldete 2023 Insolvenz an.
- Vollständige Übernahme Mitte 2024: Central Group übernahm sowohl Geschäftsbetrieb als auch Immobilie vollständig.
- Einstieg schon 2015: Central Group hielt bereits davor eine Kapitalbeteiligung an der KaDeWe Group.
- Immobilienkauf 12. April 2024: Die Übernahme des KaDeWe-Gebäudes selbst wurde offiziell bestätigt.
Von der Signa-Gruppe zum thailändischen Handelskonzern
Die KaDeWe Group, zu der neben dem Berliner KaDeWe auch das Alsterhaus in Hamburg und der Oberpollinger in München gehören, wurde 2014 unter maßgeblicher Beteiligung der österreichischen Signa Holding gegründet. Die Central Group aus Thailand stieg bereits 2015 mit einer Minderheitsbeteiligung ein.
Als die Signa Holding im November 2023 Insolvenz anmeldete, geriet auch die Kontrolle über die KaDeWe-Vermögenswerte ins Wanken. Die Central Group nutzte die Gelegenheit und übernahm 2024 sowohl den operativen Geschäftsbetrieb als auch, mit Bestätigung vom 12. April 2024, die Immobilie selbst vollständig.
Getrennte Übernahme von Betrieb und Gebäude
Ein Punkt, der bei der KaDeWe-Übernahme leicht übersehen wird: Geschäftsbetrieb und Immobilie waren rechtlich getrennte Vermögenswerte, die im Zuge der Signa-Insolvenz getrennt verhandelt und übernommen werden mussten. Central Group hatte zunächst nur eine Option auf die Hälfte der Immobilie, entschied sich im finalen Schritt aber für die komplette Übernahme des Gebäudes.
Diese Kombination aus Immobilien- und Betriebsübernahme unterscheidet den KaDeWe-Fall von anderen insolventen Signa-Projekten, bei denen Gebäude und operatives Geschäft teils an unterschiedliche Käufer gingen oder ganz unklar blieben.
Die Übernahme des KaDeWe im Überblick
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 2014 | Gründung der KaDeWe Group unter Beteiligung der Signa Holding |
| 2015 | Central Group steigt mit Kapitalbeteiligung ein |
| 2023 | Insolvenz der Signa Holding |
| 12. April 2024 | Central Group übernimmt die KaDeWe-Immobilie vollständig |
| Mitte 2024 | Central Group übernimmt auch den Geschäftsbetrieb vollständig |
Was gehört noch zur KaDeWe Group?
Neben dem KaDeWe in Berlin zählen das Alsterhaus in Hamburg und der Oberpollinger in München zur KaDeWe Group. Ein ursprünglich für Wien geplantes Luxuskaufhaus-Projekt namens ‚Lamarr‘ wurde nach der Signa-Insolvenz gestoppt; stattdessen sicherte sich Central Group 2025 das im Bau befindliche Carsch-Haus-Projekt in Düsseldorf und führte es weiter.
Ein Detail, das in kurzen Meldungen oft fehlt: Anders als bei vielen anderen insolventen Signa-Beteiligungen konnte beim KaDeWe sowohl der Geschäftsbetrieb als auch die dazugehörige Immobilie in einer Hand – der Central Group – zusammengeführt werden, was für Warenhäuser dieser Größenordnung nicht selbstverständlich ist.
Häufig gestellte Fragen
Ist Signa noch am KaDeWe beteiligt?
Nein, nach der Insolvenz der Signa Holding 2023 übernahm die Central Group sämtliche verbliebenen Anteile und die Immobilie vollständig, ohne dass Signa weiter beteiligt blieb.
Was ist die Central Group?
Ein thailändischer Handelskonzern der Unternehmerfamilie Chirathivat, der international unter anderem in Kaufhäuser, Hotels und Immobilien investiert und bereits seit 2015 an der KaDeWe Group beteiligt war.
Gehören Alsterhaus und Oberpollinger auch zur Central Group?
Ja, beide Häuser sind Teil der KaDeWe Group und damit ebenfalls im Besitz der Central Group, ebenso wie das in Düsseldorf übernommene Carsch-Haus-Projekt.
Wurde auch die KaDeWe-Immobilie selbst verkauft?
Ja, die Central Group übernahm mit Bestätigung vom 12. April 2024 auch das Gebäude vollständig, nachdem sie zunächst nur eine Kaufoption auf die Hälfte gehabt hatte.
Ist das KaDeWe insolvent?
Nein, von der Insolvenz betroffen war die frühere Muttergesellschaft Signa Holding, nicht die KaDeWe Group selbst, die unter neuer Eigentümerschaft weiterbetrieben wird und ihren regulären Geschäftsbetrieb fortsetzt.
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