
Die Makrobiotik ist eine traditionelle ErnĂ€hrungs- und Lebensphilosophie, die auf Vollkorngetreide, GemĂŒse und fermentierten Lebensmitteln basiert. Sie kann Herzgesundheit, Blutzuckerkontrolle und Gewichtsmanagement unterstĂŒtzen, birgt aber ohne sorgfĂ€ltige Planung das Risiko von NĂ€hrstoffmangel, insbesondere bei Vitamin B12, Kalzium und Eisen. Wer die Makrobiotik: Vor- und Nachteile kennt, kann fundiert entscheiden, ob diese ErnĂ€hrungsform zur eigenen Lebenssituation passt.
Key Takeaways
- Makrobiotik basiert auf japanischen Prinzipien des Gleichgewichts (Yin/Yang) und betont Vollkorngetreide, GemĂŒse und fermentierte Lebensmittel.
- Mögliche Vorteile: bessere Blutzuckerkontrolle, Gewichtsreduktion, entzĂŒndungshemmende Wirkung und Herzgesundheit.
- Hauptrisiken: Mangelversorgung mit Vitamin B12, Kalzium, Vitamin D, Omega-3-FettsÀuren und Eisen, besonders bei strikter Anwendung.
- Makrobiotik unterscheidet sich von veganer ErnĂ€hrung: kleine Mengen Fisch und MeeresfrĂŒchte sind erlaubt, Milchprodukte jedoch nicht.
- FĂŒr Schwangere, Stillende, Kinder und Menschen mit bestimmten Erkrankungen ist strikte Makrobiotik ohne Ă€rztliche Begleitung nicht empfehlenswert.
- Die Lebensmittelkosten können moderat bis hoch sein, abhĂ€ngig von Bio-QualitĂ€t und regionaler VerfĂŒgbarkeit.
- AnfĂ€nger machen hĂ€ufig den Fehler, zu schnell und zu radikal umzustellen, was Abbruch und Mangelerscheinungen begĂŒnstigt.
- Eine medizinische Begleitung und regelmĂ€Ăige Blutuntersuchungen sind bei langfristiger Makrobiotik sinnvoll.

Was ist Makrobiotik eigentlich?
Makrobiotik ist weit mehr als eine DiĂ€t. Es ist eine Lebensphilosophie, die in den 1960er Jahren vom japanischen Philosophen George Ohsawa im Westen bekannt gemacht wurde und auf traditionellen ostasiatischen Prinzipien beruht. Das Wort stammt aus dem Griechischen: makros (groĂ, lang) und bios (Leben).
Der Kern der Makrobiotik liegt im Gleichgewicht zwischen Yin- und Yang-Energien in Lebensmitteln. Vollkorngetreide, besonders Naturreis und Hirse, bilden die Basis. Dazu kommen gedĂŒnstetes GemĂŒse, HĂŒlsenfrĂŒchte, MeeresgemĂŒse (Algen) und fermentierte Lebensmittel wie Miso und Tamari. Kleine Mengen Fisch sind erlaubt, Fleisch, Milchprodukte, Zucker und stark verarbeitete Lebensmittel werden gemieden.
Wichtig zu verstehen: Makrobiotik ist kein starres System. Es gibt verschiedene AusprĂ€gungen, von moderat bis sehr streng. Die strengste Form, die frĂŒher als „Stufe 7“ bekannt war, ist ernĂ€hrungsmedizinisch bedenklich und wird heute von seriösen ErnĂ€hrungsberatern nicht mehr empfohlen.
Makrobiotik Vorteile fĂŒr die Gesundheit
Die gesundheitlichen Vorteile der Makrobiotik sind real, aber kontextabhÀngig. Sie gelten vor allem bei einer ausgewogenen, nicht zu strikten Anwendung.
Herzgesundheit: Die makrobiotische ErnĂ€hrung ist arm an gesĂ€ttigten FettsĂ€uren und reich an Ballaststoffen. Eine Studie der Harvard School of Public Health (2015) zeigte, dass ballaststoffreiche ErnĂ€hrungsmuster das Risiko fĂŒr Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant senken können. Miso-Suppe und Algen liefern zudem Mineralien wie Magnesium und Kalium, die den Blutdruck regulieren.
Blutzuckerkontrolle: Vollkorngetreide hat einen niedrigen glykĂ€mischen Index. Das bedeutet: Blutzucker steigt langsamer an, Insulinspitzen werden vermieden. FĂŒr Menschen mit Typ-2-Diabetes oder Insulinresistenz kann das ein echter Vorteil sein.
Gewichtsmanagement: Makrobiotische Mahlzeiten sind kalorienarm und sĂ€ttigend durch ihren hohen Ballaststoffgehalt. Viele Menschen berichten von natĂŒrlichem Gewichtsverlust ohne KaloriezĂ€hlen.
EntzĂŒndungshemmende Wirkung: Fermentierte Lebensmittel wie Miso und Tempeh fördern eine gesunde Darmflora. Algen wie Wakame und Kombu enthalten Antioxidantien und entzĂŒndungshemmende Verbindungen.
Mentale Klarheit: Viele AnhĂ€nger berichten von mehr Energie und geistiger Klarheit, was möglicherweise auf den Verzicht auf Zucker, Alkohol und stark verarbeitete Lebensmittel zurĂŒckzufĂŒhren ist.
Makrobiotik Nachteile und Risiken
Die Nachteile der Makrobiotik sind konkret und sollten nicht unterschĂ€tzt werden. Das gröĂte Problem: NĂ€hrstoffmangel bei unzureichender Planung.
Vitamin B12: Makrobiotik schlieĂt Milchprodukte und Eier aus. Fisch enthĂ€lt B12, aber in begrenzten Mengen. Wer selten oder keinen Fisch isst, riskiert einen B12-Mangel, der NervenschĂ€den und Blutarmut verursachen kann. Supplementierung ist in den meisten FĂ€llen notwendig.
Kalzium und Vitamin D: Ohne Milchprodukte muss Kalzium aus Tofu, Algen und grĂŒnem BlattgemĂŒse kommen. Das reicht oft nicht aus. Vitamin D ist in der makrobiotischen ErnĂ€hrung kaum vorhanden.
Eisen und Zink: Pflanzliches Eisen (Non-HÀm-Eisen) wird schlechter aufgenommen als tierisches. Besonders Frauen im gebÀrfÀhigen Alter sind gefÀhrdet.
Omega-3-FettsĂ€uren: Fisch liefert EPA und DHA, aber nur wenn er regelmĂ€Ăig gegessen wird. Wer Fisch meidet, sollte auf Algenöl-Supplemente zurĂŒckgreifen.
Soziale EinschrÀnkungen: Makrobiotik kann in der Praxis sozial isolierend wirken. Restaurantbesuche, Familienessen und Reisen werden komplizierter.
„Die strengste Form der Makrobiotik ist ernĂ€hrungsmedizinisch nicht vertretbar. Eine moderate, gut geplante Variante kann hingegen durchaus gesundheitsfördernd sein.“, ErnĂ€hrungsmedizinische EinschĂ€tzung, Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE), 2019
Makrobiotik vs. vegane ErnÀhrung: Was ist der Unterschied?
Makrobiotik und vegane ErnĂ€hrung werden oft verwechselt, sind aber grundlegend verschieden. Der wichtigste Unterschied: Makrobiotik erlaubt Fisch und MeeresfrĂŒchte, Veganismus nicht.
| Kriterium | Makrobiotik | Vegane ErnÀhrung |
|---|---|---|
| Fisch | Erlaubt (in MaĂen) | Nicht erlaubt |
| Milchprodukte | Nicht erlaubt | Nicht erlaubt |
| Philosophische Basis | Yin/Yang, Gleichgewicht | Ethik, Tierschutz, Umwelt |
| Algen/MeeresgemĂŒse | Zentral | Optional |
| Verarbeitete vegane Produkte | Nicht erlaubt | Erlaubt |
Makrobiotik ist also restriktiver in mancher Hinsicht (keine verarbeiteten Lebensmittel, kein Zucker, kein Alkohol), aber weniger restriktiv in anderer (Fisch ist erlaubt). Wer aus ethischen GrĂŒnden kein Fleisch isst, findet im Veganismus eine konsistentere Philosophie. Wer Gesundheit und Gleichgewicht in den Vordergrund stellt, findet in der Makrobiotik einen strukturierten Rahmen.
Kann man mit Makrobiotik abnehmen?
Ja, Gewichtsreduktion ist ein realistisches Ergebnis der Makrobiotik, aber nicht ihr primÀres Ziel. Die ErnÀhrungsform ist von Natur aus kalorienarm, ballaststoffreich und sÀttigend.
Wer von einer typisch westlichen ErnÀhrung auf Makrobiotik umsteigt, reduziert automatisch:
- Zucker und SĂŒĂigkeiten
- GesÀttigte Fette aus Fleisch und Milchprodukten
- Stark verarbeitete Lebensmittel und Fast Food
- Alkohol
Das allein fĂŒhrt bei den meisten Menschen zu einem Kaloriendefizit und damit zu Gewichtsverlust. Wie schnell und wie viel hĂ€ngt vom Ausgangszustand, der AktivitĂ€t und der Strenge der ErnĂ€hrungsumstellung ab.
Achtung: Wer zu schnell und zu radikal umstellt, riskiert Energiemangel, HeiĂhunger und Abbruch. Besser: schrittweise Umstellung ĂŒber 4 bis 8 Wochen.
Makrobiotik Lebensmittel: Was darf ich essen?
Die makrobiotische Lebensmittelliste folgt einer klaren Hierarchie. Etwa 40 bis 60 Prozent der Mahlzeit sollten aus Vollkorngetreide bestehen.
Erlaubt und empfohlen:
- Vollkorngetreide: Naturreis, Hirse, Gerste, Hafer, Buchweizen
- GemĂŒse: WurzelgemĂŒse (Karotten, Pastinaken), BlattgemĂŒse, KĂŒrbis, Zwiebeln
- HĂŒlsenfrĂŒchte: Adzukibohnen, Linsen, Kichererbsen, Tofu, Tempeh
- MeeresgemĂŒse: Wakame, Kombu, Nori, Arame
- Fermentierte Lebensmittel: Miso, Tamari, Shoyu, Sauerkraut
- Fisch und MeeresfrĂŒchte: in kleinen Mengen, 2 bis 3 Mal pro Woche
- NĂŒsse und Samen: Sesam, Sonnenblumenkerne, Mandeln (in MaĂen)
Zu vermeiden:
- Fleisch, GeflĂŒgel
- Milchprodukte, Eier
- Raffinierter Zucker und SĂŒĂungsmittel
- Stark verarbeitete Lebensmittel
- Alkohol, Kaffee, schwarzer Tee
- NachtschattengewÀchse (Tomaten, Paprika, Kartoffeln) in der strengen Form
Makrobiotik fĂŒr AnfĂ€nger: Wie fange ich an?
Der hĂ€ufigste Fehler von AnfĂ€ngern ist der radikale Komplettwechsel ĂŒber Nacht. Das fĂŒhrt zu Erschöpfung, MangelgefĂŒhlen und sozialem Stress. Ein schrittweiser Einstieg ist nachhaltiger.
Schritt-fĂŒr-Schritt-Einstieg:
- Woche 1 bis 2: Ersetzen Sie weiĂen Reis durch Naturreis und WeiĂbrot durch Vollkornbrot. Reduzieren Sie Zucker und SĂŒĂgetrĂ€nke.
- Woche 3 bis 4: FĂŒgen Sie tĂ€glich eine Portion MeeresgemĂŒse (z. B. Wakame in Suppe) hinzu. Kochen Sie 3 bis 4 Mahlzeiten pro Woche makrobiotisch.
- Monat 2: Reduzieren Sie Fleisch auf 1 bis 2 Mal pro Woche. Integrieren Sie fermentierte Lebensmittel wie Miso tÀglich.
- Monat 3 und weiter: Passen Sie die ErnĂ€hrung an Ihre persönlichen BedĂŒrfnisse an. Lassen Sie Blutbild und NĂ€hrstoffwerte checken.
Ein gutes Kochbuch und eine Beratung durch einen makrobiotisch erfahrenen ErnÀhrungsberater erleichtern den Einstieg erheblich.
Ist Makrobiotik wissenschaftlich belegt?
Die wissenschaftliche Evidenz zur Makrobiotik ist begrenzt, aber nicht inexistent. Es gibt keine groĂen randomisierten kontrollierten Studien, die spezifisch die makrobiotische ErnĂ€hrung untersuchen. Was es gibt, sind Studien zu ihren Einzelkomponenten.
- Vollkorngetreide und Herzgesundheit: gut belegt (u. a. durch Studien der WHO und Harvard T.H. Chan School of Public Health)
- Fermentierte Lebensmittel und Darmgesundheit: zunehmend belegt
- MeeresgemĂŒse und SchilddrĂŒsenfunktion: Achtung bei ĂŒbermĂ€Ăigem Jodgehalt in Algen
- Makrobiotik und KrebsprÀvention: anekdotisch und in Einzelfallberichten, aber keine belastbaren klinischen Belege
Fazit zur Wissenschaft: Die Grundprinzipien der Makrobiotik (wenig verarbeitete Lebensmittel, viel GemĂŒse, Vollkorn) sind gut belegt. Die spezifische Philosophie dahinter ist wissenschaftlich nicht validiert.
Makrobiotik und Mangelerscheinungen: Worauf muss ich achten?

Mangelerscheinungen sind das gröĂte Risiko bei langfristiger Makrobiotik, besonders bei strikter Anwendung ohne Supplementierung.
Kritische NĂ€hrstoffe und GegenmaĂnahmen:
- Vitamin B12: RegelmĂ€Ăig Fisch essen oder B12-Supplement nehmen. Blutbild alle 6 Monate prĂŒfen.
- Kalzium: Tofu (mit Kalziumsulfat hergestellt), Sesam, Brokkoli, Algen. Bei Bedarf supplementieren.
- Vitamin D: Sonnenlicht und Supplementierung, besonders in den Wintermonaten in Deutschland.
- Eisen: HĂŒlsenfrĂŒchte kombiniert mit Vitamin-C-reichen Lebensmitteln verbessern die Aufnahme.
- Omega-3 (EPA/DHA): RegelmĂ€Ăig Fisch oder Algenöl-Supplement.
- Jod: Algen können sehr jodreich sein. Zu viel Jod ist ebenso problematisch wie zu wenig.
Risikogruppen, die besondere Vorsicht benötigen: Schwangere, Stillende, Kinder, Àltere Menschen, Menschen mit chronischen Erkrankungen.
Makrobiotik Kosten: Wie teuer ist das?
Makrobiotik ist nicht zwingend teuer, kann es aber werden. Die Kosten hÀngen stark von der Bio-QualitÀt, der Bezugsquelle und dem Anteil an Spezialzutaten ab.
Kostenfaktoren im Ăberblick:
- Vollkorngetreide (Naturreis, Hirse): gĂŒnstig, ca. 2 bis 4 Euro pro Kilogramm
- MeeresgemĂŒse (Algen): moderat, ca. 5 bis 15 Euro pro 100 g getrocknete Ware
- Miso-Paste: ca. 5 bis 10 Euro pro 400 g, reicht aber lange
- Bio-GemĂŒse und HĂŒlsenfrĂŒchte: vergleichbar mit normaler Bio-ErnĂ€hrung
- Supplements (B12, Vitamin D): ca. 15 bis 30 Euro pro Monat
SchĂ€tzung: Eine ausgewogene makrobiotische ErnĂ€hrung kostet in Deutschland 2026 etwa 300 bis 500 Euro pro Monat fĂŒr eine Person, je nach Bio-Anteil und Einkaufsort. Das ist vergleichbar mit einer bewussten Bio-VollwerternĂ€hrung.
HÀufige Fehler, die AnfÀnger bei der Makrobiotik machen
Wer die Makrobiotik: Vor- und Nachteile kennt, vermeidet die typischen Stolperfallen von Beginn an.
- Zu radikale Umstellung: Der Körper braucht Zeit. Wer alles auf einmal Àndert, gibt oft nach wenigen Wochen auf.
- Zu wenig Protein: Vollkorn allein reicht nicht. HĂŒlsenfrĂŒchte, Tofu und Fisch mĂŒssen aktiv eingeplant werden.
- Algen unkontrolliert essen: Manche Algensorten (z. B. Hijiki) enthalten erhöhte Arsenmengen. Vielfalt und Maà sind wichtig.
- Keine Blutuntersuchungen: Mangelerscheinungen entwickeln sich schleichend. Wer sie nicht messen lÀsst, merkt sie oft erst spÀt.
- Soziale Isolation ignorieren: Wer kein Konzept fĂŒr Restaurantbesuche oder Familienessen hat, scheitert hĂ€ufig an der sozialen RealitĂ€t.
FĂŒr wen ist Makrobiotik geeignet?
Makrobiotik eignet sich am besten fĂŒr gesunde Erwachsene, die eine strukturierte, pflanzenbasierte ErnĂ€hrung mit Fisch suchen und bereit sind, Zeit in Kochen und Planung zu investieren.
Makrobiotik passt gut, wenn Sie:
- Gewicht reduzieren und langfristig halten möchten
- Blutzucker oder Blutdruck natĂŒrlich regulieren möchten
- Interesse an ostasiatischer KĂŒche und Philosophie haben
- Bereit sind, regelmĂ€Ăig zu kochen und Lebensmittel bewusst einzukaufen
Makrobiotik ist weniger geeignet, wenn Sie:
- Schwanger sind oder stillen (ohne engmaschige Àrztliche Begleitung)
- Kinder ernÀhren (erhöhter NÀhrstoffbedarf)
- Unter Essstörungen leiden oder eine restriktive Beziehung zu Essen haben
- Wenig Zeit zum Kochen haben
Makrobiotik bei Diabetes oder anderen Erkrankungen
Makrobiotik kann bei Typ-2-Diabetes unterstĂŒtzend wirken, ersetzt aber keine medizinische Behandlung. Der niedrige glykĂ€mische Index von Vollkorngetreide und der Verzicht auf Zucker können den Blutzucker stabilisieren.
Bei anderen Erkrankungen gilt:
- Herz-Kreislauf-Erkrankungen: Makrobiotik kann komplementÀr sinnvoll sein, aber Medikamente und Àrztliche Kontrolle bleiben notwendig.
- Nierenerkrankungen: Hoher Kaliumgehalt in Algen und HĂŒlsenfrĂŒchten kann problematisch sein. Ărztliche RĂŒcksprache ist zwingend.
- SchilddrĂŒsenerkrankungen: Jodgehalt in Algen muss genau ĂŒberwacht werden.
- Krebs: Makrobiotik wird manchmal als komplementĂ€re UnterstĂŒtzung diskutiert, aber es gibt keine belastbaren klinischen Belege fĂŒr eine heilende Wirkung.
Grundregel: Bei jeder bestehenden Erkrankung vor dem Umstieg einen Arzt oder ErnÀhrungsmediziner konsultieren.
Makrobiotik Rezepte: Ideen fĂŒr AnfĂ€nger
Einfache makrobiotische Gerichte erfordern keine exotischen Zutaten und sind in 30 bis 45 Minuten zubereitet.
Drei Einsteigerrezepte:
Miso-Suppe mit Wakame und Tofu: Kombu-BrĂŒhe aufkochen, Wakame und Tofu wĂŒrfeln, Miso-Paste einrĂŒhren (nicht kochen). Mit FrĂŒhlingszwiebeln servieren. Zubereitungszeit: 15 Minuten.
Naturreis mit gedĂŒnstetem WurzelgemĂŒse: Karotten, Pastinaken und KĂŒrbis in Tamari und Ingwer dĂŒnsten. Mit gekochtem Naturreis und Sesam servieren. Zubereitungszeit: 35 Minuten.
Adzukibohnen-Eintopf: Eingeweichte Adzukibohnen mit Kombu, Zwiebeln und Karotten kochen. Mit Tamari abschmecken. Zubereitungszeit: 60 Minuten (inkl. Einweichzeit vorab).
Diese Gerichte liefern Ballaststoffe, pflanzliches Protein und MikronĂ€hrstoffe und sind ein guter Einstieg in die makrobiotische KĂŒche.
Fazit: Makrobiotik, Vor- und Nachteile abgewogen
Die Makrobiotik: Vor- und Nachteile lassen sich klar benennen. Als moderate, gut geplante ErnÀhrungsform bietet sie echte gesundheitliche Vorteile: Gewichtsreduktion, bessere Blutzuckerkontrolle, Herzgesundheit und eine bewusstere Beziehung zu Lebensmitteln. Die Risiken, vor allem NÀhrstoffmangel, sind real, aber durch Planung und Supplementierung beherrschbar.
Meine Empfehlung fĂŒr den Einstieg:
- Beginnen Sie schrittweise ĂŒber 6 bis 8 Wochen, nicht ĂŒber Nacht.
- Lassen Sie vor dem Start ein Blutbild machen (Vitamin B12, Eisen, Vitamin D).
- Planen Sie Protein bewusst ein: HĂŒlsenfrĂŒchte, Tofu und Fisch 2 bis 3 Mal pro Woche.
- Nehmen Sie ein Vitamin-B12-Supplement, wenn Sie selten Fisch essen.
- Konsultieren Sie bei bestehenden Erkrankungen einen Arzt oder ErnÀhrungsmediziner.
- Investieren Sie in ein gutes makrobiotisches Kochbuch und kochen Sie gemeinsam mit anderen.
Makrobiotik ist kein Allheilmittel und kein Wunderprogramm. Aber fĂŒr Menschen, die eine strukturierte, pflanzenbasierte ErnĂ€hrung mit kultureller Tiefe suchen, ist sie eine der durchdachtesten Optionen, die es gibt.
HĂ€ufig gestellte Fragen (FAQ)
Was ist der Unterschied zwischen Makrobiotik und gesunder ErnĂ€hrung allgemein? Makrobiotik ist spezifischer: Sie folgt einer philosophischen Grundlage (Yin/Yang), schlieĂt bestimmte Lebensmittelgruppen aus und betont Vollkorngetreide als Hauptnahrungsmittel. Allgemeine gesunde ErnĂ€hrung ist flexibler und weniger dogmatisch.
Kann ich Makrobiotik als Vegetarier praktizieren? Ja, aber dann entfĂ€llt Fisch als B12-Quelle. Vegetarische Makrobiotik erfordert konsequente Supplementierung von Vitamin B12 und regelmĂ€Ăige Blutkontrollen.
Wie lange dauert es, bis ich erste Ergebnisse sehe? Die meisten Menschen berichten nach 4 bis 6 Wochen von mehr Energie und weniger BlÀhungen. Gewichtsreduktion ist nach 6 bis 12 Wochen messbar, wenn die Umstellung konsequent erfolgt.
Ist Makrobiotik fĂŒr Kinder geeignet? Strikte Makrobiotik ist fĂŒr Kinder nicht empfehlenswert, da der NĂ€hrstoffbedarf in der Wachstumsphase besonders hoch ist. Eine moderate, angepasste Variante unter Ă€rztlicher Begleitung ist möglich.
Muss ich alles in Bio-QualitĂ€t kaufen? Bio ist empfehlenswert, aber keine Pflicht. PrioritĂ€t hat die Lebensmittelauswahl selbst. Wenn Budget ein Thema ist, kaufen Sie Getreide und HĂŒlsenfrĂŒchte in Bio, bei GemĂŒse können Sie flexibler sein.
Kann Makrobiotik Krebs heilen? Nein. Es gibt keine wissenschaftlichen Belege, dass Makrobiotik Krebs heilt. Sie kann als komplementĂ€re ErnĂ€hrungsform die allgemeine Gesundheit unterstĂŒtzen, ersetzt aber keine onkologische Behandlung.
Wie viel Fisch darf ich bei Makrobiotik essen? Die klassische Empfehlung liegt bei 2 bis 3 Portionen pro Woche, bevorzugt kleine, fettarme Fischsorten wie Makrele oder Sardinen. GroĂe Raubfische (Thunfisch, Schwertfisch) sollten wegen des Schwermetallgehalts gemieden werden.
Was ist Miso und warum ist es so wichtig? Miso ist eine fermentierte Paste aus Sojabohnen und Salz, oft mit Gerste oder Reis. Es enthĂ€lt Probiotika, Enzyme und Mineralien. In der Makrobiotik gilt Miso-Suppe als tĂ€gliches Grundnahrungsmittel fĂŒr die Darmgesundheit.
Quellen
- Deutsche Gesellschaft fĂŒr ErnĂ€hrung (DGE). Vollwertig essen und trinken nach den 10 Regeln der DGE. 2019. https://www.dge.de
- Kushi, M. & Jack, A. The Macrobiotic Path to Total Health. Ballantine Books, 2003.
- Harvard T.H. Chan School of Public Health. The Nutrition Source: Whole Grains. 2015. https://www.hsph.harvard.edu/nutritionsource/whole-grains/
- Messina, V. & Mangels, A.R. Considerations in planning vegan diets: Children. Journal of the American Dietetic Association, 2001.
- Bundesinstitut fĂŒr Risikobewertung (BfR). Algen als Lebensmittel: Jod- und Arsengehalt. 2020. https://www.bfr.bund.de

Hinterlasse jetzt einen Kommentar