
Island ist ein souveräner Staat und gehört damit im völkerrechtlichen Sinn sich selbst beziehungsweise seinem Staatsvolk – anders als bei einer Marke oder einem Unternehmen lässt sich hier kein einzelner ‚Eigentümer‘ benennen. Wer ‚wem gehört Island‘ sucht, meint in der Praxis meist eine andere Frage: Wie ist der private Landbesitz innerhalb des Landes geregelt, und wie viel Grund und Boden befindet sich in ausländischer Hand?
Das Wichtigste in Kürze
- Staatlich souverän: Island ist seit dem 17. Juni 1944 eine unabhängige parlamentarische Republik.
- Kein Eigentümer im Markensinn: Die Frage nach einem ‚Besitzer‘ Islands lässt sich nur auf den privaten Grundbesitz im Land beziehen.
- Gesetzliche Obergrenze seit 2020: Ein einzelner Käufer oder eine geschäftlich verbundene Gruppe darf höchstens 10.000 Hektar Land besitzen.
- Nicht rückwirkend: Bereits bestehender größerer Landbesitz bleibt von der neuen Obergrenze unberührt.
- Bekanntester Großgrundbesitzer: Der britische Milliardär Jim Ratcliffe besitzt über 10.000 Hektar Land, vor allem im Osten Islands.
Vom Königreich zur unabhängigen Republik
Island war jahrhundertelang mit Dänemark verbunden, erlangte 1918 zunächst die Souveränität in Personalunion mit der dänischen Krone und wurde am 17. Juni 1944 vollständig unabhängige Republik. Das Althing als Parlament, ein direkt gewählter Präsident als Staatsoberhaupt und ein Premierminister bilden seither die staatliche Ordnung.
Weil Island touristisch stark durch spektakuläre Naturlandschaften wahrgenommen wird, verwechseln viele Suchanfragen die staatliche Souveränität mit einer Eigentumsfrage. Rechtlich relevant ist stattdessen, wie viel Land innerhalb Islands in privater – auch ausländischer – Hand liegen darf.
Warum das Thema Landbesitz politisch brisant ist
In einem dünn besiedelten Land mit rund 380.000 Einwohnern sorgen große Landkäufe durch wohlhabende Ausländer regelmäßig für öffentliche Debatten – insbesondere, wenn traditionelle landwirtschaftliche Flächen oder wertvolle Lachsflüsse betroffen sind. Kritiker befürchten einen schleichenden Verlust der Kontrolle über natürliche Ressourcen und ländliche Regionen.
Befürworter ausländischer Investitionen verweisen dagegen auf Kapitalzufluss und Arbeitsplätze in strukturschwachen Landesteilen. Das Gesetz von 2020 versucht, zwischen beiden Positionen zu vermitteln, indem es künftige Großkäufe begrenzt, ohne bestehende Investitionen rückwirkend anzutasten.
Landbesitz in Island: Die wichtigsten Regeln
| Regelung | Inhalt |
|---|---|
| Gesetz von 2020 | maximal 10.000 Hektar pro Käufer oder verbundener Gruppe |
| Rückwirkung | keine – bestehender größerer Besitz bleibt erhalten |
| Register | öffentlich einsehbares Verzeichnis der Landeigentümer |
| Ausnahmegenehmigung | möglich durch den Landwirtschaftsminister bei besonderer Begründung |
Wer besitzt heute große Landflächen in Island?
Bekanntester ausländischer Großgrundbesitzer ist der britische Milliardär Jim Ratcliffe, der über sein Angelunternehmen Strengur mehr als 10.000 Hektar Land vor allem im Osten Islands erworben hat – hauptsächlich entlang von Lachsflüssen. Da sein Landerwerb größtenteils vor Inkrafttreten des Gesetzes von 2020 erfolgte, genießt er Bestandsschutz.
Kritiker werfen dem 2020er-Gesetz vor, es komme für viele bereits erfolgte Käufe zu spät und schütze primär bestehende Großbesitzer. Ratcliffes Angelverein Strengur wiederum argumentierte, die Beschränkung selbst verletze das EWR-Abkommen sowie die isländische Verfassung – über eine mögliche Klage lagen zum Zeitpunkt der ausgewerteten Quelle noch keine abschließenden Ergebnisse vor. Für rechtliche Bewertungen einzelner Grundstücksfälle ist im Zweifel anwaltlicher Rat erforderlich, da sich die Gesetzeslage in Island weiterentwickeln kann.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Island einem anderen Staat?
Nein, Island ist seit 1944 vollständig souverän und unabhängig von Dänemark oder einem anderen Staat.
Dürfen Ausländer Land in Island kaufen?
Grundsätzlich ja, allerdings gilt seit 2020 eine Obergrenze von 10.000 Hektar pro Käufer oder verbundener Gruppe, mit Ausnahmegenehmigungen durch den Landwirtschaftsminister.
Wie viel Land besitzt Jim Ratcliffe in Island?
Nach Medienberichten mehr als 10.000 Hektar, vor allem im Osten des Landes entlang von Lachsflüssen, größtenteils vor der Gesetzesänderung 2020 erworben.
Gilt das Landgesetz auch rückwirkend?
Nein, das Gesetz von 2020 ist ausdrücklich nicht rückwirkend, bereits bestehender Landbesitz bleibt bestehen.
Ist die Frage nach dem ‚Eigentümer‘ Islands überhaupt sinnvoll?
Als souveräner Staat hat Island keinen Eigentümer im unternehmerischen Sinn; sinnvoll beantworten lässt sich nur die Frage nach der Regelung des privaten Grundbesitzes innerhalb des Landes.
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