Beruf

Handelsfachwirt

Was im Handwerk der Meisterbrief, ist im Handel der Handelsfachwirt. Wer bei der Industrie- und Handelskammer (IHK) eine Fortbildungsprüfung zum Handelsfachwirt ablegt, dem stehen Karrierechancen im Einzelhandel offen. Wenn Sie genauer wissen wollen, wie man Handelsfachwirt wird und welche Aufgaben dieser Beruf mit sich bringt, lesen Sie einfach weiter.

Handelsfachwirt – Voraussetzungen

Der Handelsfachwirt ist in der Regel eine Fortbildung, die sich an einen Ausbildungsberuf im Handel anschließt. Deshalb sind folgende Voraussetzungen für den Handelsfachwirt erforderlich:

  • Abgeschlossene Berufsausbildung in einem Handelsberuf und mindestens zweijährige Berufspraxis in einem Handelsbetrieb
  • Abgeschlossene kaufmännische Berufsausbildung und dreijährige Berufspraxis in einem Handelsbetrieb
  • Mindestens sechs Jahre einschlägige Tätigkeit im Handel

Handelsfachwirt – Inhalte der Ausbildung

Die Ausbildung zum Handelsfachwirt beinhaltet volkswirtschaftliche Grundlagen, Handelsbetriebslehre, Betriebsorganisation, Personalwirtschaft, Recht, Beschaffung, Lagerhaltung, Absatz, Kosten- und Leistungsrechnung, betriebliches Finanz- und Rechnungswesen, spezielle Rechtsfragen, Unternehmensführung, Statistik und Arbeitsmethodik. Die Dauer des Vorbereitungskurses zum Handelsfachwirt beträgt zwei Jahre bei Teilzeit- oder Wochenunterricht. Wer den Handelsfachwirt schnell erreichen will, sollte sich für den Vollzeitunterricht entscheiden. Dann kann die Prüfung zum Handelsfachwirt vor der IHK bereits nach sechs Monaten abgelegt werden. Die Prüfung zum Handelsfachwirt richtet sich nach den Richtlinien des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) in Bonn.

Handelsfachwirt – Neuerungen in der Ausbildung

Im Herbst 2003 wurde die Fortbildung zum Handelsfachwirt modernisiert und damit den veränderten Anforderungen an den Beruf des Handelsfachwirts angepasst. Damit sollte den Herausforderungen im Handel Rechnung getragen werden, dass beispielsweise mit anhaltender Konsumzurückhaltung zu rechnen ist, der man mit echter Kundenorientierung begegnen muss. Handelsfachwirte müssen auch mit dem Vormarsch des Discounts, der Konkurrenz des Online-Handels und dem Wandel der Kundenstrukturen umgehen können. Schriftlich geprüft werden bei der Fortbildung zum Handelsfachwirt deshalb fünf Kernbereiche:

  • Unternehmensführung und -steuerung
  • Handelsmarketing
  • Führung und Personalmanagement
  • Volkswirtschaft für die Handelspraxis
  • Beschaffung und Logistik

Ebenfalls schriftlich zu bearbeiten ist ein Thema aus dem Differenzierungsbereich, das aus vier Themenfeldern ausgewählt werden kann. Hinzu kommt die mündliche Prüfung zum Handelsfachwirt, die aus einer Präsentation und einem situationsbezogenen Fachgespräch besteht.

Handelsfachwirt – Karriereperspektiven

Handelsfachwirte arbeiten überwiegend in der mittleren Führungsebene. Neben den Inhalten, die die Fortbildung zum Handelsfachwirt vermittelt, sind für den Handelsfachwirt deshalb persönliche Eigenschaften wie Durchsetzungsvermögen, Teamfähigkeit und Führungsqualitäten nötig. Das Durchschnittsgehalt für einen Handelsfachwirt liegt bei 2.700 Euro im Monat. Aufstiegsmöglichkeiten für Handelsfachwirte hängen von der Größe des Betriebes ab. Einige Perspektiven für Handelsfachwirte sind die Position des Regionalleiters oder eine zentrale Position in einem Unternehmen.

Handelsfachwirt – Aufgaben

Das Aufgabenspektrum eines Handelsfachwirts kann sehr unterschiedlich sein. Je nach Wirtschaftszweig und Branche kann ein Handelsfachwirt im Büro, in den Verkaufsräumen oder auch im Lager tätig sein. Handelsfachwirte können in den Bereichen Finanz- und Rechnungswesen, Einkauf, Marketing oder im Personalwesen eingesetzt werden. Ob im Einzelhandel, in Filialen und Fachgeschäften oder in Großhandelsunternehmen – überall kommen Handelsfachwirte zum Einsatz. Der Handelsfachwirt kann als Personalleiter, Verkaufsleiter oder Ausbilder arbeiten.

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