Schuldenabbau & Investieren bei hoher Inflation

Schuldenabbau & Investieren bei hoher Inflation
Bild von Nattanan Kanchanaprat auf Pixabay

Wir erleben derzeit eine sehr spannende, aber zugleich gefährliche Trendwende am Finanzmarkt. Die USA sowie EU ziehen die Leitzinsen an, um die hohe Inflation zu bekämpfen. Bis dieses Mittel wirkt, werden noch einige Monate, wenn nicht sogar Jahre ins Land gehen. Anleger sehen sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Es ergeben sich viele Möglichkeiten, weil die Kurse vieler Unternehmen unter Druck stehen. Und bevor an weiter Investments gedacht wird, sollte etwas anderes im Fokus stehen.

Schuldenabbau hat Vorrang

Die Zinsen für Finanzierungen sind in den letzten zehn Jahren stetig gesunken. Was sich an dieser Grafik gut nachvollziehen lässt. Viele Konsumenten haben dies zum Anlass genommen, um sich günstig Geld zu leihen. Sei es für ein neues Auto, ein Motorrad oder einen Luxusurlaub. Nicht wenige ließen sich ein Haus für den Eigenbedarf bauen.

Gefährlich wird es bei allen Krediten mit flexiblem Zinssatz sowie fester Zinsbindung für einen bestimmten Zeitraum. Letzteres haben viele Häuslebauer in Anspruch genommen und könnten bald ein böses Erwachen erleben. Denn nähert sich die Zinsbindung ihrem Ende und der Kredit ist nicht vollständig getilgt, wird neu verhandelt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deutlich schlechteren Konditionen für den Kreditnehmer. Je nach Ausgangslage, setzt der neue Zinssatz beim Doppelten oder gar Dreifachen an. Die Inflation könnte zudem bei der Neubewertung der Bonität zu einem schlechteren Ergebnis führen.

Wer kann, sollte jetzt den Schuldenabbau in den Mittelpunkt stellen. Sondertilgungen sind bei fast allen Finanzierungen möglich. Meistens sind bis zu 5% im Jahr erlaubt, ausgehend von der Gesamtsumme. Hier lohnt es sich, einen Rechner für Anschlussfinanzierungen auszuprobieren. Diesen bietet bspw. die ING kostenlos an. Durch die Eingabe von Gesamtwert und Restschuld werden die ungefähren Konditionen ermittelt. Auch Sondertilgungen

Wichtig: Ganz gleich wie verlockend der Aktienmarkt durch seine niedrigen Kursstände auch sein mag, die zügige Schuldentilgung hat Vorrang. So lässt es sich beruhigt schlafen.

Tagesgeld, Festgeld & Co werden wieder attraktiver

Momentan lohnen sich klassische, risikolose Geldanlagen nicht wirklich. Denn die Europäische Zentralbank hat sich zunächst nur für eine leichte Anhebung der Leitzinsen entschieden. Doch weitere Schritte werden folgen. Nicht zuletzt deshalb, um den Anschluss an die USA zu bekommen. Mittelfristig könnte ein Teil des Ersparten wieder sinnvoll auf dem Tagesgeld- bzw. Festgeldkonto verweilen.

Vorausgesetzt die Inflation sinkt auf ein gesundes Niveau herab. Momentan können die üblichen Geldanlagen nicht für den nötigen Ausgleich sorgen. Reale Rendite lässt sich mit ihnen aktuell nicht erzielen.

Aktien & ETFs zum Werterhalt der Kaufkraft

Wenngleich die Börsen seit 2020 viel durchgemacht haben, bieten sie immer noch die besten Optionen gegen den Verlust der Kaufkraft. Doch kopflos sollte niemand seinen monatlichen Überschuss investieren. Für den Einstieg kann ein Anlageberater mit börsenorientiertem Fokus sinnvoll sein. Vorausgesetzt er bringt einem das Basiswissen bei, dafür das er entsprechend daran mitverdient.

Andernfalls kann man sich dieses Wissen auch selbst aneignen. Durch eine Handvoll beliebter Bücher über die Börse und die richtigen Webseiten. Im deutschsprachigen Raum sind folgende Plattformen empfehlenswert:

  • Finanzen.net: Bietet einen soliden Überblick zu nahezu allen Aktien sowie ETFs. Insbesondere die „Fundamentalanalyse“ der einzelnen Wertpapiere ist lesenswert.
  • Aktienfinder.net: Für alle Dividendenjäger gibt es hier einen tollen Kalender sowie Zusammenfassungen der einzelnen Aktien. Wesentlich für die Entscheidung sind hierbei die Stabilität sowie das Wachstum einer Dividendenaktie.
  • JustETF.com: Wer breit gestreut und kosteneffizient investieren möchte, der wählt sich die passenden ETFs aus. JustETF bietet hierfür umfassende Auswertungen und Vergleiche.

Darüber hinaus gibt es noch viele andere Webseiten im deutschsprachigen Raum, welche Anleger zu Rate ziehen können. Einschließlich großer Nachrichtenportale, um auf einschneidende Veränderungen schnell reagieren zu können.

Kein Zocken an der Börse

Eine gute Strategie auf dem Börsenparkett ermöglicht es, auch in Krisenzeiten weiterhin sein Geld für sich arbeiten zu lassen. Wichtig ist hierbei ein möglichst langer Anlagezeitraum. Denn auf Jahrzehnte betrachtet, kennen die Börsen nur den Weg nach oben. Allerdings sollte dabei nicht gezockt werden. Wer sein Geld behalten und vermehren möchte, sollte zu min. 90% in grundsolide Unternehmen investieren.

Die restlichen 10% können ggf. in Titel mit hohem Risiko-Rendite-Verhältnis gesteckt werden. Bei einer ausreichend breiten Streuung (etwa 20-30 Titel), gilt ein Totalverlust als weitestgehend ausgeschlossen.

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