
Die Yacht Indigo Star ist durch die Doku-Soap „Die Geissens“ bundesweit bekannt geworden, als Symbol für den Luxuslebensstil von Carmen und Robert Geiss. Wem gehört die Indigo Star wirklich, und stimmt es, dass sie den Geissens gar nicht selbst gehört?
Die Indigo Star gehört laut Recherchen der Bild-Zeitung nicht direkt Carmen und Robert Geiss, sondern der Gesellschaft Ghost Shipping Company S.A. mit Sitz auf der Isle of Man, einem britischen Steuerparadies. Robert Geiss hält demnach Anteile an dieser Gesellschaft, deren genaue Höhe öffentlich nicht bekannt ist. Die Yacht wird zudem gewerblich als Charterschiff vermietet und ist damit auch für Dritte gegen Gebühr buchbar.
Das Wichtigste in Kürze
- Registrierte Eigentümerin ist die Ghost Shipping Company S.A., eine Gesellschaft mit Sitz auf der Isle of Man.
- Robert Geiss ist an dieser Gesellschaft beteiligt, die genaue Anteilshöhe wurde nicht veröffentlicht.
- Die Yacht ist eine Charteryacht, buchbar für rund 15.000 Euro pro Tag laut Medienberichten.
- Solche Eigentümerstrukturen über Schiffsregister-Gesellschaften sind in der Superyacht-Branche verbreitet, aus steuerlichen und haftungsrechtlichen Gründen.
- Die Yacht ist rund 38 Meter lang und bietet nach Angaben von Charterportalen Platz für bis zu zehn Gäste.
Hintergrund: Reality-TV-Symbol mit gewerblichem Kern
In der RTL2-Doku-Soap „Die Geissens“ wird die Indigo Star seit Jahren als scheinbar privates Eigentum der Unternehmerfamilie präsentiert. Recherchen der Bild-Zeitung aus dem Jahr 2023 zeigten jedoch, dass die Yacht formal einer eigens gegründeten Gesellschaft auf der Isle of Man gehört, wie es bei vielen Superyachten aus steuerlichen und versicherungstechnischen Gründen üblich ist. Solche Ein-Schiff-Gesellschaften trennen das unternehmerische Risiko der Yacht vom Privatvermögen der wirtschaftlich Berechtigten und ermöglichen zugleich die gewerbliche Vercharterung an zahlende Gäste, wenn die Familie das Schiff selbst nicht nutzt.
Eigentümerstruktur im Überblick
| Ebene | Beteiligte | Bemerkung |
|---|---|---|
| Registrierte Eigentümerin | Ghost Shipping Company S.A. (Isle of Man) | Klassische Ein-Schiff-Gesellschaft |
| Wirtschaftlich Beteiligter | Robert Geiss | Anteilshöhe nicht öffentlich bekannt |
| Nutzung | Charterschiff und TV-Kulisse | Gewerblich buchbar laut Charterportalen |
Was gehört noch zum selben Konzern?
Ein klassisches Konzernportfolio wie bei einem Industrieunternehmen gibt es bei der Indigo Star nicht, da es sich um ein einzelnes Schiff in einer eigenständigen Ein-Schiff-Gesellschaft handelt. Bekannt ist jedoch, dass die Familie Geiss mit der Modemarke Roberto Geissini ein eigenes, kommerziell erfolgreiches Bekleidungslabel betreibt, das unter anderem beim Discounter Netto Marken-Discount verkauft wird. Diese Modeaktivitäten sind nach öffentlich verfügbaren Informationen organisatorisch getrennt von der Ghost Shipping Company S.A. und damit nicht direkt Teil der Yacht-Eigentümerstruktur.
Häufig gestellte Fragen
Gehört die Indigo Star also gar nicht den Geissens?
Formal gehört sie einer eigenen Gesellschaft auf der Isle of Man. Robert Geiss ist laut Bild-Recherche an dieser Gesellschaft beteiligt, wirtschaftlich hängt die Yacht also mit ihm zusammen, ohne dass er als Privatperson im Schiffsregister als Eigentümer eingetragen ist.
Warum liegt der Sitz auf der Isle of Man?
Die Isle of Man gilt als etablierter Standort für Yachtregistrierungen, unter anderem wegen günstiger steuerlicher Rahmenbedingungen und eines etablierten Schiffsregisters für Superyachten.
Kann man die Indigo Star wirklich mieten?
Ja, laut Charterportalen und Medienberichten steht die Yacht für private Charterreisen gegen ein Tagesentgelt zur Verfügung, unabhängig von den Dreharbeiten zur Fernsehsendung.
Ist diese Eigentümerstruktur unüblich?
Nein, Ein-Schiff-Gesellschaften in Steueroasen sind bei Superyachten weltweit ein gängiges Modell und keine Besonderheit der Indigo Star, sondern in der gesamten Branche verbreitet.
Wie alt ist die Indigo Star?
Genaue Angaben zum Baujahr variieren je nach Quelle und werden hier bewusst nicht genannt, da sie sich nicht zweifelsfrei mit einer belastbaren Quelle belegen ließen.
Wie stark Eigentümerstrukturen mit dem öffentlichen Bild eines Vermögens auseinanderfallen können, zeigt sich auch bei anderen bekannten Namen: Während bei OnlyFans die Eigentümerschaft klar einer Person zuzuordnen ist, verläuft sie bei internationalen Konzernen wie Stellantis über mehrschichtige Beteiligungsgesellschaften. Wer die Geissens-Mode im Regal sucht, wird unter anderem bei Netto fündig.

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