
Hinter Marken wie Opel, Peugeot, Fiat und Jeep steht seit 2021 ein gemeinsamer Konzern: Stellantis. Wem gehört Stellantis, und welche Familie steckt hinter dem viertgrößten Autobauer der Welt?
Stellantis gehört keiner einzelnen Mehrheitseignerin, sondern befindet sich überwiegend im Streubesitz. Größter Einzelaktionär ist die Beteiligungsgesellschaft Exor der italienischen Unternehmerfamilie Agnelli mit rund 14,2 Prozent der Anteile. Die Holding Peugeot Invest der französischen Gründerfamilie Peugeot hält rund 7 Prozent, die staatliche französische Investmentbank Bpifrance rund 6 Prozent.
Das Wichtigste in Kürze
- Exor, die Holding der Familie Agnelli, ist mit rund 14,2 Prozent größter Einzelaktionär von Stellantis.
- Peugeot Invest der Familie Peugeot hält rund 7 Prozent, die französische Staatsbank Bpifrance rund 6 Prozent.
- Der Rest der Aktien liegt im Streubesitz, gehandelt an mehreren europäischen Börsen und in New York.
- Stellantis entstand 2021 aus der Fusion von Fiat Chrysler (FCA) und Groupe PSA, den früheren Mutterkonzernen von Fiat und Peugeot.
- Zum Konzern gehören 14 Automarken, von Fiat und Peugeot bis Maserati und Opel.
Hintergrund: Zusammenschluss zweier Autodynastien
Stellantis entstand im Januar 2021 durch die Fusion des italienisch-amerikanischen Konzerns Fiat Chrysler Automobiles (FCA) mit der französischen Groupe PSA, zu der zuvor bereits Peugeot, Citroën und Opel gehörten. Beide Vorgängerkonzerne wurden über Jahrzehnte maßgeblich von Unternehmerfamilien geprägt: FCA von der Familie Agnelli über die Holding Exor, PSA von der Familie Peugeot. Im Zuge der Fusion vereinbarten beide Seiten eine ausgewogene Aufsichtsratsbesetzung sowie feste Aktienquoten für ihre jeweiligen Holdinggesellschaften, sodass keine der beiden Gründerfamilien allein die Kontrolle übernahm. Auch der chinesische Autobauer Dongfeng, der zuvor bei PSA eingestiegen war, reduzierte seine Beteiligung im Vorfeld der Fusion deutlich und spielt als Kapitalgeber bei Stellantis heute keine große Rolle mehr.
Eigentümerstruktur im Überblick
| Anteilseigner | Anteil | Herkunft |
|---|---|---|
| Exor N.V. (Familie Agnelli) | ca. 14,2 % | Italien, frühere FCA-Mutter |
| Peugeot Invest (Familie Peugeot) | ca. 7 % | Frankreich, frühere PSA-Mutter |
| Bpifrance | ca. 6 % | Französischer Staatsfonds |
| Streubesitz | Rest | Institutionelle und private Anleger weltweit |
Was gehört noch zum selben Konzern?
Stellantis vereint 14 Automobilmarken unter einem Dach: Abarth, Alfa Romeo, Chrysler, Citroën, Dodge, DS Automobiles, Fiat, Jeep, Lancia, Maserati, Opel, Peugeot, Ram und Vauxhall. Damit ist der Konzern einer der breitesten Markenportfolios der Automobilbranche, von Kleinwagen über Geländewagen bis zur Luxusmarke Maserati. Die Familienholding Exor hält daneben unabhängig von Stellantis weitere bekannte Beteiligungen, etwa am Sportwagenhersteller Ferrari und am Fußballverein Juventus Turin, die jedoch eigenständig geführt werden und nicht zum Stellantis-Konzern zählen.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Stellantis der Familie Agnelli?
Nicht mehrheitlich. Die Agnelli-Holding Exor ist mit rund 14,2 Prozent größter Einzelaktionär, kontrolliert aber keine Mehrheit der Stimmrechte am Gesamtkonzern.
Ist der französische Staat an Stellantis beteiligt?
Ja, über die staatliche Investmentbank Bpifrance hält Frankreich indirekt rund 6 Prozent an Stellantis, ohne dass der Staat direkt als Aktionär auftritt.
Ist Dongfeng noch an Stellantis beteiligt?
Der chinesische Autobauer Dongfeng war früher Aktionär der Vorgängergesellschaft PSA, reduzierte seine Beteiligung aber bereits vor der Stellantis-Fusion deutlich. Aktuell kooperiert Dongfeng laut Medienberichten mit Stellantis vor allem industriell in China, nicht über eine bekannte Kapitalbeteiligung.
Warum heißt der Konzern Stellantis?
Der Name leitet sich vom lateinischen Wort „stellare“ ab, was so viel wie „mit Sternen bedecken“ oder „hervorstechen“ bedeutet, und wurde als neutraler Name für den Zusammenschluss beider Ursprungskonzerne gewählt, ohne einen der beiden früheren Konzernnamen Fiat Chrysler oder PSA zu bevorzugen.
Gehört Opel jetzt zu Stellantis?
Ja, Opel gehörte bereits zur Groupe PSA, bevor diese 2021 mit FCA zu Stellantis fusionierte. Seither ist Opel eine von 14 Marken im Stellantis-Konzern.
Wie eng die Konzernmarke mit ihrer Mutter verbunden ist, zeigt der Blick auf die Luxusmarke Maserati, die vollständig zu Stellantis zählt. Einen Vergleich zu einem anderen familiengeprägten Automobilkonzern liefert BMW, während Citroën als weitere Stellantis-Marke ebenfalls Teil des Konzerns ist.

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