Momentan sinken die Preise fĂŒr Immobilien zumindest wieder leicht. Dagegen steigen jedoch die Finanzierungs- und Baukosten. Die Situation gestaltet sich daher fĂŒr diejenigen, die aktuell mit dem Gedanken spielen, eine Immobilie zu kaufen, recht unĂŒbersichtlich.
Zusammenfassung
- đ Immobilienpreise sinken aktuell wieder leicht.
- đ Finanzierungs- und Baukosten steigen dagegen weiter an.
- đ¶ Bauzinsen liegen mittlerweile bei circa vier Prozent.
- âł KĂ€ufer profitieren davon, sich beim Kauf Zeit zu lassen.
- đ Sinkende Nachfrage entspannt den Immobilienmarkt fĂŒr KĂ€ufer.
Der folgende Artikel geht daher der Frage, ob gerade der passende Zeitpunkt dafĂŒr ist, eine Immobilie zu kaufen, auf den Grund.
Immobilienkauf in Ruhe angehen
Der Immobilienmarkt befindet sich noch immer in einer angespannten Lage. Die Bauzinsen liegen mittlerweile bei circa vier Prozent, wovon viele Kaufinteressenten abgeschreckt werden. So sinkt die Nachfrage nach Eigenheimen. Das Angebot an Immobilien ist daher weniger umkĂ€mpft. FĂŒr die VerkĂ€ufer bedeutet dies, dass sie ihre Preisvorstellungen entsprechend anpassen mĂŒssen. Doch bedeutet dies wirklich, dass sich tatsĂ€chlich ein echtes SchnĂ€ppchen machen lĂ€sst?
Experten der Branche halten sich momentan noch damit zurĂŒck, die aktuellen Zeiten als gut geeignet fĂŒr einen Immobilienkauf zu bewerten. Dennoch betonen sie, dass diejenigen, die gerade nach ihrer Traumimmobilie suchen oder den Kauf planen, dieses Vorhaben durchaus weiter verfolgen können.
Die KÀufer profitieren gerade nÀmlich vor allem davon, dass sie sich bei dem Kauf einer Immobilie Zeit lassen können. Sie können so beispielsweise ganz in Ruhe kostenlose Immobilienportale durchforsten und ihre Finanzierung kalkulieren. Da die Nachfrage gesunken ist, besteht kein schneller Entscheidungsdruck.
Preise sinken auch in den beliebten Metropolen
FĂŒr Kaufinteressierte bietet der Wandel des Marktes sogar durchaus gewisse Chancen. In den letzten Jahren handelte es sich bei dem Immobilienmarkt vor allem um einen Markt fĂŒr VerkĂ€ufer.
Durch die VerĂ€nderungen steht jetzt allerdings ein wesentlich gröĂeres Angebot an Immobilien bereit, deren Preise sinken. Dies rĂ€umt den Kaufinteressenten sogar wieder einen gewissen Verhandlungsspielraum gegenĂŒber den VerkĂ€ufern ein.
Bereits im letzten Quartal des Jahres 2022 fielen die Preise fĂŒr Ein- und ZweifamilienhĂ€user sowie Eigentumswohnungen so stark wie zuletzt vor 17 Jahren. Die Wohnimmobilien erlebten einen PreisrĂŒckgang um rund 3,6 Prozent im Vorjahresvergleich. Besonders stark sanken die Preise fĂŒr HĂ€user. Dies gilt sogar fĂŒr die beliebten Metropolen, wie Köln, MĂŒnchen, Hamburg, Berlin, DĂŒsseldorf und Stuttgart.
Auswahl an Objekten verÀndert sich
Zudem lĂ€sst sich feststellen, dass im vergangenen Jahr weniger Nachfrage nach Neubauten bestand. Gestiegen ist dagegen das Kaufinteresse an kleineren und Ă€lteren Objekten. Als Grund dafĂŒr wird oft angefĂŒhrt, dass der PreisrĂŒckgang bei Immobilien, deren Baujahr vor 1990 liegt, im Gegensatz zu jĂŒngeren Bauten wesentlich höher ausfiel. Viele KĂ€ufer wurden durch die Energiekrise noch einmal fĂŒr die Preise sensibilisiert.
Dennoch sollten Kaufwillige bei Ă€lteren Immobilien grundsĂ€tzlich darauf achten, wie sich ihr energetischer Zustand gestaltet beziehungsweise welche energetischen Arbeiten in naher Zukunft an den Objekten durchgefĂŒhrt werden mĂŒssen. Idealerweise rechnen sie die verbundenen Kosten bereits in ihre Finanzierung ein.
Geringere Tilgung durch höhere Zinsen
Diejenigen, die im Moment mit dem Gedanken spielen, eine Immobilie zu bauen oder zu kaufen, sollten hinsichtlich ihrer Finanzierung umdenken. Die Bauzinsen haben sich mittlerweile verdreifacht bis vervierfacht. FĂŒr die Tilgung bleibt so weniger Geld ĂŒbrig.
Veranschaulichen lĂ€sst sich diese Entwicklung an einem Beispiel, in welchem es um ein Darlehen in Höhe von 400.000 Euro geht. Vor rund einem Jahr konnte dieses noch mit einer Tilgung von drei Prozent und einem Prozent Zinsen zurĂŒckgezahlt werden. Die monatlichen Kosten betrugen somit 1.333 Euro. Auch heute kann eine Rate in Ă€hnlicher Höhe noch erzielt werden. Allerdings liegt die Tilgung dann nur noch bei einem Prozent, die Zinsen jedoch bei vier Prozent. Die Kreditrate wĂŒrde sich zudem ein wenig höher gestalten â nĂ€mlich bei 1.667 liegen.
Zwar wird auch diese fĂŒr viele Immobilieninteressenten noch bezahlbar sein, allerdings Ă€ndern sich auch die Dauer des Darlehens und die Gesamtkosten. Sollte bis zum Ende der Laufzeit in dem genannten Beispiel keine VerĂ€nderung des Zinssatzes eintreten, sorgt der höhere Zinssatz fĂŒr Gesamtkosten von 806.100 Euro. Dies stellt nahezu eine Verdoppelung der Kosten dar. Daneben fĂ€llt die Laufzeit, in der das Darlehen zurĂŒckgezahlt wird, wesentlich lĂ€nger aus.
KĂ€ufer nutzen vermehrt ihr Eigenkapital
Es ist allerdings noch ein weiteres Problem zu bedenken: Von den Banken wird in nahezu allen FĂ€llen ein Eigenkapitalanteil zwischen zehn und 20 Prozent verlangt. Alternativ wĂŒnschen sie sich von den Kaufinteressenten zusĂ€tzliche Sicherheiten. Können diese Anforderungen nicht erfĂŒllt werden, stehen die Aussichten auf ein erfolgreiches FinanzierungsgesprĂ€ch eher schlecht.
Im Durchschnitt betrug der Eigenkapitalanteil von ImmobilienkÀufern im Jahr 2021 noch 139.000 Euro. Die durchschnittliche Summe wuchs im Jahr 2022 allerdings bereits auf 155.000 Euro an.
Dennoch: Auch wenn die Kaufinteressenten nun geduldig mit dem Erwerb einer Immobilie abwarten, bedeutet dies nicht zwangslÀufig, dass die Herausforderungen in Zukunft kleiner werden. Immobilienexperten gehen davon aus, dass die Zinsen auch langfristig nicht mehr unterhalb von drei Prozent liegen werden. Sie tendieren sogar dazu, dass es vom jetzigen Zeitpunkt betrachtet zu einem weiteren leichten Anstieg kommen wird.
Die Marktphase der Immobilien, die sich gerade als recht turbulent zeigt, wird sich mit groĂer Wahrscheinlichkeit wieder beruhigen. DafĂŒr muss sich jedoch erst eine neue Balance zwischen den Preisvorstellungen der VerkĂ€ufer und der KĂ€ufer einstellen. Diese gehen momentan oft sehr weit auseinander.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Wie hoch liegen die Bauzinsen laut Beitrag?
Der Text nennt Bauzinsen von mittlerweile circa vier Prozent, von denen viele Kaufinteressenten abgeschreckt werden. Dadurch sinkt die Nachfrage nach Eigenheimen.
Wie wirkt sich die sinkende Nachfrage auf den Markt aus?
Laut Beitrag ist das Angebot an Immobilien dadurch weniger umkaempft. Fuer Verkaeufer bedeutet dies, dass sie ihre Preisvorstellungen entsprechend anpassen muessen.
Ist jetzt laut Experten ein guter Zeitpunkt fuer den Immobilienkauf?
Der Text berichtet, dass sich Experten noch zurueckhalten, die aktuellen Zeiten als gut geeignet zu bewerten. Dennoch koennen diejenigen, die eine Traumimmobilie suchen, ihr Vorhaben weiter verfolgen.

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