Wem gehört LinkedIn? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört LinkedIn? Eigentümer und Konzernstruktur 1

LinkedIn ist das weltweit größte berufliche Netzwerk und wird von Millionen Menschen für Jobsuche, Recruiting und Networking genutzt. Die Eigentumsfrage lässt sich klar beantworten: LinkedIn gehört seit Ende 2016 dem US-Softwarekonzern Microsoft.

Das Wichtigste in Kürze

  • Eigentümer ist Microsoft, das LinkedIn seit dem 8. Dezember 2016 vollständig besitzt.
  • Der Kaufpreis lag bei 26,2 Milliarden US-Dollar – eine der größten Übernahmen in der Geschichte von Microsoft.
  • Das Übernahmeangebot wurde bereits am 13. Juni 2016 unterbreitet, die EU-Wettbewerbsbehörde genehmigte den Deal Anfang Dezember 2016.
  • Auflage der EU-Kommission war ein fünfjähriger gleichberechtigter Zugang konkurrierender Netzwerke wie XING zu Windows, um Wettbewerbsnachteile zu vermeiden.
  • LinkedIn wird unter eigenem Markennamen und mit eigenem Führungsteam weitergeführt, ist wirtschaftlich aber vollständig in den Microsoft-Konzern eingebunden.

Von der eigenständigen Plattform zur Microsoft-Tochter

LinkedIn wurde 2003 gegründet und war bis 2016 ein eigenständiges, an der Börse notiertes Unternehmen. Der Einstieg von Microsoft beendete diese Eigenständigkeit und ordnete das Karrierenetzwerk in die Cloud- und Softwarestrategie des Konzerns ein.

Die EU-Kartellbehörde prüfte die Übernahme genau, weil Microsoft mit Windows über eine marktbeherrschende Stellung bei Betriebssystemen verfügt. Als Auflage musste Microsoft konkurrierenden Netzwerken für fünf Jahre gleichwertigen technischen Zugang zu seinen Systemen gewähren.

Für Microsoft war der Kauf von LinkedIn Teil einer breiteren Strategie, das Kerngeschäft um Cloud- und Kollaborationsdienste zu erweitern. Statt LinkedIn in bestehende Produkte aufzulösen, behielt Microsoft die eigenständige Marke bei und baute stattdessen Schnittstellen zu Office, Outlook und später auch zu den KI-Funktionen des Konzerns aus.

Vor der Übernahme war LinkedIn seit seinem eigenen Börsengang ein unabhängig geführtes Unternehmen mit eigenen Aktionären. Die Übernahme durch Microsoft beendete diese Eigenständigkeit vollständig, wobei LinkedIn-Gründer Reid Hoffman dem Unternehmen als Investor und Berater über den Konzernverbund hinweg verbunden blieb. Für ehemalige LinkedIn-Aktionäre bedeutete der Deal 2016 einen attraktiven Ausstieg zu einem deutlichen Aufschlag auf den vorherigen Börsenkurs des Unternehmens.

Eckdaten der Microsoft-Übernahme von LinkedIn

EreignisDatum/Wert
Übernahmeangebot13. Juni 2016
EU-GenehmigungAnfang Dezember 2016
Abschluss der Übernahme8. Dezember 2016
Kaufpreis26,2 Milliarden US-Dollar

Was gehört noch zum selben Konzern?

Microsoft bündelt neben LinkedIn unter anderem Windows, Office/Microsoft 365, die Cloud-Plattform Azure und die Spielemarke Xbox. LinkedIn behält seine eigene Marke, Nutzeroberfläche und redaktionelle Ausrichtung, wird aber technisch eng mit Microsoft-Produkten wie Office und Teams verzahnt.

Zum LinkedIn-Angebot gehört auch die E-Learning-Plattform LinkedIn Learning, die aus der 2015 von LinkedIn selbst übernommenen Plattform Lynda.com hervorging.

Für Nutzer bleibt LinkedIn dadurch als eigene Marke mit eigenem Login und eigener Nutzeroberfläche erhalten, während im Hintergrund Server-Infrastruktur, Rechtsabteilung und Konzernstrategie vollständig bei Microsoft liegen. Kritische Stimmen sehen darin ein Beispiel dafür, wie Übernahmen großer Tech-Konzerne selbst etablierte, eigenständige Plattformen langfristig in einem größeren Ökosystem aufgehen lassen, auch wenn die Marke nach außen weiterbesteht und Nutzerinnen und Nutzer davon im Alltag kaum etwas bemerken. Für Wettbewerbsbehörden bleibt diese schleichende Integration bis heute ein wiederkehrendes Prüfthema bei ähnlichen Tech-Übernahmen, auch über den konkreten Fall LinkedIn hinaus.

Häufig gestellte Fragen

Seit wann gehört LinkedIn zu Microsoft?

Seit dem 8. Dezember 2016, als die im Juni angekündigte Übernahme offiziell abgeschlossen wurde.

Wie viel hat Microsoft für LinkedIn bezahlt?

26,2 Milliarden US-Dollar, eine der größten Übernahmen in der Firmengeschichte von Microsoft.

Wurde die Übernahme kartellrechtlich geprüft?

Ja, die EU-Kommission genehmigte den Deal Anfang Dezember 2016 unter Auflagen zugunsten konkurrierender Netzwerke wie XING.

Ist LinkedIn noch eigenständig an der Börse notiert?

Nein, seit der Übernahme 2016 ist LinkedIn eine hundertprozentige Tochter von Microsoft und nicht mehr separat börsennotiert.

Gehört LinkedIn Learning auch zu Microsoft?

Ja, die Lernplattform ist Teil des LinkedIn-Angebots und damit ebenfalls Teil des Microsoft-Konzerns.

LinkedIn zeigt, wie ein einst eigenständiges Börsenunternehmen durch eine gezielte Übernahme vollständig in einen größeren Technologiekonzern eingegliedert wird. Die Eigentümerstruktur der Muttergesellschaft erklärt Wem gehört Microsoft?, ein Vergleich mit einem weiteren übernommenen sozialen Netzwerk findet sich unter Wem gehört Instagram?

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