Wir erleben derzeit eine sehr spannende, aber zugleich gefÀhrliche Trendwende am Finanzmarkt. Die USA sowie EU ziehen die Leitzinsen an, um die hohe Inflation zu bekÀmpfen. Bis dieses Mittel wirkt, werden noch einige Monate, wenn nicht sogar Jahre ins Land gehen. Anleger sehen sich mit einer schwierigen Situation konfrontiert. Es ergeben sich viele Möglichkeiten, weil die Kurse vieler Unternehmen unter Druck stehen. Und bevor an weiter Investments gedacht wird, sollte etwas anderes im Fokus stehen.
Schuldenabbau hat Vorrang
Die Zinsen fĂŒr Finanzierungen sind in den letzten zehn Jahren stetig gesunken. Was sich an dieser Grafik gut nachvollziehen lĂ€sst. Viele Konsumenten haben dies zum Anlass genommen, um sich gĂŒnstig Geld zu leihen. Sei es fĂŒr ein neues Auto, ein Motorrad oder einen Luxusurlaub. Nicht wenige lieĂen sich ein Haus fĂŒr den Eigenbedarf bauen.
GefĂ€hrlich wird es bei allen Krediten mit flexiblem Zinssatz sowie fester Zinsbindung fĂŒr einen bestimmten Zeitraum. Letzteres haben viele HĂ€uslebauer in Anspruch genommen und könnten bald ein böses Erwachen erleben. Denn nĂ€hert sich die Zinsbindung ihrem Ende und der Kredit ist nicht vollstĂ€ndig getilgt, wird neu verhandelt. Mit hoher Wahrscheinlichkeit zu deutlich schlechteren Konditionen fĂŒr den Kreditnehmer. Je nach Ausgangslage setzt der neue Zinssatz beim Doppelten oder gar dreifachen an. Die Inflation könnte zudem bei der Neubewertung der BonitĂ€t zu einem schlechteren Ergebnis fĂŒhren.
Wer kann, sollte jetzt den Schuldenabbau in den Mittelpunkt stellen. Sondertilgungen sind bei fast allen Finanzierungen möglich. Meistens sind bis zu 5 % im Jahr erlaubt, ausgehend von der Gesamtsumme. Hier lohnt es sich, einen Rechner fĂŒr Anschlussfinanzierungen auszuprobieren. Diesen bietet bspw. die ING kostenlos an. Durch die Eingabe von Gesamtwert und Restschuld werden die ungefĂ€hren Konditionen ermittelt. Auch Sondertilgungen
Wichtig: Ganz gleich wie verlockend der Aktienmarkt durch seine niedrigen KursstĂ€nde auch sein mag, die zĂŒgige Schuldentilgung hat Vorrang. So lĂ€sst es sich beruhigt schlafen.
Tagesgeld, Festgeld & Co werden wieder attraktiver
Momentan lohnen sich klassische, risikolose Geldanlagen nicht wirklich. Denn die EuropĂ€ische Zentralbank hat sich zunĂ€chst nur fĂŒr eine leichte Anhebung der Leitzinsen entschieden. Doch weitere Schritte werden folgen. Nicht zuletzt deshalb, um den Anschluss an die USA zu bekommen. Mittelfristig könnte ein Teil des Ersparten wieder sinnvoll auf dem Tagesgeld- bzw. Festgeldkonto verweilen.
Vorausgesetzt, die Inflation sinkt auf ein gesundes Niveau herab. Momentan können die ĂŒblichen Geldanlagen nicht fĂŒr den nötigen Ausgleich sorgen. Reale Rendite lĂ€sst sich mit ihnen aktuell nicht erzielen.
Aktien & ETFs zum Werterhalt der Kaufkraft
Wenngleich die Börsen seit 2020 viel durchgemacht haben, bieten sie immer noch die besten Optionen gegen den Verlust der Kaufkraft. Doch kopflos sollte niemand seinen monatlichen Ăberschuss investieren. FĂŒr den Einstieg kann ein Anlageberater mit börsenorientiertem Fokus sinnvoll sein. Vorausgesetzt er bringt einem das Basiswissen bei, dafĂŒr das er entsprechend daran mitverdient.
Andernfalls kann man sich dieses Wissen auch selbst aneignen. Durch eine Handvoll beliebter BĂŒcher ĂŒber die Börse und die richtigen Webseiten. Im deutschsprachigen Raum sind folgende Plattformen empfehlenswert:
- Finanzen.net: Bietet einen soliden Ăberblick zu nahezu allen Aktien sowie ETFs. Insbesondere die âFundamentalanalyseâ der einzelnen Wertpapiere ist lesenswert.
- Aktienfinder.net: FĂŒr alle DividendenjĂ€ger gibt es hier einen tollen Kalender sowie Zusammenfassungen der einzelnen Aktien. Wesentlich fĂŒr die Entscheidung sind hierbei die StabilitĂ€t sowie das Wachstum einer Dividendenaktie.
- JustETF.com: Wer breit gestreut und kosteneffizient investieren möchte, der wĂ€hlt sich die passenden ETFs aus. JustETF bietet hierfĂŒr umfassende Auswertungen und Vergleiche.
DarĂŒber hinaus gibt es noch viele andere Webseiten im deutschsprachigen Raum, welche Anleger zurate ziehen können. EinschlieĂlich groĂer Nachrichtenportale, um auf einschneidende VerĂ€nderungen schnell reagieren zu können.
Und hier haben wir noch 4 Tipps fĂŒr Einsteiger am Aktienmarkt und nicht beantwortete Fragen werden im Finance Fact #3 beantwortet. Apropos: Wusstest Du, dass Aktien die Inflation weitestgehend ausgleichen können?
Kein Zocken an der Börse
Eine gute Strategie auf dem Börsenparkett ermöglicht es, auch in Krisenzeiten weiterhin sein Geld fĂŒr sich arbeiten zu lassen. Wichtig ist hierbei ein möglichst langer Anlagezeitraum. Denn auf Jahrzehnte betrachtet, kennen die Börsen nur den Weg nach oben. Allerdings sollte dabei nicht gezockt werden. Wer sein Geld behalten und vermehren möchte, sollte zu min. 90 % in grundsolide Unternehmen investieren.
Die restlichen 10 % können ggf. in Titel mit hohem Risiko-Rendite-VerhÀltnis gesteckt werden. Bei einer ausreichend breiten Streuung (etwa 20-30 Titel), gilt ein Totalverlust als weitestgehend ausgeschlossen.
HĂ€ufig gestellte Fragen
Warum hat der Schuldenabbau bei hoher Inflation Vorrang?
NÀhert sich die Zinsbindung eines Kredits ihrem Ende und ist er nicht vollstÀndig getilgt, wird zu deutlich schlechteren Konditionen neu verhandelt. Der neue Zinssatz kann beim Doppelten oder gar Dreifachen ansetzen.
In welcher Höhe sind Sondertilgungen meist möglich?
Sondertilgungen sind bei fast allen Finanzierungen möglich, meistens bis zu 5 Prozent im Jahr, ausgehend von der Gesamtsumme. Ein Rechner fĂŒr Anschlussfinanzierungen hilft, die ungefĂ€hren Konditionen einzuschĂ€tzen.
Werden klassische Geldanlagen wieder attraktiver?
Momentan lohnen sich risikolose Geldanlagen noch nicht wirklich, da die EuropÀische Zentralbank die Leitzinsen zunÀchst nur leicht angehoben hat. Weitere Schritte sollen folgen, sodass Tagesgeld und Festgeld mittelfristig wieder attraktiver werden.

Hinterlasse jetzt einen Kommentar