
Motorola war jahrzehntelang Synonym für Mobiltelefone und prägte mit dem Klapphandy RAZR eine ganze Handygeneration. Die Markenrechte und das Smartphone-Geschäft liegen heute jedoch bei einem chinesischen Technologiekonzern.
Die Antwort: Das Smartphone-Geschäft firmiert als Motorola Mobility und gehört seit Oktober 2014 dem chinesischen Konzern Lenovo. Das Unternehmenskürzel Motorola wird daneben von der eigenständigen Motorola Solutions weitergeführt, die nicht zu Lenovo gehört.
Das Wichtigste in Kürze
- Motorola Mobility, das Smartphone-Geschäft, gehört seit Oktober 2014 dem chinesischen Konzern Lenovo.
- Lenovo kaufte Motorola Mobility für rund 2,91 Milliarden US-Dollar von Google.
- Zuvor gehörte Motorola Mobility von Mai 2012 bis Januar 2014 zu Google, das rund 12,5 Milliarden US-Dollar dafür gezahlt hatte.
- Motorola Mobility entstand im Januar 2011 als Ausgliederung des Mobilfunkgeschäfts aus der Motorola Inc.
- Das Enterprise- und Funkgerätegeschäft verblieb bei der separaten Motorola Solutions, die keine Verbindung zu Lenovo hat.
Von der Aufspaltung bis zur chinesischen Übernahme
Die traditionsreiche Motorola Inc. spaltete sich im Januar 2011 in zwei eigenständige Unternehmen auf: Motorola Mobility übernahm das Consumer-Geschäft mit Mobiltelefonen, Modems und Set-Top-Boxen, während Motorola Solutions das Geschäft mit Funkgeräten und Unternehmenskunden weiterführte. Bereits im Mai 2012 übernahm Google Motorola Mobility für rund 12,5 Milliarden US-Dollar, vor allem wegen des umfangreichen Patentportfolios. Da sich das Smartphone-Geschäft unter Google nicht wie erhofft entwickelte, verkaufte der Suchmaschinenkonzern die Sparte bereits im Januar 2014 für rund 2,91 Milliarden US-Dollar an den chinesischen Elektronikkonzern Lenovo weiter; die Transaktion wurde im Oktober 2014 abgeschlossen.
Bemerkenswert an dem Deal: Google behielt bei dem Weiterverkauf an Lenovo den Großteil des ursprünglich mit Motorola erworbenen Patentportfolios sowie einige Zukunftsprojekte im eigenen Haus. Lenovo erhielt damit vor allem die Markenrechte, das operative Smartphone-Geschäft und ausgewählte Patente, während Google die für die Verteidigung des Android-Ökosystems strategisch wichtigsten Patente zurückbehielt und diese unter anderem im Streit mit Apple um Smartphone-Patente einsetzte.
Eigentümerhistorie von Motorola Mobility
| Zeitraum | Eigentümer | Kaufpreis |
|---|---|---|
| Januar 2011 | Ausgliederung aus Motorola Inc. | – |
| Mai 2012 – Januar 2014 | ca. 12,5 Mrd. USD | |
| Seit Oktober 2014 | Lenovo | ca. 2,91 Mrd. USD |
Ein Punkt, der häufig durcheinandergerät: Es gibt heute zwei völlig getrennte „Motorola“-Unternehmen. Motorola Solutions, spezialisiert auf Funkgeräte und Sicherheitstechnik für Behörden und Unternehmen, ist ein eigenständiges US-Unternehmen ohne jede Verbindung zu Lenovo. Nur das Smartphone-Geschäft unter dem Namen Motorola Mobility gehört heute zu Lenovo.
Was gehört noch zum selben Konzern?
Neben der Marke Motorola gehören zum Lenovo-Konzern auch die frühere IBM-PC-Sparte (heute Lenovo-Notebooks) sowie die Gaming-Marke Legion. Ein weiteres Beispiel für den Wiederverkauf einer Mobilfunksparte durch Google zeigt der Beitrag Wem gehört Google?.
Häufig gestellte Fragen
Gehört Motorola noch zu Google?
Nein, Google verkaufte das Smartphone-Geschäft Motorola Mobility bereits Anfang 2014 an Lenovo, behielt jedoch einen Großteil der ursprünglich mitgekauften Patente.
Sind Motorola Mobility und Motorola Solutions dasselbe Unternehmen?
Nein, beide gingen 2011 aus derselben Motorola Inc. hervor, sind seither aber zwei komplett eigenständige Unternehmen mit unterschiedlichen Eigentümern, eigener Führung und getrennten Produktportfolios.
Werden Motorola-Smartphones noch entwickelt?
Ja, unter Lenovo bringt Motorola Mobility weiterhin Smartphones auf den Markt, unter anderem Fortsetzungen der RAZR-Reihe als moderne Klapp-Smartphones mit faltbarem Display.
Warum kaufte Google überhaupt Motorola Mobility?
Google wollte sich vor allem das umfangreiche Patentportfolio von Motorola sichern, um sein Android-Ökosystem gegen Patentklagen von Konkurrenten wie Apple besser abzusichern und die eigene Verhandlungsposition zu stärken.
Ist Lenovo ein chinesisches Unternehmen?
Ja, Lenovo betreibt einen doppelten Hauptsitz in Peking und in Morrisville, North Carolina (USA), und notiert seit 1994 an der Börse Hongkong.
Motorola zeigt, wie eine einst legendäre Marke innerhalb weniger Jahre zwischen einem US-Suchmaschinenkonzern und einem chinesischen Elektronikhersteller wechseln kann, während ein Teil des ursprünglichen Firmennamens als separates Unternehmen weiterlebt. Einen weiteren Fall eines wiederverkauften Tech-Geschäfts beleuchtet der Beitrag Wem gehört YouTube?.

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