Wem gehört Lieferando? Konzernstruktur erklärt

Wem gehört Lieferando? Konzernstruktur erklärt 1

Lieferando ist in Deutschland der mit Abstand bekannteste Vermittlungsdienst für Essenslieferungen. Hinter der orangefarbenen App steht eine internationale Konzernkette, die sich gerade grundlegend verändert hat.

Die Antwort: Lieferando gehört der niederländischen Just Eat Takeaway.com N.V. mit Sitz in Amsterdam. Diese wiederum befindet sich seit Oktober 2025 zu 98,19 Prozent im Besitz des südafrikanisch-niederländischen Investmentkonzerns Prosus N.V., der das Unternehmen im November 2025 von der Börse genommen hat.

Das Wichtigste in Kürze

  • Lieferando gehört zu Just Eat Takeaway.com N.V., Sitz Amsterdam, seit der Übernahme von Lieferando.de im Jahr 2014.
  • Just Eat Takeaway.com selbst gehört seit Oktober 2025 zu 98,19 Prozent Prosus N.V., nach einem rund 4 Milliarden Euro schweren Übernahmeangebot.
  • Die Aktie von Just Eat Takeaway.com wurde am 17. November 2025 von der Euronext Amsterdam genommen (Delisting).
  • Gründer und bisheriger Großaktionär Jitse Groen hielt über seine Gesellschaft Gribhold B.V. rund 7,24 Prozent vor der Prosus-Übernahme.
  • Lieferando erhält Provisionen von den vermittelnden Restaurants für jede über die Plattform vermittelte Bestellung.

Von Takeaway.de zur Prosus-Tochter

Das deutsche Geschäft firmierte ursprünglich als Lieferando.de und wurde 2014 vom niederländischen Takeaway.com übernommen. 2020 fusionierte Takeaway.com mit dem britischen Konkurrenten Just Eat zur Just Eat Takeaway.com N.V., die seither auch die Marke Lieferando in Deutschland weiterführt. Im Sommer 2025 kündigte der Investmentkonzern Prosus, bekannt vor allem für seine Tencent-Beteiligung, eine vollständige Übernahme von Just Eat Takeaway.com für rund 4,1 Milliarden Euro an. Nach Abschluss des Übernahmeangebots im Oktober 2025 hielt Prosus 98,19 Prozent der Anteile und leitete umgehend das Delisting ein.

Konzernstruktur hinter Lieferando

EbeneGesellschaftBemerkung
Marke DeutschlandLieferandoTeil von Just Eat Takeaway.com seit 2014
Mittlere EbeneJust Eat Takeaway.com N.V.Sitz Amsterdam, seit Nov. 2025 nicht mehr börsennotiert
KonzernspitzeProsus N.V.98,19 % seit Oktober 2025

Ein Punkt, den viele ältere Artikel noch nicht erfassen: Lieferando ist seit Herbst 2025 kein Baustein eines eigenständig börsennotierten Unternehmens mehr. Mit der fast vollständigen Übernahme durch Prosus und dem anschließenden Delisting verschwand Just Eat Takeaway.com von der Börse – Lieferando wird damit zu einem Baustein im breiteren, deutlich diversifizierteren Beteiligungsportfolio von Prosus.

Was gehört noch zum selben Konzern?

Unter dem Dach von Just Eat Takeaway.com laufen neben Lieferando auch die Marken Just Eat (Großbritannien) und Thuisbezorgd (Niederlande). Muttergesellschaft Prosus hält daneben unter anderem eine bedeutende Beteiligung am chinesischen Technologiekonzern Tencent. Einen Vergleich mit einem weiteren europäischen Lebensmittel-Lieferdienst liefert der Beitrag Wem gehört Picnic?.

Häufig gestellte Fragen

Ist Lieferando noch börsennotiert?

Nein. Die Muttergesellschaft Just Eat Takeaway.com wurde am 17. November 2025 von der Euronext Amsterdam genommen, nachdem Prosus im Oktober 2025 fast alle Anteile übernommen hatte.

Was ist Prosus?

Prosus N.V. ist ein in Amsterdam ansässiger Investmentkonzern der südafrikanischen Naspers-Gruppe, bekannt vor allem für seine große Beteiligung am chinesischen Technologiekonzern Tencent.

Ist Lieferando dasselbe Unternehmen wie Just Eat?

Beide Marken gehören zur selben Muttergesellschaft Just Eat Takeaway.com, werden aber weiterhin unter eigenständigen lokalen Markennamen betrieben – Lieferando in Deutschland, Just Eat vor allem in Großbritannien.

Wie viel zahlte Prosus für Just Eat Takeaway.com?

Die Übernahme hatte laut Ankündigung ein Volumen von rund 4,1 Milliarden Euro; für den finalen Anteilserwerb von 98,19 Prozent investierte Prosus rund 4 Milliarden Euro.

Ist Gründer Jitse Groen noch beteiligt?

Vor der Übernahme hielt Groen über seine Gesellschaft Gribhold B.V. rund 7,24 Prozent; nach dem Übernahmeangebot von Prosus liegt sein verbleibender Anteil nach den vorliegenden Zahlen deutlich niedriger, da praktisch alle Altaktionäre ihre Anteile in das Angebot einbrachten.

Lieferando zeigt, wie schnell sich Eigentümerstrukturen bei europäischen Plattformunternehmen ändern können – vom Start-up über die Börse bis zur vollständigen Übernahme durch einen Investmentkonzern binnen weniger Jahre. Wie sich das bei einem globalen Mobilitätskonzern darstellt, zeigt der Beitrag Wem gehört Uber?.

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