Wem gehört Tchibo? Eigentümer und Konzernstruktur

Wem gehört Tchibo? Eigentümer und Konzernstruktur 1

Tchibo ist mit seinem wöchentlich wechselnden Nonfood-Sortiment neben Kaffee und Filialen in Innenstädten fest im deutschen Alltag verankert. Anders als viele große Handelsketten ist Tchibo bis heute in Familienbesitz.

Die Antwort direkt vorweg: Tchibo gehört vollständig der Hamburger Unternehmerfamilie Herz. Gehalten werden die Anteile über die private Holding Maxingvest AG, vormals Tchibo Holding AG.

Das Wichtigste in Kürze

  • Tchibo gehört zu 100 Prozent der Familie Herz, gebündelt über die Holding Maxingvest AG.
  • Gegründet wurde Tchibo 1949 von Max Herz und Carl Tchiling-Hiryan als Versandhandel für Kaffee.
  • 1952 kaufte Max Herz seinem Partner die Anteile für rund 225.000 Mark ab und wurde Alleineigentümer.
  • 1965 übernahm Sohn Günter Herz das Unternehmen nach dem Tod von Max Herz.
  • Seit 1974 hält Tchibo/Maxingvest zudem eine Minderheitsbeteiligung am Kosmetikkonzern Beiersdorf (Nivea).

Hintergrund: Vom Kaffee-Versandhandel zum Familienimperium

Der Name Tchibo setzt sich aus „Tchiling“ und „Bohne“ zusammen und verweist auf Mitgründer Carl Tchiling-Hiryan. 1949 starteten Max Herz und Tchiling-Hiryan als gleichberechtigte Partner mit dem Versand von Röstkaffee. Bereits 1952 übernahm Max Herz die Anteile seines Partners vollständig. Am 13. Oktober 1955 eröffnete in Hamburg der erste stationäre Tchibo-Laden – der Grundstein für das spätere Filialnetz mit wechselndem Nonfood-Sortiment.

Nach dem Tod von Max Herz 1965 übernahm Sohn Günter Herz die Führung. 1988 wurde das Unternehmen zur Tchibo Holding AG umstrukturiert, die heute als Maxingvest AG firmiert – ein Name, der sich aus „Max“ (Gründer Max Herz), „Ingeburg“ (seiner Frau) und dem Wort „Investment“ zusammensetzt. Seit 1974 hält die Unternehmensgruppe zudem eine Minderheitsbeteiligung am Hamburger Kosmetikkonzern Beiersdorf, zu dem die Marke Nivea gehört. Wirtschaftlich blieb Tchibo zuletzt nicht ohne Herausforderungen: 2022 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 167 Millionen Euro, 2023 nach Sparmaßnahmen und Stellenabbau wieder einen Gewinn von 67 Millionen Euro.

Dass Tchibo als reines Familienunternehmen ohne Börsennotierung geführt wird, unterscheidet den Konzern deutlich von anderen großen deutschen Handelsmarken, die entweder genossenschaftlich (wie Edeka oder REWE) oder börsennotiert organisiert sind. Für die Familie Herz bedeutet diese Struktur größere unternehmerische Freiheit bei strategischen Entscheidungen, etwa beim Ausbau des Nonfood-Sortiments oder bei Sparmaßnahmen in schwierigen Jahren, ohne Rücksicht auf kurzfristige Erwartungen von Aktionären nehmen zu müssen. Gleichzeitig trägt die Familie damit auch das unternehmerische Risiko vollständig allein, was sich zuletzt in den schwankenden Jahresergebnissen zwischen Verlust und Gewinn gezeigt hat.

Eigentümerstruktur im Überblick

JahrEreignis
1949Gründung durch Max Herz und Carl Tchiling-Hiryan
1952Max Herz wird Alleineigentümer
1965Günter Herz übernimmt nach dem Tod des Vaters
1974Einstieg bei Beiersdorf (Minderheitsbeteiligung)
1988Umstrukturierung zur Holding (heute Maxingvest AG)

Was gehört noch zum selben Konzern?

Über die Holding Maxingvest AG hält die Familie Herz neben Tchibo auch eine Minderheitsbeteiligung am Konsumgüterkonzern Beiersdorf, zu dem Marken wie Nivea, Eucerin und Labello gehören. Tchibo selbst ist zudem als Mobilfunkanbieter (Tchibo mobil, als MVNO im Netz anderer Betreiber) sowie im Reise- und Versicherungsgeschäft aktiv – stets unter dem eigenen Markendach.

Häufig gestellte Fragen

Ist Tchibo börsennotiert?

Nein, Tchibo beziehungsweise die Holding Maxingvest AG befindet sich vollständig in privater Hand der Familie Herz und ist nicht börsennotiert.

Was bedeutet der Name Maxingvest?

Der Name setzt sich aus „Max“ (Gründer Max Herz), „Ingeburg“ (seine Ehefrau) und dem Wort „Investment“ zusammen.

Gehört Beiersdorf zu Tchibo?

Nein, aber die Familie Herz hält über Maxingvest seit 1974 eine Minderheitsbeteiligung an Beiersdorf, ohne dass Beiersdorf ein Tochterunternehmen von Tchibo wäre.

Wie hat sich Tchibo wirtschaftlich zuletzt entwickelt?

Nach einem Verlust von 167 Millionen Euro 2022 erzielte Tchibo 2023 nach Kosteneinsparungen und Stellenabbau wieder einen Gewinn von 67 Millionen Euro.

Wer leitete Tchibo nach dem Tod des Gründers?

Nach dem Tod von Max Herz im Jahr 1965 übernahm sein Sohn Günter Herz das Unternehmen.

Wie sich große Lebensmittelhändler organisieren, bei denen Tchibo-Produkte ebenfalls erhältlich sind, zeigen die Artikel zu REWE und EDEKA.

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